Inhaltsübersicht
I. Charakterisierung
II. Forschung
und Entwicklung in Produktionsfunktionen
III. Budgetierung
IV. Programm-
und Projektplanung
V. Kontrolle
VI. Organisation
I. Charakterisierung
Forschung und Entwicklung (FuE) ist eine Kombination von Produktionsfaktoren, die aufgrund eines systematischen,
regelgesteuerten Prozesses die Gewinnung neuen Wissens ermöglichen soll (Brockhoff, K.
1994). In renditeorientierten Unternehmen erfolgt diese Kombination von
Produktionsfaktoren nicht als Selbstzweck, sondern um die Renditeziele unter
Berücksichtigung der Risikoeinstellung der Entscheidungsträger sowie
gegebenenfalls sonstiger Restriktionen zu erreichen. Dies hat zwei Implikationen. Erstens muss es für das erzeugte Wissen einen Markt geben. Die
Nachfrage kann sich dabei als Technologienachfrage auf das Wissen selbst
richten. Sie kann sich aber auch auf Gegenstände oder Dienstleistungen richten,
in denen das Wissen inkorporiert ist. In dieser Hinsicht wird vor allem
zwischen der auf neue Produkte (Produktforschung und -entwicklung, Konstruktion)
und der auf neue Produktionsprozesse (Prozessforschung und -entwicklung) gerichteten
FuE unterschieden. Zweitens ist zu
berücksichtigen, dass der spezifische Charakter von Wissen, nämlich seine
wiederholte Nutzbarkeit zu Grenzkosten von null, nur dann einen Markt für Wissen entstehen lässt und damit auch eine
Renditeerwartung begründet, wenn Dritte
von der Nutzung des Wissens zumindest zeitweise wirksam ausgeschlossen werden
können. Dies kann durch Schutzrechte und ihre Durchsetzung oder durch
faktische Schutzmaßnahmen erfolgen. Insbesondere der Schutz des in neuen
Produktionsprozessen inkorporierten Wissens erfolgt häufig durch Geheimhaltung,
die allenfalls dann durch die Wissensträger durchbrochen wird, wenn mit der
Preisgabe von Wissen an Dritte die Hoffnung auf reziproke Wissensübertragung
verbunden ist (Hippel, E. v.
1988; Schrader, St.
1990).
Der Prozess der Wissenserzeugung erstreckt sich über die Zeit
in die Zukunft und ist, zumal er selbst neues Wissen in der Form von
Problemlösungsverfahren, Versuchsanordnungen, Versuchsbedingungen usw.
erfordern kann, nicht deterministisch aus der gewählten Kombination von
Produktionsfaktoren abzuleiten. Darin kommt die dem Prozess immanente Ungewissheit zum Ausdruck. Gleichwohl dient
die Anwendung methodischer Standards sowie die systematische Planung und
Organisation des Vorgehens der Begrenzung so genannter technologischer Ungewissheit. Selbst wenn diese abgebaut ist, muss
auch noch die bedingte Marktungewissheit,
die sich auf die Verwertung des neuen Wissens bezieht, abgebaut werden. Beide
Komponenten der Ungewissheit wirken multiplikativ aufeinander ein. Steigen dann
Neuigkeitsgrad und Komplexität der FuE-Aufgabe, erhöht sich die technologische
Ungewissheit. Dies führt in der Regel aber auch zu höherem Zeitbedarf für die
Aufgabenlösung. Zunehmender Zeitbedarf verschiebt den Markteintrittszeitpunkt
und erhöht damit die Marktungewissheit, weil die Chancen für einen
zwischenzeitlichen Markteintritt von konkurrierenden Angeboten oder der
Veränderung der Bedürfnissituation ansteigen. Empirische Schätzungen der
Ungewissheit einzelner FuE-Projekte weisen nicht nur beachtliche Streuungen auf
(Schröder, H.
-H. 1975). Sie differenzieren in der Phase des Projektstarts auch
nicht signifikant zwischen nachfolgend erfolgreichen oder nicht erfolgreichen
Projekten (Brockhoff, K.
1993).
Aus der Existenz der Ungewissheit in FuE-Prozessen resultiert
wiederum zweierlei. Erstens muss ein Unternehmen über eine ausreichende
Risikobereitschaft verfügen, um FuE-Aufgaben zu starten oder es muss in der
Lage sein, die Aufwendungen der Risikopolitik zu tragen, die zur Begrenzung der
FuE-Risiken eingesetzt wird. Zweitens muss ein Unternehmen bei der Auswahl der
FuE-Aktivitäten neben der Renditewirkung
auch die Risikowirkung bedenken, wobei wegen der eben genannten
Gründe in der Regel zu erwarten ist, dass die Ungewissheit von
Grundlagenforschung über die angewandte Forschung zur Entwicklung oder
Konstruktion (zu diesen Begriffen: OECD, 1994)
oder bei abnehmendem Empiriegrad der FuE grundsätzlich zurückgeht (Gutberlet, K.
-L. 1984; Jewkes,
J./Sawers, D./Stillerman, R. 1962).
Schließlich setzt die Kombination von Produktionsfaktoren für
die FuE die Bereitstellung der
notwendigen Finanzierungsmittel voraus. Grundsätzlich kann davon
ausgegangen werden, dass die Faktoren selbst erworben werden können, aber je
nach ihrem Knappheitsgrad für diese unterschiedliche Marktpreise gelten. Da
einige der geforderten Faktorqualitäten aber extrem selten sind, d.h. die
Faktoren hochspezialisiert sind, können die Preise auch gegen unendlich gehen,
d.h. der Zugang zu den Faktoren selbst kann praktisch versperrt sein. Auch dies
hat wiederum mehrere Konsequenzen für die Unternehmen. Erstens können ein
beschränktes Angebot von Produktionsfaktoren (z.B. Testgelände, Personal) oder
rechtliche Beschränkungen des Kombinationsprozesses (z.B. FuE-Verbote oder
-auflagen) bestimmte Prozesse der Wissensentwicklung unmöglich machen oder zur
Suche nach Standorten führen, an denen diese Beschränkungen nicht wirksam sind.
