Inhaltsübersicht
I. Das
Zielsystem als Basis des Controllingsystems
II. Strategisches
Controlling als Teilsystem des Controlling
III. Das
strategische Controllingsystem
I. Das Zielsystem als
Basis des Controllingsystems
In der betriebswirtschaftlichen Literatur besteht Einigkeit
darüber, dass bei Entscheidungsproblemen nicht von einem einzigen, alles
dominierenden Unternehmensziel ausgegangen werden kann. Vielmehr ist ein
mehrdimensionales Zielsystem mit horizontalen und vertikalen
Zielbeziehungen zugrunde zu legen (vgl. Coenenberg,
A.G. 1993, Sp. 3680 f.).
Als oberste Unternehmensziele gelten die nachhaltige
Sicherung der Unternehmensexistenz als langfristiges strategisches Ziel sowie
Erfolg und Liquidität als kurzfristige Unternehmensziele. Aus diesen
gleichberechtigt nebeneinander stehenden Oberzielen können wiederum
verschiedene Subziele abgeleitet werden. Beispielsweise ist es möglich, den
Gewinn mittels einer zinssparenden Reduzierung der Kapitalbindung, über eine
Preiserhöhung und durch eine Senkung der Vertriebskosten zu erhöhen.
Das Ziel der nachhaltigen Sicherung der Unternehmensexistenz
besteht darin, das Unternehmen auf Dauer gegenüber Veränderungen des
Unternehmensumfeldes und dadurch bedingten Veränderungen im Unternehmen
anpassungsfähig zu gestalten. Externe Chancen und Risiken sollen erkannt und
mit Stärken und Schwächen des Unternehmens abgeglichen werden, damit ein
optimaler Deckungsgrad von unternehmerischen Stärken mit umfeldbedingten
Chancen besteht (Strategic Fit). Gälweiler hat hierfür den Begriff
„ Erfolgspotenzial “ geprägt (vgl. Gälweiler, A.
1974, S. 132). Der hierbei
zugrunde liegende Controllingbereich ist das strategische Controlling. Im
Kontext einer unternehmenswertorientierten Steuerung kann das Erfolgspotenzial
als Barwert aller zukünftigen Rückflüsse (= „ Erfolge “ ) verstanden werden. Da
dieser Barwert als Unternehmenswert betrachtet werden kann, lässt sich der
weiche Begriff des „ Erfolgspotenzials “ monetär als Unternehmenswert ( „ Shareholder
Value “ ) abbilden.
Da die nachhaltige Sicherung der Existenz des Unternehmens
zunächst finanzielle Ressourcen beansprucht und Investitionen nach sich zieht,
werden die beiden weiteren Oberziele Erfolg und Liquidität erst mit zeitlichem
Nachlauf realisiert werden können. Bedingt durch die Abgrenzungsgrundsätze der
periodisierten Rechnungswesensysteme (Jahresabschluss und Kosten- und Erlös-
bzw. Leistungsrechnung) sowie bedingt durch marktliche und wettbewerbsbezogene
Einflüsse werden Erfolgsziele im zeitlichen Ablauf eher erfüllt werden können
als die Liquiditätsziele (Vorsteuerungsfunktion). Beispielsweise zeigt sich bei
der Einführung neuer Produkte, dass die Nachfragegruppe der Innovatoren
zunächst weniger preissensitiv und die Konkurrenz weniger aggressiv ist. Zudem
belasten Investitionen zwar die Liquidität voll, den periodisch ermittelten
Erfolg jedoch nur in Höhe der Abschreibungen (entsprechend der über die
Nutzungsdauer verteilten Anschaffungskosten) und der Zinsen auf das investierte
Kapital. Demzufolge läuft die Zielgröße „ Erfolg “ der Zielgröße „ Liquidität “
voraus. Gegenläufig zur Vorsteuerungsfunktion wird jedoch die Liquidität zur
notwendigen Voraussetzung, um operative und strategische Maßnahmen überhaupt
durchführen zu können.
Das operative Controlling dient der Erreichung sowohl des
Oberzieles „ Gewinn “ als auch des Oberzieles „ Liquidität “ . Der Gewinn ist
Zielgröße der Bilanz- und Erfolgsrechnung des externen Rechnungswesens und der
Kosten- und Leistungsrechnung als Teil des internen Rechnungswesens. Die
Finanzierungsrechnung mit der Zielgröße Einnahmenüberschuss und die
Finanzrechnung mit dem Cashflow konkretisieren das Oberziel Liquidität.
