Inhaltsübersicht
I. Einleitung
II. Grundformen
des Vertriebs
III. Vertrieb
als Zusammenspiel von Kommunikation und Distribution
IV. Koordination
und Konflikte bei Vertriebskanälen
V. Organisation
von Marketing und Vertrieb
I. Einleitung
In der Betriebswirtschaftslehre wird der Funktionalbereich
Absatz heute meist mit dem Oberbegriff Marketing bezeichnet, der alle
absatzwirtschaftlichen Aktivitäten umfasst. Diese werden unter dem Begriff des
Marketing-Mix subsumiert und dann in die vier Instrumente Produktpolitik,
Preispolitik, Kommunikationspolitik und Distributionspolitik systematisiert (Homburg,
Christian/Krohmer, Harley 2003, S. 14). Der Vertrieb wird dabei
nicht als eigenständiges Instrument angesehen, sondern als eine Kombination der
Instrumente Kommunikations- und Distributionspolitik. Er umfasst die
Schnittmenge, die sich nicht mit der klassischen Werbung als allein stehendem
Instrument der Kommunikationspolitik oder der Logistik als Instrument der
Distributionspolitik beschäftigt. Es geht beim Vertrieb darum, Interessenten
vom Kauf der eigenen Produkte zu überzeugen und deren Lieferung
sicherzustellen. Im Unterschied zur Werbung, die sich an anonyme Interessenten
wendet, ist Vertrieb immer an bekannte Kunden oder Interessenten gerichtet.
II. Grundformen des
Vertriebs
1. Systematisierung von Grundformen
Der Vertrieb kann gemäß unterschiedlicher Grundformen
ausgestaltet werden (Tab. 1). Die Anzahl der Kunden und Interessenten
determiniert, ob das Unternehmen den Vertrieb direkt oder über Intermediäre
vornehmen soll. Ein direkter Vertrieb ist meist nur dann möglich, wenn die
Anzahl der Kunden überschaubar ist (Backhaus,
Klaus 2003), sonst muss man bei Massenmärkten den Weg über
Intermediäre gehen (Albers,
Sönke/Söhnchen, Florian 2005). Je nach Ausgestaltung stellt sich die
Frage, ob ein Unternehmen diese Aufgaben selbst, durch andere oder in
Zwischenformen (hybrid) erbringt.
Tab. 1: Grundformen des Vertriebs
2. Vor- und Nachteile einzelner Formen
Betreibt das Unternehmen den Vertrieb selbst, so arbeitet es
entweder mit einem eigenen Verkaufsaußendienst oder mit
Verkaufsniederlassungen. Im ersten Fall besucht der Verkaufsaußendienst aktiv
die Kunden und kommuniziert die Vorteile der Produkte, während die eigentliche
Distribution meist über eine nachgelagerte Logistik stattfindet. Mit
Verkaufsniederlassungen bietet das Unternehmen den Kunden passiv an, Informationen
zu suchen und Produkte direkt zu erwerben. Beide Funktionen können aber auch
durch Dritte wie selbstständige Handelsvertreter und den Handel übernommen
werden. Vertrieb über den Handel erfordert zumeist ein Key-Account-Management (Jensen, Ove
Sten 2004), das wichtige Händler bzw. Handelsketten durch eigene
Großkunden-Manager betreut, die über die aufzunehmenden Produkte verhandeln,
während ein Außendienst die Durchsetzung der vereinbarten Distribution
überwacht.
Die Auswahl der Vertriebsform ist ein komplexes
Entscheidungsproblem. Als bedeutendste Theorie zur Unterstützung dieser
Entscheidung kann die Transaktionskostentheorie angesehen werden. Sie
beschäftigt sich mit den Grenzen des eigenen Unternehmens. Hinzu kommt die
Prinzipal-Agenten-Theorie, die untersucht, inwieweit es möglich ist, die
einzelnen Vertriebseinheiten im Sinne des anbietenden Unternehmens zu steuern (Albers,
Sönke/Krafft, Manfred 1996).
