Inhaltsübersicht
I. Einführung
II. Der
Verlauf des Produktlebenszyklus
III. Diskussion
des Produktlebenszykluskonzepts
I. Einführung
In der Wirtschaftswissenschaft übertragen Lebenszykluskonzepte
(LZ-Konzepte) die aus den antiken Wissenschaften bekannte Abfolge vom Werden
und Vergehen auf ökonomische Betrachtungsobjekte. Grundlegende Ideen zum LZ
lassen sich bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen, aber erst ab
1950 finden sich explizite Arbeiten zum LZ-Konzept (vgl. Wesner, E.
1977; Rink,
D.R./Swan, J.E. 1979).
LZ-Konzepte stellen zeitbezogene und/oder logische
Beschreibungsmodelle dar, wobei kontrovers diskutiert wird, inwieweit diese
Modelle auch Erklärungs-, Prognose- und Gestaltungscharakter haben (Zehbold, C.
1996).
Wesentliches Darstellungsmittel zur Analyse des LZ ist die
Lebenszykluskurve, die für ein Betrachtungsobjekt (z.B. ein Produkt) in
Abhängigkeit von einer unabhängigen Größe (meist der Zeit) eine oder mehrere
abhängige Größen (z.B. Umsatz, Cashflow, Kapazitätsbedarf oder Deckungsbeitrag
des Produktes) abbildet. Das Intervall der unabhängigen Größe wird begrenzt
durch die Spanne zwischen dem Auftreten des Betrachtungsobjektes und seinem
Verschwinden. Der Verlauf der relevanten Größen wird in der weit überwiegenden
Zahl der Ansätze in Abhängigkeit von der
Zeit als unabhängiger Variable analysiert. Vereinzelt finden sich
Betrachtungen in Abhängigkeit vom kumulierten Forschungs- und
Entwicklungsbudget, wo die Zeit als implizite Größe auftritt (vgl. Krubasik,
E.D. 1982; Haupt, R.
2000). Idealtypisch wird dabei ein S-förmiger Kurvenverlauf angenommen.
LZ-Konzepte werden auf eine Vielzahl von Betrachtungsobjekten bezogen. Insbesondere aus dem Marketing
herrührend stehen das Betrachtungsobjekt \'Produkt\' und seine Aggregate wie
Produktfamilien, Produktgruppen, Technologien (vgl. Pfeiffer,
W./Schneider, W. 1985), Produktfeldern bis hin zu Märkten und
Branchen (vgl. Klepper, S.
1997) sowie seine Disaggregate wie Produktvarianten oder Bauteile (vgl.
zur Aggregationsproblematik Höft, U.
1992; Specht, G.
1996) im Vordergrund. Außerdem finden sich in der Literatur unter anderem
Ausführungen zum LZ von zum Produkt gehörenden Serviceleistungen, von
Potenzialfaktoren (vgl. Zehbold, C.
1996), von Organisationen (vgl. Höft, U.
1992; Kieser, A.
1996), von Unternehmen (vgl. Haupt, R.
2000) oder von Regionen (vgl. Heidenreich,
M. 1997).
Ausgehend von idealtypischen oder für den konkreten
Einzelfall ermittelten/unterstellten LZ-Kurven werden Hinweise auf das
strategische Verhalten in Bezug auf das einzelne Betrachtungsobjekt oder das
Zusammenspiel mehrerer Betrachtungsobjekte gegeben, z.B. für einzelne Produkte
oder für die Zusammensetzung des Produkt-Portfolios eines Unternehmens.
Zur Unterstützung von LZ-Überlegungen durch das
Rechnungswesen und das Controlling sind Ansätze entwickelt worden, die
LZ-bezogene Ideen in das interne Rechnungswesen zu integrieren versuchen (life
cycle costing; vgl. z.B. Senti, R.
1994; Zehbold, C.
1996; Kemminer, J.
1999).
Die folgenden Ausführungen beschränken sich auf den Produktlebenszyklus. Zunächst wird der
Verlauf der PLZ-Kurve erläutert (II.). Anschließend wird das Konzept des PLZ
diskutiert (III.).