Zweitens lassen Parallel- und Wiederholungserfindungen (Lamb,
D./Easton, S. M. 1984; Schewe, G.
1992) erkennen, dass identisches Wissen durch unterschiedliche Faktorkombinationen
erzeugt werden kann. Grundsätzlich müsste deshalb einem Unternehmen daran
gelegen sein, die Minimalkosten-Faktorkombination für die Entwicklung eines
bestimmten gewünschten Wissens auszuwählen. Dabei ist aber zu bedenken, dass
die Ungewissheit des Prozesses mit der Art und der Menge der kombinierten
Produktionsfaktoren variiert und dafür bisher wenig mehr als plausible Gründe
angegeben werden können. In Ermangelung einer vergleichbaren Messung des
Outputs des FuE-Kombinationsprozesses in Form standardisierter Wissenseinheiten
kann der Zusammenhang nicht unmittelbar empirisch überprüft werden.
Geht man von einer bestimmten Faktorkombination aus, so
müssen also dafür die notwendigen finanziellen Mittel zur Realisierung eines
Wissenszuwachses bereitgestellt werden. Dabei kann die Inanspruchnahme
staatlicher oder supranationaler Fördermaßnahmen ebenso relevant werden wie die
Kooperation mehrerer Unternehmen bei einer FuE-Aufgabe (natürlich können auch
Kombinationen interner Wissensgenerierung und externer Wissensbeschaffung
vorgenommen werden), um die Liquiditäts- und Ertragsbelastung für ein einzelnes
Unternehmen zu senken.
II. Forschung und
Entwicklung in Produktionsfunktionen
Neues Wissen kann als
eigenständiger Produktionsfaktor
betrachtet werden. Es ist dann
von vordringlichem Interesse, den Beitrag dieses Produktionsfaktors zur Erzeugung
von Outputs oder zur Produktivitätssteigerung festzustellen. Die erfolgreiche
Messung dieses Beitrags könnte zur Bestimmung des optimalen Niveaus notwendigen
Wissens im Vergleich zu anderen Produktionsfaktoren herangezogen werden. Bisher kann der Beitrag neuen Wissens zur
Generierung von Outputs entweder nur indirekt erfasst werden, indem durch
direkt messbare Faktoren nicht erklärbare Outputteile als Residuen festgestellt
und als Wirkungen neuen Wissens interpretiert werden, oder das Wissen muss durch andere Größen operationalisiert werden.
Dafür kommt in erster Linie der Wert des Faktoreinsatzes für FuE infrage.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Wissenseinsatz einer bestimmten
Periode auf FuE-Inputs mehrerer, teilweise weit zurückliegender Vorperioden
zurückgehen kann. Das damit verbundene Problem der Bestimmung geeigneter
Lag-Funktionen ist besonders zu beachten (Mairesse, J.
1991).
Abb. 1 gibt einen
Überblick über die Ansätze, die bisher zur Feststellung der Outputwirkung des
Wissenseinsatzes, insbesondere operationalisiert durch FuE, gewählt wurden.
Ohne auf Mess- und Datenprobleme eingehen zu können, seien die vier Hauptansätze kurz charakterisiert (Brockhoff, K.
1994). Die Bildung von Nutzen-Aufwandsrelationen
richtet sich insbesondere auf die Frage, ob der Aufwand für einzelne
FuE-Projekte oder staatliche FuE-Förderprogramme durch wenigstens gleich hohe
Nutzenzuwächse gerechtfertigt ist. Diese Frage wird vor allem bei solchen
Projekten gestellt, die durch öffentliche Fördermittel unterstützt werden oder
die im Rahmen der Vorsorgemaßnahmen für wesentliche Lebensbereiche (Gesundheit,
Ernährung) unternommen werden. Neben der zeitlichen und sachlichen Abgrenzung
des anfallenden FuE-Einsatzes richtet sich das Augenmerk hier vor allem auf die
Schwierigkeiten der Nutzenmessung. Spezifische, implizite Zusammenhänge
zwischen den betrachteten Inputs und Outputs werden nicht unterstellt.
Dies ist anders bei den Produktivitätskennzahlen,
die auf der Grundlage der moderneren
Indextheorie ermittelt werden (Fischer, K.
H. 1984). Bei solchen Produktivitätskennzahlen wird implizit eine
produktionswirtschaftliche Beziehung zwischen Inputs und Outputs unter
Berücksichtigung des Ziels der Kostenminimierung unterstellt. Weiterhin wird
für die Bildung der Faktorpreise vollkommener Wettbewerb auf den Faktormärkten
angenommen. Es ist ersichtlich, dass insbesondere die letztgenannte Bedingung
gerade bei FuE-Aktivitäten aus dem oben angesprochenen Grund der
Faktorspezialisierung selten erfüllt sein wird.

Abb. 1: Ansätze zur Messung des FuE-Erfolges
Die explizite Annahme einer produktionswirtschaftlichen
Beziehung zwischen Inputs und Outputs kann zunächst einmal auf die ausdrückliche Berücksichtigung von Wissen als Produktionsfaktor
verzichten. Dann werden die bei einer Schätzung der Funktionsparameter
auftretenden Residuen zwischen empirischen Beobachtungen und dem nicht darunter
liegenden geschätzten Kurvenverlauf (frontier production function) als
Wissensbeitrag interpretiert. Dies führt zu der Schwierigkeit, diesen Beitrag
von anderen, nicht explizit berücksichtigten Einflüssen auf den Output zu
trennen.
