Inhaltsübersicht
I. Einführung
II. Ausmaß
und Determinanten des Gründungserfolgs
III. Der
Geschäftsplan als zentrales Instrument der Gründungsplanung
I. Einführung
1. Ziele
und Nutzen
Ziel der Gründungsplanung ist die Beurteilung und Optimierung
der Überlebensaussichten und Wachstumschancen von Unternehmensgründungen.
Gründungsplanung ist somit Ausgangspunkt und zentrales Element des
Gründungsmanagement. Im Zuge der Gründungsplanung wird der Ressourcenbedarf für
die Realisierung von vorgegebenen Wachstums- bzw. Überlebenszielen ermittelt.
Das Vorgehen bei der Gründungsplanung wird von der Art der beabsichtigten
Gründung, insbesondere der Finanzierungsform und der antizipierten
Geschwindigkeit des Aufbaus der Gründung beeinflusst. Die Gründungsplanung
betrifft den Zeitraum von der Gründungsentscheidung bis zur Etablierung des
gegründeten Unternehmens (Freier, P.
2000, S. 57 ff). Im Laufe der Gründungsplanung werden Informationen
ermittelt und dokumentiert, die für die Gründer, Kapitalgeber, Mitarbeiter,
Kunden und Zulieferer des gegründeten Unternehmens relevant sind. Das zentrale
Instrument der Gründungsplanung ist der Geschäftsplan (Business Plan).
Empirische Studien haben gezeigt, dass systematisch durchgeführte
Gründungsplanung die Erfolgsaussichten von Unternehmensgründungen erhöht (Jungbauer-Gans,
M./Preisendörfer, P. 1991; Schwenk,
C./Shrader, C. 1993; Scheffczyk,
M. 1999; Gruber, Marc
2005).
2. Gründungsplanung
und Gründungstyp
Gründungen können systematisch in derivative und originäre
Gründungen unterteilt werden (Szyperski,
N./Nathusius, K. 1977, S. 26 f). Bei derivativen Gründungen
werden Ressourcen und Strukturen aus existierenden Unternehmen in eine
rechtlich eigenständige Unternehmung überführt. Die Gründungsplanung muss in
diesem Fall den Aufbau eigener Ressourcen und Strukturen nur in eingeschränktem
Umfang betrachten. Originäre (oder de
novo) Gründungen übernehmen keine bestehenden Produktionsfaktoren oder
Organisationsstrukturen. Der somit erforderliche Aufbauprozess führt
zusätzliche Unsicherheit und Risiken in die Planung ein.
Originäre Gründungen, die hier im Vordergrund stehen sollen,
lassen sich anhand des Innovationsgrades der wirtschaftlichen Aktivitäten oder
anhand ihres Wachstums(potenzials) klassifizieren (Freier, P.
2000, S. 18). Der Großteil von originären Gründungen verfolgt bekannte
Produkt-Markt-Kombinationen – beispielhaft hierfür ist die Gründung von
Handwerksbetrieben. In diesem Fall kann die Gründungsplanung auf weitgehend
vorgegebenen und erprobten Geschäftsmodellen aufbauen. Innovative Gründungen
werden mit der Absicht betrieben, neue Produkt-Markt-Kombinationen zu realisieren.
Diese Gründungen sind vergleichsweise höheren Risiken ausgesetzt und erfordern
eine detaillierte Begründung des von ihnen verfolgten Geschäftsmodells bzw.
ihrer Produkte oder Dienstleistungen.
Alternativ können Gründungen ex post nach dem realisierten Wachstum oder ex ante nach ihrem Wachstumspotenzial klassifiziert werden.
Innovative Gründungen können größere Wachstumsraten und Erträge aufweisen,
scheitern aber auch häufiger. Gründungsplanung für die letztgenannte Gruppe
stellt eine besondere Herausforderung dar, da die Unternehmensentwicklung mit
großen Risiken und Unsicherheit behaftet ist. Außerdem verlaufen die
Entwicklungsphasen schneller als bei anderen Formen von Gründungen.
Die Form der Unternehmensfinanzierung kann ebenfalls Ausmaß
und Struktur der Gründungsplanung maßgeblich bestimmen. Gründungen mit hohem
Wachstumspotenzial werden häufig durch Wagniskapital (Venture Capital)
finanziert (Roberts, E.B.
1991). Die Kapitalgeber sind in diesem Fall als Eigentümer am Unternehmen
beteiligt und können stärkere Kontroll- und Verfügungsrechte ausüben als im
Fall der Finanzierung durch Fremdkapital. Auch die Informationsbedürfnisse von
Wagniskapitalfinanzierern schlagen sich in verstärkten Anforderungen an die
Planungstiefe und -sorgfalt nieder.
