Inhaltsübersicht
I. Funktion
und Begriff
II. Bedeutung
für das Controlling
III. Koordinationsstrukturen
IV. Koordinationsinstrumente
I. Funktion und Begriff
Management, als zielorientiertes Handeln verstanden, wählt in
jedem Zeitpunkt aus einer Menge alternativer Handlungsmöglichkeiten genau eine
aus und gibt damit die übrigen unwiderruflich auf. Die meisten Handlungen sind
habituell bestimmt und kommen dem Handelnden nicht zum Bewusstsein. Der
bewussten Wahl einer Handlung, d.h. einer Entscheidung,
geht stets eine mehr oder weniger umfassende Abwägung der alternativen
Konsequenzen im Lichte der Präferenzen des Entscheiders voraus. Entscheidungen
können zwar isoliert für sich getroffen werden, ihre Wirkungen sind aber
interdependent.
1. Handlungsinterdependenzen
Entscheidungsinterdependenzen können z.B. darin bestehen,
dass die Alternativenmenge einer Entscheidung von anderen Entscheidungen
abhängt. Man kann z.B. nur verkaufen, was auch produziert wurde; verschiedene
Entscheidungen können um beschränkte Mittel oder Kapazitäten konkurrieren; für
eine Entscheidung eingesetzte Mittel sind für die anderen verloren und
schränken deren Alternativenmenge ein. Laux/Liermann (Laux, H./Liermann,
F. 1997, S. 195ff) bezeichnen die Interdependenz der
Alternativenmengen verschiedener Entscheidungen als Restriktionsverbund. Auch
Entscheidungen mit unabhängigen Alternativenmengen können interdependente
Wirkungen auf das Ergebnis haben (Zielinterdependenz). Zielinterdependenzen
treten z.B. bei bedarfsmengenabhängigen Beschaffungspreisen von Gütern auf, die
von mehreren Handlungen benötigt werden. Man spricht dann auch von
Ressourcenverbund oder Mittelinterdependenz. Ein Ressourcenverbund kann zugleich
als Restriktionsverbund in Erscheinung treten. Unter Ungewissheit entsteht
Zielinterdependenz auch durch Korrelation der Erfolge verschiedener Handlungen
(Risikoverbund, Laux,
H./Liermann, F. 1997, S. 196). Sie kann das Risiko reduzieren
oder auch erhöhen. Risikointerdependenz kann auch die Alternativenmengen
betreffen und damit als Restriktionsverbund erscheinen.
a) Dynamische
Interdependenz
Interdependenzen bestehen auch zwischen Handlungen
verschiedener Zeitpunkte. Frühere Entscheidungen beeinflussen die Ausgangsbedingungen
der späteren. Rationale Entscheider berücksichtigen diese Nachwirkungen.
Dadurch kommt es zu gegenseitiger
Abhängigkeit der Entscheidungen verschiedener Zeitpunkte, zu der für
Entscheidungsprozesse charakteristischen dynamischen Interdependenz. Um
dynamische Interdependenzen zu berücksichtigen, ist auf jeder Stufe des
Prozesses zu bedenken, wie sich die Alternativen auf die Ausgangsbedingungen
der folgenden Stufe auswirken und zu antizipieren, wie die Entscheidung der
Folgestufe auf die alternativen Ausgangsbedingungen reagiert. Dieses
Vorausdenken ist fortzusetzen, bis die Entscheidung einer Folgestufe ohne
Beachtung weiterer Nachwirkungen allein in Abhängigkeit von ihrem
Ausgangszustand bestimmbar ist. Rückwärts schreitend lässt sich dann die anstehende
Entscheidung erster Stufe bestimmen. ( „ Look ahead and reason back “ , Dixit,
A.K./Nalebuff, B.J. 1991, S. 34ff). Dieses Vorgehen kann als
Entscheidungsbaum abgebildet werden und auch zufallsabhängige exogene Einflüsse
einbeziehen. Mit der Optimierung von dynamischen Entscheidungsprozessen befasst
sich speziell die Kontrolltheorie.
b) Strategische
Interdependenz
Interdependenzen bestehen nicht nur zwischen Handlungen
desselben Entscheiders, sondern auch zwischen Handlungen verschiedener
Entscheider, die jeweils eigene Ziele verfolgen. In diesem Fall spricht man von
strategischen Interdependenzen. Sie sind Gegenstand der Spieltheorie. Ähnlich
wie bei den dynamischen Interdependenzen wird ein rationaler Entscheider nach
der Regel: „ Look ahead and reason back “ verfahren und unterstellen, dass auch
die anderen als rationale Entscheider strategisch vorausdenken. An die Stelle
des Entscheidungsbaums tritt der Spielbaum (vgl. Dixit,
A.K./Nalebuff, B.J. 1991, S. 34 ff.).