Abb. 1: Zielsystem, Controllingsystem und Teilsysteme des
Controlling (vgl. Günther, T.
1997, S. 68)
Die Mehrdimensionalität des Zielsystems und der kybernetische
Prozesscharakter des Controlling verursachen zwangsläufig Komplexität in der
Unternehmenssteuerung. Die unterschiedlichen Elemente in dem System müssen in
Einklang gebracht werden. Der Controlling-Gedanke wird zum Controllingsystem,
um dem verfolgten Anspruch angesichts der Komplexität gerecht zu werden. Zum
einen sollen die Teilsysteme des strategischen und operativen Controlling als
Ausdruck des multidimensionalen Zielsystems miteinander verzahnt werden, und
zum anderen sind diese Teilsysteme in einen kybernetischen Prozess (Planung –
Realisation – Kontrolle) einzubinden. Die Wahl der Begriffe erfolgt in
Anlehnung an die Termini von Hahn bzw. der Schmalenbachgesellschaft (vgl. Hahn, D.
1983, S. 19 ff.).
Abb. 2: Kybernetisches Controllingsystem (in Anlehnung an: Baum,
T./Coenenberg, A./Günther, T. 2004, S. 7)
Die erste Ebene stellt die Planung dar, die in mehrere
Teilplanungen zerlegt werden kann:
-
In der generellen Zielplanung werden die Formalziele
(insbesondere bzgl. der Oberziele Gewinn und Liquidität), die Sachziele (z.B.
das Produktionsprogramm oder die regionale Ausbreitung) und die Sozialziele
(z.B. der Stellenwert des Betriebsklimas oder der Kooperation mit
Lieferanten) festgelegt.
-
Aufgrund der Zielvorgaben wird die strategische
Planung entworfen, die wiederum gemäß des noch aufzuzeigenden strategischen
Planungsprozesses in einzelne Subelemente zerlegt werden kann.
-
Die strategische Planung bildet den Rahmen für die
operative Planung, die die konkrete Umsetzung der Strategien ermöglicht bzw.
innerhalb der gewählten Strategievorgaben operative Entscheidungen
vorbereitet.
-
Auf Gesamtunternehmensebene werden anschließend die
dezentralen Planungen zusammengefasst, um die i.d.R. zentralisierten
Entscheidungen zur Finanzierung des Unternehmens und zur Erhaltung der
Liquidität vorzubereiten (gesamtunternehmensbezogene Planung).
Die einzelnen Teilpläne sind nun in der Phase der Realisation
umzusetzen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden in der anschließenden
Kontrolle bzgl. Einhaltung und Sanktionierung (Feedback) und bzgl. eventuell
notwendiger Korrekturmaßnahmen bzw. der möglichen Verbesserung zukünftiger
Planungen (Feed forward) überprüft:
-
Ein Anreiz- bzw. Sanktionssystem (z.B. Prämien,
Auszeichnungen, Beförderungen etc.), das sowohl negative als auch positive
Konsequenzen nach sich ziehen kann, dient der Kontrolle
gesamtunternehmensbezogener Planungen, kann jedoch auch untergeordnete
Teilplanungen berücksichtigen.
-
Die operative Kontrolle (z.B. mittels Abweichungsanalysen
oder Meilensteintrendanalysen) überwacht die Zielerreichung operativer Pläne.
-
In der strategischen Kontrolle (wie z.B. der
Prämissenkontrolle oder der Meilensteinkontrolle) werden die Realisierbarkeit
und die Zielerreichung von Strategien überprüft.
-
Als letzter Schritt, falls die drei vorangehenden
Schritte nicht zur Gegensteuerung ausreichen, müssen notfalls die
Unternehmensziele revidiert werden (Zielrevision).
Dem Feedforward kommt im Vergleich zum Feedback eine
zunehmende Bedeutung zu. Die Gewährleistung der Zielerreichung ist zwar
notwendig, eine Zielabweichung, die auf externe Einflüsse (z.B.
Währungsschwankungen oder politische Veränderungen) zurückzuführen ist, kann
jedoch angesichts der Vielfalt der Einflussgrößen und der eingeschränkten
Gestaltbarkeit durch das Management kaum einer einzelnen Person oder Gruppe
unmittelbar verantwortlich zugewiesen werden. Das Verständnis eines Controlling
als „ Kontrolle “ ist daher durch das Bestreben zu ergänzen, trotz aufgetretener Zielabweichungen
das langfristige strategische Ziel dennoch zu erreichen.
