Inhaltsübersicht
I. Begriff
II. Gründungsumfeld
III. Typologisierung
der Innovationsfinanzierung
IV. Fazit
I. Begriff
„ Unternehmertum ist das Erkennen, Schaffen und Nutzen von
Marktchancen durch die Gründung von Unternehmungen. Innovatives Unternehmertum
bedeutet, den Markt genau zu beobachten, querzudenken, Bestehendes zu
hinterfragen, neue Produkte zur Befriedigung von Kundenbedürfnissen zu
entwickeln und dadurch neuen Wert zu schaffen. “ (Ripsas, S.
1997)
Die Bezeichnung „ technologischer Spin-off “ wurde Ende der
1950er-Jahre in den USA geprägt und steht für – nicht vorab geplante –
technologische Neben- bzw. Abfallergebnisse und deren Verwertung außerhalb der
ursprünglich vorgesehenen Anwendungsgebiete. Der Begriff wurde dann
insbesondere im Bereich der militärischen Luft- und Raumfahrts-Forschung und
-Entwicklung gebraucht (Maselli, A.
1997). Durch eine Gründungswelle kleiner, überwiegend high-tech-orientierter
Unternehmen in den USA (Boston, Silicon Valley) wurde der Begriff Spin-off seit
den 1960er-Jahren als Bezeichnung für Unternehmen verwendet, die als eine Form
der ökonomischen Organisation die Umsetzung innovativer Potenziale fördert (Enßlin, K. J.
1988; Szyperski, N./Klandt, H.
1981).
Selbstständige, originäre Unternehmensgründungen können
unabhängig von (Start-up), im Einverständnis mit (Spin-off) – oder gegen den
Willen einer Ursprungsorganisation (Split-off) erfolgen. Im positiven Fall
unterstützt die Ursprungsorganisation eine Ausgründung und stellt z.B. Kapital,
Infrastruktur oder Netzwerke von Geschäftspartnern zur Verfügung. Man spricht
daher auch von Inkubatororganisationen. Diese originären Existenzgründungen von
(ehemaligen) Mitarbeitern aus Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, erwerbswirtschaftlichen
Unternehmen oder dem öffentlichen Sektor werden mit dem Ziel aufgebaut,
innovative Dienstleistungen, Produkte oder Prozesse rechtlich und
wirtschaftlich selbstständig zu bearbeiten und zu verwerten. Der Begriff
Spin-off dient also einerseits zur Beschreibung eines Prozesses, andererseits
steht er für das Herauslösen aus bestehenden Organisationen. Split-offs
konkurrieren mit den Interessen der Inkubatororganisation und gehen mit
Konflikten einher, z. B. bei Patentstreitigkeiten. (Enßlin, 1988;
Servatius, 1988)
Das Herauslösen kann also im Einverständnis oder gegen den
Willen der ehemaligen Organisation erfolgen. Im positiven Falle unterstützt die
Ursprungsorganisation die Ausgründung als Inkubator bzw. Brutkasten und stellt
Kapital, Infrastruktur oder Netzwerke von Geschäftspartnern zur Verfügung. Man
spricht daher auch von Inkubatororganisationen (Cooper, A. C.
1975).
Weitet man den Begriff Forschungs- und
Entwicklungseinrichtungen auf zivile Bereiche aus, so impliziert dies, dass
ehemalige Mitarbeiter von Forschungseinrichtungen ihr Know-how in
Spin-off-Unternehmen zur Anwendung bringen (Nathusius, K.
1979; Mahar, J.
F./Coddington, D. C. 1965). Der Begriff Inkubator umfasst also auch
Universitäten und Forschungseinrichtungen.
