Inhaltsübersicht
I. Unternehmenskooperation
in der Wettbewerbsgesellschaft
II. Theoretische
Erklärungsansätze der Unternehmenskooperation im Überblick
III. Formen
der Unternehmenskooperation
IV. Zum
Prozess der Unternehmenskooperation
I. Unternehmenskooperation
in der Wettbewerbsgesellschaft
In allen modernen Gesellschaften sind Kooperation und
Wettbewerb schon heute mehr oder weniger gleichberechtigte Momente der
Organisation ökonomischer Aktivitäten. Die verbreitete Rede vom Wettbewerb
zwischen Kooperationsnetzwerken, von „ Co-opetition “ (Nalebuff,
Barry J./Brandenburger, Adam M. 1996) und von
Unternehmenskooperation als Wettbewerbsstrategie deutet an, worum es geht.
Unternehmenskooperation, als Wettbewerbsstrategie aufgefasst,
kann die Position von Unternehmen im internationalen Wettbewerb stärken;
deshalb auch die verbreitete Rede von strategischer Unternehmenskooperation. In
Zeiten der zumeist wettbewerbsstrategisch begründeten Forderung nach einem
Efficient Consumer Response, Relationship Marketing und Supply Chain Management
sowie nach dem Eingehen von strategischen Allianzen und
Wertschöpfungspartnerschaften scheint Unternehmenskooperation denn auch vom
Ausnahme- zum Regelfall der Gestaltung interorganisationaler Beziehungen zu
werden. Mehr noch: Es dürfte heute zur Normalität des Managements gehören, den
strategischen Blick aus dem Unternehmen heraus auf die Organisations- bzw.
Kooperationsmöglichkeiten in der so genannten Organisationsumwelt zu richten.
Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Kooperationsstrategie die
Wettbewerbsposition, z.B. durch unbeabsichtigten Wissensabfluss, auch schwächen
kann. Entscheidend kommt es deshalb zum einen auf die Bedingungen an, unter
denen diese Wettbewerbsstrategie gewählt wird, zum anderen auf die konkrete,
organisatorische Ausgestaltung und das Management der jeweiligen Form der
Unternehmenskooperation. Die für die tatsächliche Sicherung von
Wettbewerbsvorteilen notwendige konkrete Organisation und das praktische
Management der Kooperation wird sich dabei in der Qualität der Beziehungen
niederschlagen, die bspw. eher kurz- oder längerfristig, eher formell oder
informell und eher eng oder lose gekoppelt ausgelegt sein können. Konkret ist
z.B. – mit Blick auf die Fristigkeit, die Formalität und die Intensität der
Kopplung – zu regeln, welches Wissen über die Organisationsgrenzen hinweg
kommuniziert werden darf und welches, weil es Bestandteil der Kernkompetenz
eines Unternehmens ist, unbedingt vor Abfluss geschützt werden muss.