II. Strategisches
Controlling als Teilsystem des Controlling
Betrachtet man das Controllingsystem nun aus strategischer
Perspektive, ergibt sich das strategische Controlling als Teilsystem des
Controlling (vgl. fortan Baum,
H.-G./Coenenberg, A.G./Günther, T. 2004, S. 5 ff.). Der
Begriff des strategischen Controlling ist dabei sowohl in der Praxis als auch
in der Theorie nicht eindeutig belegt, wie z.B. Vergleiche verschiedener
Konzepte zeigen (vgl. z.B. Günther, T.
1991, S. 54 ff.; Langguth, H.
1994, S. 27 ff.). Unterschiede liegen in der verwendeten Terminologie und
im geforderten Umfang des strategischen Controllingsystems (z.B. bzgl. des
Einbezugs von Schnittstellen zur operativen und gesamtunternehmensbezogenen Planung
bzw. von Realisation und Kontrolle). Die Aufgabe der Koordination von
operativen und strategischen Subsystemen und die Funktion der
Informationsversorgung werden nur von einem Teil der Autoren dem strategischen
Controlling zugewiesen.
In Abwandlung des Controlling-Begriffes kann strategisches
Controlling als Versorgung der Unternehmensleitung mit entscheidungsrelevanten
Informationen und als Koordination verschiedener strategischer sowie operativer
Subsysteme des Unternehmens zur Gewährleistung einer nachhaltigen
Existenzsicherung als oberste Zielsetzung verstanden werden. Strategisches
Controlling greift auf den aus strategischer Planung, Realisation und
strategischer Kontrolle bestehenden kybernetischen Controlling-Prozess zurück
und unterstützt den strategischen Führungsprozess (vgl. Langguth, H.
1994, S. 23).
Bei diesem zugrunde liegenden Verständnis ergeben sich
folgende Auswirkungen für die Konzeption eines strategischen Controlling:
-
Auch strategische Maßnahmen sind zu planen
(strategische Planung) und nach erfolgter Umsetzung bzgl. der Zielerreichung,
der gesetzten Prämissen oder des verfolgten Leitbildes zu kontrollieren
(strategische Kontrolle).
-
Das strategische Controlling ist in das
Controllingsystem einzubetten. Daraus schlussfolgernd ergibt sich, dass das
verfolgte Oberziel „ nachhaltige Existenzsicherung “ neben die operativen Oberziele
„ Gewinn “ und „ Liquidität “ tritt und dass die strategische Planung mit der
operativen Planung abzustimmen ist. Ebenso ergeben sich aus der operativen
Kontrolle Rückwirkungen auf die strategische Kontrolle (z.B. bzgl. der
Eignung der verfolgten Strategie im Falle mehrjähriger gravierender Verluste)
und letztendlich auch auf die Zielsetzung. Unter Umständen sind
Strategieziele zu revidieren (Zielrevision).
-
Zur Entscheidungsunterstützung sind geeignete
strategische Entscheidungskriterien und Analysewerkzeuge zu entwickeln. Der
hier gewählte strategische Controlling-Begriff führt jedoch auch dazu, dass
Strategien für die Umsetzung geeignet heruntergebrochen werden müssen, um die
Realisation zu unterstützen. So sind z.B. Expansionsstrategien in adäquate operative
Maßnahmen zu zerlegen, die über eine Meilensteinkontrolle bzgl. ihrer
Zielerreichung bewertet werden können (operative Planung und Kontrolle).
-
Das Controlling lässt sich damit in ein strategisches
und operatives Controlling zerlegen, die, wie Abb. 3 veranschaulicht,
unterschiedliche Aufgaben verfolgen, sich jedoch zum Gesamtsystem des
Controlling ergänzen (vgl. Horváth, P.
2003, S. 252 ff.).
Abb. 3: Merkmale des operativen und strategischen Controlling
(nach Baum,
H.-G./Coenenberg, A.G./Günther, T. 2004, S. 9)
III. Das strategische
Controllingsystem
Aufgrund der Einbettung des strategischen Controlling in den
Gesamt-Controlling-Prozess und durch die beabsichtigte enge Verzahnung von
strategischer und operativer Planung lässt sich das strategische Controlling
wiederum in verschiedene Teilmodule zerlegen (siehe Abb. 4).
