Inhaltsübersicht
I. Grundlagen
der Kostenplanung
II. Kostenplanung
in der Plankostenrechnung
III. Kostenplanung
im Target Costing
I. Grundlagen der
Kostenplanung
1. Begriffliche
Grundlagen
Unter Kostenplanung versteht man ganz allgemein die
zukunftsorientierte Ermittlung der Kosten vor Eintritt der Datenkonstellation
(Art und Menge der herzustellenden Produkte) und vor Eintritt der
Planungsperiode unter Zugrundelegung gegebener Aktionsparameter und bestehender
Restriktionen. Die Kostenplanung kann sich auf die Plankosten bei
Planproduktion (klassische Kostenplanung) und auf die Zielkosten als Planung
der Allowable Costs bzw. der Drifting Costs (Kostenplanung im Target
Costing) richten.
2. Ziele
Der Realisierung der Ziele der Kostenplanung und
Kostenkontrolle dienen die folgenden Bereiche:
(1) Aufstellung eines optimalen Planes, nach dem unter
Beachtung der Restriktionen die Aktionsparameter so festgelegt werden, dass die
Zielgröße, d.h. das Planergebnis, ein Maximum erreicht; hierzu sind die
Grundlagen für rationale ökonomische unternehmerische Entscheidungen in Bezug
auf die Beschaffung von Produktionsfaktoren, das anzuwendende
Produktionsverfahren und das zu realisierende Produktionsprogramm festzulegen.
(2) Festlegung von Maßgrößen zur Kostenkontrolle der in der
Planungs- bzw. Betrachtungsperiode tatsächlich entstandenen Kosten. Die Planung
der Kosten als Maßgrößen für die Kostenkontrolle erfolgt bei der gegenüber der
Planvorgabe abweichenden Beschäftigung ex post als Festlegung von Plankosten
bei Ist-Beschäftigung (Sollkosten).
3. Methoden
Die Kostenplanung kann unter Anwendung quantitativer und
intuitiver Methoden erfolgen. Ganz überwiegend werden quantitative Methoden
diskutiert und angewendet. Es lassen sich vor allem die statistischen und die
analytischen Methoden unterscheiden (Kilger,
W./Pampel, J./Vikas, K. 2002).
(1) Statistische Methoden bestehen in der Prognose von Kosten
auf der Grundlage bereinigter Istdaten (Faktorpreise, Faktormengen, Kosten) der
Vergangenheit unter Anwendung statistischer Verfahren. In Betracht kommen
insbesondere die Verfahren der Zeitreihenprognose (Zeitreihenprognose im
konstanten, im linearen und im Modell höherer Ordnung) und der
Regressionsanalyse.
(2) Analytische Methoden gehen von technologischen und
organisatorischen Abhängigkeiten und von gesetzlichen, vertraglichen sowie
freiwilligen Vereinbarungen aus und bestimmen auf dieser Grundlage den
Produktionsfaktorverbrauch sowie die für diesen voraussichtlich entstehenden
Kosten bei angenommenem Produktionsprogramm. Wird der Planung nur ein einziger
Beschäftigungsgrad zu Grunde gelegt, so spricht man von einstufiger
analytischer Kostenplanung. Werden alternative Beschäftigungsgrade geplant, so
liegt mehrstufige analytische Kostenplanung vor.
(3) Möglich ist auch die kombinierte Anwendung statistischer
und analytischer Methoden. Sie besteht darin, dass Teile der
Kostenbestimmungsfaktoren unter Anwendung statistischer Methoden, andere Teile
unter Anwendung analytischer Methoden geplant werden.
Eine klassische intuitive Methode stellt die Delphi-Methode
dar. Dabei werden Kostenschätzungen/-prognosen durch Experten
(Kostenstellenleiter, neutrale Spezialisten) in mehreren Stufen vorgenommen.
Die Kostenplanung erfolgt auf der Grundlage der Durchschnittswerte der
Schätzung.
