Inhaltsübersicht
I. Gegenstandsbereiche
II. Erscheinungsformen
III. Funktionen
IV. Anforderungen
V. Ziele
VI. Instrumente
VII. Planungsprozess
VIII. Organisation
I. Gegenstandsbereiche
1. Rahmenbedingungen
Die seit Jahren fortschreitende Sättigung der Märkte hat
bewirkt, dass Unternehmen heutzutage weniger in einem Produkt- als vielmehr in
einem Kommunikationswettbewerb stehen und die Unternehmenskommunikation sich
als ein zentrales Element der Unternehmensführung
(Management) etabliert hat.
Diese Entwicklung ist in Verbindung mit einer Vielzahl angebots- und nachfrageseitiger
Strukturveränderungen zu sehen, die zu verschärften Wettbewerbsbedingungen
geführt haben. So erhöhten sich beispielsweise seit 1990 die Werbeinvestitionen
in Deutschland um etwa ein Drittel (ZAW, 2005,
S. 9), und die Medienangebote sowie die eingesetzten Kommunikationsinstrumente
und -mittel haben sich in einer Art und Weise vervielfältigt, dass von einer
Atomisierung der Medien gesprochen werden kann. In Verbindung mit einer starken
Zunahme der Zahl der Werbetreibenden und beworbenen Marken hat dies auf
Konsumentenseite eine starke Informationsüberlastung zur Konsequenz, auf die
diese häufig mit Formen der Werbevermeidung ( „ Zapping “ ) oder Reaktanzeffekten
reagieren.
2. Begriffliche Grundlagen
Zur Erfassung der Besonderheiten der
Unternehmenskommunikation ist zunächst auf einige grundlegende
Begrifflichkeiten näher einzugehen (Bruhn,
Manfred 2005, S. 2 ff.). So bezeichnet die Unternehmenskommunikation die Gesamtheit sämtlicher
Kommunikationsinstrumente und -maßnahmen eines Unternehmens, die eingesetzt
werden, um das Unternehmen und seine Leistungen den relevanten Zielgruppen der
Kommunikation darzustellen. Unter Kommunikationsmaßnahmen werden in diesem
Kontext sämtliche Aktivitäten verstanden, die bewusst zur Erreichung
kommunikativer Zielsetzungen eingesetzt werden. Nach ihrer Ähnlichkeit lassen
sich die vielfältigen Kommunikationsmaßnahmen gedanklich bündeln und in
unterschiedliche Kommunikationsinstrumente systematisieren (s. Kapitel VI.
dieses Beitrags).
Welche Instrumente jeweils zum Einsatz kommen, ist stark
abhängig von den Zielgruppen, die die Adressaten der Unternehmenskommunikation
darstellen. Grob unterscheiden lassen sich unternehmensinterne (vor allem die
Mitarbeiter) sowie unternehmensexterne Zielgruppen, wie z.B. Kunden, Presse,
Öffentlichkeit und Aktionäre (Kapitalmarktkommunikation, Investor Relations).
Zur Übermittlung der Inhalte, die Unternehmen an ihre
Zielgruppen kommunizieren wollen, dient die Kommunikationsbotschaft. Sie stellt
die Verschlüsselung kommunikationspolitischer Leitideen durch Modalitäten
(Text, Bild, Ton) dar und zielt darauf ab, bei den Rezipienten durch Aussagen
über das Unternehmen oder seine Produkte bzw. Marken die gewünschten Wirkungen
i.S.d. Kommunikationsziele zu erreichen. Damit die Kommunikationsbotschaften
der Unternehmen im Umfeld der starken Reizüberflutung der Konsumenten
wahrgenommen werden, ist die kreative Gestaltung eine wesentliche Aufgabe der
Kommunikationspolitik. Vielfach treten dabei Kommunikationsmittel (z.B. Radiospots,
Zeitschriftenanzeigen, Banner im Internet), die eine reale, sinnlich
wahrnehmbare Erscheinungsform der Kommunikationsbotschaft darstellen, an die
Stelle des persönlichen Kontaktes (Sager,
Bernadette 2001, S. 1865). Ob eine Kommunikationsbotschaft als Text,
Bild und/oder Ton verschlüsselt wird, steht in engem Zusammenhang mit dem
Kommunikationsträger, d.h. dem Übermittlungsmedium, das beispielsweise ein
Informations- oder Unterhaltungsmedium, aber auch ein Geschäftsraum oder
Verkehrsmittel sein kann. In der Praxis ist eine trennscharfe Unterscheidung
zwischen Kommunikationsmitteln und -trägern allerdings häufig schwer
vorzunehmen (Steffenhagen,
Hartwig 2004, S. 152).
