Inhaltsübersicht
I. Begriffliche
Grundlagen und Entwicklung
II. Logik
der Trennung in Aufbau- und Ablauforganisation
III.
Schwierigkeiten der Trennung von Struktur und Prozess
IV. Kritik
und Alternativen
I. Begriffliche
Grundlagen und Entwicklung
Die analytische Trennung in aufbau- und
ablauforganisatorische Gestaltungsbereiche hat sich ausschließlich im deutschen
Sprachraum im Rahmen des strukturtechnischen
Ansatzes durchgesetzt. Der Begriff Strukturtechnik bezieht sich auf die
Entwicklung formaler Verfahren zur strukturierenden Gestaltung der
Unternehmung. Der strukturtechnische Ansatz gilt als Begründer der
Organisationslehre als eigenständige Teildisziplin der
Betriebswirtschaftslehre, dessen Gestaltungssystematik in Aufbau- und
Ablauforganisation bis heute in zahlreichen deutschsprachigen
Organisationslehrbüchern Gültigkeit bewahrt hat (z.B. Bleicher,
Knut 1991; Hill,
Wilhelm/Fehlbaum, Raymond/Ulrich, Peter 1994; Hill,
Wilhelm/Fehlbaum, Raymond/Ulrich, Peter 1998). Prominenteste
Vertreter des strukturtechnischen Ansatzes sind Nordsieck, Henning, Riester,
Ulrich und Kosiol (Nordsieck,
Fritz 1932, 1934; Henning, Karl
Wilhelm 1934; Riester,
Wilhelm 1934; Ulrich, Hans
1949; Kosiol, Erich
1962). Zu den konzeptionellen Weiterentwicklungen zählen insb. die
Arbeiten von Bleicher, Wild, Schweitzer und Grochla (Bleicher,
Knut 1966, 1991; Wild, Jürgen
1966; Schweitzer,
Marcell 1964; Grochla, Erwin
1972). Organisation wird als System geltender Regelungen behandelt, deren
Sinnzusammenhang durch die oberste Betriebsaufgabe
gegeben ist: „ Wenn man das ganze Betriebsgeschehen als eine Erledigung von
Aufgaben im Sinne einer bestimmten Oberaufgabe ansieht, so wird man die
Aufgaben zum Ausgangspunkt der Organisationsuntersuchung machen “ (Nordsieck,
Fritz 1932, S. 10). Das Ergebnis des organisatorischen
Gestaltungshandelns als Aufbau- und Ablauforganisation sind bewusst geplante,
aus generellen und dauerhaften Regeln bestehende formale
Organisationsstrukturen, wie sie üblicherweise in Organigrammen dargestellt
werden.
II. Logik der Trennung
in Aufbau- und Ablauforganisation
Das in sich geschlossenste Konzept der
betriebswirtschaftlichen Organisationslehre stammt von Kosiol (Kosiol, Erich
1962). Er kennzeichnet Organisation als dauerhafte Strukturierung von
Arbeitsprozessen, die das Gefüge oder die Konfiguration von Ganzheiten
ausmachen. Organisation hat die Aufgabe, einen Rahmen zu schaffen, innerhalb
dessen dispositive Anordnungen getroffen und Aufgaben arbeitsteilig erfüllt
werden können. Das Ergebnis organisatorischen Gestaltungshandelns sind
Organisationsstrukturen. Im Zentrum steht die gedankliche Trennung in eine
Aufbau- und Ablauforganisation wie sie in Abbildung 1 verdeutlicht ist.
Abb. 1: Gestaltungssystematik der Aufbau- und
Ablauforganisation (Quelle: Bleicher,
Knut 1991, S. 49)
1. Aufbauorganisation
Die Aufbauorganisation befasst sich mit der Bildung
organisatorischer Einheiten. Den wichtigsten Anknüpfungspunkt der Organisation
stellen dabei die in einem Unternehmen zu erfüllenden Aufgaben dar. Allgemein
kann eine Aufgabe als „ Zielsetzung
für zweckbezogene menschliche Handlungen “ definiert werden (Kosiol, Erich
1962, S. 43). Diese Handlungen werden als Verrichtungen bezeichnet und an
gegebenen Objekten, sog. Ausgangsobjekten, vollzogen. Kosiol betont, dass die
Aufgabenerfüllung durch die sachgerechte Zuordnung von Rechten und Pflichten
auf die Aufgabenträger sowie den
effizienten Einsatz von Sachmitteln
gewährleistet werden muss. Die zu erfüllenden Aufgaben, Aufgabenträger und
Sachmittel stellen somit die Gestaltungselemente
der Aufgabenerfüllungssituation dar.