4. Strukturelemente
Strukturelemente der Kostenplanung sind neben den Zielen
Restriktionen und Aktionsparameter.
(1) Restriktionen können im Beschaffungsbereich (begrenzt zur
Verfügung stehende Produktionsfaktormengen), im Produktionsbereich (begrenzte
Kapazitäten) und im Absatzbereich (begrenzte Absatzmengen der herzustellenden
Produkte) bestehen.
(2) Aktionsparameter sind die Faktorpreise, Faktormengen,
Lagermengen, das Produktionsverfahren und das Produktionsprogramm.
Aktionsparameter stellen Entscheidungsgrößen dar, die von dem planenden
Unternehmen beeinflussbar und bei gegebener Planungsperiode zum Teil konstant,
zum Teil variabel sind.
5. Zeitbereich
Zeitbereich der Kostenplanung ist der individuell als
Planungsperiode festgelegte Zeitraum. Grundsätzlich kann die Kostenplanung
langfristige (strategische) und kurzfristige (operative, taktische) Planung
sein. Traditionell liegt der Kostenplanung die kurzfristige Periode zu Grunde,
die i.d.R. auf ein Jahr ausgelegt ist; die Planungsperiode innerhalb dieses
Zeitraums beträgt vielfach ein Quartal oder einen Monat. Nach neueren Verfahren
sind die Zeiträume auch kürzer (Tag, Schicht) und lassen sich bei Realtime
Systemen auf beliebig kurze Zeitbereiche festlegen.
6. Verfahren
Zu unterscheiden sind:
(1) Simultane Gesamtplanung, in die alle Interdependenzen
zwischen den betrieblichen Teilbereichen eingehen. Sie wird allgemein wegen der
auftretenden Interdependenzen als in der Realität nicht durchführbar angesehen.
(2) Erstellung von Teilplänen für die einzelnen betrieblichen
Teilbereiche mit anschließender Koordination. Nach dem Verfahren baut die
Gesamtplanung auf den Plänen für die betrieblichen Teilbereiche auf. Die
Teilpläne sind u.U. in mehreren Stufen aufeinander abzustimmen.
7. Häufigkeit
Die Kostenplanung ist ein auf Wiederholung ausgerichteter
Prozess, der ständig abläuft und die nach Beginn der Planungsperiode gewonnenen
zusätzlichen Informationen über die relevanten Planungsgrößen in die Planung
einbezieht.
II. Kostenplanung in der
Plankostenrechnung
Die Kostenplanung in der Plankostenrechnung erfolgt auf der
Grundlage der Absatz- und Produktionsplanung. Die Absatzplanung erstreckt sich
auf die Art der Produkte, die Produktmengen und die Produktpreise. Die
Produktionsplanung umfasst die Erstellung von Teilplänen für die Bereiche der
Produktionsprogrammplanung, der Bereitstellungsplanung und der
Produktionsverfahrensplanung.
1. Planung
der Faktorpreise
Die Planung der Faktorpreise umfasst die Festlegung des
Planpreises für den einzelnen Produktionsfaktor für die Planungsperiode (Jahr,
Monat). Für wesentliche Entscheidungen im Kostenbereich sind Planpreise
festzulegen, die in ihrem Fristigkeitsgrad dem anstehenden Entscheidungsproblem
angemessen sind (vgl. Kilger,
W./Pampel, J./Vikas, K. 2002).
Methoden der Planung der Produktionsfaktorpreise sind die
Standard- und Prognosepreisplanung. Die Planung von Standardpreisen
(Festpreisen) stellt darauf ab, für die einzelnen Faktoren Planpreise
festzulegen, die über die gesamte Planungsperiode unverändert beibehalten
werden, auch wenn sich während der Periode die Faktorpreise verändern. Es steht
eher die Kostenkontrolle als die Ermittlung von Entscheidungsgrundlagen im
Vordergrund. Dagegen stellt die Prognosepreisplanung primär auf die Ermittlung
von Faktorpreisen als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen ab (Schweitzer,
M./Küpper, H.-U. 1998).