II. Erscheinungsformen
Die Vielfalt der Kommunikationsarbeit impliziert
unterschiedliche Kommunikationsprozesse, die nach verschiedenen Kriterien
systematisiert werden können. Hier wird eine Systematisierung nach den
Beteiligten an der Kommunikation (Management, Mitarbeiter, externe
Anspruchsgruppen) sowie der Richtung der Kommunikation (abwärts-, aufwärts-,
seitwärtsgerichtet) vorgenommen. Bei einer Konzentration auf die Kunden als
externe Anspruchsgruppe (die hier zur Veranschaulichung vorgenommen wird)
lassen sich dementsprechend neun Typen von Kommunikationsprozessen
identifizieren (s. Abb. 1).
Abb. 1: Typen von Kommunikationsprozessen (Bruhn,
Manfred 2003, S. 11)
-
Abwärtsgerichtete Kommunikation
Bei der „ abwärtsgerichteten “ Kommunikation gibt der Absender
Informationen an „ nachgelagerte “ Stufen weiter. Dabei kann der Dialog mit den
Kunden entweder durch das Unternehmen bzw. das Management selbst oder die
einzelnen Mitarbeiter initiiert werden. Darüber hinaus kann sich das Management
direkt an die Mitarbeiter wenden, um durch Informationen und Dialogangebote die
Unternehmensstrategien
bzw. Teilprojekte und konkrete Aufgaben zu veranschaulichen, damit die
Mitarbeiter sie in der täglichen Arbeit umsetzen. Darüber hinaus dient die
Mitarbeiterkommunikation der Entwicklung angestrebter Denkhaltungen, im Sinne
einer verfolgten Unternehmensethik, bei den Mitarbeitern.
-
Aufwärtsgerichtete Kommunikation
Die „ aufwärtsgerichtete “ Kommunikation ist dadurch
gekennzeichnet, dass die Absender den Dialog mit einer „ vorgelagerten “ Stufe
suchen. So können sich Kunden entweder an Mitarbeiter oder auch direkt an das
Management wenden, und Mitarbeiter können spezielle Anliegen an das Management
kommunizieren.
-
Seitwärtsgerichtete Kommunikation
Bei Interaktionen im Rahmen der „ seitwärtsgerichteten “
Kommunikation können sowohl Mitarbeiter, das Management oder Kunden als
Absender wirksam werden und ihrerseits mit anderen Mitarbeitern, Vertretern des
Managements (auch anderer Unternehmen) oder Kunden interagieren.
III. Funktionen
Die Unternehmenskommunikation ist i.d.R. zweckgerichtet und
erfüllt für Unternehmen unterschiedliche Funktionen. Auf makroökonomischer
Ebene lassen sich die wettbewerbsgerichtete
Funktion, die sich auf den Aufbau von Wettbewerbsvorteilen gegenüber der
Konkurrenz bezieht, sowie die sozial-gesellschaftliche
Funktion, die u.a. der Beeinflussung des Wertesystems der Gesellschaft
dient, unterscheiden (Bruhn,
Manfred 2005, S. 23 f.).