Jedes Verständnis von Unternehmenskooperation baut auf dem
Prinzip der i.d.R. durchaus eigeninteressierten Berücksichtigung der Interessen
des Anderen auf und bewegt sich damit unvermeidbar im Spannungsverhältnis von
Autonomie und Abhängigkeit. Einerseits müssen die an einer Kooperation
beteiligten Unternehmen über ein gewisses Maß nicht nur rechtlicher, sondern
auch wirtschaftlicher Autonomie
verfügen. Andererseits impliziert Kooperation eine wie auch immer geartete
wechselseitige Verhaltensabstimmung – und damit das Eingehen von
Abhängigkeiten. Dieser Sachverhalt wird treffend als „ Paradoxon der
Kooperation “ (Boettcher,
Erik 1974) bezeichnet, denn schon das kooperationstypische
Mitberücksichtigen der Interessen des Kooperationspartners im eigenen Handeln
bedroht latent die organisationale Autonomie, schafft aber auch neue
strategische Handlungsspielräume. Unternehmenskooperation stellt vor diesem
Hintergrund „ eine auf die Realisierung von Wettbewerbsvorteilen setzende
Organisationsform ökonomischer Aktivitäten [?], die sich durch
komplex-reziproke, eher kooperative denn kompetitive und relativ stabile
Beziehungen zwischen rechtlich selbständigen, wirtschaftlich jedoch zumeist
abhängigen Unternehmungen auszeichnet “ (Sydow, Jörg
1992, S. 79). Im Unterschied zu Unternehmensnetzwerken, für die diese
Definition ursprünglich entwickelt wurde, richtet sich der Begriff der
Unternehmenskooperation oft auch auf dyadische Beziehungen, thematisiert also
nicht unbedingt die Kooperation in einem komplexeren Beziehungsgeflecht. Wie
der Begriff des Unternehmensnetzwerks – im Unterschied allerdings zu jenem des
Unternehmungsnetzwerks und der
Unternehmungskooperation – schließt
die Rede von Unternehmenskooperation auch den Fall der Kooperation bzw.
Netzwerkbildung im Konzern (s.u. Abschn. III.4.) mit ein.
II. Theoretische
Erklärungsansätze der Unternehmenskooperation im Überblick
Die Zahl der theoretischen Ansätze, die zur Erklärung des
Erfolgs und des Scheiterns von Unternehmenskooperationen herangezogen werden
können, ist nahezu unüberschaubar. Es bietet sich jedoch eine Einteilung in
ökonomische Theorien (i.e.S.) und Interorganisationstheorien an (Sydow, Jörg
1992, S. 127 ff.; Hoffmann,
Werner 1999). Während Erstere ihre Stärke eindeutig bei der
Erklärung der Existenz von Unternehmenskooperation zeigen, sind
Interorganisationstheorien stärker mit dem Wie und damit dem Prozess der
Unternehmenskooperation befasst.
1. Ökonomische Theorien
Die fruchtbarsten ökonomischen Erklärungsansätze sind – neben
der modernen Spieltheorie
– institutionenökonomischer Prägung oder politökonomischer Provinienz. Institutionenökonomische Ansätze, insb.
die Transaktionskostentheorie, aber auch der Prinzipal-Agenten-Ansatz,
erklären die Existenz von Kooperationen mit einem situativen
Koordinationskostenvorteil dieser Organisationsform ökonomischer Aktivitäten
gegenüber sowohl einer marktlichen als auch einer hierarchischen Koordinationsform
(vgl. kritisch dazu Sydow, Jörg
1992, S. 145 ff.). Der im Kern zwar ebenfalls ökonomische, gleichwohl in
erheblichem Maße die Wirksamkeit organisatorischer Prozesse unterstellende
Ressourcenbasierte Ansatz, stellt bei der Erklärung der etwaigen Bevorzugung
von Kooperation gegenüber marktlichen und hierarchischen Koordinationsformen
weniger auf die Kosten- denn auf die strategischen Vorteile dieser
Organisationsform ab, sieht diese aber allein – und anders als moderne
relationale Ansätze – in der Ressourcenakquisition durch Kooperation begründet.
Letztlich kommt es nach diesem Ansatz darauf an, dass zumindest die
Ressourcenkontrolle internalisiert und in nicht substituierbarer und
imitierbarer Art und Weise in der Organisation eines Unternehmens verankert
wird (vgl. dazu Duschek,
Stephan/Sydow, Jörg 2002).