II. Der Verlauf des
Produktlebenszyklus
Der Produktlebenszyklus (PLZ) ist ein Instrument der
strategischen Planung bzw. des strategischen Controlling. Er beschreibt für das
Betrachtungsobjekt Produkt den erwarteten (prognostizierten oder geplanten)
oder vergangenen (dokumentierten) Verlauf von Absatzmenge, Umsatz,
Deckungsbeitrag und anderen relevanten Größen in Abhängigkeit von der Zeit und
wird eingesetzt, um Anhaltspunkte für die Finanz-, die Absatz-, die
Produktions- sowie die Forschungs- und Entwicklungsplanung zu erhalten.
Da die zunehmende Komplexität der einzelnen Produkte
insbesondere unter konstruktiven und Serviceaspekten eine Betrachtung des Zusammenspiels
der Lebenszyklen aller Komponenten eines Produktes erforderlich macht (bspw.
sind Produktlebenszyklen im Mehrjahresbereich für Automodelle durchaus üblich,
während Lebenszyklen für einzelne Komponenten, z.B. elektronische Bauteile, die
in diese Automodelle eingebaut werden, häufig nicht länger als einige Monate
dauern), erlangen im Kontext von Überlegungen zur Steuerung von
Wertschöpfungsketten, auch über Unternehmensgrenzen hinweg (Supply Chain
Management), integrierte Überlegungen zum PLZ für alle Komponenten eines
Produktes Bedeutung.
1. Der
idealtypische Verlauf des Produktlebenszyklus
Der Zeitraum, für den das Produkt analysiert wird, kann
unterschiedlich weit gefasst werden (vgl. Abb. 1, Meinig, W.
1995; Kemminer, J.
1999; Höft, U.
1992).
Abb. 1: Komponenten des relevanten Betrachtungszeitraums in
Produktlebenszykluskonzepten
Gemäß der intensiven Beschäftigung des Marketing mit
PLZ-Konzepten steht zunächst der Zeitraum, in dem das Produkt am Markt
auftritt, im Vordergrund. Dabei wird unterschieden in die Marktperiode des
Produktes (Ellinger, T.
1961) als Zeitraum, in dem das Produkt sowohl nachgefragt als auch
angeboten wird, und in den Marktzyklus des Produktes (Bischof, P.
1976). Letzterer umfasst die Marktperiode und erweitert diese um die
Zeiträume, in denen entweder nur ein Angebot (Produktionszyklus) von oder nur eine Nachfrage
(Konsumentenzyklus) nach dem Produkt
existiert (vgl. Klenter, G.
1995). Durch den Produktionszyklus werden produktionswirtschaftliche
Aspekte in die PLZ-Betrachtungen integriert.
Die Betrachtung von Produktlebenszyklen in vor- und
nachgelagerten Zeiträumen führt zur Erweiterung des Marktzyklus um den
Entstehungszyklus, der sich aus (Produkt-)Definitions-/Innovationsphase und
(Produkt-)Entwicklungs- und Marktvorbereitungsphase zusammensetzt (vgl. Höft, U.
1992) und um eine nachfolgende Phase, meist als Entsorgungszyklus
bezeichnet (vgl. Pfeiffer,
W./Schneider, W./Dögl, R. 1986). Überlappungen benachbarter
Teilzyklen sind möglich und beobachtbar. In den drei Teilphasen des
Entstehungszyklus entstehen vorwiegend Kosten, die durch spätere Erlöse im
Marktzyklus zu decken sind; diese Anforderung wird u.a. im Target
Costing aufgegriffen. Üblicherweise wird unterstellt, dass die
Kosten im Entstehungszyklus progressiv von der Innovation über die Entwicklung
bis zur Marktvorbereitung steigen (vgl. Abb. 2).
Im Marktzyklus selbst erfolgt eine weitere formale
Unterteilung in Phasen mit unterstellten charakteristischen Eigenschaften des
Umsatz-, des Grenzumsatz- und des Deckungsbeitrags- bzw. des Gewinnverlaufs, um
phasenspezifische Hinweise zum Einsatz plausibler (Norm-) Strategien zu geben.
Je nach Quelle variiert die Zahl der Phasen, in die der Marktzyklus unterteilt
wird, zwischen drei und sechs (vgl. Höft, U.