In Abgrenzung zum Begriff der Spin-off-Unternehmen sind
derivative Unternehmensausgliederungen, (partielle) Management-Buy-Outs oder
Outsourcing-Maßnahmen zu betrachten. Bei Unternehmensausgliederungen wird ein
Teilvermögen (Aktiva, Passiva) einer Gesellschaft auf die neu geschaffene
Organisation übertragen. Im Falle von Management-Buy-Outs
(MBO) werden bestehende Organisationsstrukturen des Inkubators übernommen. Auch
bei Outsourcing-Maßnahmen wird dem innovativen Charakter von Spin-offs durch
neue Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen nicht von Anfang an Rechnung
getragen.
Abb. 1: Spin-offs und verwandte Formen der
Unternehmensgründung (in Anlehnung an Maselli, 1997)
II. Gründungsumfeld und
Innovationsprozesse
Innovative Spin-off-Unternehmen bilden sich häufig aus einem
technologieorientierten, forschungsnahen Umfeld heraus. Eine regionale
Konzentration von Forschungs- und Entwicklungsinstituten, mittleren bzw.
etablierten Technologieunternehmen und ein gut funktionierender Kapitalmarkt
bilden dazu die Keimzelle. Musterbeispiele wie das Silicon Valley in
Kalifornien oder die „ Route 128 “ bei Boston belegen den Erfolg solcher
Agglomerationen. Die Basis eines solchen Gründungsumfeldes liegt im Technologietransfer.
Abb. 2: Stufenmodell einer anwendungsorientierten Forschung (Hofer-Alfeis,
/Spanner, 1999)
Dieser beginnt in der Definitions- und der
Grundlagenforschung. Hier werden die Basistechnologien analysiert und
entwickelt, die in nachfolgenden Stufen der Forschungskette
Anwendungspotenziale finden und vermarktet werden können. Zentraler Bestandteil
der anwendungsorientierten Forschung sind die Phasen der
Konzept/Prototypenentwicklung und -erprobung. Die Impulse für eine
anwendungsorientierte Forschung mit Bezug zu innovativen Produkten und
Dienstleistungen gehen dabei häufig nicht von der Grundlagenforschung, sondern
gerade von konkreten Anwendungsbezügen aus. Hierin liegt also Potenzial für
Start-up-Gründungen.
Die Entstehung von Spin-offs kann mit Schumpeter auf einen Innovationsprozess der Erfindung (Invention),
erstmaligen Nutzung (Innovation) und Verbreitung (Diffusion und Imitation)
zurückgeführt werden (Schumpeter,
J. 1934). In dieser Sichtweise wird die Person des Erfinders von der
des Unternehmers, welcher Innovationen durchsetzt, sauber getrennt. Gerade im
Dienstleistungs- und Informationstechnologiesektor wachsen diese Rollen eng
zusammen. Denn es ist anzunehmen, dass gerade in solchen Spin-offs der Prozess
der Invention und der Innovation eng miteinander verbunden sind, weil es die
Erfinder selbst sind, die in Spin-offs „ ihre Ideen “ wirtschaftlich verwerten
wollen (Szyperski,
N./Klandt, H. 1981).
In Zusammenfassung der bestehenden Erklärungsmodelle wird der
Gründungs- und Wachstumsprozess forschungsnaher Unternehmensgründungen in acht
Phasen gegliedert. (Szyperski,
/Nathusius, 1999).
Die Sensibilisierung und Motivation steht am Beginn des
Gründungsprozesses. Unter dem Gründungsprozess ist die Gesamtheit der Planungs-
und Vorbereitungsschritte für die Aufnahme des Geschäftsbetriebs vor dem
Zeitpunkt zu verstehen, ab dem ein Gründungsvorhaben dem Wettbewerb ausgesetzt
ist.
Für den Zeitpunkt der Realisierung der Planungen, im „ Point
of no Return “ , überlappen sich die beiden Erklärungsansätze. Ein gegründetes
Unternehmen tritt ab diesem Punkt in die (Früh-) Entwicklungsphase des
„ Corporate Life Cycle “ (James, 1973)
ein, der mit dem Modell des Produktlebenszyklus vergleichbar ist. Die
gegründeten forschungsnahen Unternehmen werden je nach Prozessphase als
Start-ups, Wachstumsunternehmen, Reife- bzw. Wendeunternehmen aufgefasst und
nachfolgend einheitlich als Unternehmen bezeichnet.