Auf mikroökonomischer Ebene übernimmt die Kommunikation
oftmals eine Informationsfunktion,
indem sie beispielsweise zur Information der Konsumenten über ein bestimmtes
Produkt eingesetzt wird (Rothschild,
Michael L. 1987, S. 5). Damit wird gleichzeitig auch eine Beeinflussungsfunktion verbunden sein, wenn
das Unternehmen beabsichtigt, die Verhaltensreaktionen der Zielgruppen in eine
gewünschte Richtung zu lenken. Hierzu zählt z.B. die Auslösung bestimmter
Emotionen, eine bestimmte Einstellungsausprägung oder die Auslösung eines
Kaufverhaltens (Kroeber-Riel,
Werner/Weinberg, Peter 2003, S. 47 ff.). Eine dauerhafte
Sicherstellung des Kommunikationserfolges erfordert darüber hinaus eine Bestätigungsfunktion, die darauf
abzielt, die inneren und äußeren Verhaltensweisen der Zielgruppen zu
bestätigen. Mit der zunehmenden Bedeutung eines beziehungsorientierten
Marketing gewinnen zusätzlich die Dialog-
und Interaktionsfunktion kontinuierlich an Bedeutung. Diesen Funktionen
liegt nicht mehr das klassische Sender-Empfänger-Modell zugrunde, sondern es
wird von einem zweiseitigen Kommunikationsmodell ausgegangen, im Rahmen dessen
die Unternehmen einen Pool von Kommunikationsangeboten bereitstellen (Multi
Channel), auf den die Zielgruppen flexibel zugreifen können (Bruhn,
Manfred 2000, S. 14).
IV. Anforderungen
Eine erfolgreiche Realisierung der Funktionen der
Kommunikationspolitik ist an spezielle Anforderungen geknüpft, in deren
Mittelpunkt die Frage steht, durch welche Kriterien sich eine erfolgreiche
Unternehmenskommunikation auszeichnet.
1. Unternehmensperspektive
Aus Perspektvie des Unternehmens sind es primär die
Realisierung von Effektivität und Effizienz in der Kommunikation, die besondere
Anforderungen darstellen (Bruhn,
Manfred 2005, S. 30). In der Praxis sind beide Kriterien aufgrund
der einleitend dargestellten Veränderungen im Kommunikationsmarkt heutzutage
zunehmend schwieriger umzusetzen. Jegliche Kommunikationsmaßnahmen müssen die
herrschende Informationsüberlastung zunächst überwinden, bevor sie ihre
Funktionen überhaupt ausüben können. Demzufolge sind sie auf eine Weise zu
gestalten, dass sie trotz der Kurzzeitigkeit in der individuellen Wahrnehmung
und Verarbeitung ihre Wirksamkeit entfalten können. Eine inhaltliche, formale
und zeitliche Abstimmung von Kommunikationsmaßnahmen in Verbindung mit einer
konsequenten Bildkommunikation bietet die Möglichkeit, Synergieeffekte zwischen
Kommunikationsinstrumenten zu realisieren und sich in der Wahrnehmung der
Zielgruppen erfolgreich zu positionieren (ausführlich zur Integrierten
Kommunikation s. Bruhn,
Manfred 2003 sowie zur Bildkommunikation Kroeber-Riel,
Werner 1993).
2. Zielgruppenperspektive
Aus Sicht der Zielgruppen lassen sich die Anforderungen an
die Unternehmenskommunikation nicht eindeutig formulieren, da sie zielgruppen-
und instrumentespezifisch variieren. So bestehen beispielsweise bei den
erlebnisorientierten Kommunikationsinstrumenten Sponsoring und Event Marketing
besondere Anforderungen hinsichtlich des Unterhaltungswertes der Kommunikation.
Bei den Investor Relations hingegen stehen Kriterien wie Offenheit, Aktualität
und Objektivität der Kommunikation im Vordergrund, um Transparenz in der
Unternehmensführung zu schaffen (z.B. Diehl, Ulrike/Loistl,
Otto/Rehkugler, Heinz 1998, S. 19; Hank, Benno
1999, S. 65 ff.).