Eine solche Trennung kann dadurch vorgenommen werden, dass Wissen, operationalisiert durch FuE, explizit in einer Produktionsfunktion
als Faktor auftritt. Es gibt dann verschiedene Ansätze der Operationalisierung
und Messung solcher Produktionsbeziehungen (Brockhoff, K.
1994). Insbesondere die Annahme von Input-Output-Beziehungen nach Art der
Cobb-Douglas-Produktionsfunktionen erlaubt es, die zu schätzenden Parameter als
Outputelastizitäten der einzelnen Inputfaktoren zu interpretieren. Auf dieser
Grundlage können dann Grenzprodukte abgeschätzt werden. Die Schätzungen führen
generell zu dem Ergebnis, dass das Grenzprodukt
von FuE in den Unternehmen deutlich höher ist als das Grenzprodukt anderer
Faktoren. Daraus ist zu schließen, dass eine Steigerung des Einsatzes von
FuE im Sinne einer outputmaximierenden Unternehmenspolitik rational ist. Dies
gilbt auch dann, wenn die Faktoren nach Funktionsbereichen gruppiert werden,
sodass Aussagen über die Grenzprodukte von FuE oder Marketing möglich werden (Brockhoff, K.
1990).
Die Schätzung der Grenzprodukte ist im Einzelfall mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden.
Bei Querschnittsanalysen müssen ausreichende Mengen vergleichbarer Daten zur
Verfügung stehen, bei Längsschnittanalysen sind lange Zeitreihen von
Jahresdaten erforderlich. In beiden Fällen können Unvergleichbarkeiten, z.B.
durch Wechsel in der Ausrichtung der FuE-Programme, Akquisitionen,
institutionelle Veränderungen von Marktbedingungen usw., eine Messung
beeinträchtigen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass nur vergleichsweise
wenige solcher Messungen vorliegen. Die Praxis behilft sich in der Regel mit
der Bildung einfacher Kennzahlen nach Art der Nutzen-Aufwand-Koeffizienten. Sie
vergleicht diese dann zwischen Unternehmen mit ähnlicher Produktions- und
Absatzstruktur. Insbesondere der Vergleich mit Unternehmen, die als besonders
erfolgreich gelten, das so genannten Benchmarking, ist heute wieder von
Bedeutung. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass neben der vergleichsweise
groben Art der Messung auch hier eine Vielzahl von Einflussgrößen die Validität
der so gewonnenen Aussagen beeinflussen kann.
III. Budgetierung
Grundsätzlich müssen der gesamte Faktoreinsatz für FuE und
die dafür notwendigen Finanzmittel durch den Vergleich ihrer Grenzproduktivitäten mit denjenigen alternativer
Mittelverwendung in Bezug auf ein operational gewähltes Unternehmensziel
festgestellt werden. Bei denjenigen Aktivitäten, deren Grenzproduktivitäten
besonders hoch liegen, ist – wie oben erwähnt – ein zusätzlicher Mitteleinsatz
rational zu begründen.
Diese Form der Bestimmung von FuE-Faktoreinsätzen und daraus
abgeleiteten Budgets kann in der Realität kaum nachvollzogen werden. Das ist
nicht nur durch die Messschwierigkeiten begründet, auf die in II. hingewiesen
wurde, sondern auch durch die Prozesscharakteristika, die in I. geschildert
wurden. Die Praxis zieht daraus die Konsequenz, FuE-Budgets durch einfache
Heuristiken festzulegen. Schon früh sind dabei acht grundsätzliche Prinzipien
identifiziert worden (Kern,
W./Schröder, H. -H. 1977), die teilweise auch gemischt auftreten
können. Einmal ist nach einer vergangenheitsorientierten Budgetierung im Unterschied zu einer
zukunftsorientierten Budgetierung zu unterscheiden. Im ersten Fall werden
die Budgets an Orientierungsgrößen vergangener Rechnungsperioden orientiert, im
letzten Fall an Planungsgrößen für künftige Perioden. Die
Betriebswirtschaftslehre empfiehlt die zukunftsorientierte Budgetierung. Diese beiden Prinzipien können auf die
folgenden vier Gruppen von Orientierungsgrößen angewandt werden, wobei jede
dieser Gruppen auch wieder in verschiedene Untergruppen unterteilt werden
könnte: (1) Outputvariablen wirtschaftlicher Tätigkeit (z.B. Umsatz oder
Wertschöpfung), (2) finanzwirtschaftliche Orientierungen (z.B. Cashflow,
Liquiditätslage), (3) kapazitätsgebundene Orientierungsgrößen (FuE-Potenzial).
Schließlich wird (4) wettbewerbsorientierte Budgetierung betrieben
(Orientierung an absoluten oder relativen Kennzahlen von Wettbewerbern). Es
steht außer Frage, dass diese Planungsheuristiken nicht den Anspruch optimaler
Planung erfüllen können. Es ist nicht einmal bekannt, ob diese Heuristiken zu
guten Planungen führen.
Um gleichwohl zu einer wenigstens guten Lösung des
Budgetierungsproblems zu kommen, werden die wesentlichen damit verknüpften
Variablen im Rahmen eines Simulationsmodells
abgebildet. Es zeigt, welche künftigen Outputs auf der Grundlage gegenwärtiger
FuE erwartet werden können, muss also eine Produktivitätsbeziehung unterstellen
(Brockhoff, K.