Abb. 4: Teilmodule des strategischen Controllingsystems (in
Anlehnung an: Baum,
H.-G./Coenenberg, A.G./Günther, T. 2004, S. 10)
Die in Abb. 4 als abgerundete Kästen gekennzeichneten
Teilmodule des strategischen Controlling können wie folgt verstanden werden:
-
Der Prozess der generellen Zielbildung lässt sich in
drei Stufen zerlegen. Zunächst wird eine Vision für das Unternehmen
entwickelt. Hierzu kann z.B. von der Vorstellung ausgegangen werden, wie in
zehn Jahren über das Unternehmen in angesehenen Wirtschaftspublikationen
berichtet werden soll. Die Vision ist das „ Bewusstwerden eines Wunschtraumes
einer Änderung der Umwelt “ (Hinterhuber,
H.H. 1992, S. 25). Thomas A. Edison, T.A./ ließ sich auch
nach 10.000 fehlgeschlagenen Experimenten nicht davon abbringen, seinen Traum
einer elektrischen Lampe zu verwirklichen. Den beiden Erfindern des Personal
Computer (PC) und gleichzeitigen Gründern der Apple Corp., Steven P. Jobs, S.P./ und Stephen G. Wozniak, S.G.,
schwebte die Vision einer „ Demokratisierung des Computers “ vor.
-
Aus der Vision ergeben sich Grundsätze für die
unternehmerische Tätigkeit (Leitbild), wie sie in vielen Unternehmen
teilweise auch als Leitlinien niedergeschrieben werden. Leitlinien bringen
Sachziele, wie das angestrebte Tätigkeitsgebiet (z.B. Beschränkung auf
Herstellung und Vertrieb von elektrischen und elektronischen Geräten) zum
Ausdruck, die für die Strategiegewinnung wegweisend und evtl. auch
beschränkend wirken (z.B. kein Einstieg als Betreiber eines Mobilfunknetzes,
obwohl im Unternehmen alle benötigten Hard- und Software-Komponenten
vorhanden wären). Weitere Bestandteile des Leitbildes sind generelle Aussagen
zu Formalzielen (z.B. Gewährleistung einer zufriedenstellenden Rendite für
die Investoren) und zu Sozialzielen (z.B. Schutz der Umwelt oder kooperativer
Umgang mit Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden).
-
Letztlich sind auf Basis des Leitbildes strategische
Ziele zu gewinnen, die die Leitbilder bzgl. der drei Kategorien Formal-,
Sach- und Sozialziel konkretisieren und hierdurch auch messbar und bzgl.
ihrer Zielerreichung bewertbar machen. Derartige strategische Ziele können
z.B. die Steigerung der Gesamtkapitalrendite vor Steuern auf 15 %, die
Steigerung des Marktanteils im südostasiatischen Telekommunikationsmarkt um 5
% oder die Steigerung des „ Satisfied Employee Index “ um 1,5 Skalenpunkte
sein.
-
Dem strategischen Planungsprozess vorangeschaltet ist
die strategische Frühaufklärung.
Ihr kommt die Aufgabe zu, möglichst frühzeitig bedrohende oder Chancen
eröffnende Entwicklungen im Unternehmensumfeld oder im Unternehmen selbst zu
antizipieren, damit das Unternehmen seine strategische Planung darauf
abstellen kann. Beispielsweise eröffnet die Mitwirkung in Branchenverbänden,
Fachausschüssen oder politischen Gremien die Möglichkeit für das Unternehmen,
wichtige Entwicklungen (z.B. rechtliche Änderungen, Stimmungsänderungen bei
Nachfragern oder technologische Umbrüche) bereits im Vorfeld kennen zu lernen
und entsprechende Aktionen oder Reaktionen im Unternehmen vorzubereiten.
-
Der Prozess der strategischen Planung dient dazu,
unter Berücksichtigung von Informationen aus der strategischen
Frühaufklärung, die strategischen Ziele in konkrete Unternehmensstrategien
(z.B. Rückzug auf Kernkompetenzen des Unternehmens im Portfolio-Management),
Geschäftsstrategien (z.B. Auswahl einer adäquaten Expansionsstrategie in
einem bestimmten Geschäftsfeld) oder funktionale Strategien (z.B. Entwicklung
einer IT-Strategie für den Vertrieb über das Internet) umzusetzen. Hierzu ist
zunächst eine Umfeld- und Unternehmensanalyse (strategische Analyse)
vorzunehmen, auf deren Basis neue Strategieideen zu generieren sind
(Strategiefindung). Die verschiedenen Strategiealternativen sind anschließend
anhand erreichbarer strategischer Erfolgsfaktoren zu bewerten, um die am
besten geeignete Strategie auswählen zu können (Strategiebewertung). Hierfür
steht ein breites Repertoire von strategischen Planungsinstrumenten zur
Verfügung.