Die Planung der Faktorpreise kann unter Verwendung
quantitativer Planungsmethoden oder intuitiv auf der Grundlage der Prognose
einer Person/Personengruppe für die Planungsperiode vorgenommen werden. Die
quantitative Planung prognostiziert die Faktorpreise auf der Grundlage
mathematisch-statistischer Prognoseverfahren wie der Zeitreihenprognose. Sie
beruht auf Beobachtungsdaten eines bestimmten Sachverhalts aus früheren
Perioden, die chronologisch in einer Zeitreihe geordnet werden. Dabei wird
angenommen, dass die Beobachtungswerte Rückschlüsse auf einen
Entwicklungsprozess zulassen, für den eine Variable prognostiziert werden kann.
Im Allgemeinen werden die Beobachtungswerte in einen idealtypischen Kurvenverlauf
transformiert, der um zufällige Schwankungen bereinigt wird. Voraussetzung für
die Anwendung der Zeitreihenprognose ist die Prämisse der Strukturkonstanz. Die
Faktorpreise werden in Istpreisstatistiken dokumentiert. Bei Vorgabe der
Faktorpreise der Referenzperiode kommt es maßgeblich auf die Verwendung einer
zweckgerechten Prognosemethode an.
2. Planung
der Einzelkosten
Die Planung der Produkteinzelkosten erstreckt sich bei
gegebenen Faktorpreisen auf die Planung des Verbrauchs der Produktionsfaktoren
(Mengenplanung), der dem Produkt direkt zugerechnet werden kann. Im Allgemeinen
werden zu den Produkteinzelkosten die Material-, die Lohn- und die
Sondereinzelkosten gerechnet.
Die Planung der Materialeinzelkosten beruht in der
Plankostenrechnung auf einer genau definierten Alternative des
Produktionsprogramms und -verfahrens. Zudem werden planmäßige Eigenschaften der
in das Produkt eingehenden Materialmengen angenommen. Die Planung der
Materialmengen erfolgt i.d.R. analytisch unter Heranziehung von Stücklisten
über die planmäßig in das Produkt eingehenden Mengen der unterschiedlichen
Materialarten.
Die Behandlung der Fertigungslöhne als Produkteinzelkosten
ist in Frage zu stellen. Fertigungslöhne sind nicht, wie traditionell
unterstellt, marginal veränderlich. Nur für den Fall, dass volle Flexibilität
im Sinne eines fertigungszeitproportionalen Zeitverbrauchs für die
Fertigungslöhne angenommen werden kann, können Fertigungslöhne
beschäftigungsvariable Kosten – und auch dann nur bedingt Einzelkosten – sein (Scherrer, G.
1999).
Ein Problem der Planung von Lohneinzelkosten ist die
Ermittlung des Planlohnsatzes. Er muss neben dem Bruttolohn zumindest alle
Lohnteile umfassen, die dem Arbeitnehmer direkt zurechenbar sind
(Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, freiwillige soziale Leistungen,
betriebliche Altersversorgung). Wird der Planlohnsatz unter Einbeziehung der
angeführten Kostenteile bestimmt, so müssen für die Zurechnung einer Reihe der
angeführten Kostenteile Schlüsselungen vorgenommen werden, die den Charakter
des Fertigungslohns als Einzelkosten in Frage stellen.
Die Planung der Sondereinzelkosten erfolgt nach den
Prinzipien der Planung der Materialeinzelkosten. Sondereinzelkosten sind
entweder Produkt- oder Produktgruppen- bzw. Auftragseinzelkosten. In den
letztgenannten Fällen kann eine Zurechnung auf das Produkt nur im Wege der
Schlüsselung erfolgen, sodass zwar Produktgruppen- bzw. Auftragseinzelkosten,
nicht aber Produkteinzelkosten gegeben sind. Sondereinzelkosten können die
Fertigung (Pläne, Entwicklung, Formen, Modelle und Spezialwerkzeuge, Lizenzen)
oder den Vertrieb (Fracht, Versicherungen, Vertreterprovision) betreffen.