1989). Die Finanzierungsmittel dienen zumindest partiell dem künftigen Einsatz
von Faktoren in FuE. Durch Variation von Budgetierungsregeln, die über die Höhe
der Verwendung von Finanzierungsmitteln für FuE entscheiden, kann in das
Simulationsmodell eingegriffen und der Output beeinflusst werden. Auf diese
Weise werden Konsequenzen unterschiedlichen Budgetierungsverhaltens sichtbar
gemacht. Es zeigt sich, dass jede Budgetierungsregel ceteris paribus zu
optimalen Ausstattungsniveaus für FuE führt, diese Niveaus aber bei den
einzelnen Regeln unterschiedlich ausgeprägt sein können und vor allem eine
Überschreitung der optimalen Niveaus zu sehr deutlichen Wirkungen auf die
Outputmaße führt.
Eine weitere
Budgetierungsheuristik ist aus der
strategischen Unternehmensplanung abzuleiten. Diese Planung kann Aussagen
darüber enthalten, ob FuE in erster Linie zur Verteidigung gegenwärtiger
Positionen oder zu Eroberung neuer Wettbewerbspositionen eingesetzt werden
soll. Darüber hinaus werden in der Regel wesentliche Gebiete für die FuE
bestimmt, die die künftige Geschäftstätigkeit unterstützen sollen. Aus solchen
Informationen können dann Konsequenzen für die Budgetierung gezogen werden.
Dies erfolgt in der Regel im Rahmen eines verbalen Prozesses, der allenfalls
durch konzeptionelle Überlegungen unterstützt werden kann. Das folgt aus dem
Fehlen einer operationalen Produktionsfunktion des neuen Wissens.
IV. Programm- und Projektplanung
In der Planungspraxis dient das FuE-Budget als Rahmen für die Auswahl einzelner FuE-Projekte
aufgrund einer zielbezogenen Projektbewertung. Die Menge der zu einem Zeitpunkt
verfolgten FuE-Projekte wird als FuE-Programm bezeichnet.
Es ist offensichtlich, dass außer der Beachtung von
Budgetgrenzen weitere Restriktionen bei
der Zusammenstellung von FuE-Programmen zu beachten sind (Brockhoff, K.
1979). Sie können sich einerseits auf verschiedene knappe Ressourcen, wie Belegungskapazitäten von Messeinrichtungen
oder Großgeräten, Arbeitszeiten verfügbarer Spezialisten usw. beziehen, sowie
andererseits auf die Steuerung von Projektinterdependenzen.
Damit ist gemeint, dass sich einzelne Projekte gegenseitig in einem Programm
ausschließen können, andere Projekte in vorgegebenen Reihenfolgebeziehungen
zueinander stehen und schließlich wiederum andere Projekte nur dann
durchgeführt werden sollen, wenn dasselbe auch für bestimmte weitere Projekte
gilt. Über die Zeitpunktbetrachtung hinaus können solche Beziehungen auch für
eine Folge von Zeitperioden im Rahmen mittel- oder langfristiger Planungen
formuliert werden. Die simultane Projektauswahl unter Berücksichtigung solcher
Nebenbedingungen erfordert einen mathematischen Programmierungsansatz und seine
Lösung. Obwohl in der Literatur eine Vielzahl solcher Ansätze angeboten wird,
wobei eine zunehmende Annäherung an die Bedürfnisse der praktischen
Programmplanung versucht wurde, werden diese Ansätze in der Praxis kaum
eingesetzt.
Die praktische
Programmplanung in FuE geht nach heuristischen Verfahren vor. Aus der
strategischen Unternehmensplanung werden Interessengebiete für die FuE des
Unternehmens abgeleitet und die Mittel nach der jeweiligen Zukunftsbedeutung
der Gebiete verteilt. Als Hilfsmittel hierfür werden verschiedene
Portfolio-Modelle angeboten (z.B. Möhrle, M. G.
1991; Pfeiffer, W.
et al. 1985; Servatius,
H.-G. 1985; Specht,
G./Michel, K. 1988). Innerhalb der einzelnen Gebiete wird nach dem
Entwicklungsstand der Technologie und der Märkte über die Aufteilung der Mittel
auf Grundlagenforschung, angewandte Forschung, Entwicklung, Anwendungstechnik
oder Konstruktion
oder nach Arbeitsgebieten entschieden. Ein Budgetteil von 5% – 10% wird nicht
disponiert, um für überraschend auftauchende Aufgaben während der
Budgetierungsperiode eingesetzt werden zu können, ohne in die bisherige Mittelverteilung
eingreifen zu müssen. Andernfalls würden Störungen laufender Arbeiten durch
»Feuerwehraufgaben« die Motivation des FuE-Personals beeinträchtigen sowie die
Effektivität der FuE-Arbeiten reduzieren. Allerdings kann durch Heuristiken
keine Optimallösung gesichert werden.
Die Programmplanung ist auch interdependent mit der Lösung
der Frage, wie die Mittel eines einmal
festgelegten Budgetrahmens aufgebracht und einzelnen FuE-Aktivitäten zugeordnet
werden. Am einfachsten ist es für den FuE-Bereich, wenn das Gesamtbudget
aus den Gemeinkosten des Unternehmens zur Verfügung gestellt wird. Am
kompliziertesten stellt sich die Situation dar, wenn das Budget auf der
Grundlage einzelner Projekte von den Auftraggebern der Projekte eingeworben
werden muss. Zwischen diesen beiden Extremen sind verschiedene Übergangsformen
möglich. Es konnte gezeigt werden, dass die Art der Mittelaufbringung nicht nur
mit verschiedenen Aspekten von Planung und Kontrolle in FuE interdependent ist,
sondern vor allem auch mit der Erfolgsbeurteilung von FuE korreliert (Warschkow, K.