Um Aufgaben in geordneter Weise erfüllen zu können, müssen sie zunächst
inhaltlich bestimmt und in verteilungsfähige Teilaufgaben zerlegt werden. Anschließend werden diese Teilaufgaben
zu Aufgabenbereichen zusammengelegt und Aufgabenträgern verschiedener Stellen und
Abteilungen zugeordnet. Kosiol hat für diese Gestaltungssystematik die Begriffe
Aufgabenanalyse und -synthese geprägt (Kosiol, Erich
1962).
In einem ersten Schritt ist die Aufgabenanalyse als vororganisatorischer Akt für die sachgerechte
Aufgliederung der komplexen Gesamtaufgabe in notwendige Teilaufgaben zuständig.
Dazu gehören die Gliederungsmerkmale (1) Verrichtungsanalyse, (2)
Objektanalyse, (3) Ranganalyse, (4) Phasenanalyse sowie (5)
Zweckbeziehungsanalyse.
In einem zweiten Schritt erfolgt die Aufgabensynthese als eigentlicher organisatorischer Akt. Die
einzelnen Teilaufgaben werden wieder zu aufgaben- und arbeitsteiligen
Handlungen zusammengefasst. Diese Integration erfolgt nach fünf idealtypischen
Zusammenhängen: (1) Der Verteilungszusammenhang umfasst die Verteilung der
Teilaufgaben auf Aufgabenträger. Die entstehende Verteilungseinheit ist die
zunächst personenunabhängige, auf die durchschnittliche Leistungsfähigkeit
eines Aufgabenträgers zugeschnittene Stelle.
Zur adäquaten Aufgabenerfüllung werden Stellen dauerhaft mit Rechten und
Pflichten, sog. Kompetenzen, ausgestattet. (2) Der Leitungszusammenhang führt
aufbauend auf dem Verteilungszusammenhang zu einer Verknüpfung von Stellen nach
rangmäßigen Verteilungseinheiten, deren Zusammenhang das Abteilungs- und Leitungssystem ergibt. Eine Stelle mit
Weisungsbefugnissen gegenüber einer bestimmten Gruppe von Stelleninhabern wird
als Instanz bezeichnet. Aus der Zusammenfassung mehrer Stellen unter Leitung
einer Instanz entsteht eine Abteilung. (3) Der Stabszusammenhang ist das
Hilfssystem des Leitungszusammenhangs. Stäbe
sind Entlastungsorgane und stellen einen ergänzenden Beziehungskomplex zum
vorhandenen Verteilungssystem dar. Diese drei Zusammenhänge ergeben ein
geschlossenes, hierarchisches Gliederungssystem, das durch zwei zusätzliche
Zusammenhänge ergänzt wird. (4) Der Arbeitszusammenhang umfasst die Gestaltung
des Informations- und Kommunikationsprozesses, der das Stellengefüge aus
Verteilungs-, Leitungs- und Stabszusammenhang überlagert und somit für einen
zusammenhängenden Arbeitsprozess sorgt. (5) Der Kollegienzusammenhang ist ein
Sonderfall des Informationssystems. Hier werden Kollegien und Personen aus
unterschiedlichen Stellen und Bereichen zusammengefasst.
Die Zusammenfassung der Teilaufgaben nach diesen fünf
Beziehungszusammenhängen führt zum Gesamtzusammenhang der Aufbauorganisation.
Mit der Zerlegung komplexer Aufgaben in Teileinheiten, der Stellen- und
Abteilungsbildung sowie der Festlegung der Kommunikations- und
Weisungsbeziehungen schafft die Aufbauorganisation sozusagen die statische
organisatorische Infrastruktur (Frese, Erich
2005). Die daraus entstehenden Strukturen sind Koordinationsformen, die
das Ordnungsprinzip der Organisation darstellen. Nach der Strukturierung durch
die Aufbauorganisation folgt der Ablauf des Geschehens im Unternehmen als
„ Bewegungsvorgang “ .