Abb. 3: Unternehmerischer Prozess einer Spin-off-Gründung
Der erfolgreiche Aufbau eines Spin-off-Unternehmens erfordert
eine gesicherte Basis. Das Unternehmung muss die technischen Anforderungen der
Produktentwicklung und die Managementanforderungen der Vermarktung, der
Finanzierung und des Unternehmensaufbaus bewältigen. Hierzu benötigt sie ein
kompetentes Managementteam, eine hervorragende Produktidee mit sehr guten
Marktchancen, eine breite Kapitalbasis und ein tragfähiges Unternehmenskonzept.
Der Gründungsprozess ist durch die Ideenfindung und
-verfeinerung charakterisiert. Die erarbeiteten Ideen münden in einen Business
Plan, einem schriftlichen Unternehmenskonzept. Der Business Plan beschreibt die
Ziele und Strategien des Unternehmens, die Innovation, den Markt, die
Finanzplanung und die Aufgabenpakete für alle Unternehmensbereiche. Im
Mittelpunkt stehen dabei quantitative und qualitative Aussagen zur
Unternehmensentwicklung, zu den Potenzialen aber auch zu den Risiken. Der
Planungshorizont sollte sich auf drei bis fünf Jahre erstrecken.
Dem Business Plan kommt eine zentrale Funktion für die
Entwicklung junger Technologieunternehmen zu. Eine Beteiligungsgesellschaft
beteiligt sich nur an Unternehmen, die eine hohe Wertsteigerung erwarten
lassen. Der erwartete kalkulatorische Wertzuwachs des investierten Kapitals
liegt zwischen 25 – 50% pro Jahr. Nach etwa fünf bis zehn Jahren verkaufen
Beteiligungsgesellschaften ihre Anteile, z.B. an die übrigen Gesellschafter des
Unternehmens, an andere Unternehmen, oder das Unternehmen wird an die Börse
gebracht. Von diesem Verkauf erhoffen sich Beteiligungskapitalgeber die
angestrebte, hohe Rendite. Ohne einen aussagefähigen Business Plan sind daher
keine erfolgreichen Verhandlungen mit Kapitalgebern zu erwarten. Je höher das
wirtschaftliche und technische Risiko der Innovation und je höher der
Kapitalbedarf ist, desto wichtiger ist ein schlüssiges Gesamtkonzept und vor
allem der Nachweis echter Chancen am Markt. Nach Abschluss dieser Phase im
Gründungsprozess ist der „ Point of no Return “ erreicht (Ripsas, S.
1997).
In jeder Phase des Gründungs- und Wachstumsprozesses weisen
Gründungen bzw. Jungunternehmen unterschiedliche Entwicklungsstadien auf,
stehen neuen Aufgaben- und Problemstellungen gegenüber und müssen sich
hinsichtlich Management, Unternehmensstruktur und technischer Infrastruktur in
geeigneter Weise fortentwickeln oder sie scheitern mittel- bis langfristig.
Forschungsnahe Unternehmen durchlaufen nicht zwingend jede Phase dieses Modells
vollständig. Unterschiede und Varianten innerhalb der einzelnen Phasen und in
deren Ablauf werden besonders durch Branchen- und Technologiespezifika
beeinflusst vgl. Schuster,
/Winkel, 1986, S. 7; Frank, et
al.1999, S. 48 f.). Für alle Entwicklungsprozesse gilt jedoch, dass für das
Überleben einer Unternehmensgründung spätestens in der Frühentwicklungs- und
Wachstumsphase der Break-Even erreicht werden muss (vgl. Busse, 1993,
S. 152 f.).
Nach einer erfolgreichen Entwicklung und Festigung tritt ein
Spin-off-Unternehmen in die fünfte Phase des unternehmerischen Prozesses ein.