Neben diesen instrumentespezifischen Kriterien lassen sich
aber auch solche Anforderungen identifizieren, die über alle Zielgruppen und
Kommunikationsinstrumente hinweg von zentraler Bedeutung sind. Hierzu zählt
insbesondere Glaubwürdigkeit in der
Kommunikation, um die Zielgruppen von den Kommunikationsbotschaften zu
überzeugen. Für die Gestaltung der Kommunikation bedeutet dies, Widersprüchen
zwischen den Aussagen unterschiedlicher Kommunikationsinstrumente zu vermeiden
und auf inhaltliche sowie zeitliche
Konsistenz besonderen Wert zu legen (Bruhn,
Manfred 2003). Um auf die Kommunikationsbedürfnisse
unterschiedlicher Zielgruppen einzugehen und den Aufbau von Beziehungen zu den
Zielpersonen zu fördern, wird darüber eine hohe Zielgruppenspezifität und Individualität
der Kommunikationsmaßnahmen zunehmend wichtiger. In diesem Kontext ist auch Flexibilität in der Kommunikation von
Bedeutung, d.h., dass sich eine Zielperson aus einem breiten Angebot an
Informations- und Interaktionsmöglichkeiten individuell und selektiv spezielle
Angebote auswählen kann.
V. Ziele
1. Funktionen von Kommunikationszielen
Kommunikationsziele übernehmen im Rahmen der
Kommunikationsplanung wichtige Funktionen (s. Steffenhagen,
Hartwig/Funke, Kaspar 1986, S. 546; Steffenhagen,
Hartwig 1993, S. 287). Hierzu zählen die Steuerung von
Entscheidungen (z.B. bei der Auswahl von Kommunikationsinstrumenten) und die
Koordination sowie Motivation der am Kommunikationsprozess beteiligten
Mitarbeiter. Zudem dienen Kommunikationsziele der nachfolgenden Kontrolle der
Kommunikationsarbeit.
2. Ökonomische Ziele
Ökonomische Ziele – wie Absatz, Umsatz oder Gewinn – sind
globale Marktziele und stellen innerhalb des Marketingmix originäre Ziele dar.
Ihr wesentlicher Vorteil liegt darin, dass sie durch monetäre Größen eindeutig
messbar sind. Eine ausschließliche Orientierung an diesen Zielen kommt für Unternehmen
jedoch nicht in Betracht. Zum einen werden monetäre Größen stark vom Einsatz
des gesamten Marketingmix sowie den Maßnahmen der Konkurrenz und der
Absatzmittler beeinflusst. Zum anderen mangelt es ihnen an einer ausgeprägten
Steuerungskraft für die zielorientierte Ausrichtung der Kommunikationsplanung
sowie die Ableitung von Handlungsimpulsen (Steffenhagen,
Hartwig 1993, S. 287; Kroeber-Riel,
Werner/Esch, Franz-Rudolf 2004, S. 35 ff.).
3. Psychologische Ziele
Aus den genannten Gründen werden in der
Unternehmenskommunikation primär psychologische Ziele verfolgt, die sich – im
Zeitablauf betrachtet – wiederum positiv auf die ökonomischen Ziele auswirken
sollen (Mittel-Zweck-Beziehung). Unterscheiden lassen sich kognitive (die Erkenntnis betreffende), affektive (das Gefühl betreffende) und konative (das Verhalten betreffende) Größen (s. Abb. 2).
Abb. 2: Ziele der Unternehmenskommunikation
VI. Instrumente
Zur Realisierung der verfolgten Kommunikationsziele stehen dem
Unternehmen in der externen Kommunikation eine Vielzahl von
Kommunikationsinstrumenten zur Verfügung. Üblicherweise werden die folgenden
Kommunikationsinstrumente unterschieden (ausführlich Bruhn,
Manfred 2005): Mediawerbung; Public Relations; Verkaufsförderung;
Messen und Ausstellungen; Direct Marketing; Sponsoring;
Multimediakommunikation; Event Marketing; Persönliche Kommunikation.