1992). Wichtiger als die formale Abgrenzung einzelner Phasen erscheinen
die aus der Abfolge der Entwicklung des unterstellten Umsatz- und
Gewinnverlaufs zu ziehenden Schlüsse bezüglich der vermuteten
Wettbewerbsposition und der daraus resultierenden strategischen Implikationen
sowohl für den Absatz als auch für die Leistungserstellung. Die Aufteilung des
Marktzyklus in fünf Phasen (Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung und Degeneration;
vgl. z.B. Meinig, W.
1995) ist Abb. 1 zu entnehmen, während Abb. 2 den idealtypischen Verlauf
von Umsatz und Gewinn im PLZ-Konzept auf der Basis dieser Phaseneinteilung
zeigt und den Entstehungszyklus einschließt.
Abb. 2: Idealtypischer Verlauf von kumulierten Kosten im
Entstehungszyklus sowie periodenweisem Umsatz und Gewinn im Marktzyklus des
Produktlebenszyklus
Im idealtypischen Fall ist die Entwicklung eines Produktes im
Marktzyklus wie folgt: Die Einführungsphase
ist gekennzeichnet durch beginnende Umsätze bei hohen Einführungskosten (u.a.
zur Überwindung von Marktwiderständen), die durch die Umsatzerlöse nicht
gedeckt werden. Im Übergang zur Wachstumsphase
sind weiterhin progressiv wachsende Umsätze zu verzeichnen. Üblicherweise wird
in diesem Übergang der Break-Even-Point angenommen. In der Wachstumsphase
sollen hohe Umsätze verbunden mit einem Wegfall von Marktwiderständen bei
gleichzeitiger Nutzung einer monopolnahen Situation (mit
Preissenkungspotenzialen) wachsende Gewinne bewirken, die am Ende dieser Phase
ihr Maximum erreichen. Das Produkt wird in dieser Phase verbessert oder differenziert,
neue Marktsegmente werden erschlossen. In der Reifephase steigen die Umsätze weiter, die Wachstumsraten sinken
jedoch. Gleiches gilt für den Gewinn aufgrund der fallenden Umsatzrendite als
Folge von in den Markt eintretenden Konkurrenten und dem damit verbundenen
Preiswettbewerb. Am Ende der Reifephase liegt das Umsatzmaximum. In der Sättigungsphase sinken die Umsätze
absolut. Zum Ende der Sättigungsphase wird die Gewinnzone verlassen. Durch den
Einsatz von absatzpolitischen Instrumenten wie Produkt-Relaunch oder
Produkt-Facelifting versuchen Unternehmen, die Sättigungsphase zu verlängern (Meinig, W.
1995). In der Degenerationsphase
werden durch das Produkt bei sinkenden Umsätzen nur noch Verluste
erwirtschaftet. Wenn nicht besondere Umstände wie Verbundwirkungen des
Produktes zu anderen Produkten oder langfristige Lieferverpflichtungen entgegenstehen,
wird das Produkt in der Degenerationsphase nicht mehr angeboten (vgl. hierzu
u.a. Engelhardt,
H.W. 1989; Hinterhuber,
H.H./Hammer, R.M. 1990).
Erkennbar ist hier die Verbindung des PLZ-Ansatzes zu
Portofoliomodellen: Auf dem \'Norm\'-Weg startet das Produkt in der
Einführungsphase, z.B. in einem Marktanteils-/Marktwachstums-Portfolio, als
\'question mark\', wird zum \'star\' in der Wachstumsphase, zur \'cash cow\' in der
Reife- bzw. Sättigungsphase und scheidet als \'poor dog\' in der
Degenerationsphase aus dem Portfolio des Unternehmens aus. Produkte müssen
nicht notwendigerweise alle Phasen des PLZ durchlaufen. Sie können bereits
frühzeitig aus dem Portfolio ausscheiden, wenn die Aussichten auf einen
nachhaltigen Gewinnbeitrag des Produktes schon in frühen PLZ-Phasen
unrealistisch erscheinen. Nach Sommerlatte/Walsh erreichen nur 10 bis 30 %
aller Produkte die Wachstumsphase (Sommerlatte,
T./Walsh, S.I. 1987) während Bodenstein/Spiller feststellen,
dass je nach Branche sogar zwischen 50 und 98 % aller am Markt eingeführten
Neuerungen scheitern (Bodenstein,
G./Spiller, A. 1998). Wirtschaftlichkeitsüberlegungen sollten
daher nicht nur in bezug auf den PLZ-Verlauf eines einzelnen Produktes bezogen,
sondern stets auch jeweils auf adäquater Aggregationsebene, z.B. für
Produktgruppen, angestellt werden.