Durch eine Erntestrategie oder ein „ Going public “
kann das Spin-off-Unternehmen endgültig etabliert werden. Die eingeworbenen
Mittel werden zur Finanzierung von Firmen- und/oder Partnerakquisitionen oder
dem weiteren Ausbau des Netzwerkes eingesetzt. Mit der abschließenden, sechsten
Phase kann der Gründungscharakter der Unternehmung endgültig abgelegt werden.
Dann können Risikoinvestoren ihre Kapitaleinlagen veräußern und ggf. weitere
Kapitalerträge realisieren. Auf diese Weise kann das eventuell noch bestehende
Management-Team aus der Spin-off-Phase weitere Anteile am Grundkapital
übernehmen.
III. Typologisierung der
Innovationsfinanzierung
Die Formen und Instrumente der Innovationsfinanzierung werden
nachfolgend nach Finanzierungsarten strukturiert und anhand des vorgestellten
Gründungsprozesses eingeordnet.
1. Finanzierungsarten
Der Gründungsfinanzierung muss in den ersten Phasen der
Unternehmensgründung besondere Beachtung beigemessen werden.
Abb. 4: Finanzierungsarten
a) Eigenkapital
Da die Mittel der Innenfinanzierung häufig durch das
aufgebrachte Eigenkapital begrenzt sind, muss ein Spin-off-Gründer zunächst die
Finanzierung durch externe Kapitalquellen sicherstellen (Außenfinanzierung),
bevor über den Umsatzprozess Mittelzuflüsse für das Unternehmen anfallen.
b) (Risiko-)Beteiligungskapital
Im Rahmen der Außenfinanzierung können
Risiko-Beteiligungskapital, staatliche Fördermittel, Fremdkapital oder sonstige
Förderungen bzw. Bezuschussungen eingeworben werden. Durch die Aufnahme von
Risiko-Beteiligungskapital kann der Gesellschafterkreis auf Zeit bzw.
unbefristet erweitert werden. Diesbezüglich ist auch die Klassifizierung nach
Innen- bzw. Außenfinanzierung zu betrachten. Diese Beteiligung kann in einem
bestimmten Gesellschafterkreis oder in einem unbestimmten erfolgen. In der
Gründungsphase kann in der Regel von einem bestimmten Gesellschafterkreis
ausgegangen werden. Das Risikokapital kann daher von Business
Angels oder Venture-Capital-Gesellschaften
bereitgestellt werden.
Business Angels
sind Investoren, die als private Eigenkapitalgeber für Unternehmensgründungen
oder Expansionen fungieren und gleichzeitig ihre Erfahrungen über Märkte und
Management sowie ihre Netzwerke zur Verfügung stellen. Sie verfolgen also auch
nicht monetäre Ziele und stehen jungen Unternehmen während der Gründung
und/oder in der Wachstumsphase mit Rat und finanziellen Mitteln zur Seite.
Business Angels können in den frühen Gründungsphasen den (geringeren)
Kapitalbedarf schließen, wenn auf dem freien Kapitalmarkt (Banken,
Venture-Capital-Gesellschaften) noch Vorbehalte gegenüber dem Unternehmen
bestehen.
Wie Business Angels
stellen auch Venture-Capital-Gesellschaften Unternehmen mit hohem
Wachstumspotenzial zeitlich begrenzt eigenkapitalähnliches Risikokapital zur
Verfügung. Diese Gesellschaften bevorzugen dabei Unternehmen, die in
wachstumsstarken Märkten bzw. mit innovativen Technologien arbeiten. Auch
Venture Capitalists wollen sich Einfluss auf die Finanzsituation und das
operative Geschäft eines Spin-off-Unternehmens bewahren. Sie bieten aber auch
Hilfestellung bei kurzfristigen Krisen an und vermitteln ggf. Kontakte. Jedoch
verfolgen Venture-Capital-Gesellschaften im Gegensatz zu den Business Angels
ausschließlich monetäre Ziele und bieten Kapitalbeträge von i.d.R. > 50.000
Euro an. Für Spin-off-Unternehmungen bietet sich eine Zusammenarbeit mit
Venture Capital-Gesellschaften in späteren Phasen des Gründungsprozesses an.