-
An der Schnittstelle zur operativen Planung sind die
formulierten Strategien in geeignete Maßnahmenpakete zu zerlegen, für die zeitlich
abgestufte Meilensteine formuliert werden. Der Übergang von der strategischen
zur operativen Ebene und die Verfolgung sowie Einhaltung der Meilensteinpläne
stellt für die praktische Umsetzung i.d.R. das gravierendste Problem dar,
weshalb der Implementierung von Strategien besondere Aufmerksamkeit zu widmen
ist. Ende der 1980er-Jahre sind gerade an der Schnittstelle zwischen
operativer und strategischer Planung eine Reihe von Controllinginstrumenten
und Managementtechniken (z.B. die Prozesskostenrechnung, das Target Costing,
die Qualitätskostenrechnung oder die Wertzuwachskurve) entstanden, die unter
dem Oberbegriff „ Strategic Management Accounting “ der operativen Planung
strategisch relevante Informationen als Analyse- und Entscheidungsgrundlage
zur Verfügung stellen wollen (vgl. Simmonds,
K. 1989, S. 264 ff.).
-
Die einzelnen operativen Pläne sind anschließend zu
einer gesamtunternehmensbezogenen Planung zu verdichten. Unter Umständen
ergeben sich hieraus wiederum Rückkopplungen auf die Strategieplanung, wenn
z.B. vorgegebene Finanzleitlinien (z.B. zur Bilanzstruktur) gravierend
verletzt werden und strategische Planungen daher beschnitten werden müssen.
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Nach Umsetzung der operativen Pläne sind die sich auf
Gesamtunternehmens- und auf Geschäftsebene ergebenden Resultate bzgl. ihrer
Zielerreichung zu kontrollieren (operative Kontrolle).
-
Das Erreichen strategischer Ziele kann auch durch die
bewusste Ausgestaltung strategischer Anreizsysteme unterstützt werden.
Durch die Shareholder Value-Diskussion haben diese Ansätze erst jüngst eine
Renaissance erfahren, da man sich über die Kopplung der Managementvergütung
an den langfristig geschaffenen Unternehmenswert eine verstärkte Orientierung
an langfristigen Unternehmensstrategien erhofft.
-
Die letzte Komponente des strategischen
Controllingprozesses ist die strategische Kontrolle. Angesichts der Bedeutung,
die der Strategieentwicklung für die Unternehmensentwicklung zukommt, sind
die i.d.R. mehrjährigen Strategiepläne unterjährig daraufhin zu
kontrollieren, ob gesetzte Meilensteine erreicht wurden, ob die bei der
Planung vorliegenden Prämissen (z.B. geschätzte Wachstumszahlen bei Einstieg
in neue Märkte) immer noch erfüllt sind oder ob sich gar das zugrunde
liegende Leitbild verändert hat (z.B. die Abkehr vom integrierten
Technologiekonzern im Hause Daimler-Benz mit Antritt von Jürgen Schrempp, J. als
Vorstandsvorsitzender).
Literatur:
Baum,
Heinz-Georg/Coenenberg, Adolf G./Günther, Thomas : Strategisches Controlling,
Stuttgart, 3. A., 2004
Coenenberg, Adolf G. :
Rechnungswesen und Unternehmungsrechnung, in: HWB, Teilband 3, hrsg. v.
Wittmann, Waldemar et al., Stuttgart, 5. A., 1993, Sp. 3677 – 3696
Gälweiler, Aloys :
Unternehmensplanung, Grundlagen und Praxis, Frankfurt am Main 1974
Günther, Thomas :
Unternehmenswertorientiertes Controlling, München 1997
Günther, Thomas : Erfolg
durch strategisches Controlling?, München 1991
Hahn, Dietger :
Frühwarnsysteme, in: Umfeldanalysen für das strategische Management, hrsg. v.
Buchinger, Gerhard, Wien 1983, S. 3 – 26
Hinterhuber, Hans H. :
Strategische Unternehmensführung I, Strategisches Denken, Berlin, New York, 5.
A., 1992
Horváth, Péter :
Controlling, München, 9. A., 2003
Langguth, Heike :
Strategisches Controlling, Ludwigsburg, Berlin 1994
Simmonds, Kenneth :
Strategic Management Accounting, in: Controlling, Jg. 1, H. 5/1989, S. 264 – 269
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