2. Die
empirische Relevanz des idealtypischen Verlaufs des Produktlebenszyklus
Der idealtypische Verlauf des PLZ wird theoretisch aus
Ergebnissen der Diffusionsforschung begründet, der hier „ die Vorstellung eines
a priori bekannten [?] Konsumentenverhaltens
in Form normalverteilter Marktreaktionen zugrunde “ liegt (Meinig, W.
1995, Sp. 1401; vgl. Bodenstein,
G. 1988). Die Prämissen für den idealtypischen Verlauf der
PLZ-Kurve sind jedoch kritisch zu diskutieren (vgl. z.B. Meinig, W.
1995): Weder sind die Symmetrieannahmen hinsichtlich der Streuung bei der
Normalverteilung notwendig erfüllt, noch ist die zeitliche Abfolge der
PLZ-Phasen aus dem Verhalten des einzelnen Unternehmens oder den Interaktionen
im Wettbewerb zwingend ableitbar (vgl. III.).
In der Literatur findet sich eine Vielzahl von Untersuchungen
zum empirischen Verlauf von PLZ-Kurven (vgl. Hoffmann, K.
1972; Rink,
D.R./Swan, J.E. 1979). Der idealtypische PLZ-Kurvenverlauf
kann dabei nicht allgemeingültig bestätigt werden, wenn er auch des öfteren
auftritt. Polli stellt für nicht dauerhafte Konsumgüter außerhalb des
Nahrungsmittelbereichs in 75 % der Fälle den klassischen PLZ-Verlauf fest,
während Tellis/Crawford für den Investitionsgüterbereich eine Abhängigkeit des
Umsatzes von Konjunkturzyklen feststellen (Polli, R.
1969; Tellis,
G.J./Crawford, C.M. 1981).
Neben dem klassischen PLZ-Verlauf lassen sich empirisch auch
andere Verläufe, wie in Abb. 3 dargestellt, nachweisen. Zudem ist deutlich,
dass (ausgehend von den Überlegungen zur Zugrundelegung von Normalverteilungen)
auch links- oder rechtsschiefe oder mehrgipfelige Verteilungen eine PLZ-Kurve
bestimmen (vgl. Engelhardt,
H.W. 1989; Meinig, W.
1995).
Abb. 3: Beispiele für empirisch nachgewiesene Verlaufsformen
des Umsatzes im PLZ-Konzept
(vgl. Kotler,
P./Bliemel, F. 2001; Siegwart,
H./Senti, R. 1995; Höft, U.
1992)
III. Diskussion des
Produktlebenszykluskonzepts
Das Konzept des PLZ wird besonders im Marketing und im
strategischen Management ausführlich und kontrovers behandelt.
Unbestritten (aber auch trivial) ist, dass Produkte im Laufe
ihrer Existenz einen LZ durchlaufen. Nötig sind damit Überlegungen zum
(zeitlichen) Verlauf der wesentlichen Kenngrößen dieses Zyklus und zu den
resultierenden Anforderungen an die strategische Planung und die operative
Planung.
Unter relativ einschränkenden Prämissen ist das PLZ-Modell
als Erklärungsmodell und als Vorstufe für Prognosemodelle geeignet. Wird es als
Entscheidungsmodell verwendet, muss es an den Einzelfall angepasst werden.
Der S-förmige Verlauf des Umsatzes im PLZ ist ein
Beschreibungsmodell, das wesentliche Aspekte im Verlauf des Lebenszyklus
anspricht. Für den Einzelfall ist aber weder diese Verlaufsform zwingend (im
Gegenteil sind empirisch häufig andere Verlaufsformen nachzuweisen), noch sind
die aus dem klassischen Verlauf abgeleiteten Handlungshinweise (Normstrategien)
unkritisch zu übernehmen.