Auch staatliche Organisationen bieten für mittelfristige
Zeiträume von bis i.d.R. 10 – 15 Jahren Beteiligungskapital an. Dieses wird von
Beteiligungsgesellschaften bereitgestellt, kann jedoch nicht notwendigerweise
als Risikokapital angesehen werden. Als weitere Form der Beschaffung von
Beteiligungskapital kann ein Initial Public Offering (IPO), also der Gang an
die Börse, angesehen werden. Diese richtet sich in späteren Phasen des
Gründungszyklus an einen unbestimmten Gesellschafterkreis.
c) Staatliche Fördermittel
Eine weitere wichtige Finanzierungsquelle für
Start-Up-Unternehmungen stellen staatliche Fördermittel dar. Gerade in den
frühen Gründungsphasen können Darlehen, Bürgschaften oder Zuschüsse aus
verschiedenen Existenzgründungsprogrammen beantragt werden. Diese werden von
unterschiedlichen Hierarchieebenen der Öffentlichen Hand, der Europäischen
Union bis zu Kommunalen Organisationen angeboten.
Über Investitionszuschüsse können Fördermittel aus
bundesweiten bzw. regionalen Strukturförderungsprogrammen beantragt werden. Im
Unterschied zu den Zuschüssen stellen Investitionszulagen eine steuerfreie
Möglichkeit der Gründungsfinanzierung dar.
Weiterhin existieren vielfältige Förderungsmaßnahmen, die
regional stark differieren und von denen daher nur einige exemplarisch genannt
werden:
-
Überbrückungsgeld (Arbeitsamt),
-
Einstellungszuschuss (Arbeitsamt),
-
Aktionsprogramme Jungunternehmen
-
Ausbildungszulagen
-
Aufstiegsfortbildungsmaßnahmen.
d) Fremdkapital
Auf dem Kapitalmarkt können Start-Up-Unternehmungen
Fremdkapital aufnehmen. Dies kann in Form von Darlehen oder Krediten erfolgen.
Diese i.d.R. langfristig ausgelegten Finanzierungsmittel sind häufig mit hohen
Sicherungsauflagen verbunden und stehen Unternehmensgründern häufig erst in
späteren Phasen des Gründungsprozesses zur Verfügung.
e) Sonstige
Neben weiteren, bisher nicht eingeordneten
Außenfinanzierungsmaßnahmen der Öffentlichen Hand stellen auch
(Dach)Organisationen, z.B. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern u.a.
Finanzmittel für Unternehmensgründungen zur Verfügung.
2. Finanzierungsinstrumente im Prozess der
Spin-off-Gründung
In der Gründungsvorbereitungsphase wird die Finanzierung
eines Spin-off-Unternehmens überwiegend durch Eigenkapital (Ersparnisse, etc.)
getragen. Die Mittel werden zur Forschung und Entwicklung (F&E) von
Prototypen bzw. Dienstleistungen und zur Erstellung des Unternehmenskonzeptes
eingesetzt.
Kommt es zur Gründung, können auch erste staatliche
Fördermittel eingesetzt werden, um die Aufwendungen der Gründung (Büro,
Erstausstattung, Mitarbeiter, etc.), die Produktentwicklung und die
Ausarbeitung eines Marketingkonzeptes zu decken.
Schon von der Gründung an, spätestens jedoch, wenn in der
Start-Up-Phase die Entwicklung des jungen Unternehmens schnell voranschreitet,
sollten Risikokapitalgeber in die Finanzierung einbezogen werden. Mit dem
eingeworbenen Kapital kann die Produktion bzw. der Vertrieb von Produkten und
Dienstleistungen vorangetrieben werden. Auf diese Weise kann das Unternehmen
wachsen und die Verlustzone verlassen.