II. Ausmaß und
Determinanten des Gründungserfolgs
1. Modelle
der Unternehmensentwicklung
Zur theoretischen Diskussion der Unternehmensentwicklung sind
eine Reihe von Phasenmodellen entwickelt worden (vgl. Greiner, L.E.
1972; Tushman,
M.L./Romanelli, E. 1985). Die Zahl und Abgrenzung einzelner
Entwicklungsphasen in diesen Modellen unterscheidet sich erheblich. Die in der
Gründungsplanung eingesetzten Abgrenzungen werden in Abhängigkeit vom
jeweiligen Gründungstyp gewählt. Häufig wird die Unternehmensentwicklung in
eine Vorgründungsphase (Geschäftsidee und Gründungsentscheidung, formale
Gründung) und eine Nachgründungsphase gegliedert. Üblich ist auch die
Verwendung von wichtigen Ereignissen zur Abgrenzung von Phasen. So können die
Entdeckung der Geschäftsidee, das Erstellen des Geschäftsplans, der Abschluss
von Finanzierungsverhandlungen, der Markteintritt und der „ Exit “ – z.B.
erstmaliger Börsengang (IPO) oder Verkauf an ein anderes Unternehmen (Trade
Sale) – zur Abgrenzung von Entwicklungsphasen verwendet werden.
Der Prozess der Unternehmensentwicklung wird durch eine Reihe
von Risiken mitbestimmt, die wissenschaftlich bereits ausführlich untersucht
worden sind. So betrachtet Stinchcombe eine liability
of newness als wesentliche Ursache für die geringe
Überlebenswahrscheinlichkeit neuer, junger Unternehmen (Stinchcombe,
A.L. 1965). In neueren Studien wird allerdings darauf
aufmerksam gemacht, dass neue Unternehmen nicht direkt nach der Gründung,
sondern eher einige Jahre später mit einer besonders hohen Wahrscheinlichkeit
des Scheiterns konfrontiert sind (liability
of adolescence, vgl. Brüderl,
J./Schüssler, R. 1990). Die Größenabhängigkeit der
Überlebenschancen wird von Aldrich/Auster und vielen weiteren Verfassern unter
dem Titel liability of smallness
diskutiert(Aldrich,
H.E./Auster, E. 1986).
Gruber/Harhoff verwenden ein einfaches Phasenmodell, um
kritische Anforderungen an das Gründungsmanagement für einzelne Phasen auf der
normativen, strategischen und operativen Führungsebene aufzuzeigen (Gruber,
M./Harhoff, D. 2001). In schnell wachsenden Unternehmen ist
die Dauer der einzelnen Phasen zeitlich komprimiert, mit der Folge, dass sich
einzelne phasenspezifische Erfolgsfaktoren mitunter sehr rasch verändern.
Normative, strategische und operative Erfolgsfaktoren ergänzen sich und führen
erst in ihrem Zusammenspiel zu einer erfolgreichen Etablierung des
Unternehmens. Ebenso spielen organisationale Lernprozesse und Prozesse des
Wissensmanagements für die Etablierung eine zentrale Rolle, insbesondere wenn
es gilt, das tazite Wissen des Gründers für das Management-Team und die neu
hinzustoßenden Mitarbeiter zu erschließen. Dabei sind im Rahmen der personalen
und organisationalen Entwicklung auch Strukturen zu schaffen, die eine
Arbeitsteilung gestatten und das Unternehmenswachstum unterstützen.
2. Messung
des Gründungserfolgs
Unternehmensgründungen durchlaufen bis zu ihrer Etablierung
einen komplexen Prozess, der nicht einfach in eindimensionalen Erfolgsmaßen
abbildbar ist. Ein einfaches, aber wichtiges Erfolgsmaß ist das Überleben des
Unternehmens über einen vorgegebenen Zeitraum hinaus. Der Erfolg der dann
überlebenden Unternehmen kann weiter differenziert werden, beispielsweise nach
Wertentwicklung, Umsatz- oder Mitarbeiterwachstum oder anhand eines Vergleichs
der Ist-Resultate mit den im Geschäftsplan vorgegebenen Soll-Daten. Aus Sicht
von Wagniskapitalgesellschaften ist die Wertentwicklung maßgebend, aus der
Sicht der Wirtschaftspolitik ist häufig die Beschäftigungsentwicklung von
Gründungen besonders relevant. Je nach Perspektive werden in der
Gründungsliteratur verschiedene Maße des Gründungserfolgs eingesetzt.