2. Simultanplanungsmodelle
Im Prinzip lassen sich Interdependenzen von Entscheidungen in
simultanen Planungsmodellen berücksichtigen. Die mathematische Programmierung
kann die Aktivitätsniveaus zahlreicher verschiedener Prozesse unter linearen
oder nicht linearen Restriktionen simultan optimieren. In den 1960er-Jahren hat
die Betriebswirtschaftslehre umfangreiche Modelle dieser Art entworfen, um die
wichtigsten Interdependenzen zwischen den Handlungen verschiedener
betrieblicher Bereiche zu erfassen. Große praktische Bedeutung hat dieser
Ansatz zur Bewältigung von Interdependenzen aber nicht erlangt, wohl weil er
die Informationsprobleme in Organisationen, insbesondere auch
Informationsasymmetrien, vernachlässigt.
3. Modularisierung
der Managementaufgaben
Obige Skizze der entscheidungsrelevanten
Handlungsinterdependenzen macht klar, wie aussichtslos es ist, sie in einem
Simultanmodell erfassen zu wollen. Jedes Rationalmodell kann nur Teilaspekte
des wirklichen Problems erfassen. Das folgt allein schon daraus, dass die
Gestaltung eines umfassenden Modells zu Zwecken der Entscheidungsunterstützung
selbst Entscheidungen erfordert, die mit den Objektentscheidungen
zusammenhängen und somit Teil des zu modellierenden Problemlösungsprozesses wären.
Die Forderung nach einem vollständigen Rationalmodell führt also in einen
infiniten Regress. Praktisch lässt sich Managementhandeln also nur partiell
rational bestimmen. Das Management muss also seine komplexe Gesamtaufgabe
aufspalten und auf vereinfachte, überschaubare Teilsysteme reduzieren.
Zusammenhänge zwischen den Teilsystemen, die nicht gänzlich unbeachtet bleiben
sollen, sind korrespondierend im einen Teilsystem als Einflussgrößen
(System-Inputs), im anderen als Auswirkungen (System-Outputs) zu erfassen.
4. Begriff
Koordination wird in der Betriebswirtschaftslehre
üblicherweise als „ das Ausrichten von Einzelaktivitäten in einem
arbeitsteiligen System auf ein übergeordnetes Gesamtziel “ (Frese, E.
1998, S. 69) verstanden. Darüber hinaus kann Koordination aber auch ohne
übergeordnetes Ziel zwischen ursprünglich unverbundenen Handlungssystemen
entstehen und ein neues, umfassenderes System erzeugen. Im Folgenden meine
Koordination die Koppelung von
Handlungssystemen durch korrespondierende System-Inputs und -outputs.
Koordination gestaltet und verwaltet also die Schnittstellen zwischen Handlungsteilsystemen.
Die Abgrenzung der Teilsysteme ist ihr vorgegeben. Anders ausgedrückt, besteht
das Problem der Koordination darin, die externen Effekte jedes Teilsystems auf
die anderen zu internalisieren.
Die Teilsysteme können den üblichen Organisationstypen
entsprechend gebildet oder feiner aufgegliedert sein. Die Zuordnung der
Teilaufgaben zu Stellen beeinflusst die vorzusehenden Informations- und
Berichtsaktivitäten. Koordination kann durch generelle Regelungen oder
fallweise ( „ systembildend “ bzw. „ systemkoppelnd “ im Sinne von Horváth, P.
1998, S. 120 ff.) erfolgen.