2. Ablauforganisation
Die Ablauforganisation beschreibt „ den Ablauf des
betrieblichen Geschehens, den Vollzug, die Ausübung oder Erfüllung von
Funktionen, derentwegen Bestände geschaffen wurden “ (Gaitanides,
Michael 1992, Sp. 1). Im Vordergrund steht der Prozess der
Nutzung von in der Aufbauorganisation geschaffenen Potenzialen. Es geht um die
Kombination einzelner Arbeitsschritte zu Prozessen und Ablaufketten in
zeitlicher und räumlicher Hinsicht (Küpper,
Hans-Ulrich 1981). Während in der Aufbauorganisation der
Schwerpunkt auf der Aufgabenverteilung liegt, beinhaltet die Ablauforganisation
die Regelung von Aktivitäten zur Aufgabenerfüllung. Im Vordergrund steht Arbeit
als menschliche Handlung zur Zielerreichung (Kosiol, Erich
1962). Analog zum Zerlegungs- und Vereinigungsvorgang der Aufgaben in der
Gestaltungssystematik der Aufgabenanalyse und -synthese folgt auch die
Zerlegung und Vereinigung der Arbeit in der Ablauforganisation dieser
Gestaltungssystematik als Arbeitsanalyse und Arbeitssynthese.
Die Arbeitsanalyse
ist die Verlängerung der Aufgabenanalyse mit besonderer Betonung des Erfüllungsmoments
(Verrichtungskriterium) sowie des Einbezugs von Raum und Zeit. Diese
Verlängerung ergibt sich daraus, dass die Arbeitsanalyse auf der letzten
Gliederungsstufe der zerlegten Teilaufgaben ansetzt. Das Ergebnis ist die
Zerlegung von Aufgaben in detaillierte einzelne Arbeitsschritte. Die
Arbeitsanalyse gibt einen Überblick über alle anfallenden, auf die
verschiedenen Stellen und Abteilungen zu verteilenden Arbeitsteile, die unter
Umständen soweit reichen können wie beispielsweise die Vorgabe, in welcher Zeit
ein Briefumschlag zu öffnen oder ein Dokument in den PC einzuscannen ist.
Ziel der Arbeitssynthese
ist es, den Grad der Arbeitsteilung bei voller Beschäftigung festzulegen. Dazu
werden die in der Arbeitsanalyse gewonnenen elementaren Arbeitsteile nach dem
Verrichtungs-, Objekt-, Rang- oder Phasenmerkmal wieder zusammengeführt und
miteinander verkettet. Diese Zusammenführung erfolgt in drei Schritten: (1)
Durch die personale Synthese werden
Arbeitsgänge als Ergebnis der Arbeitsverteilung festgelegt. Ein Arbeitsgang beinhaltet alle
Arbeitsteile, die eine Person an einem Arbeitsobjekt bei Einsatz bestimmter
Sachmittel in einem räumlichen und zeitlichen Rahmen ausführen kann. (2) Die temporale Synthese beschreibt die
Arbeitsvereinigung als zeitliche Abstimmung verschiedener Arbeitsgänge bzw. der
Leistungen verschiedener Personen. (3) Die lokale
Synthese dient der räumlich zweckdienlichsten Arbeitsgestaltung, entweder
um Kontrollaufgaben zu erleichtern oder Arbeitswege zu reduzieren. Durch diese
drei Syntheseschritte werden eine Art Algorithmen für Teilprobleme entwickelt.
Ziel ist es, Handlungskomplexität durch inhaltliche, zeitliche und räumliche
Bindungen zu synchronisieren und beherrschbar zu machen.