1993).
Lässt man einmal die kapazitativen Probleme einer Einpassung
einzelner FuE-Projekte in ein FuE-Programm unberücksichtigt, so sind bei der
FuE-Projektplanung noch weitere Aspekte
zu berücksichtigen. An erster Stelle ist hierbei die Projektbewertung zu
nennen. Mit ihr soll entschieden werden, ob es bessere Verwendungen für die bei
dem Projekt einzusetzenden knappen Ressourcen gibt oder nicht.
Grundsätzlich kann man das Bewertungsproblem dadurch lösen,
dass man FuE-Projekte als Investitionsprojekte betrachtet und die Verfahren der
Investitionsrechnung darauf anwendet. Diese Verfahren unterstellen Kenntnisse
über die projektbezogenen Ein- und Auszahlungsströme, die
Wahrscheinlichkeitsverteilung ihres Eintretens und einen korrekt bestimmten
Kalkulationszins. Insbesondere bei Forschungsprojekten fällt es schwer, diese
Angaben zur Verfügung zu stellen. Zahlungsströme und
Wahrscheinlichkeitsverteilungen werden deshalb häufig durch subjektiv
abgeschätzte Nutzenwerte angenähert. Damit werden Modelle der multiattributiven Nutzentheorie auf die
Projektbewertung übertragen. Um die Schätzungen möglichst weitgehend von
Fehlern zu befreien, die aus der beschränkten menschlichen Urteilsfähigkeit
resultieren, sind vielfältige Verfahren zur Unterstützung von Nutzenschätzungen
entwickelt worden (Eisenführ,
F./Weber, M. 1994). Praktisch sind spezielle Verfahren der
Nutzenschätzung, wie der Analytic Hierarchy Process, im Einsatz (Liberatore,
M. J. 1987), obwohl sie aus theoretischer Sicht zu Recht kritisiert
werden.
Soweit Projektwerte auf die Einsatzmenge der knappsten
Ressource in einer Planperiode bezogen werden, kann damit ein rudimentärer
Simultanplanungsansatz (mit einer Zielfunktion und einer Nebenbedingung)
abgebildet werden. Dies kommt häufig in Form so genannter Nutzen-Kosten-Koeffizienten
(Strebel, H.
1975; Zangemeister,
C. 1971) oder von Rentabilitätskennziffern vor.
Signalisiert der ermittelte Projektwert die Vorteilhaftigkeit
eines Projektes, so ist weiterhin die
Durchführung des Projekts zu planen. Dies hat mehrere Aspekte. Zunächst ist
die Koordination von Teiltätigkeiten
im Rahmen eines Projektes sicherzustellen. Neben heuristischen Vorgehensweisen
(z.B. durch einfache Gantt-Charts) kann hierfür die Netzwerktechnik
herangezogen werden. Dabei ist besonders auf den spezifischen Charakter von
FuE-Projekten zu achten, bei denen Unsicherheit über den Ressourceneinsatz für
einzelne Aktivitäten herrscht und möglicherweise der unterschiedliche Erfolg
einzelner Aktivitäten zu Rücksprüngen im Projekt oder zum Aufsuchen von
Alternativen führen kann. In jedem Fall führt die Unsicherheit der
Projektbearbeitung dazu, dass nicht nur ein
Projektausgang planerisch vorgesehen werden kann, sondern mehrere Ausgänge,
zumindest in der Form von Erfolg und Misserfolg des Projekts. Hierfür sind
GERT-Netzwerke gut geeignet, zumal sie auch in die stochastische
Programmplanung zu integrieren sind (Dean, B.
V./Chanduri, A. 1980; Popp, W.
1986).
Der andere Aspekt der Projektplanung betrifft die Klärung organisatorischer Voraussetzungen.
Hierzu zählt insbesondere die Prüfung, ob die für den Projekterfolg nach
empirischen Erkenntnissen notwendigen drei Rollen von Machtpromotor,
Prozesspromotor und Fachpromotor (Hauschildt,
J./Chakrabarti, A. K. 1988) besetzt sind. Die Wahrnehmung dieser Rollen
ist erforderlich, um Opposition gegenüber dem Projekt zurückzuhalten und eine
Balance verschiedener Projektergebnisse (z.B. Neuigkeitsgrad und Zeitbedarf) zu
erreichen. Insbesondere die Prozess- und Fachpromotoren erarbeiten die
inhaltlichen Projektziele, wobei die Interessen der künftigen Nutzer des durch
die Projekte erwarteten Wissens einzubeziehen sind. Die Planungsdaten eines
Projektes werden in Dokumenten festgehalten (Lasten- und Pflichtenheft) die
zugleich Grundlage für die Projektkontrolle sind.
V. Kontrolle
Während dem Controlling Steuerungsaufgaben auf der Grundlage
einer adäquaten Informationsbereitstellung zukommen, was auf der Projektebene
mit der Rolle des Prozesspromotors übereinstimmen kann, ist die
Projektkontrolle enger definiert (Brockhoff, K.
1994; Schmelzer, H.
J. 1992; Stockbauer,
H. 1989). Hierbei ist zwischen Planungskontrolle und
Durchführungskontrolle zu unterscheiden. In der Planungskontrolle geht es darum, die Effektivität und Effizienz des
Planungssystems selbst zu prüfen sowie die Fehlerfreiheit bei der Ermittlung
von Planungsunterlagen sicherzustellen. Wegen der Unsicherheit in FuE trifft
Letzteres auf bedeutende Schwierigkeiten. Es ist deshalb zu unterscheiden, ob
die Kontrolle aus der Sicht des Planungszeitpunktes heraus erfolgt (ex ante)
oder aus einem späteren Zeitpunkt heraus (ex post), wenn sich die
Informationssituation verändert hat.