II. Bedeutung für das
Controlling
Die Koordination spielt auch eine zentrale Rolle in der
Debatte um Konzept und Abgrenzung des Controllings die nicht nur sinnvolle
Ausbildungsinhalte für das Fach, sondern auch den spezifischen Aspekt einer
Controllingforschung identifizieren will. Die Vertreter des
„ koordinationsorientierten Controllingkonzepts “ (vgl. z.B. Horváth, P.
1998 und 1. Aufl. 1979, Küpper, H.-U.
1988, 1995; Küpper,
H.-U./Weber, J./Zünd, A. 1990; kritisch: Weber,
J./Schäffer, U. 2000) sehen die zentrale Aufgabe des Controllings in
der Koordination des gesamten Führungssystems der Unternehmung. Stellt man auf
die entscheidungstheoretische Problemstruktur ab und fasst Management als
intendiert-rationales Handeln bei positiven Informationskosten, begrenzten
Informationsbeschaffungs- und -verarbeitungsmöglichkeiten auf, dann kann die
notwendige Aufteilung des Managementhandelns teilsystemübergreifende Handlungsinterdependenzen
nur durch Koordination bewältigen. Controllingforschung untersucht dann, wie
und inwieweit Koordination intendierte Rationalität des Managements
verwirklichen kann (vgl. auch Weber,
J./Schäffer, U. 1999) und wie ihr Erfolg von der
Teilsystemstruktur abhängt.
III. Koordinationsstrukturen
Kommt Koordination ungesteuert zwischen ursprünglich
unverbundenen Systemen (bottom-up) zustande, so spricht man von
Selbstabstimmung. Wird sie planmäßig in einem übergeordneten Interesse
organisiert, so liegt hierarchische Koordination vor.
1. Selbstabstimmung
Bei Selbstabstimmung passen verschiedene Entscheider ihre interdependenten Handlungen so
aneinander an, dass sich die gegenseitigen Erwartungen bestätigen und keiner
der Beteiligten sich durch einseitiges Abweichen von der so angepassten
Handlungsweise besser stellen kann. Selbstabstimmung führt also zu einem
Gleichgewicht, keineswegs aber immer zu einer effizienten Handlungsweise in dem
Sinne, dass keine andere Kombination von Handlungen es ermöglichte, mindestens
einen der Beteiligten besser, ohne die übrigen schlechter zu stellen (Pareto-Optimalität).
Dies belegen Situationen, die formal dem Gefangenen-Dilemma entsprechen, z.B.
das Trittbrettfahrerproblem in Teams, das Cournot-Oligopol oder das Problem
innerbetrieblicher Verrechnungspreise
bei monopolistischem Verhalten des liefernden Bereichs. Dennoch kann
Selbstabstimmung nach Berücksichtigung
von Koordinationskosten sich als überlegene Koordinationsform erweisen.
2. Hierarchische
Koordination
Bei hierarchischer Koordination koordiniert eine Stelle verschiedene Handlungssysteme im Sinne übergeordneter Ziele.
Hierarchische Koordination kann rein sachliche Koordination sein oder auch
personelle Koordination umfassen. Sachliche Koordination setzt voraus, dass
alle Teilsysteme die übergeordneten Ziele übernehmen und die
Koordinationsstelle über die gesamte relevante Information verfügen kann. Sie
sorgt dafür, dass jedes Teilsystem über die Auswirkungen der Entscheidungen der
anderen informiert ist und die Auswirkungen der eigenen Entscheidungen auf die
anderen beachtet. Die Koordination eines Entscheidungsprozesses ist stets
hierarchische Koordination. Instrumente sachlicher Koordination sind
Datenintegration und aufeinander abgestimmte sowie an den übergeordneten Zielen
ausgerichtete Formulierung der Teil-Entscheidungsprobleme.
Personelle Koordination wird erforderlich, wenn das
Management auf mehrere Entscheider aufgeteilt ist. Dann bestehen im allgemeinen
Zielkonflikte zwischen den Entscheidern, und die Koordinationsstelle kann nicht
mehr ohne weiteres über die gesamte relevante Information verfügen
(Informationsasymmetrie). Die Koordinationsstelle kann selbst einen Teil der
Sachentscheidungen treffen oder sich auf die Koordinationsaufgabe beschränken.