Ein Sonderfall der Einzelkostenplanung betrifft
produktionsbedingte Produktgruppenkosten bei verbundener Produktion
(Kuppelproduktion). Kuppelproduktion ist dadurch gekennzeichnet, dass im Rahmen
eines Produktionsprozesses (z.B. Erdölraffinerie) gleichzeitig mehrere
Produktarten zwangsläufig entstehen. Zur Zurechnung der gemeinsamen Kosten auf
die zwangsläufig entstehenden Produktarten lassen sich bei Kuppelproduktion
fiktive Mengeneinheiten, sog. Kuppelproduktpäckchen, bilden (Riebel, P.
1994), für die eine Planung als Einzelkosten erfolgen kann. Dabei wird
zwischen rohstoffbezogenen, hauptproduktbezogenen und engpassbezogenen
Kuppelproduktpäckchen unterschieden.
3. Planung
der beschäftigungsvariablen Produktgemeinkosten
Die Planung der beschäftigungsvariablen Produktgemeinkosten
erfolgt nach den gleichen Prinzipien wie die der Produkteinzelkosten; es ist
zwischen Faktorpreis- und -mengenplanung zu unterscheiden. Wichtige
beschäftigungsvariable Produktgemeinkosten sind Hilfsstoffe, Betriebsstoffe,
Energie und Hilfslöhne. Die Planung erfolgt für die einzelnen Kostenstellen
kostenartenweise.
Die Planung der Hilfsstoffkosten beruht auf der geplanten
Produktart und Produktmenge bzw. auf der geplanten Bezugsgröße (Maschinenzeit,
Fertigungszeit) einer Kostenstelle. Für die Bezugsgröße müssen Angaben über die
Höhe des Hilfsstoffverbrauchs einer bestimmten Hilfsstoffart in der
Kostenstelle pro Bezugsgrößeneinheit bei der Herstellung einer Einheit eines
bestimmten Produktes bestehen.
Die Planung der Betriebsstoffkosten erfolgt für die einzelne
Kostenstelle anhand von Verbrauchsanalysen der installierten Betriebsmittel auf
der Basis der Produktionsverfahrensplanung. Letztere zeigt die zeitliche und
intensitätsmäßige Belastung der Betriebsmittel in der Planungsperiode.
Die Planung der Energiekosten erfolgt für die einzelne
Kostenstelle als Planung der Energiemengen (Strom, Gas, Wasser). In einem
ersten Schritt wird für die in einer Kostenstelle installierten Betriebsmittel
der Verbrauch an Energie der einzelnen Energiearten pro Bezugsgrößeneinheit bei
vorgegebenen Produktionsverfahren unter Berücksichtigung der planmäßigen
Intensität der Betriebsmittel bestimmt. In einem zweiten Schritt wird der
Verbrauch der Energiearten pro Bezugsgrößeneinheit mit der Anzahl der
Bezugsgrößeneinheiten, in denen die Betriebsmittel in der Planungsperiode
voraussichtlich genutzt werden sollen, multipliziert.
Die Planung der Hilfslohnkosten erstreckt sich zunächst auf
die Planung der Hilfslohnzeiten für die einzelnen Hilfslöhne. Die Zeitplanung
erfolgt auf der Grundlage des geplanten Produktionsprogramms und -verfahrens
der Kostenstelle.
Einzelne der angeführten Kostenarten (Energie-,
Betriebsstoffkosten) sind zum Teil beschäftigungsvariabel (z.B. Stromkosten für
den Betrieb der Maschinen), zum anderen Teil beschäftigungsfix (z.B.
Beleuchtungs- und Heizungskosten der Räume). Für diese Kostenarten ist im
Rahmen der Kostenplanung eine Kostenspaltung (Kostenauflösung) in die variablen
und fixen Teile vorzunehmen.
Planungsverfahren für den Faktorverbrauch der
beschäftigungsvariablen Produktgemeinkosten sind u.a. die Vorgabe von Budgets (Riebel, P.