Die Durchführungskontrolle
begleitet die FuE-Tätigkeit, insbesondere die Abwicklung der FuE-Projekte. Sie
richtet sich auf die wesentlichen Parameter der Tätigkeit, bei den Projekten
insbesondere auf die Entwicklung des Ressourceneinsatzes, häufig
zusammengefasst im FuE-Aufwand oder im Personaleinsatz, auf die Einhaltung von
Zeitplänen und die Erreichung der gesetzten Entwicklungsziele. Die Feststellung
von Abweichungen kann revidierte Planungen auslösen und erfordert eine Analyse
von Abweichungsursachen, die einer verbesserten künftigen Planung zugrunde
gelegt werden können. Die drei Gegenstände der Durchführungskontrolle
konzentrieren sich in Meilensteinplänen und werden in darauf aufbauenden Fortschrittsberichten
oder Meilenstein-Trendanalysen (Platz, J.
1986) dargestellt. Die Kontrolle hinsichtlich nur einer Teilmenge der genannten
Kontrollobjekte ist wenig wirksam, weil die Kontrollobjekte
untereinander kompensierend wirken. So kann eine drohende Verfehlung von
Zeitzielen dadurch kompensiert werden, dass die Sachziele zurückgenommen werden
oder ein zusätzlicher Mitteleinsatz innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens
erfolgt. Empirisch zeigt sich, dass nicht nur die gemeinsame Betrachtung der
drei Kontrollobjekte erforderlich ist, sondern dass die Kontrolle erst dann
ihre volle Wirksamkeit entfalten kann, wenn sie an einer Stelle innerhalb des
Unternehmens erfolgt (Warschkow, K.
1993). Die Kontrollaktivitäten sind in ein umfassenderes Qualitätsmanagement
der Entwicklung einzubetten (Specht,
G./Schmelzer, H. J. 1991), was im Lichte zertifizierter
Qualitätssicherung immer größere Bedeutung erlangt.
Für die Gewinnung von Kontrollinformationen ist die Mitarbeit
der einzelnen FuE-Beschäftigten, insbesondere des wissenschaftlichen und
technischen Personals, unerlässlich. Dies wirft Führungsprobleme auf. Während die übliche Führung von Laborbüchern
meist schon im Eigeninteresse der Mitarbeiter erfolgt, um Erinnerungen
festzuhalten und Prioritätsansprüche zu begründen, sind Stundenaufschreibungen
weniger akzeptiert. Zur Sicherung der Kontroll- und der Controllingfunktionen
sind unter Umständen spezifische akzeptanzerhöhende Maßnahmen für die Führung
solcher Dokumentationen erforderlich.
VI. Organisation
Üblicherweise werden Aufbau- und Ablauforganisationen
unterschieden. In der
Aufbauorganisation ist die
Frage der strukturellen Einbindung der FuE-Aktivitäten in den
Organisationsaufbau des Unternehmens zu beantworten. Grundsätzlich ist FuE
eine so stark spezialisierte Tätigkeit, dass ihre Durchführung getrennt von
anderen Unternehmensaktivitäten geboten erscheint. Ausnahmen von diesem Gebot
sind lediglich in sehr kleinen Unternehmen zu beobachten, wo FuE-Aktivitäten
als Teilzeitbeschäftigung neben anderen Unternehmensaktivitäten wahrgenommen
werden, oder in FuE-Unternehmen, wie etwa Instituten der Vertrags- oder
Gemeinschaftsforschung. Die Konzentration von FuE-Aktivitäten erfolgt mit
zunehmender Größe und zunehmender Breite des Produktspektrums zunächst in einer
Stelle oder einer Abteilung, dann aber in einer Vielzahl von Stellen und
Abteilungen. Dabei hat sich ein Organisationsmuster herausgebildet, nach dem es
neben einer zentralen FuE-Einheit dezentrale
Einheiten geben kann, die bei der Geschäftsbereichsorganisation den einzelnen
Sparten zugeordnet sind und für deren spezifische Bedürfnisse tätig werden. Die
zentrale FuE hat demgegenüber
spartenübergreifende Aufgaben zu bewältigen und wird für solche Fragestellungen
eingesetzt, die außerhalb des Zeithorizonts von Spartenplänen anfallen, wohl
aber im zeitlichen Planungsrahmen der Gesamtunternehmensleitung zu
berücksichtigen sind. Speziell die Unterstützung der Entwicklung und
Verbesserung von Produktionsprozessen ist gelegentlich von der auf neue
Produkte gerichteten FuE getrennt. Sie kann als eine zentrale
verfahrenstechnische Abteilung dem FuE-Bereich zugeordnet sein oder auch
innerhalb der Produktion angesiedelt werden. Hier soll nicht auf die
verschiedenen Vor- und Nachteile unterschiedlicher organisatorischer Lösungen
eingegangen werden (Kern,
W./Schröder, H.-H. 1977; Kieser, A.
1984).
Folge der Spezialisierung von FuE in besonderen Stellen oder
Abteilungen ist die Bildung
organisatorischer Schnittstellen zu anderen Leistungsträgern im
Unternehmen (Brockhoff, K.