3. Überlebenschancen
neuer Unternehmen
In zahlreichen empirischen Studien ist nachgewiesen worden,
dass Gründungen sehr häufig scheitern. Diese hohe „ Gründungsmortalität “ wird
u.a. mit den o.g. Risiken begründet. Creditreform (Creditreform,
1997) gibt an, dass etwa die Hälfte aller
Unternehmensgründungen innerhalb der ersten sechs Geschäftsjahre die
Geschäftstätigkeit wieder einstellt. Die Angaben in deutschen Studien stimmen
ungefähr mit denen aus anderen industrialisierten Ländern überein. Als Gründe
für das Scheitern von Unternehmen werden besonders häufig Finanzierungs- und Informationsdefizite
genannt, nachgeordnet folgen Qualifikationsmängel, Planungsfehler und andere
Probleme (Freier, P.
2000, S. 3).
Für wagniskapitalfinanzierte Unternehmen kann überschlägig
davon ausgegangen werden, dass zwischen einem Drittel und der Hälfte der
Unternehmen innerhalb von fünf Jahren scheitert und insolvent werden. Diese
Betrachtung vernachlässigt allerdings den vorgeschalteten Selektionsprozess der
Finanzierung (zum Selektionsprozess von VC-Unternehmen vgl.
Funke/Gruber/Harhoff/Henkel 2006). Bei besonders kapitalbedürftigen
Hochtechnologiegründungen ist nur ein sehr geringer Anteil aller Gründer oder
Gründerteams, die sich um Wagniskapital bemühen, erfolgreich (Birley,
S./Muzyka, D. 2000, S. 103).
4. Wichtige
Erfolgsfaktoren
Das Überleben des Unternehmens ist allein kein
zufriedenstellender Erfolgsmaßstab. So ist es aus der Sicht von
Wagniskapitalgebern vordringlich, für einen möglichst großen Teil ihrer
Portfoliounternehmen eine drastische Werterhöhung zu erzielen (vgl. Scherer,
F.M./Harhoff, D./Kukies, J. 2000). In zahlreichen empirischen
Untersuchungen wird nach Erfolgsfaktoren gesucht, die im Einflussbereich der
Gründungsplanung liegen. Trotz erheblicher Heterogenität der Ergebnisse und
weiteren Forschungsbedarfs zeichnen sich etliche wichtige Ergebnisse ab:
Teamgründungen sind üblicherweise erfolgreicher als Gründungen durch eine
Einzelperson. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Gründer sich hinsichtlich
Berufserfahrung, Ausbildungshintergrund und anderer Eigenschaften ergänzen
(vgl. z.B. Brüderl,
J./Preisendörfer, P./Ziegler, R. 1996; Roberts, E.B.
1991). Hinsichtlich der finanziellen Ressourcen deuten verschiedene
Studien ebenfalls auf einen positiven Zusammenhang zwischen den zur Verfügung
stehenden Finanzmitteln und dem Unternehmenswachstum hin. Allerdings kann diese
Beziehung auch durch einen positiven Zusammenhang zwischen der von
Kapitalgebern wahrgenommenen Qualität des Gründungsprojektes und der
Bereitstellung von Kapital zustande kommen. Darüber hinausgehend gibt es
Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Gründungserfolg und
strategischen Entscheidungen beschäftigen. Hier lassen sich derzeit aber
noch keine replizierbaren Ergebnisse erkennen. Zur Wechselwirkung zwischen
Gründerteam, Gründungsunternehmen und wirtschaftlichem Umfeld siehe
Müller-Böling/Klandt (Müller-Böling,
D./Klandt, H. 1993). Insgesamt ist im Hinblick auf die
verlässliche Identifikation von Erfolgsfaktoren erheblicher Forschungsbedarf zu
konstatieren.
III. Der Geschäftsplan als
zentrales Instrument der Gründungsplanung
1. Aufgaben
und Zielgruppen
Der Geschäftsplan ist ein integriertes Planungsinstrument für
alle Unternehmensbereiche der Gründung (Sahlmann,
W.H. 1997). Er ist einerseits strategisches Instrument der
Steuerung und Koordination im neuen Unternehmen (Kirsch,
W./Trux, W. 1981, S.424), hat aber auch taktische und
operative Bestandteile (Nathusius, K.
1989, S. 610). Das zentrale Element des Geschäftsplans ist eine
detaillierte Finanzplanung.
Der Geschäftsplan fungiert sowohl als Planungsgrundlage als
auch als Kommunikationsinstrument. Durch explizite Darlegung von Annahmen kann
die zunächst subjektive Einschätzung der Erfolgsaussichten einer Gründung
anhand objektiver Kriterien überprüft werden. Somit lassen sich Risiken und
Chancen der Gründung besser beurteilen – insbesondere von den Gründern selbst.