Bei der Entscheidung zwischen eigenen Reisenden und
selbstständigen Handelsvertretern standen früher die Entlohnungskosten im
Vordergrund. Bei Reisenden mit einem höheren Festgehalt bei geringeren
Provisionen bezogen auf den Umsatz als Handelsvertreter ergibt sich ein
kritischer Umsatz, unterhalb dessen man sich für Handelsvertreter und sonst für
Reisende entscheidet (Albers, Sönke
1999). Neben den reinen Kostengrößen sind auch die Einflüsse auf den zu
erzielenden Umsatz zu berücksichtigen. Handelsvertreter können sich bei den
Kunden durch ein breites Produktsortiment profilieren. Sie liefern aber weniger
herstellerorientierte Verkaufsbemühungen, geringere fachliche Kenntnisse sowie
eine schlechtere Qualität der Informationsvermittlung (Meffert,
Heribert/Kimmeskamp, Günter/Becker, Ralf 1983). Auf der Basis der
Transaktionskostentheorie ist untersucht worden, von welchen Gesichtspunkten
die Wahl zwischen Reisenden und Handelsvertretern abhängt.
Transaktionsspezifische Investitionen in das Produkt-Know-how sowie Probleme
bei der Messung der Leistung sprechen für Reisende, während dünn besetzte
Absatzgebiete und hohe Umsatz-Volatilität für Handelsvertreter sprechen (Krafft,
Manfred/Albers, Sönke/Lal, Rajiv 2004).
Wählt man den indirekten Vertrieb über Intermediäre, so
bieten eigene Verkaufsniederlassungen eine nahezu vollkommene Kontrolle über
die Distribution der eigenen Produkte (Specht, Günther/Fritz,
Wolfgang 2005, S. 67) sowie eine qualifizierte Beratung, erlauben
aber aufgrund der Herstellerbindung keine Bündelung umfangreicher Sortimente,
was aus Kundensicht weniger attraktiv ist.
Die Wahl des Handels als Vertriebskanal führt zu einer
Kosten- und Kapitalentlastung auf Seiten des Herstellers. Allerdings verfolgt
der Handel als selbstständiges Wirtschaftssubjekt eigene Marketing-Konzepte,
die unter Umständen konfliktär zu den Zielen des Herstellers sind. Dieser
begibt sich in eine gewisse Abhängigkeit von den Handelsunternehmen (Specht,
Günther/Fritz, Wolfgang 2005, S. 164). Vorteilhaft ist dagegen, dass
der Handel oft die Kundenbedürfnisse besser kennt und mehrere Sortimente
bündeln kann.
Einige Hersteller-Unternehmen (z.B. McDonalds) haben sich auf
eine Franchising-Struktur, die engste Form der Vertriebspartnerbindung,
spezialisiert. Dabei handelt es sich um ein vertikal-kooperativ gestaltetes
Absatzsystem, das sich durch eine arbeitsteilige Leistungserstellung und ein
Weisungs- und Kontrollsystem zur Sicherstellung eines systemkonformen
Verhaltens auszeichnet. Der Franchisenehmer erkauft sich das Recht und die
Pflicht zur Nutzung des Vertriebskonzeptes sowie der Marke und liefert im
Gegenzug Arbeit, Kapital und Informationen an den Franchise-Geber. Für den
Franchise-Geber bietet dies den Vorteil einer höheren
Expansionsgeschwindigkeit. Zudem können Marktrisiken zu großen Teilen auf den
Franchisenehmer übertragen und auf Seiten der Partner Fixkosten aufgebaut
werden, die als Wechselbarrieren fungieren. Die Einnahmen des Franchisegebers
sind in aller Regel umsatzabhängig. Als nachteilig sind die eingeschränkten
Kontrollmöglichkeiten und Weisungsrechte an die Mitarbeiter einzuschätzen (Ehrmann,
Thomas 2002; Lafontaine,
Francine 1992).