Abb. 5: Spin-off Finanzierung und Mittelverwendung
(idealtypisch) (in Anlehnung an Busse, 1993)
In der anschließenden Wachstumsphase erreicht ein
Spin-off-Unternehmen ggf. eine Größe, die für Venture-Capital-Gesellschaften
interessant wird. Nun können höhere Beträge an Risikokapital dazu verwendet
werden, einen starken Wachstumsprozess zu finanzieren, mit dem bisher
bearbeitete Märkte weiter durchdrungen, neue Marktpartner gewonnen und ggf.
internationale Märkte erschlossen werden können. Gleichzeitig können die
Produktion sowie der Vertrieb an die neuen Anforderungen angepasst werden.
Im Erfolgsfall erreicht das Unternehmen eine Größe, mit der
Darlehens- bzw. Kreditaufnahmen auf dem Kapitalmarkt durch Sicherheiten gedeckt
werden können. Die Mittel werden für gezielte (Firmen)Akquisitionen, für den
weiteren Ausbau des Partnernetzwerks oder für die Finanzierung eines IPO
eingesetzt. So können ein nachhaltiges Wachstum und die Etablierung der
Unternehmung am Markt gesichert werden.
An diese fünfte Phase kann sich eine Phase der Desinvestition
anschließen, in der beteiligte Risikokapitalgeber ihre Kapitalanteile am Markt,
an der Börse, an die Unternehmensgründer und/oder andere Interessenten
veräußern und ihre Rendite realisieren. Damit endet der Prozess der
Finanzierung einer Unternehmensgründung.
IV. Fazit
Bei der Beurteilung und Einschätzung von Marktpotenzialen
innovativer Produkte und Dienstleistungen mit einem hohen Anteil an
Informatikkompetenz spielen die Kritik und Einschätzung unabhängiger Analysten
eine strategische Rolle. Zentrale Kriterien sind dabei das Innovationspotenzial
der Produktidee (completeness of vision) und die dem Unternehmen zur Verfügung
stehenden Ressourcen der Produktentwicklung und Markterschließung (ability to
execute). Hierbei spielen für technologieorientierte Unternehmen strategische
Kooperationen – insbes. mit etablierten Unternehmen der Softwareindustrie –
eine entscheidende Rolle, da nur so internationale Vertriebsstrukturen
aufgebaut und genutzt werden können. Nur Spin-off-Unternehmen, die es schaffen,
in einer Technologie eine relative Führerschaft (leader) zu erreichen und zu
festigen, haben die Chance, eine kritische Marktmacht zu erreichen und sich
dauerhaft im Markt zu etablieren.
Es ist somit nicht ausreichend, nur in einer der beiden
Kategorien eine führende Position einzunehmen. Eine Produktinnovation ohne die
notwendigen Ressourcen zur Markterschließung ist somit zum Scheitern
verurteilt. Dies gilt auch analog für Produktentwicklungen mit hohem Ressourceneinsatz
ohne entsprechende Vision.
Literatur:
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Frank, H. : Fördernde und hemmende
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wirtschaftliche Angelegenheiten, Wien 1999
Hill, G. : Market Opportunities and
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Hofer-Alfeis, J./Spanner, C. : Das
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Ansätze für das wandlungsfähige Unternehmen, hrsg. v. Hofer-Alfeis, J./Spanner,
C., Marburg 1999, S. 404
IDS Scheer AG, : Saarbrücken 1996
James, B. G. : The Theory of the
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Schumpeter, J. : The Theory of Economic
Development, Cambridge 1934
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Servatius, H. G. : New Venture
Management, Erfolgsorientierte Lösung von Innovationsproblemen für
Technologie-Unternehmen, Wiesbaden 1988
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Szyperski, N./Nathusius, K. : Probleme
der Unternehmensgründung – Eine betriebswirtschaftliche Analyse
unternehmerischer Startbedingungen, 2. Aufl., Köln 1999
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