Eine wesentliche Schwierigkeit der Nutzung des PLZ-Konzepts
als Prognose- und/oder Entscheidungsinstrument besteht darin, ex ante den Verlauf der Kenngrößen zu
beschreiben und die Zuordnung von Zeitabschnitten zu den Phasen vorzunehmen.
Einerseits ist diese Zuordnung (d.h. die Prognose der Länge und der Lage der
Phasen und die Zuordnung des aktuellen Zeitpunktes im LZ) sachlich schwierig
(ein quantitativer Ansatz ist die Abschätzung der Phasenübergänge über
Umsatzveränderungsraten, vgl. Polli,
R./Cook, V. 1969). Andererseits ist die Abfolge der Phasen
nicht zwingend: Phasen können übersprungen werden oder wiederholt auftreten. Die
zunehmende Verkürzung von Produktlebenszyklen vergrößert diese
Prognoseunsicherheit weiter.
Weitere Probleme liegen darin begründet, dass sich der
PLZ-Verlauf für die Unternehmung nicht als rein exogenes Datum darstellt, sondern dass er auch (u.a. in Bezug auf
Einflüsse des Produktionsprogramms auf den LZ eines Produkts) durch die endogenen (strategischen) Handlungen der
Unternehmung geprägt wird: Die Reaktion auf einen unterstellten PLZ-Verlauf
bedingt diesen et vice versa.
Je detaillierter das jeweilige Betrachtungsobjekt ist, desto
schwieriger wird die Bezugnahme auf Analogien bei anderen Betrachtungsobjekten,
da Einzeleinflüsse einen erheblichen Einfluss auf den PLZ-Verlauf haben können.
Lebenszyklen ähnlicher Produkte können sich signifikant unterscheiden.
Umgekehrt gleichen sich Sondereinflüsse umso stärker aus, je höher der
Aggregationsgrad des Betrachtungsobjektes (Produktgruppe, Produktfeld, Branche)
ist. Damit wird die Ableitung des LZ für ein Betrachtungsobjekt höherer
Aggregationsstufe oft einfacher sein als für ein detailliertes
Betrachtungsobjekt (vgl. z.B. Engelhardt,
H.W. 1989). Werden aus dem PLZ-Ansatz Entscheidungsmodelle
abgeleitet, sind diese Überlegungen allerdings zu ergänzen: Ein höherer
Aggregationsgrad kann ceteris paribus zu einem schlechteren Zielerreichungsgrad
bzw. zu Zulässigkeitsproblemen führen, wenn aggregierte Lösungen aus den
Entscheidungsmodellen disaggregiert werden (vgl. Leisten, R.
1995).
Zusammenfassend stellt das PLZ-Konzept zwar ein sinnvolles
und einfaches Denkschema (Hinterhuber,
H.H./Hammer, R.M. 1990) für die strategische Betrachtung von
Produkten dar, im Einzelfall ist aber zu entscheiden, welcher LZ-Verlauf für
das jeweilige Betrachtungsobjekt geeignet ist. Das auf der klassischen
Verlaufsform des PLZ basierende Modell hat somit ohne Adaption an den
Einzelfall eher didaktischen Wert. Auch darf nicht übersehen werden, dass sich
ökonomische Überlegungen zum PLZ eher auf qualitativem als auf quantitativem
Niveau bewegen und damit der formal-quantitative Ansatz der PLZ-Kurve nur ein
Anknüpfungspunkt für, nicht aber das
Ergebnis von PLZ-Überlegungen ist.