3. Gestaltungsfragen der Grundformen des
Vertriebs
Die Steuerung von Verkaufsaußendiensten kann durch ein
output- oder inputorientiertes Verkaufsmanagement erfolgen. Die
outputorientierte Steuerung zeichnet sich durch einen geringen Grad an
Monitoring-Maßnahmen, Einflussnahmen und Vorgaben seitens des Managements aus,
beinhaltet dafür eine objektivere Ergebniskontrolle durch Zielvorgaben. Eine
inputorientierte Steuerung hingegen favorisiert konkrete Monitoring-Maßnahmen
und komplexe, subjektive Methoden zur Beurteilung und Entlohnung der Leistung
der Außendienstmitarbeiter (Krafft,
Manfred 1999).
Da Selbstständige nicht direkt gesteuert werden können,
stehen bei Handelsvertretern Entlohnungsprobleme im Vordergrund. Hierbei wird
mit Hilfe der Prinzipal-Agenten-Theorie die optimale Kombination von Festgehalt
und variablen Gehaltsanteilen für Außendienstmitarbeiter bestimmt (Albers, Sönke
1995). Ein fester Gehaltsanteil (inputorientierte Steuerungsmaßnahme) wird
demnach bei sehr volatilen Umsätzen, einem großen Außendienst, hoher
Risikofreude der Vertriebsmanager und risikoaversen Außendienstmitarbeitern
favorisiert, während ein hoher Effektivitätsgrad der Außendienstler sowie die
Verfügbarkeit von akkuraten Output-Maßen zu einem höheren Anteil der variablen
Gehaltsbestandteile führen sollte (Albers, Sönke
1996; Krafft,
Manfred 1996; Krafft,
Manfred/Albers, Sönke/Lal, Rajiv 2004).
Hat man sich für den indirekten Vertrieb entschieden, müssen
geeignete Vertriebspartner gefunden werden, um – je nach Strategie – eine
möglichst umfassende oder eine selektive Distribution umzusetzen. Den ersten
Fall wählen viele Lebensmittelmarken-Anbieter, da der Zusammenhang zwischen
Distributionsquote und Marktanteil eindeutig positiv ist (Reibstein,
David J./Farris, Paul W. 1995). Bei exklusiven Produkten mag aber
eine selektive Distribution besser sein, solange das dadurch mögliche
Preis-Premium höher ist als die Mengenverluste. Bei möglichst weiter
Distribution stellt sich das Problem, dass der Regalplatz begrenzt ist (Ahlert,
Dieter 2005), sodass der Handel nur eine Auswahl an Produkten und
Herstellern akzeptieren kann. Hier muss entschieden werden, welche Spanne der
Handel haben soll und wer welche Wertschöpfung erbringt (Specht,
Günther/Fritz, Wolfgang 2005, S. 186 ff.). Bei selektiver
Distribution beschränkt man sich auf Handelspartner, die hinsichtlich
Verbreitungsgebiet, Zielgruppe, Preisniveau und sonstigem Sortiment den besten
Fit bieten (Specht,
Günther/Fritz, Wolfgang 2005, S. 249 f.).
III. Vertrieb als
Zusammenspiel von Kommunikation und Distribution
1. Kommunikationskanäle
Abgesehen von anonymen Kommunikationskanälen können alle
persönlichen Kommunikationskanäle für den Vertrieb eingesetzt werden. Die
einzelnen Kommunikationskanäle lassen sich gemäß Tab. 2 danach systematisieren,
ob sie aktiv den Kunden ansprechen (push) oder dem Kunden passiv
Informationsmöglichkeiten bieten (pull) bzw. real oder virtuell arbeiten.
Tab. 2: Systematisierung von Kommunikationskanälen
Die virtuelle Kommunikation gewinnt zunehmend an Bedeutung,
da das Internet einer immer breiteren Bevölkerungsgruppe zugänglich ist sowie
eine schnelle und günstige Kontaktaufnahme ermöglicht. Als neue Form der
virtuellen Kommunikation ist das interaktive Fernsehen (z.B. Homeshopping) zu
nennen (Clement,
Michel/Schneider, Holger/Albers, Sönke 2005).