Politikökonomische
Ansätze werden in der betriebswirtschaftlichen Lehre von der
Unternehmenskooperation kaum beachtet, obwohl sie sich im Kern ökonomischer
Argumentationsmuster bedienen. Dies gilt z.B. für die Theorie der flexiblen
Spezialisierung ebenso wie für den Arbeitsprozessansatz (vgl. dazu Sydow, Jörg
1992, S. 185 ff.). Während die Theorie flexibler Spezialisierung auf das
Argument externer Skalenerträge und die Transaktionskostenvorteile einer
Kooperation in einer Region bzw. Kultur setzt, schält der Arbeitsprozessansatz
(und auch der Ansatz globaler Warenketten) neben den Kostenvorteilen
arbeitsteiliger Produktion die Koordinationsproblematik zwischenbetrieblicher
Arrangements (insb. der Subunternehmerschaft) heraus. Beide Ansätze
akzentuieren neben der Ökonomie auch die Frage von Macht und Herrschaft in und
zwischen Organisationen; insb. der Arbeitsprozessansatz stellt das
Herrschaftsinteresse des Kapitals sowie des Managements über Fragen der Ökonomisierung. Diese Herrschaftsperspektive
behindert vermutlich die breitere Rezeption dieser Ansätze in der
Betriebswirtschaftslehre in vielleicht noch stärkerem Maße als ihr für Fragen
praktischen Organisierens zu unspezifischer Charakter.
2. Interorganisationstheorien
Das Spektrum der Interorganisationstheorien ist noch
vielfältiger als das der ökonomischen Theorien i.e.S. (vgl. dazu Sydow, Jörg
1992, S. 191 ff.). Im Wesentlichen geht es diesen zumeist auf die Gestaltung
interorganisationaler Arrangements angewandter Organisationstheorien darum, die
Frage zu erhellen, wie die Kooperationsbeziehungen organisiert werden bzw.
werden sollen. Das Spektrum reicht von der sozialen Austauschtheorie über den
Resource Dependence-Ansatz und den soziologischen Neoinstitutionalismus bis hin
zur neueren Evolutions-, System- und Strukturationstheorie (Ortmann,
Günther/Sydow, Jörg/Windeler, Arnold 1997; Windeler,
Arnold 2001). Sieht man einmal von den zuletzt genannten
Theorieansätzen ab, kann den Interorganisationstheorien der Vorwurf gemacht
werden, dass sie nur ähnlich allgemeine Fragen zum Wie der
Unternehmenskooperation stellen wie die ökonomischen Theorien zu ihrem Warum.
Obwohl hier noch erheblicher Forschungs- genauer: Theoriebedarf besteht, kann
schon eine Auseinandersetzung mit vorliegenden theoretischen Ansätzen das
Management für das Wie der Unternehmenskooperation sensibilisieren.
III. Formen der
Unternehmenskooperation
Detaillierte Gestaltungshinweise sollte man allerdings nicht
erwarten. Dies liegt nicht zuletzt auch an der Vielfalt möglicher Formen der
Unternehmenskooperationen, denen von keiner der genannten Theorien bislang
hinreichend Rechnung getragen wird. Dies gilt nicht einmal für die populäre
Unterscheidung vertikal, horizontal und lateral ausgerichteter Formen,
geschweige denn für noch konkretere Ausgestaltungsformen (z.B. auch der
Kooperation im Konzern).
1. Kooperation in der Wertkette: Vertikale
Unternehmenskooperation
Der Trend zu mehr Unternehmenskooperation lässt sich am
offensichtlichsten entlang der Wertkette beobachten. Die intensive
Zusammenarbeit mit Lieferanten
firmiert in der Praxis unter so unterschiedlichen Begriffen wie
Zulieferkooperation, Supply Chain Management und Wertschöpfungspartnerschaft (Sydow,
Jörg/Möllering, Guido 2004). In der wissenschaftlichen Literatur ist
schon früh der Begriff der „ Quasi-Integration “ (Blois, Keith
J. 1972) dafür genutzt worden, die enge, oft machtvolle Einbeziehung
von Lieferanten in den Wertschöpfungsprozess zum Ausdruck zu bringen. Die
machtvolle Einflussnahme auf die Zusammenarbeit mit Lieferanten durch entweder
Hersteller oder Händler schließt allerdings nicht aus, dass die Interessen des
Wertschöpfungspartners mit bedacht werden. Im Gegenteil: Gerade auch der
Begriff der Zulieferkooperation bzw.