III. Schwierigkeiten der
Trennung von Struktur und Prozess
Mit der Unterscheidung in eine Aufbau- und eine
Ablauforganisation des betrieblichen Geschehens besteht eine analytische
Trennung zwischen Struktur und Prozess. Zwar will Kosiol diese Unterscheidung
nur als gedankliche Abstraktion verwendet wissen, bei der es sich um
„ verschiedene Gesichtspunkte der Betrachtung für den gleichen einheitlichen
Gegenstand “ handelt, dennoch wird von einer separaten Optimierung beider
Bereiche mit einer jeweils speziellen Logik und Methode ausgegangen (Kosiol, Erich
1962, S. 32). Gaitanides kritisiert, dass sich diese Trennung jedoch
einer relativ künstlichen Technik bedient, weil alle Gestaltungsentscheidungen
und -schritte genau voneinander abgrenzbar sind. Diese Abgrenzung ist
notwendig, weil ansonsten das Organisationsproblem nicht durch die Konstruktion
einer zweckmäßigen Ordnung gelöst werden könnte (Gaitanides,
Michael 1983, S. 55 ff.).
Durch die Trennung von Struktur und Prozess entsteht ein
Prioritätenproblem, welche Gestaltungssystematik zuerst angewendet wird. In der
klassischen Organisationsforschung wird der Struktur (Aufbauorganisation) eine
deutlich größere Relevanz zugesprochen: Durch die hierarchische Vorordnung
aufgabenanalytischer und -synthetischer Gestaltungsvorgänge dominiert die
Aufbauorganisation über die Ablauforganisation. Mit dem Abstecken eines
allgemeinen Rahmens für die Aufgabenerfüllung und die zu treffenden
Entscheidungen werden die Kompetenzen der Instanzen sowohl in horizontaler wie auch
in vertikaler Richtung abgegrenzt. Dazu werden Zentralisations- und
Dezentralisationsprinzipien als einander ergänzende Formen der
Aufgabenverteilung eingesetzt. Sie bilden die Strukturmerkmale, die den
Organisationsaufbau bestimmen. Ablauforganisatorische Regelungen werden durch
diese aufbauorganisatorischen Prämissen definiert und sind dadurch durch eine
deduktiv analytische Grundlegung gekennzeichnet (Gaitanides,
Michael 1992) Die starke Dominanz der Aufbauorganisation hat
dazu geführt, dass die Ablauforganisation als zweitrangig angesehen wird und
dadurch als „ Lückenbüßer “ fungiert (Osterloh,
Margit 1993): Sie wird im Wesentlichen durch die
Aufbauorganisation determiniert und damit faktisch zu deren Fortsetzung. Für
die Prozesse der Ablauforganisation bleiben nur noch wenige eigene
Gestaltungsspielräume übrig (Remer, Andreas
1989; Wild, Jürgen
1966). Als raum-zeitliche Kombinationen beschränkt sich das
ablauforganisatorische Gestaltungspotenzial von Prozessen auf das Problem der
Reihenfolgeplanung.
Diese Trennung in Struktur und Prozess hat – so ein häufig
rezipiertes Zitat von Luhmann (Luhmann,
Niklas 1973, S. 66 f.) – es unmöglich gemacht, die
Rationalisierung des Verhältnisses von Struktur und Prozess angemessen zu
behandeln. Die Schwierigkeit der Trennung von Struktur und Prozess besteht
darin, „ dass ein Prozess ohne Struktur gar nicht denkbar ist. Es gibt auch
keinen Prozess schlechthin, erst das Mitdenken in einer Struktur (wenn
vielleicht auch nur einer Art Minimalstruktur) macht das Konstrukt \'Prozess\'
sinnvoll “ (Schreyögg,
Georg 2003, S. 121).