1994; Ewert,
R./Wagenhofer, A. 205; Kaplan, R.
S./Atkinson, A. A. 1998; Horngren, C.
T./Bhimani, A./Datar, S. M./Foster, G. 2005; Horngren, C.
T./Datar, S. M./Foster, G. 2006) bzw. speziell von activity-based
Budgets (Atkinson, A.
A./Banker, R. D./Kaplan, R. S./Joung, S. M. 2001) oder die
Verwendung von Bezugsgrößen ((Kilger,
W./Pampel, J./Vikas, K. 2002).
4. Planung
der beschäftigungsfixen Produktgemeinkosten
Beschäftigungsfixe Produktkosten (Bereitschaftskosten,
Kapazitätskosten) entstehen durch Entscheidungen über den Aufbau, die
Aufrechterhaltung und die Anpassung der Betriebsbereitschaft an die ökonomische
Situation des Unternehmens. Sie sind von Art, Menge und Wert der hergestellten
und abgesetzten Produkte unabhängig. Bezugsobjekte für beschäftigungsfixe
Produktkosten sind nach traditioneller Kostenplanung zeitliche Intervalle. Sie
können bei Berücksichtigung unternehmensindividueller, prozessspezifischer oder
organisatorischer Bedingungen unterschiedliche zeitliche Dimensionen haben. Die
beschäftigungsfixen Produktkosten werden abhängig von dem maßgeblichen
Zeitintervall bestimmt. Bei vergleichsweise langen Zeitintervallen (z.B. Jahr)
werden für kürzere Planungsperioden (z.B. Monat, Woche) pro rata Verteilungen
der Kosten vorgenommen.
Im Activity-Based Costing erfolgt die Kostenplanung auf der
Grundlage von sich wiederholenden (repetitiven) Tätigkeiten (Aktivitäten) (Cooper,
R./Kaplan, R. 1991; Cooper,
R./Kaplan, R. 1999; Cokins, G.
2001; Atkinson, A.
A./Banker, R. D./Kaplan, R. S./Joung, S. M. 2001; Horngren, C.
T./Bhimani, A./Datar, S. M./Foster, G. 2005; Horngren, C.
T./Datar, S. M./Foster, G. 2006). Für die Tätigkeiten werden
Maßgrößen der „ Kostenverursachung “ (Cost-Driver) festgelegt. Zur Bestimmung der
Planprozesskosten wird für jede festgelegte Bezugsgröße ein Planwert
(Planteilprozessmenge) bestimmt. Den Planteilprozesskostensatz erhält man aus
dem Quotienten aus Planprozesskosten je Teilprozess und der entsprechenden
Planteilprozesskostenmenge.
Die wichtigsten Planbereiche der beschäftigungsfixen
Produktkosten betreffen Betriebsmittelkosten, Personalkosten und Kapitalkosten.
Abschreibungskosten für Betriebsmittel (Gebäude, technische
Anlagen, Maschinen) entstehen als abnutzungsvariabler und -fixer Werteverzehr.
Für die Planung der beschäftigungsfixen Betriebsmittelkosten ist auf
abnutzungsfixen Werteverzehr abzustellen. Das Verfahren der Planung der
Abschreibungskosten besteht in der Festlegung der Abschreibungsbasis, der
Schätzung der voraussichtlichen Nutzungsdauer und der Ermittlung der
planmäßigen Abschreibungskosten. Abschreibungsbasis sind bei pagatorischer
Betrachtung die Anschaffungskosten, bei kalkulatorischer Betrachtung die
Wiederbeschaffungskosten. Maßgebend ist die Schätzung der voraussichtlichen
ökonomischen (wirtschaftlichen) Nutzungsdauer. Sie berücksichtigt neben
technischen weitere, i.d.R. restriktive, Faktoren, wie technischer Fortschritt,
zeitliche Fertigungsbeschränkungen aufgrund von Gesetz oder Vertrag (Lizenz)
und erwartete Nachfrageverschiebungen. Die Abschreibungskosten errechnen sich
beim reinen Zeitverschleiß mit dem Quotienten aus Abschreibungsbasis und
ökonomischer Nutzungsdauer. Bei gleichzeitigem Auftreten von Gebrauchs- und
Zeitverschleiß eines Betriebsmittels sind die Abschreibungskosten durch
Kostenaufspaltung in den beschäftigungsvariablen und -fixen Teil aufzuteilen (Scherrer, G.