Der Einsatz verschiedener Kommunikationsinstrumente stellt
das Unternehmen vor zwei zentrale Allokationsentscheidungen. So konkretisiert
sich das Effektivitätskriterium in der Wahl desjenigen
Kommunikationsinstrumentes, das zur Erreichung der angestrebten
Kommunikationsziele am besten geeignet erscheint (interinstrumentelle Allokation). Eine Anwendung des
Effizienzkriteriums bedeutet, unter alternativen Kommunikationsinstrumenten
jenes Instrument mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis auszuwählen (intrainstrumentelle Allokation) (Bruhn,
Manfred 2005, S. 30).
VII. Planungsprozess
Voraussetzung für die Gestaltung der
Unternehmenskommunikation ist ein Planungsprozess, der in der Lage ist,
unternehmensindividuell ein umfassendes Konzept für die Kommunikationspolitik
zu erarbeiten. Ein idealtypischer Planungsprozess, wie er in Abb. 3 schematisch
dargestellt ist, lässt sich in seiner Grundstruktur auf jedes einzelne
Kommunikationsinstrument übertragen.
Abb. 3: Übersicht über den Planungsprozess der Kommunikation
(Bruhn,
Manfred 2003a, S. 45)
Da Unternehmen die Kommunikationsplanung für eine Vielzahl
von Kommunikationsinstrumenten vorzunehmen haben, handelt es sich im Prinzip um
zwei unterschiedliche Planungsprozesse, die zusammengeführt und integriert
werden müssen (ausführlich Bruhn,
Manfred 2005, S. 63 ff.; Bruhn,
Manfred 2003, S. 139 ff.):
1. Strategische Planung der Gesamtkommunikation
Auf Ebene der Gesamtkommunikation erfolgt durch eine
übergeordnete Instanz (z.B. die Unternehmensleitung) unter Einbezug aller
relevanten Kommunikationsabteilungen eine Top-down-Planung mit dem Ziel,
sämtliche Kommunikationsmaßnahmen einheitlich für die Gesamtheit des
Unternehmens auszurichten.
2. Strategische Planung einzelner
Kommunikationsinstrumente
Auf Ebene der einzelnen Kommunikationsinstrumente kommt eine
Bottom-up-Planung seitens einzelner Kommunikationsabteilungen zum Einsatz, in
der relativ isoliert der Einsatz der verschiedenen Kommunikationsinstrumente
planerisch festgelegt wird, die sich aber in den verschiedenen Phasen in den
Top-down-Planungsprozess integrieren muss, um eine Abstimmung aller
Kommunikationsmaßnahmen in Hinblick auf ein konsistentes und somit glaubwürdiges
Unternehmensbild zu gewährleisten.
VIII. Organisation
In den meisten Unternehmen dominiert eine funktionale Organisation der Kommunikation,
d.h., dass sich die Organisationsstruktur an den Kommunikationsinstrumenten
orientiert. Je nach Unternehmensgröße existieren unterschiedliche Abteilungen
für Mediawerbung, Sponsoring, Multimediakommunikation u.a. Eine gewisse
Sonderstellung nimmt hierbei Public Relations ein, das oftmals nicht in der
Linie angesiedelt ist, sondern als Stabstelle nahe der Unternehmensleitung.
Nicht im Bereich der Kommunikation ist i.d.R. die Abteilung/Stelle Investor
Relations anzufinden, die sich organisatorisch zumeist beim Finanzvorstand oder
bei kleineren (S-Dax-)Unternehmen direkt beim Vorstandsvorsitzenden befindet (Citigate Dewe
Rogerson, 2001).
Die funktionale Organisation birgt häufig die Gefahr in sich,
dass die verschiedenen Kommunikationsabteilungen nicht intensiv miteinander
kommunizieren und sich infolgedessen Probleme bei der Abstimmung von
Kommunikationsmaßnahmen im Rahmen der Bottom-up-Planung ergeben. Hier bietet
die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie Möglichkeiten, Defizite
in der abteilungsübergreifenden Abstimmung auszugleichen. Interne
Kommunikationsinstrumente wie das Intranet fördern einen internen
Informationsaustausch und öffnen die Chance, einzelne Abteilungen aus ihrer
„ Isolation “ herauszuholen und ihre Arbeit im Sinne einer einheitlichen
Unternehmenskommunikation auszurichten (v.Werder, Axel
v./Grundei, Jens/Talaulicar, Till 2002).