2. Distributionskanäle
Zur Versorgung des Endkunden mit Produkten und Leistungen ist
eine Vielzahl verschiedener Distributionsformen denkbar. Diese unterscheiden
sich durch den Umfang der unternehmensinternen Wertschöpfung. So kann das
Unternehmen einerseits Ware selbst (z.B. Otto durch Hermes) oder über
Paketversender ausliefern lassen. Die Distribution kann auch an Zentrallager
des Handels erfolgen, der wiederum die restliche Distribution zum Kunden
erbringt. Mit der zunehmenden Bedeutung des Internets wird die virtuelle
Distribution (Software, Musik, Spielfilme, etc.) immer wichtiger. Außerdem
lassen sich Reisen und Tickets für Veranstaltungen direkt buchen sowie
Banktransaktionen direkt im Netz durchführen (Albers,
Sönke/Peters, Kay 2001). Hier haben sich auch die Dienste von
Intermediären herausgebildet. Die Möglichkeiten sind in Tab. 3 systematisiert.
Tab. 3: Systematisierung von Distributionskanälen
3. Kombinationen von Kommunikations- und
Distributionskanälen
Kombiniert man die verschiedenen Kommunikations- und
Distributionskanäle, so ergeben sich viele unterschiedliche Vertriebskanäle.
Grundsätzlich kann ein Anbieter seinen Vertrieb auf einen Kanal konzentrieren.
In den allermeisten Fällen werden jedoch den Kundenwünschen folgend mehrere
Vertriebskanäle parallel eingesetzt (Specht,
Günther/Fritz, Wolfgang 2005, S. 165), sodass dem
Multi-Channel-Management heute große Bedeutung zukommt. Darunter versteht man
das aufeinander abgestimmte Entwickeln, Gestalten und Steuern von Informations-
und Produktflüssen über diverse Absatzkanäle zur Optimierung des
Distributionsmanagements (Corsten,
Daniel/Kumar, Nirmalya 2005). Studien zeigen dabei, dass Kunden, die
mehrere Kanäle nutzen, besonders attraktiv sind (Kumar,
V./Venkatesan, Rajkumar 2005).
IV. Koordination und
Konflikte bei Vertriebskanälen
Einzelne Vertriebskanäle können in der unternehmerischen
Praxis entweder in reiner Form oder in beliebigen Kombinationen verwendet
werden (Coughlan,
Anne T./Anderson, Erin/Stern, Louis W. et al. 2001). Sobald mehr als
ein Vertriebskanal genutzt wird, entsteht für das Vertriebsmanagement ein
komplexes Koordinationsproblem. Ziel ist es, Kunden durch die aus Kosten- und
Ertragssicht für sie optimalen Vertriebskanäle anzusprechen und dabei
gleichzeitig möglicherweise auftretende Konflikte zu minimieren (Frazier, Gary
L. 1999).
1. Koordination
Um horizontale Konflikte zwischen Vertriebskanälen zu
vermeiden, eignen sich verschiedene Koordinationsinstrumente: Bei der
Selbstselektion kann der Kunde den für sich besten Kanal wählen. Diese
Entscheidung wird meist von Unternehmensseite gelenkt, z.B. durch eine
segmentspezifische Preisdifferenzierung (Schulze,
Timo/Gedenk, Karen/Skiera, Bernd 2005) und eine entsprechende
Ausgestaltung der verschiedenen Kanäle, wie es im Bereich der (Online-)Banken
praktiziert wird (das reine Online-Konto ist meist billiger als ein Konto mit
Filialbetreuung). Kundengruppen können aber auch von Unternehmensseite anhand
bestimmter Segmentierungskriterien den Vertriebskanälen zugeordnet werden (Krafft,
Manfred/Albers, Sönke 2000), z.B. Umsatz, Customer Lifetime Value,
Produktinteressen oder Standort. So trennen viele Unternehmen Vertriebskanäle
für private und gewerbliche Kunden. Große Kunden werden durch
Verkaufsaußendienste betreut, während sich kleinere Kunden an Call-Center
wenden müssen.