Wichtige Adressaten des Gründungsplans sind außerdem die Kapitalgeber (z.B.
Banken, Business-Angels, Wagniskapitalgesellschaften, u.a.). Der Geschäftsplan
spielt außerdem eine große Rolle bei der Rekrutierung von weiteren
Führungskräften und in der Kommunikation mit Kunden und Zulieferern. Ggf. sollte
für jeden Adressatenkreis eine geeignete Fassung des Geschäftsplans erstellt
werden.
2. Aufbau
des Geschäftsplans
Abhängig von Branchenzugehörigkeit, Wachstumszielen und
Zielgruppe können Geschäftspläne sich im Aufbau erheblich unterscheiden. Der im
Folgenden dargestellte Aufbau lehnt sich an Empfehlungen von Experten aus
Wagniskapitalgesellschaften und Beratungsunternehmen an (vgl. auch Struck, U.
1990). Geschäftspläne für Gründungen decken meist einen Zeitraum von 3
bis 5 Jahren nach Gründung ab, in bestimmten Branchen, z.B. der Biotechnologie,
auch längere Zeiträume.
a) Zusammenfassung
(Executive Summary)
Die Executive Summary enthält: Angaben zum Geschäftsmodell;
eine Beschreibung des neuen Produktes oder der neuen Dienstleistung sowie des
damit entstehenden Kundennutzens (Customer Value); eine Darstellung der
Wettbewerbsstrategie; Angaben zum Zielmarkt und zu Wettbewerbsvorteilen der
Gründung gegenüber Wettbewerbern; Angaben zu den Mitgliedern des
Gründungsteams; wesentliche Daten aus der Finanzplanung
wie erforderliches Kapital und erwartete Ertragsrate (Rate of Return); ein
Überblick über den Ablauf der Unternehmensentwicklung.
b) Produkte
bzw. Dienstleistungen des Unternehmens
In diesem Abschnitt werden das vom Unternehmen angebotene
Produkt (bzw. im Folgenden: die Dienstleistung) und seine einzigartigen oder
innovativen Eigenschaften detailliert beschrieben. Ausschlaggebend ist dabei
nicht die etwaige technische Neuartigkeit, sondern der vom Produkt geschaffene
Kundennutzen bzw. der Wert des Produktes aus der Sicht des Kunden. Sofern das
Produkt sich noch in der Entwicklung befindet, muss der Status der
Produktentwicklung offengelegt werden. Besondere Bedeutung haben rechtliche
Aspekte – sind Lizenzen oder Know-how Dritter für die Entwicklung oder den
Verkauf des Produktes erforderlich, muss deren Verfügbarkeit diskutiert werden;
ebenso die Existenz eigener Schutzrechte bzw. Anmeldungen solcher Rechte
(Patente, Gebrauchsmuster, Markenrechte, etc. Intellectual Capital).
c) Markt-
und Wettbewerbsumfeld
Dieser Abschnitt enthält eine detaillierte Analyse der
Marktbedingungen. Wichtige Angaben betreffen Marktgröße und -wachstum,
Kundensegmente und mögliche Segmentierungsmerkmale sowie Kriterien bei der Kaufentscheidung
potenzieller Kunden. Außerdem werden die Alleinstellungsmerkmale der eigenen
Produkte und Dienstleistungen dokumentiert. Üblicherweise wird eine
quantitative Abschätzung des erwarteten Marktanteils vorgenommen. Diese wird
häufig eingebettet in die Betrachtung mehrerer Szenarien der Marktentwicklung,
um qualitative Faktoren in die Planung einfließen zu lassen. Bei der
Betrachtung des Wettbewerbsumfeldes wird die Reaktion von Wettbewerbern auf den
Markteintritt durch das neue Unternehmen einbezogen. Für viele Gründungen kann
außerdem die Optimierung des Standortes relevant sein.
d)
Marketing
Dieser Absatz enthält Angaben zur Wettbewerbsstrategie des
Unternehmens, zu Marketing-Mix (product, place, price, promotion),
Markteintritt und Marketingbudget. Kritisch sind insbesondere die Angaben zur
Geschäftsstrategie (regional vs. global, kosten- oder qualitätsorientierte Strategien),
zur Preissetzung, zur Gewinnung von Referenzkunden, zur Markenbildung und zur
Auswahl der Marketingkanäle. Die Abstimmung der Elemente des Marketing-Mix
sollte ebenfalls diskutiert werden. Werden strategische Allianzen im Marketing
mit anderen Unternehmen angestrebt, so ist deren voraussichtlicher Beitrag zur
Unternehmensentwicklung zu bewerten.