Ein umfassendes, formalisiertes Konzept optimierender hierarchischer
Koordination entwickelt Schneeweiss (Schneeweiss,
C. 1999).
IV. Koordinationsinstrumente
1. Planung
und Budgetierung
Das System der Unternehmensplanung ist hierarchisch
koordiniert und umfasst mehrere Planungsebenen:
Strategische
Planung, Programmplanung, Budgetierung
und operative Planung (Integration der Planung, vgl. auch Anthony, R.N.
1988). Strategische Planung und Programmplanung sind nicht direkt
maßnahmenbezogen, sie dienen der Orientierung und Koordination der hierarchisch
untergeordneten Budgetierung. Die Budgetierung hingegen dient der Koordination
der operativen Maßnahmen. Budgets bestehen nicht aus Handlungsanweisungen,
sondern aus zu erreichenden Zielen und Mittelzuweisungen für die Teilbereiche;
Mittelzuweisungen eines Bereichs bedingen Zielvorgaben anderer Bereiche. Die
Wahl der Handlungen bleibt dem Teilbereichsmanagement überlassen. Die
Budgetierung definiert Ziele meist in Form monetärer Erfolgsmaße (Umsätze,
Kosten, Deckungsbeiträge). Auch relative Kennzahlen, z.B. RoI, werden
verwendet. Das zu erreichende Zielniveau eines Bereiches kann von
Entscheidungen anderer abhängig vorgegeben werden (flexible Budgetierung).
Damit verlangt man von dem Bereich, seine Handlungen an die anderer Bereiche
anzupassen, überträgt ihm also Aufgaben laufender Koordination. In der Praxis
beobachtet man einen Trend zu mehrdimensionalen Zielvorgaben. Sie sollen
verhindern, dass Fokussierung der Aufmerksamkeit auf aggregierte
finanzwirtschaftliche Zielgrößen das Management dazu verführt, auf Kosten
künftiger Erfolgspotenziale
zu wirtschaften. Allen Bemühungen um eine Investitionstheoretische Kostenrechnung
zum Trotz gelingt es bisher nämlich nicht, den Zukunftserfolg in einer
aggregierten finanzwirtschaftlichen Maßgröße adäquat zu erfassen. Die Balanced
Scorecard versucht daher, das Zielsystem
der Unternehmung sowie daraus abgeleitet die Teilbereichsziele mehrdimensional
so vorzugeben, dass die gegenwärtigen Entscheidungen nicht unbemerkt auf Kosten
der zukünftigen Potenziale gehen können. Sie stellt insofern ein Instrument
zeitlicher und damit hierarchischer Koordination dar.
Der Prozess der Budgetierung selbst bedarf der Koordination
durch eine zentrale Stelle. Diese Aufgabe zählt zu den Kernaufgaben des
Controllings. Naturgemäß ist die Zentrale über die Situation der Teilbereiche
schlechter informiert als die Teilbereiche und daher auf deren Mitwirkung
angewiesen (partizipative Budgetierung). Daraus entstehen auch bei der
Budgetierung Probleme personeller Koordination. Geheime Leistungsreserven
(organizational slack), einmal aufgedeckt, sind für immer bekannt. Ein Teilbereich
wird sie daher nur aufdecken, wenn er dies für dynamisch optimal hält (ratchet
effect).
2. Kostenverrechnung
und Verrechnungspreise
Die Idee der pretialen Lenkung stand schon am Anfang des
vorigen Jahrhunderts im Mittelpunkt des Interesses der
Betriebswirtschaftslehre. Man identifizierte wirtschaftliche Abwägung geradezu
mit dem Kostenkalkül, der die Alternativen in einem offenen Entscheidungsfeld,
einem Partialkalkül bewertet. Wirkungen jenseits des Entscheidungsfelds einer
Teilentscheidung erfasst der Kostenkalkül als bewerteten Güterverzehr;
Gewinneinbußen, die eine Teilentscheidung außerhalb der Reichweite des ihr
zugrunde liegenden Kalküls auch nach optimaler Anpassung der anderen
Entscheidungen erzwingt, sind als Opportunitätskosten zu erfassen. Der
Kostenkalkül ist somit paradigmatisch für eine verteilte Lösung der
Managementaufgabe mittels koordinierter Teilentscheidungen (vgl. Schneeweiss,
C. 1999, S. 235 ff.). Man hat gegen diesen sog. „ wertmäßigen “
Kostenkalkül oft das Dilemma der Opportunitätskosten ins Feld geführt, die erst
zusammen mit der Lösung des Entscheidungsproblems bekannt seien. Das ist jedoch
kein universell gültiges Argument gegen Kostenbewertung als
Koordinationsinstrument. Wie eine Betrachtung des Simplexalgorithmus der
linearen Optimierung zeigt, kann eine Bewertung auch mit den nicht-optimalen
Schattenpreisen die zu der besten jeweils bekannten Basislösung gehören, den
Weg zu effizienzverbessernden Entscheidungen weisen. Koordination auf dieser
Grundlage wird zwar bei rasch sich ändernden Daten niemals Zeit genug haben,
das Optimum zu erreichen, kann aber die Richtung zeigen, in der Verbesserungen
der besten aktuell bekannten Lösung zu finden sind.