Für die Abstimmung der vielzähligen Kommunikationsmaßnahmen
ist des Weiteren die Institutionalisierung der Stelle eines Chief Communication
Officers (CCO) empfehlenswert. Er stellt quasi eine Verbindungseinheit im Rahmen
der Organisationsentwicklung dar und muss fachübergreifend die Planung,
Durchführung und Kontrolle
der Unternehmenskommunikation realisieren. Während die einzelnen
Kommunikationsabteilungen die zentralen Fachabteilungen darstellen, ist der CCO
die zentrale Koordinationsstelle.
Literatur:
Bittner, Thomas : Die Wirkung von
Investor-Relations Maßnahmen auf Finanzanalysten, Bergisch Gladbach et al. 1996
Bruhn, Manfred :
Kommunikationspolitik. Systematischer Einsatz der Kommunikation für Unternehmen,
3. A., München 2005
Bruhn, Manfred : Integrierte
Unternehmen- und Markenkommunikation. Strategische Planung und operative
Umsetzung, 3. A., Stuttgart et al. 2003
Bruhn, Manfred : Integrierte
Kommunikation und Relationship Marketing, in: Integrierte Kommunikation in
Theorie und Praxis. Betriebswirtschaftliche und kommunikationswissenschaftliche
Perspektiven, hrsg. v. Bruhn, Manfred/Schmidt, Siegfried J./Tropp, Jörg,
Wiesbaden 2000, S. 3 – 20
Citigate Dewe Rogerson, : Studie zur
Organisation der Investor Relations-Bereiche und zur Mitarbeiterbeteiligung,
Düsseldorf et al. 2001
Diehl, Ulrike/Loistl, Otto/Rehkugler,
Heinz : Kapitalmarktkommunikation, Stuttgart 1998
Hank, Benno :
Informationsbedürfnisse von Kleinaktionären: zur Gestaltung von Investor Relations,
Frankfurt a.M. 1999
Kroeber-Riel, Werner :
Bildkommunikation. Imagerystrategien für die Werbung, München et al. 1993
Kroeber-Riel, Werner/Esch,
Franz-Rudolf : Strategie und Technik der Werbung. Verhaltenswissenschaftliche
Ansätze, 6. A., Stuttgart 2004
Kroeber-Riel, Werner/Weinberg, Peter :
Konsumentenverhalten, 8. A., München et al. 2003
Rothschild, Michael L. : Marketing
Communications, Lexington, Toronto 1987
Sager, Bernadette : Werbemittel, in:
Vahlens Großes Marketing Lexikon, hrsg. v. Diller, Hermann, München 2001, S.
1865 – 1866
Steffenhagen, Hartwig : Marketing.
Eine Einführung, 5. A., Stuttgart et al. 2004
Steffenhagen, Hartwig : Werbeziele,
in: Handbuch Marketing-Kommunikation, hrsg. v. Berndt, Ralph/Hermanns, Arnold,
Wiesbaden 1993, S. 285 – 301
Steffenhagen, Hartwig/Funke, Kaspar :
Messen und Ausstellungen. Formulieren Sie präzise Messeziele, die später auch
nachprüfbar sind, in: Marketing Journal, Jg. 19, 1986, S. 546 – 551
Werder, Axel v./Grundei,
Jens/Talaulicar, Till : Organisation der Unternehmenskommunikation im
Internet-Zeitalter, in: E-Organisation. Strategische und organisatorische
Herausforderungen des Internet, hrsg. v. Frese, Erich/Stöber, Harald, Wiesbaden
2002, S. 395 – 423
ZAW, : Werbung in Deutschland 2005,
Bonn et al. 2005
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