Literatur:
Bischof, Peter :
Produktlebenszyklen im Investitionsgüterbereich, Göttingen 1976
Bodenstein, Gerhard :
Diffusionsforschung, in: Marketing, Jg. 8, 1988, S. 1 – 71
Bodenstein,
Gerhard/Spiller, A. : Marketing: Strategien, Instrumente, Organisation,
Landsberg/Lech 1998
Ellinger, Theodor : Die
Marktperiode in ihrer Bedeutung für die Produktions- und Absatzplanung der
Unternehmung, in: ZfhF, Jg. 13, 1961, S. 580 – 597
Engelhardt, H.W. :
Produkt-Lebenszyklus- und Substitutionsanalyse, in: HWPlan, hrsg. v. Szyperski,
Norbert, Stuttgart 1989, Sp. 1592 – 1602
Haupt, Reinhard :
Industriebetriebslehre, Wiesbaden 2000
Heidenreich, Martin :
Wirtschaftsregionen im weltweiten Innovationswettbewerb, in: Kölner Zeitschrift
für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 49, 1997, S. 500 – 527
Hinterhuber, Hans
H./Hammer, Richard M. : Produktlebenszyklus, in: Handwörterbuch Export und
Internationale Unternehmung, hrsg. v. Macharzina, Klaus/Welge, Martin K.,
Stuttgart 1990, Sp. 1715 – 1727
Hoffmann, Klaus : Der
Produktlebenszyklus: eine kritische Analyse, Freiburg 1972
Höft, Uwe :
Lebenszykluskonzepte, Berlin 1992
Kemminer, Jörg :
Lebenszyklusorientiertes Kosten- und Erlösmanagement, Wiesbaden 1999
Kieser, Alfred :
Lebenszyklus von Organisationen, in: HWProd, hrsg. v. Kern, Werner/Schröder,
Hans H./Weber, Jürgen, Stuttgart, 2. A., 1996, Sp. 1222 – 1239
Klenter, G. : Zeit –
Strategischer Erfolgsfaktor von Industrieunternehmen, Hamburg 1995
Klepper, Steven :
Industry Life Cycles, in: Industrial and Corporate Change, Jg. 6, H. 1/1997, S.
145 – 181
Kotler, Philip/Bliemel,
Friedhelm : Marketing-Management, Stuttgart, 10. A., 2001
Krubasik, E.G. :
Strategische Waffe, in: Wirtschaftswoche, Jg. 25, 1982, S. 28 – 33
Leisten, Rainer :
Iterative Aggregation und mehrstufige Entscheidungsmodelle, Heidelberg 1995
Meinig, Wolfgang :
Lebenszyklen, in: Handwörterbuch des Marketing, hrsg. v. Köhler, Richard/Tietz,
Bruno/Zentes, Joachim, Stuttgart, 2. A., 1995, Sp. 1392 – 1405
Nelson, A.C. : Theories
of Regional Development, in: Theories in Local Economic Development, hrsg. v.
Bingham, R.D./Mier, Robert, Newbury Park/Cal., London 1993, S. 27 – 57
Pfeiffer,
Werner/Schneider, Walter : Grundlagen und Methoden einer technologieorientierten
strategischen Unternehmensplanung, in: Strategische Planung, Jg. 1, 1985, S.
121 – 142
Pfeiffer,
Werner/Schneider, Walter/Dögl, Rudolf : Technologie-Portfolio-Management, in:
Das Management von Innovationen, hrsg. v. Staudt, Erich, Frankfurt/M. 1986, S.
107 – 124
Polli, R. : La politica
del prodotto, Mailand 1969
Polli, R./Cook, Victor :
Validity of the Product Life Cycle, in: JB, Jg. 42, 1969, S. 385 – 400
Rink, D.R./Swan, John E.
: Product Life Cycle Research: A Literature Review, in: Journal of
Business Research, Jg. 3, 1979, S. 219 – 242
Senti, Richard :
Produktlebenszyklusorientiertes Kosten- und Erlösmanagement, St. Gallen 1994
Siegwart, Hans/Senti,
Richard : Product Life Cycle Management, Stuttgart 1995
Sommerlatte, Tom/Walsh,
S.I. : Das strategische Management von Technologie, in: Praxis der
strategischen Unternehmensplanung, hrsg. v. Töpfer, Armin/Afheldt, H.,
Frankfurt/M., 2. A., 1987, S. 298 – 321
Specht, Günter :
Technologie-Lebenszyklen, in: HWProd, hrsg. v. Kern, Werner/Schröder, Hans
H./Weber, Jürgen, Stuttgart, 2. A., 1996, Sp. 1983 – 1994
Tellis, G.J./Crawford,
C.M. : An Evolutionary Approach to Product Growth Theory, in: Journal of
Marketing, Jg. 24, 1981, S. 125 – 134
Wesner, E. : Die Planung
von Marketing-Strategien auf der Grundlage des Modells des Produktlebenszyklus,
Berlin 1977
Zehbold, Claudia :
Lebenszykluskostenrechnung, Wiesbaden 1996
|