1994). Insbesondere die Weitergabe von Projektinformationen über solche
Schnittstellen hinaus kann dadurch behindert sein, dass auf beiden Seiten der
Schnittstellen nicht miteinander abgestimmte Planungen und unterschiedliche
Subkulturen zu Konflikten führen. Dies ist für die Schnittstellen zwischen
Forschung einerseits und Entwicklung andererseits ebenso gezeigt worden, wie
für die Schnittstellen zwischen FuE und Produktion (Gerpott, H.
1991) oder FuE und Marketing (Gupta, A.
K./Raj, S. P./Wilemon, D. 1987; Brockhoff, K.
1994). Aus der Definition organisatorischer Schnittstellen wird abgeleitet,
dass die Beseitigung der Konflikte und die Koordination der Aktivitäten nicht
durch Hierarchie oder Weisung erfolgen kann und auch nicht durch Märkte.
Zwischen diesen Maßnahmen ist eine Fülle von einzeln oder kombiniert
einsetzbaren Instrumenten einzuordnen. Dabei kann die Wahrnehmung des
Schnittstellenmanagements als Vollzeitfunktion durch dazu ernannte
Schnittstellen-Manager (beispielsweise den Projektleiter, den Prozesspromoter,
den Koordinator) oder durch Personen, die in diese Funktion im Rahmen eines
sozialen Prozesses hineingewachsen sind (den Internal Star (Tushman, M.
L./Scanlan, T. J. 1981) oder den Gatekeeper (Domsch, M.
H./Gerpott, H./Gerpott, T. J. 1989), erfolgen. Alternativ dazu
können akzessorische Instrumente des Schnittstellenmanagements eingesetzt
werden, die sich auf Struktur oder Prozess von FuE richten und sowohl
personengebunden als auch personenneutral sein können (Letzteres z.B. in der
Form spezifischer Planungen). Aus organisatorischer Sicht können diese
Instrumente auch in ihrem Bezug zur Hierarchie als Koordinationsinstrument
gegliedert werden (Brockhoff,
K./Hauschildt, J. 1993).
In der Ablauforganisation ist die Abfolge von Projekten und
einzelnen Projektaktivitäten oder Versuchen unter Berücksichtigung von
Kapazitätsrestriktionen zu bestimmen. In der letzten Zeit ist als besonders
bedeutsam erkannt worden, dass der Markteintrittszeitpunkt neuer Produkte von
erheblicher Bedeutung für den Wert der Produkte und damit auch den Wert der
zugrunde liegenden Entwicklungsprozesse ist. Diese Feststellung hat erhebliche
Auswirkungen auf die Ablaufplanung. Während früher
überwiegend eine strenge Sequenz von
Teilaktivitäten geplant wurde, bei denen erst der erfolgreiche Abschluss
einer Vorgängeraktivität zum Start der Folgeaktivität führte, wird heute auf eine stärkere Parallelisierung oder Überlappung von Teilaktivitäten
gedrängt. Damit ist verbunden, dass Folgeaktivitäten in einem laufenden
informatorischen Abstimmungsprozess mit Vorgängeraktivitäten stehen müssen und
ihre Planung insofern bedingt ist, als bestimmte erwartete Ergebnisse von
Vorgängeraktivitäten angenommen werden. Insbesondere die wechselseitige
informatorische Beziehung der Teilaktivitäten wird durch Rechnereinsatz
unterstützt. Im Interesse einer kostengünstigen Produktion, die zu
verschiedenen Anstrengungen des so genannten »Lean Management« geführt hat, ist für FuE von Bedeutung, dass
Unternehmen ihre FuE-Tätigkeit auf so genannte Kernkompetenzen zu beschränken versuchen, darüber hinaus notwendige
Aktivitäten aber auf Zulieferunternehmen verlagern. Damit erfolgt dann nicht
nur eine Überlappung von FuE-Aktivitäten innerhalb
eines Unternehmens, sondern auch zwischen
Unternehmen. So wird das so genannten Simultaneous Engineering realisiert. Für
den Erfolg dieser Aktivitäten ist nicht nur die exakte Bestimmung technischer
Schnittstellen der zu kombinierenden Systemteile erforderlich, sondern auch
eine Vielzahl wechselseitiger Abstimmungsprozesse. Bei der Beurteilung der
Wirtschaftlichkeit sind die daraus erwachsenden Aufwendungen mit zu
berücksichtigen. Aus Sicht der FuE-Bereiche wird die Einbeziehung von Externen
in den Entwicklungsprozess auch deshalb kritisiert (Murmann, P.
1994).
Der freien Gestaltung der Ablaufplanung sind einerseits technisch-naturwissenschaftliche Grenzen
gesetzt, andererseits wirtschaftliche
Grenzen, und schließlich sind institutionelle Rahmenbedingungen zu
beachten. Die Verschärfung der Produkthaftung
erfordert bestimmte Prüfungen in der Entwicklung (das ist ganz deutlich etwa
bei den Entwicklungsprozessen für pharmazeutische Produkte zu erkennen), die
teilweise durch den Gesetzgeber bestimmt sind, teilweise aber auch im
Eigeninteresse des Unternehmens durch Einhaltung bestimmter Qualitätsnormen
gesichert werden. Die Einhaltung solcher Normen kann extern zertifiziert
werden.
Literatur:
Brockhoff, K. : Programmplanung für
die Forschung und Entwicklung, in: HWProd, hrsg. v. Kern, W., Stuttgart 1979,
Sp. 652 – 671
Brockhoff, K. : A Simulation Model
of R & D Budgeting, in: R & D-Mgmt, 1989, S. 265 – 275
Brockhoff, K. : R & D and
Marketing Productivities from Cross-Sectional Data: A Study of German Chemical
Corporations, in: R & D-Mgmt, 1990, S. 323 – 327
Brockhoff, K. : Zur
Erfolgsbeurteilung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, in: ZfB, 1993, S.