Wertschöpfungspartnerschaft hat,
sofern er wirklich ernst gemeint ist und nicht zur Verschleierung realer
Interessenunterschiede und Machtdivergenzen genutzt wird, die Berücksichtigung
der Interessen des Gegenüber zur Voraussetzung. Dies gilt auch für den Begriff
der strategischen Allianz, die auch mit Lieferanten oder Kunden eingegangen
werden kann, obwohl seit Jahren Bemühungen zu erkennen sind, diesen Begriff für
die Kennzeichnung horizontaler Unternehmenskooperationen zu reservieren (Backhaus,
Klaus/Meyer, Margit 1993).
Die Kooperation mit Kunden
firmiert unter so unterschiedlichen Begriffen wie Relationship Marketing,
Customer Relationship Management oder Efficient Consumer Response. In fast
allen diesen Fällen kommt es in Zeiten einer zunehmend populären
individualisierten Massenproduktion und informationstechnischen Unterstützung
darauf an, den Kunden als gleichsam externen Faktor in die Produktion zu
integrieren (Kleinaltenkamp,
Michael 1997). Dabei erstreckt sich die Verhaltensabstimmung
zwischen den Unternehmen zunehmend, wie schon vor Jahrzehnten vom Konzept des
vertikalen Marketings gefordert (Irrgang,
Wolfgang 1993), auf den gesamten Absatzkanal. Zu einer – ggf. auch
mehrstufigen – Kundenintegration kommt es dabei allerdings nur im
produktionstheoretischen Sinne. Organisationstheoretisch wäre angemessener von
Kundenkooperation die Rede, wie sie bspw. in Dienstleistungsnetzwerken
typischerweise zu finden ist (Sydow, Jörg
2000). Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang schließlich noch die
innovationsorientierte, vom Kunden selbst oder aber vom Lieferanten initiierte
Zusammenarbeit mit Lead Usern (v.Hippel, Eric
von 1988), d.h. Kunden, die besonders früh zukunftsweisende
Ansprüche an die zu entwickelnde Technologie oder das Dienstleistungsangebot
stellen.
Für das Management impliziert die Kooperation in bzw. entlang
der Wertkette, die Interessen der am Wertschöpfungsprozess beteiligten Kunden
und Lieferanten stärker aufeinander abzustimmen und daraus resultierende
Autonomieverluste in anderen Bereichen zu kompensieren, z.B. indem
Alleinstellungsmerkmale gegenüber Wettbewerbern gestärkt werden.
2. Kooperation mit Wettbewerbern: Horizontale
Unternehmenskooperation
Trotz der Dominanz der vertikalen Unternehmenskooperation
sind in verstärktem Maße auch horizontale Kooperationen (auf einer Stufe der
Wertkette) zu beobachten. Dies gilt mit Bezug auf nahezu alle Funktionsbereiche
unternehmerischer Aktivitäten: F&E, Beschaffung, Produktion und Absatz.
Entsprechend häufig sind in Zeiten, in denen zur „ Zusammenarbeit mit Marktrivalen “
(Hamel,
Gary/Doz, Yves L./Prahalad, Coimbatore K. 1989) aufgerufen wird,
Forschungs-, Entwicklungs-, Beschaffungs-, Produktions- und
Marketingkooperationen zwischen Wettbewerbern zu finden. Oftmals sind solche
horizontalen Formen der Unternehmenskooperation multiplex, beschränken sich
also z.B. nicht auf einen Funktionsbereich, sondern beziehen die Verhaltensabstimmung
auf mehrere Bereiche (vgl. auch Hoffmann,
Werner H./Scherr, Maximilian 1999).