Die Verrechnung von Kosten wirkt nicht nur
entscheidungsunterstützend als Information zu Zwecken sachlicher Koordination,
sondern betrifft auch den persönlichen Nutzen der Manager, wenn die Kosten
Vergütung oder Leistungsbeurteilung beeinflussen. Es kommt dann zu
Zielinkongruenz zwischen Organisation und Manager, sodass ein Problem
personeller Koordination entsteht, wenn Informationsasymmetrie eine Rolle
spielt. Die damit verbundenen Probleme werden auf der Grundlage der
Agency-Theory analysiert (vgl. Wagenhofer,
A. 1999 m.w.N.).
Pretiale Lenkung ist nicht mit Koordination der Handlungen
autonomer Wirtschaftssubjekte durch den Marktmechanismus zu verwechseln.
Organisatorische Einbindung der Akteure mag Beeinträchtigungen des
Marktmechanismus beseitigen: z.B. kann sie u.U. das für das Auffinden einer
effizienten Allokation erforderliche Preisnehmerverhalten erzwingen oder Externe
Effekte durch Kostenverrechnung internalisieren. Die Effizienz
pretialer Lenkung hängt von der Verteilung von Entscheidungs- und
Verfügungsrechten ab, die sich innerhalb einer Organisation planmäßig gestalten
lässt. Organisatorisch geregelte pretiale Lenkung und Kostenverrechnung sind
auch Instrumente des Konzerncontrollings. Bei international tätigen Konzernen
haben sie Einflüssen von Devisenkontrollen und Besteuerung Rechnung zu tragen.
3. Anreizsysteme
Anreizsysteme dienen der personellen Koordination. Sie
basieren auf der Annahme, dass jeder Entscheider im eigenen Interesse handelt
und gestalten daher die Handlungskonsequenzen für den einzelnen Manager,
insbesondere Vergütung und Beförderungsaussichten im Hinblick auf die
Koordination. Für jeden einzelnen der zu koordinierenden Manager ist die aus
seiner Sicht optimale ( „ anreizkompatible “ ) Handlungsweise in Abhängigkeit von
den zu gestaltenden Bedingungen zu antizipieren. Die Bedingungen sind so zu
gestalten, dass die anreizkompatiblen Handlungen (nach Berücksichtigung der mit
den Bedingungen verbundenen Kosten) optimal im Sinne der übergeordneten Ziele
ausfallen. Anreizsysteme machen die Vergütung jedes Managers von einem
Leistungsmaß abhängig. Leistungsmaß und Vergütungsfunktion sollen Zielkongruenz
zwischen Manager und Organisation herstellen. Soll ein Manager z.B.
Investitionsentscheidungen treffen, so kann der Residualgewinn als
Performancemaß den Einfluss abweichender Zeitpräferenzen des Managers unter
bestimmten Bedingungen ausschalten (Wagenhofer,
A. 1999 m.w.N.). Im Interesse der Effizienz sollten
Performancemaße auf Signalen aufbauen, die informativ für den Einsatz des
Managers sind (Informativeness-Prinzip, Budde, J.
2000 m.w.N.). Damit werden das Verantwortungsprinzip verallgemeinert und
die Einbeziehung von Benchmarking-Ergebnissen in Performancemaße begründet.
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