In vertikaler Hinsicht stellt sich das Problem, welche Teile
der Wertschöpfung vom eigenen Unternehmen und welche von Intermediären erbracht
werden sollen. Deshalb haben sich in den letzten Jahren integrierte Konzepte
des Supply Chain Managements und der Efficient Customer Response (ECR)
herausgebildet. Diese zielen darauf ab, durch eine integrierte Planung und
Steuerung entlang der gesamten, organisationsübergreifenden Wertschöpfungskette
die Nachfrage des Konsumenten optimal und rechtzeitig zu befriedigen (Specht,
Günther/Fritz, Wolfgang 2005, S. 179).
2. Konflikte
Konflikte zwischen den einzelnen Kanälen lassen sich in der
Praxis kaum vermeiden. Sie treten insbesondere dann auf, wenn der Vertrieb neu
strukturiert werden soll, z.B. durch die Ergänzung eines weiteren Kanals wie
dem Internet (Albers,
Sönke/Peters, Kay 1997).
Unternehmensinterne
Konflikte werden durch den Kampf um knappe Ressourcen für Investitionen und
Personal ausgelöst. Zudem droht eine Kannibalisierung der langjährig in anderen
Vertriebskanälen gebundenen Kunden. Daraus entwickeln sich zum Teil erhebliche
unternehmensinterne Beharrungs- und Verhinderungskräfte, wie z.B. die Probleme
der Musikindustrie bei der Durchsetzung des Vertriebskanals Internet gezeigt
haben (Clement,
Michel/Schusser, Oliver 2005).
Unternehmensexterne
Konflikte mit etablierten Vertriebspartnern entstehen, wenn sich
verschiedene Kanäle an die gleichen Kunden wenden. Ein klassisches Beispiel ist
die Reisebranche, wo Fluglinien und Reiseanbieter den Direktvertrieb über das
Internet forcieren und den angestammten Vertriebspartnern – vor allem
selbstständigen Reisebüros – erhebliche Umsätze entziehen. Oft stehen die
Interessen von Herstellern und Handel im Konflikt, z.B. in der Preispolitik
oder beim Zugang zu Regalplätzen. Konflikte können auch auf horizontaler Ebene
auftreten, wenn z.B. Kunden sich im Fachhandel beraten lassen, die Produkte
dann aber billiger in Großmärkten kaufen, die an Servicekosten sparen und durch
ihre Marktmacht zudem günstigere Einkaufskonditionen erhalten (Barrot,
Christian/Clement, Michel 2005).
V. Organisation von
Marketing und Vertrieb
In vielen Unternehmen ist die Marketing-Funktion in zwei
organisatorisch getrennte Bereiche aufgeteilt: Die eher produktzentrierte
Marketing-Abteilung und der eher kundenorientierte Vertrieb. Dies führt zu
einem nicht unerheblichen Koordinationsproblem, da beide Abteilungen – obwohl
sie das gleiche Ziel verfolgen sollten – nicht selten aneinander vorbei, wenn
nicht sogar gegeneinander arbeiten (Rouziès,
Dominique/Anderson, Erin/Kohli, Ajay K. et al. 2005). Marketing- und
Vertriebsabteilungen haben oft völlig unterschiedliche Auffassungen über die
Marketingstrategie einzelner Produkte (Strahle,
William M./Spiro, Rosann L./Acito, Frank 1996). Z.B. betont das
Marketing in der Kommunikation die Produktqualität, während der Vertrieb gerne
über den Preis verkauft. Die Ursachen für solche Konflikte sind vielfältig:
Vertriebsmanager müssen kurzfristige Ziele erreichen, Marketingmanager wollen
Produkte langfristig positionieren, der Vertrieb ist täglich beim Kunden, die
Marketingabteilung arbeitet dagegen projektorientiert im Büro. Bisher ist diese
Schnittstellenproblematik relativ selten untersucht worden (z.B. Workman, John
P./Homburg, Christian/Gruner, Kjell 1998; Krafft,
Manfred/Haase, Kerstin 2005). Lösungsansätze propagieren dabei
zumeist integrative Ansätze, wie z.B. die Bildung bereichsübergreifender Teams
oder eine Verbindung von Zielvereinbarungen beider Bereiche (Rouziès,
Dominique/Anderson, Erin/Kohli, Ajay K. et al. 2005).
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