Das Management dieser horizontalen Formen der
Unternehmenskooperation unterscheidet sich von vertikalen – und auch lateralen
– Ausprägungen v.a. durch das noch offensichtlichere und auch deutlich anders
gelagerte Spannungsverhältnis von Kooperation und Wettbewerb (vgl. dazu schon Sydow, Jörg
1992, S. 93 f.). Horizontale Unternehmenskooperationen gelten deshalb nicht nur
als schwerer zu managen, sondern als grundsätzlich fragiler als vertikale.
3. Diversifikation durch Kooperation: Laterale
Unternehmenskooperation
Laterale Formen der Unternehmenskooperation erlangen v.a. im
Zuge der Diversifikation des Produkt- und/oder Dienstleitungsangebots von
Unternehmen Bedeutung (Bea, Franz
Xaver 1988). Die Kooperationsalternative bietet gegenüber der Diversifikation
durch sowohl internes Wachstum als auch Fusionen und Übernahmen (Mergers and
Acquisitions) den Vorzug besserer Risikobegrenzung und größerer
organisatorischer Flexibilität.
Das Management lateraler Kooperationsbeziehungen hat zwar
deutlich weniger mit dem Konkurrenzproblem zu rechnen, wohl aber mit
heterogenen Interessen und Praktiken.
4. Exkurs: Kooperation in
Gemeinschaftsunternehmen und Konzern
Eine Form der Unternehmenskooperation eigener Art ist das
Gemeinschaftsunternehmen oder Joint Venture. Hier kooperieren zwei oder mehr
Unternehmen in der Weise, dass sie für die Erfüllung der Kooperationsaufgabe
gemeinschaftlich ein Unternehmen gründen und führen. Im Falle einer Dominanz
durch einen der Kooperationspartner und der praktischen Ausübung einheitlicher
Leitung entsteht durch die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens nicht selten
ein Konzern.
Überhaupt ermöglicht der Begriff der Unternehmenskooperation,
Kooperationen im Konzern einzubeziehen. Das Besondere für das Management dieser
Form der Kooperation ist, dass die konzerninterne Koordination immer im
Schatten der Möglichkeit zur hierarchischen Anweisung erfolgt. Dies hat
Auswirkungen sowohl auf die Ausgestaltung organisationaler Autonomie als auch
auf die Frage, wie Wettbewerb im Konzern inszeniert und mit Kooperation
zusammengeführt wird.
IV. Zum Prozess der
Unternehmenskooperation
Unternehmenskooperation ist – ähnlich wie der Begriff der
Organisation (vgl. dazu Ortmann,
Günther/Sydow, Jörg/Windeler, Arnold 1997) – nicht nur als Ergebnis,
sondern auch als Prozess zu verstehen. Unternehmenskooperation als Prozess
aufzufassen, kann in seiner sowohl theoretischen als auch praktischen Bedeutung
kaum überschätzt werden (Sydow, Jörg
2006). Mit dem Begriff des Prozesses wird oft die Vorstellung eines bestimmten
Verlaufs einer zwischenbetrieblichen Kooperation verbunden. Lineare und
nicht-lineare sowie interventionsorientierte Entwicklungsmodelle versuchen, mit
zumeist geringem Erfolg, diesen Verlauf näher zu bestimmen (vgl. dazu im
Einzelnen Sydow, Jörg
2003). In der Perspektive moderner Interorganisationstheorien (s.