1999).
Personalkosten als beschäftigungsfixe Produktkosten umfassen
Gehälter und Hilfslöhne einschließlich Nebenkosten. Die Planung der Gehälter
erfolgt für die Planungsperiode auf der Grundlage der vereinbarten Vergütungen,
die Planung der Hilfslöhne auf der Grundlage der für die Planungsperiode
geplanten Hilfszeiten und der Hilfslohnsätze unter Beachtung der gesetzlichen und
tarifvertraglichen Regelungen.
Kapitalkosten entstehen für den Einsatz von Kapital zur
Finanzierung der Bereitstellung von Produktionsfaktoren für die betriebliche
Leistungserstellung. Sie treten in Form von (kalkulatorischen)
Eigenkapitalzinsen und von (pagatorischen) Fremdkapitalzinsen auf. Bei
Einbeziehung werden die Zinsen auf das Eigenkapital als Opportunitätskosten
behandelt. Die Planung der Kapitalkosten erfolgt unabhängig vom Abstellen auf
den pagatorischen oder kalkulatorischer Charakter der Zinsen auf der Grundlage
des betriebsnotwendigen Kapitals oder des betriebsnotwendigen Vermögens (Franz, K.-P.
1992).
III. Kostenplanung im
Target Costing
1. Grundlagen
Das Target
Costing (Zielkostenrechnung) ist ein Kostenrechnungssystem, das
primär geprägt ist durch die Marktorientierung der Kostenbestimmung, den
Einfluss der Kostenrechnung auf die Produktplanung und Produktentwicklung und
die laufende Kostenverbesserung während des Produktlebenszyklus (Hiromoto, T.
1988; Sakurai, M.
1989; Tanaka, M.
1989; Monden, Y.
1999). Das System des Target Costing
ist in den 1970er-Jahren in Japan zur Bewältigung der Energiekostensteigerungen
als Folge der ersten Ölkrise entwickelt worden.
Die Marktorientierung der Kostenbestimmung im Rahmen der
Kostenplanung hat gegenüber der traditionellen Kostenrechnung einen veränderten
Ansatz. Während die traditionelle Kostenrechnung entsprechend der Fragestellung
„ Wie hoch sind die Produktkosten? “ für ein bestehendes Produkt bei gegebenem
Produktionsverfahren die Kostenplanung vornimmt, leitet die Zielkostenrechnung
entsprechend der Fragestellung „ Was darf das Produkt bei bestimmten
Produkteigenschaften kosten? “ für ein Produkt mit vom Markt gewünschten
Produkteigenschaften die maximal zulässigen Kosten aus dem Preis ab, den der
Markt bereit ist, für das Produkt zu vergüten.
Der Einfluss der Zielkostenrechnung auf die Produktplanung
und Produktentwicklung beruht auf der Erkenntnis, dass die Kosten eines
ingenieurmäßig-technisch festliegenden Produktes bei gegebenem
Produktionsverfahren nur noch in geringem Maße beeinflussbar sind. Das ganz
überwiegende Kostenbeeinflussungspotenzial liegt mit 80 – 90% in der Produktentwicklung.
Der Einfluss der Zielkostenrechnung besteht in der Kostenplanung und
Kostenvorgabe für das gesamte Produkt und für die einzelnen Produktkomponenten.