643 – 662
Brockhoff, K. : Forschung und
Entwicklung: Planung und Kontrolle, 4. A., München/Wien 1994a
Brockhoff, K. : Management
organisatorischer Schnittstellen – unter besonderer Berücksichtigung der
Koordination von Marketingbereichen mit Forschung und Entwicklung, in: Berichte
aus den Sitzungen der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften e.V.,
Hamburg, Jg. 12, H. 2/1994b
Brockhoff, K./Hauschildt, J. :
Schnittstellen-Management – Koordination ohne Hierarchie, in: ZfO, 1993, S.
396 – 403
Dean, B. V./Chanduri, A. : Project
Scheduling: A Critical Review, in: Management of Research and Innovation, hrsg.
v. Dean, B. V./Goldhar, J. D., Amsterdam 1980, S. 215 – 234
Domsch, M. H./Gerpott, H./Gerpott,
T. J. : Technologische Gatekeeper in der industriellen F & E: Merkmale und
Leistungswirkungen, Stuttgart 1989
Eisenführ, F./Weber, M. : Rationales
Entscheiden, Berlin et al. 1994
Fischer, K. H. : Die Messung von
totaler Faktorproduktivität, Effizienz und technischem Fortschritt, Bonn 1984
Gerpott, H. : F & E und
Produktion: Theoretische und empirische Analysen zu Schnittstellenproblemen im
Innovationsprozess unter besonderer Berücksichtigung personalwirtschaftlicher
Aspekte, München 1991
Gupta, A. K./Raj, S. P./Wilemon,
D. : Managing the R & D-Marketing Interface, in: ResMgmt, No. 2, 1987, S.
38 – 43
Gutberlet, K.-L. : Alternative
Strategien der Forschungsförderung, Tübingen 1984
Hauschildt, J./Chakrabarti, A. K.
: Arbeitsteilung im Innovationsmanagement – Forschungsergebnisse, Kriterien,
Modelle, in: ZfO, 1988, S. 378 – 388
Hippel, E. v. : The Sources of
Innovation, Oxford 1988
Jewkes, J./Sawers, D./Stillerman,
R. : The Sources of Invention, London 1962
Kern, W./Schröder, H.-H. :
Forschung und Entwicklung in der Unternehmung, Reinbek 1977
Kieser, A. : Organisation der
industriellen Forschung und Entwicklung, in: Personalmanagement in der industriellen
Forschung und Entwicklung, hrsg. v. Domsch, M./Jochum, E., Köln et al. 1984, S.
48 – 68
Lamb, D./Easton, S. M. : Multiple
Discovery. The Pattern of Scientific Progress, o.O. (Avebury Press) 1984
Liberatore, M. J. : An Extension
of the Analytical Hierarchy Process for Industrial R & D Selection and
Resource Allocation, in: IEEE Transactions, 1987, S. 12 – 18
Mairesse, J. : R & D and
Productivity: A Survey of Econometric Studies at the Firm Level, in: STI
Review, 1991, S. 9 – 43
Möhrle, M. G. : Informationssysteme
in der betrieblichen Forschung und Entwicklung: Konzeptioneller Entwurf,
empirischer Befund und zukünftige Praxis, Bad Homburg 1991
Murmann, P. : Zeitmanagement für
Entwicklungsbereiche im Maschinenbau, Wiesbaden 1994
OECD, : Frascati Manual 1993, Paris
1994
Pfeiffer, W./Metze, G./Schneider,
W. : Technologie-Portfolios zum Management strategischer
Zukunftsgeschäftsfelder, 3. A., Göttingen 1985
Platz, J. : Projektplanung, in:
Projektmanagement in der industriellen Forschung und Entwicklung: Einführung
anhand von Beispielen aus der Informationstechnik, hrsg. v. Platz,
J./Schmelzer, H. J., Berlin et al. 1986, S. 131 – 159
Popp, W. : Zur Auslese von F
& E-Projekten, in: Operations Research Proceedings, hrsg. v. DGOR, , Berlin
et al. 1986, S. 416 – 423
Schewe, G. :
Imitationsmanagement, Stuttgart 1992
Schmelzer, H. J. : Organisation
und Controlling von Produktentwicklungen, Stuttgart 1992
Schrader, St. :
Zwischenbetrieblicher Informationstransfer. Eine empirische Analyse
kooperativen Verhaltens, Berlin 1990
Schröder, H.-H. : The quality of
subjective probabilities of technical success, in: R & D-Mgmt, 1975, S.
15 – 22
Servatius, H.-G. : Methodik des
strategischen Technologie-Managements, Grundlage für erfolgreiche Innovation,
Berlin 1985
Specht, G./Michel, K. : Integrierte
Technologie- und Marktplanung mit Innovationsportfolios, in: ZfB, 1988, S.
505 – 520
Specht, G./Schmelzer, H. J. :
Qualitätsmanagement in der Produktentwicklung, Stuttgart 1991
Stockbauer, H. : F &
E-Controlling, Wien 1989
Strebel, H. : Forschungsplanung
mit Scoring-Modellen, Baden-Baden 1975
Tushman, M. L./Scanlan, T. J. :
Characteristics and External Orientations of Boundary Spanning Individuals, in:
Academy of Management Journal, 1981, S. 83 – 98
Warschkow, K. : Organisation und
Budgetierung zentraler FuE-Bereiche, Stuttgart 1993
Zangemeister, C. :
Nutzwertanalyse in der Systemtechnik: Eine Methodik zur multidimensionalen
Bewertung und Auswahl von Projektalternativen, 2. A., München 1971
|