Abschn. II.2.) werden nicht nur die in diesen Verlaufsannahmen als wirksam
unterstellten Subprozesse sichtbar, sondern auch die im Zusammenhang mit
Aufbau, Unterhalt und Beendigung einer Kooperationsbeziehung zu bewältigenden
Managementanforderungen deutlich. Entscheidend geht es bspw. beim Aufbau einer
Unternehmenskooperation darum, beim Partner, und zwar interpersonal wie
interorganisational, ein gewisses Vertrauen
zu gewinnen bzw. geschenktes Vertrauen in angemessener Form zu erwidern. Beides
erscheint ohne jedwede Form von Kontrolle
nicht möglich, wird doch häufig erst durch sie das für die Vertrauensbildung
notwendige Wissen
generiert, das sodann – im Vertrauensprozess – überdehnt wird. Vertrauen und
Kontrolle bildet, ebenso wie Autonomie und Abhängigkeit bzw. Kooperation und
Wettbewerb, in jedweder Form der Unternehmenskooperation ein besonderes
Spannungsverhältnis aus, das es beim Kooperations- bzw. Netzwerkmanagement –
und zwar in Feinabstimmung auf Form und Prozess der Unternehmenskooperation –
zu berücksichtigen gilt (vgl. dazu Sydow,
Jörg/Windeler, Arnold 2003).
Literatur:
Backhaus, Klaus/Meyer, Margit :
Strategische Allianzen und strategische Netzwerke, in: WiSt, Jg. 22, 1993, S.
330 – 334
Bea, Franz Xaver : Diversifikation
durch Kooperation, in: DB, Jg. 41, 1988, S. 2521 – 2525
Blois, Keith J. : Vertical
quasi-integration, in: Journal of Industrial Economics, Jg. 20, 1972, S.
253 – 272
Boettcher, Erik : Kooperation und
Demokratie in der Wirtschaft, Tübingen 1974
Duschek, Stephan/Sydow, Jörg :
Ressourcenorientierte Ansätze des strategischen Managements – Zwei Perspektiven
auf Unternehmungskooperationen, in: WiSt, Jg. 31, 2002, S. 426 – 431
Hamel, Gary/Doz, Yves L./Prahalad,
Coimbatore K. : Mit Marktrivalen zusammenarbeiten, in: Harvard-Manager, Jg. 11,
H. 3/1989, S. 87 – 94
Hippel, Eric von : Novel product
concepts from lead users, in: Innovation and management: International
comparisons, hrsg. v. Urabe, Kuniyoshi/Child, John/Kagono, Tadao, Berlin 1988,
S. 81 – 101
Hoffmann, Werner H. : Ökonomie von
Unternehmungsnetzwerken: Theoretische Einsichten und empirische Befunde, in:
Arbeit, Personal und Mitbestimmung in Unternehmungsnetzwerken, hrsg. v. Sydow,
Jörg/Wirth, Carsten, München – Mering 1999, S. 31 – 62
Hoffmann, Werner H./Scherr, Maximilian
: Strategische Allianzen österreichischer Unternehmen – Ergebnisse einer
empirischen Untersuchung, in: Journal für Betriebswirtschaft, Jg. 49, H.
3/1999, S. 84 – 107
Irrgang, Wolfgang : Vertikales
Marketing im Wandel, München 1993
Kleinaltenkamp, Michael :
Kundenintegration, in: WiSt, Jg. 26, 1997, S. 350 – 354
Nalebuff, Barry J./Brandenburger,
Adam M. : Coopetition – kooperativ konkurrieren, Frankfurt am Main – New York
1996
Ortmann, Günther/Sydow,
Jörg/Windeler, Arnold : Organisation als reflexive Strukturation, in: Theorien
der Organisation, hrsg. v. Ortmann, Günther/Sydow, Jörg/Türk, Klaus, Opladen
1997, S. 315 – 354
Sydow, Jörg : Management
von Netzwerkorganisationen, 4. A., Wiesbaden 2006
Sydow, Jörg : Dynamik von
Netzwerkorganisationen, in: Die Gestaltung der Organisationsdynamik, hrsg. v.
Hoffmann, Werner H., Stuttgart 2003, S. 327 – 356
Sydow, Jörg : Management von
Dienstleistungsbeziehungen – Kundenintegration in organisations- und
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Sydow, Jörg : Strategische Netzwerke,
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Sydow, Jörg/Möllering,
Guido : Produktion in Netzwerken: Make, Buy & Cooperate, München 2004
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