2. Zielkostenfestlegung
Die Zielkostenplanung (Zielkostenfindung,
Zielkostenfestlegung) beruht auf der Grundlage des markt-, benchmark- oder
standardkostenorientierten Ansatzes. Mit dem Market into Company-Ansatz werden
die Allowable Costs als die bei gegebenen Marktverhältnissen, geplantem
Produktgewinn und in seinen Eigenschaften festgelegtem Produkt maximal
zulässigen Kosten bestimmt. Mit dem Out of Company-Ansatz werden die Zielkosten
bei gegebenen konstruktionstechnischen Faktoren und gegebener
Fertigungstechnologie als Plankosten festgelegt. Mit dem Into and Out of
Company-Ansatz werden neben den Allowable Costs die geplanten (höheren)
Produktkosten als Drifting Costs bestimmt, und es wird als Kostenvorgabe ein
Wert zwischen den beiden Größen festgelegt. Weitere Kostenplanungsansätze im
Target Costing sind der Out of Competitor-Ansatz und der Out of Standard
Costs-Ansatz (Seidenschwarz,
W. 1993, Seidenschwarz,
M. 2002).
3. Zielkostenspaltung
Der in einem ersten Schritt festgelegte Gesamtbetrag der
Zielkosten für ein Produkt wird im Target Costing in einem zweiten Schritt in
die Kostenplanung und Kostenvorgabe für die einzelnen Produktkomponenten
aufgespalten. Die Zielkostenspaltung (Dekomposition) erfolgt in mehreren
Schritten:
(1) Festlegung der Merkmale eines zu entwickelnden und
herzustellenden Produktes unter Zugrundelegung von Marktanalysen über die
gewünschten Produkteigenschaften (Conjoint Analyse);
(2) Gewichtung der Produktmerkmale entsprechend der
Präferenzordnung des Marktes;
(3) Produktentwurf unter Zugrundelegung der Produktmerkmale
und ihrer Gewichtung;
(4) Ermittlung der Plankosten für die Produktkomponenten und
ihrer (relativen) Kostenanteile;
(5) Gegenüberstellung von Kostenanteilen und Teilgewichten
der Produktkomponenten mit Ermittlung des Zielkostenindexes für jede
Produktkomponente, wobei ein Zielkostenindex von > 1 eine kostengünstige,
von < 1 eine kostenungünstige Produktkomponente anzeigt (Scherrer, 1999).
Literatur:
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Rajiv D./Kaplan, Robert S./Young, S. Mark : Management Accounting, 3. A., Upper
Saddle River NJ, 2001
Cokins, G. : Activity-Based Cost
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Cooper, Robin/Kaplan, Robert :
Activity-Based Costing, in: Harvard Manager, Jg. 13, 1991, S. 87 – 94
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kalkulatorischer Kosten, in: Handbuch der Kostenrechnung, hrsg. v. Männel,
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Hiromoto, Toshiro : Another Hidden
Edge – Japanese Management Accounting, in: Harvard Business Review, Jg. 66,
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Horngren, Charles T./Bhimani,
Alnoor/Datar, Skrikant M./Foster, George : Management and Cost Accounting,
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Horngren, Charles T./Datar,
Skrikant M./Foster, George : Cost Accounting, A Managerial Emphasis, Upper
Saddle River NJ, 12. A., 2006
Kaplan, Robert S./Atkinson,
Anthony A. : Advanced Management Accounting, 3. A., Upper Saddle River NJ 1998
Kilger, Wolfgang/Pampel,
Jochen/Vikas, Kurt : Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung,
11. A., Wiesbaden 2002
Monden, Yasuhiro : Wege zur
Kostensenkung. Target Costing und Kaizen Costing, München 1999
Riebel, Paul : Einzelkosten und
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Sakurai, Michiharu : Target
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Scherrer, Gerhard :
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Schweitzer, Marcel/Küpper,
Hans-Ulrich : Systeme der Kosten- und Erlösrechnung, 8. A., München 2003
Seidenschwarz, Werner : Target
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von Küpper, Hans-Ulrich/,Wagenhofer, Alfred, 4. A., Stuttgart 2002, Sp.
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Seidenscharz, Werner : Target
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