e) Operative
Aspekte
Der Aufbau, die Entwicklung und das Controlling von FuE,
Produktion und Distribution stehen hier im Vordergrund. Für FuE sind der
derzeitige Stand der Entwicklungsarbeiten und der Ausbau der FuE zu
diskutieren. Eine Abschätzung der FuE-Aufwendungen und der erforderlichen
Schlüsselressourcen (z.B. wissenschaftliche Mitarbeiter, etc.) unterstützen
diese Angaben. Der Produktionsprozess für das Endprodukt und die für die
Produktion erforderlichen Ressourcen (Grundstücke, Gebäude, Ausrüstungsgüter,
Fachpersonal) werden hier dokumentiert.
f) Gründungs-/Managementteam
und Organisationsstruktur des Unternehmens
Dieser Abschnitt spezifiziert den Übergang von einem
(möglicherweise unvollständigen) Team von Gründern bis hin zur voll
entwickelten Organisationsstruktur der etablierten Unternehmung. Somit müssen
alle Schlüsselpositionen im Management benannt und Vorgehensweise (bzw.
Kandidaten) für ihre Besetzung beschrieben werden. Ebenso muss die Besetzung
etwaiger Aufsichts- und Beratungsgremien des Unternehmens geplant werden. Aus
der Sicht der Investoren spielt das Gründungs- bzw. Managementteam eine
herausragende Rolle – Angaben zu Berufserfahrung, besonderen Fähigkeiten sowie
zur Komplementarität der Teammitglieder sind besonders wichtig. Bei schnell
wachsenden Gründungen haben außerdem Motivations- und Anreizsysteme (z.B. in
Form eines Aktienoptionsplans) eine große Bedeutung.
g) Finanzplanung
Der Finanzplan legt die wesentlichen Annahmen offen, unter
denen die Gründungsplanung durchgeführt wird. Aufbauend auf den Annahmen werden
hier Planbilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen für die Reichweite des
Geschäftsplans vorgelegt. Der Finanzplan schließt mit der Angabe des
erforderlichen Kapitals und der erwarteten Ertragsrate für die Bereitstellung
von Eigenkapital. Häufig werden mehrere Szenarien betrachtet und die jeweiligen
Finanzplanungsergebnisse separat ausgewiesen. Zwingend erforderlich ist eine
Sensitivitätsanalyse, aus der die zentralen Einflüsse auf das Geschäftsergebnis
hervorgehen sollen.
h) Anhang
Der Anhang enthält unterstützende Dokumente, wie z.B.
detaillierte Szenarioanalysen, Abschätzungen von Marktgröße, Zahlungsbereitschaft
der Kunden, Kostengrößen etc., die im Geschäftsplan nur zusammenfassend erwähnt
werden können. Außerdem werden eigene Patentschriften und Lizenzverträge
aufgeführt und ggf. als Kopien beigefügt.
3. Controlling
im gegründeten Unternehmen
Der Geschäftsplan stellt auch eine wesentliche Grundlage für
das Controlling im neuen Unternehmen dar. Im Bereich der Existenzgründungen
wird jegliche Form von Controlling häufig vernachlässigt, während Controlling
bei wagniskapitalfinanzierten Unternehmen durch den externen Kapitalgeber
typischerweise systematisch verfolgt wird. Da die im Geschäftsplan
niedergelegten Planungsannahmen gerade bei VC-finanzierten Unternehmen stark
von den sich real einstellenden Größen abweichen können, sollte der Geschäftsplan
einerseits an neue Entwicklungen angepasst werden, um weiterhin aktuelle
Planungsgrundlage zu sein. Andererseits darf durch diese Anpassung der
Kontrollcharakter der Soll-Ist-Analyse nicht verwässert werden – vor jeglicher
Anpassung ist also auch sorgfältig zu prüfen, i) ob die Abweichungen von den
ursprünglichen Plandaten drastische Veränderungen der Unternehmensstrategie
erfordern oder sogar die Existenz der Gründung unmittelbar bedrohen; oder ii)
ob die Abweichungen auf Fehlentscheidungen der Führungskräfte hindeuten.
Besonders kritisch sind die im Geschäftsplan bzw. in den mit Kapitalgebern
abgeschlossenen Verträgen spezifizierten Meilensteine, deren Erreichen eine
Weiterführung der Finanzierung auslöst (stage financing). Systematische
wissenschaftliche Ansätze, die den Bedürfnissen des Controlling in jungen,
schnell wachsenden Unternehmensgründungen Rechnung tragen, stehen bisher nur in
Ansätzen zur Verfügung.
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