IV. Kritik und
Alternativen
Die Gestaltungssystematik der Aufbau- und Ablauforganisation
folgt dem instrumentalen
Organisationsbegriff. So beschreibt Kosiol das spezifische Merkmal von
Organisation in der strukturierenden Gestaltung als „ koordinierende Tätigkeit,
die auf Regelung des Zusammenwirkens von Menschen und Menschen, Menschen und
Sachen sowie von Sachen und Sachen im Hinblick auf gesetzte Zwecke gerichtet
ist “ (Kosiol, Erich
1962, S. 52). Nach diesem Organisationsverständnis hat die Unternehmung eine Organisation, die in einem hohen Maße
durch ein deterministisches Zielkonzept
geprägt ist. Das Organisationsproblem wird im Wesentlichen als ein
Koordinationsproblem verdeutlicht, in dem die Planung als geistiger Entwurf der
zu erreichenden Ziele und Maßnahmen steht. Die Organisation folgt als
Strukturentwurf für den effizienten arbeitsteiligen Aufgabenvollzug. Dieses
Vorgehen ist als synoptische
Planungsrationalität kritisiert worden (z.B. Schreyögg,
Georg 1984; Scherer,
Andreas Georg 1995; Steinmann,
Horst/Schreyögg, Georg 2005): Bei diesem Verfahren wird nur
ein sehr begrenztes Organisationsproblem, nämlich hauptsächlich die
Konstruktion einer zweckmäßigen äußeren
Organisationsform behandelt. Damit beinhaltet die Gestaltungssystematik der
Aufbau- und Ablauforganisation drei Annahmen, die nicht unproblematisch sind:
Erstens ist der Vollzug organisatorischen Handelns durch die Zweck-Mittel-Relation gekennzeichnet:
Der Zweck bzw. das zu erreichende Ziel ist vorgegeben. Die Bestimmung der Ziel-
oder Zweckinhalte ist vom ausführenden, „ organisatorisch-administrativen “
Handeln losgelöst. Dies führt zur Annahme, dass Entscheidungsprobleme im
Unternehmen objektiv mit einem Strukturiertheitsgrad behaftet sind, aus dem
logisch konsistent und quasi neutral eine Auswahl effizienter Lösungen getroffen werden kann (Frese, Erich
1992; Schreyögg,
Georg 2003). Zweitens führt die Annahme, eine Unternehmung als
widerspruchsfreies und konsistentes
Gebilde von Zielen und Aufgaben zu rekonstruieren dazu, dass
Gestaltungsmaßnahmen nicht auf ihre Verhaltenswirkungen untersucht werden. Die Motivation der Organisationsmitglieder
und die informale Organisation
spielen keine Rolle. Damit können Widerstände
der Organisationsmitglieder bei der Veränderung von Strukturen oder Dysfunktionen bzw. Störungen im
Arbeitsablauf in der Gestaltungssystematik der Aufbau- und Ablauforganisation
nicht behandelt werden (Frost, Jetta
1998; Osterloh,
Margit/Frost, Jetta 1998). Drittens wird von eindeutig
strukturierbaren und stabilen Aufgaben ausgegangen, bei denen die Lösungswege
bekannt sind. Offene oder komplexe Problem- und Aufgabenstellungen, bei denen
die Ursache-Wirkungs-Beziehungen nicht ex ante bekannt sind, sind aus der
Gestaltungssystematik der Aufbau- und Ablauforganisation ausgeschlossen. Die Trennung in Plan- bzw.
Aufgabenformulierung und deren Implementierung durch Analyse- und
Syntheseschritte bilden die konstituierende Idee der Organisationsaufgabe,
obwohl immer wieder darauf hingewiesen worden ist, dass die einzelnen
Prozessschritte gar nicht in eindeutig abgrenzbare Phasen unterschieden werden
können, weil Interdependenzen, Feedback-Schlaufen und Rückkoppelungen bestehen
(z.B. Irle, Martin
1971; March, James
G. 1994). Hier setzen alternative Weiterentwicklungen an. Zum
einen werden in der Organisationsforschung Kriterien
zur Aufgaben- und Problemanalyse herangezogen, die auch schlecht
strukturierte, innovative und schwierige Aufgaben zum Gegenstand der
Organisationsgestaltung machen (z.B. Daft, Richard
L./Lengel, Robert H. 1986). Dazu gehören Interdependenz-Analysen, mit denen die Art und Intensität des
Aufgabenzusammenhangs ermittelt werden kann (z.B. Frese, Erich
2005; Grandori,
Anna 2001). Zum zweiten wird im Zuge der Popularität von Business Reengineering Konzepten (z.B. Hammer,
Michael/Champy, James 1993; Davenport,
Thomas 1993) Ansätzen des Prozessmanagements
vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet (z.B. Gaitanides,
Michael 1983; Osterloh,
Margit/Frost, Jetta 2006). Dort werden Prozesse als
organisatorisches Strukturierungs- oder Segmentierungskriterium zur Ausdifferenzierung
einer Prozessorganisation herangezogen.
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