Inhaltsübersicht
I. Aspekte
von Produkten und Alternativen der Produktpolitik
II. Produktpolitische
Entscheidungssituationen
III. Muster,
Methoden, Modelle und Management der Produktpolitik
I. Aspekte von Produkten
und Alternativen der Produktpolitik
1. Aspekte von Produkten
a) Zum Paradigmenproblem
Produkte stehen nicht nur als Hauptbezugspunkte der Tätigkeit
von Unternehmen in den Satzungen derselben und definieren die Branchen; mit
ihnen beschäftigen sich auch viele Disziplinen (nicht nur solche der
Wissenschaft, sondern auch solche der Kunst, Kultur und Zivilisation). Insofern
stellen Produkte komplexe Phänomene dar. Komplexität muss man reduzieren, wenn
man mit ihr umgehen will. Die Art der Reduktion hängt von der Sichtweise dessen
ab, der reduziert. Unter Marketing-Gesichtspunkten hat sich die Unterscheidung
zwischen Innen- und Außensicht nicht nur als hilfreich erwiesen, sie konnte
auch als relevant für Märkte nachgewiesen werden (Sabel, H.
1990).
In einer vereinfachenden Betrachtung kann man sagen, dass
sich auf der Angebotsseite viele Paradigmen finden, während auf der
Nachfrageseite der Bezug auf die vier Ks gilt (K1 = Kunde, K2 = Konkurrenz, K3 = Kanäle, K4 = »Knute«, d.h. das gesellschaftliche,
ökonomische, technische, rechtliche, staatliche und ökologische Umfeld).
Will man den Unterschied zwischen Innen(I)- und
Außen(A)-sicht in fundamentaler Weise betrachten, so muss man davon ausgehen,
dass es je nachdem zwei Welten gibt, je nachdem, ob die Kunden in der Lage
sind, alle Eigenschaften eines Produktes wahrzunehmen und zu bewerten oder
nicht.
Sind sie in der Lage, so stimmen bei ihnen I und A überein,
sie sind dann in der P-Welt der Produkte, wie es bei rationalen Käufern in der
Industrie üblich ist. Ganz andere Verhältnisse liegen vor, wenn die Kunden, in
diesem Falle bevorzugt die Konsumenten, nicht in der Lage sind, alles zu
bewerten, also I und A verschieden sind, dann ist es die B-Welt der Brands, der
Marken, für die nur A in den Kaufentscheidungen zählt
Diese Unterscheidung ist leider nicht die gleiche wie
zwischen Kernkompetenz und Unique Selling Position (USP) oder zwischen einem
ressourcenorientierten und einem marketingorientierten Ansatz (Krüger,
W./Homp, C. 1997, S. 63). In dieser Unterscheidung ist die
Kernkompetenz im Prinzip das, was ein Unternehmen am besten kann, während der
USP das ist, welche Kompetenz ein Unternehmen sich bei seinen Kunden durch eine
spezifische Nutzenstiftung schafft.
Die Kernkompetenz begeistert die Firmen und so verkaufen sie
dann alle Aktivitäten, die nicht zu ihrer Kernkompetenz gehören. Aber was nutzt
es, etwas Besonders zu können, wenn man damit keinen besonderen Nutzen schafft.
Die Kernkompetenz, 50 Meter unter dem Eis schwimmen zu können, ist etwas für
das Guiness-Buch der Rekorde, schafft aber keinem Unternehmen eine Kompetenz
gegenüber seinen Kunden, weil es keinen Kundennutzen schafft.
Unabhängig von diesen beiden fundamentalen Sichten lassen
sich weitere relevante Aspekte von Produkten in groben Rastern
charakterisieren, so, dass es einmal sowohl um ein Produkt wie um mehrere
Produkte gehen kann und dass man zum anderen die Aspekte aus einer statischen oder dynamischen Betrachtung ableiten kann. Programmprobleme gibt es nur
bei Verbindung der Produkte, sonst handelt es sich jeweils um ein
Einproduktartenproblem.
b) Aspekte von Produkten aus der Angebotssicht
Es geht um qualitative und quantitative, räumliche und
zeitliche Gesichtspunkte als den Grundkategorien, unter denen sich
verschiedenartige Disziplinen jeweils mit positiven und negativen Aspekten
beschäftigen. Tab. 1 fasst die Aspekte
zusammen, wobei die Unterscheidung in Positives und Negatives nur für die
Einproduktartenbetrachtung bei statischer Betrachtung durchgeführt ist.
Tab. 1: Aspekte von Produkten aus der Angebotssicht
c) Aspekte von Produkten aus der
Nachfragesicht
Die in Tabelle 1 dargestellte Komplexität ist für viele
einzelne Entscheider nicht operational, insbesondere nicht in der B-Welt der
Marken. Vielmehr wäre der Verbraucher glücklich, wenn er nur eine Dimension
hätte, wonach er sowohl das Produkt beschreiben als auch es von anderen Marken
unterscheiden könnte. Die Natur hat es nun so eingerichtet, dass er das auch
kann. Nur das geht in das Käuferbewusstsein ein, was über Wahrnehmung und
Vorstellung für den Käufer von Bedeutung ist; und zur Beschreibung und Unterscheidung
genügt oft eine Dimension, die einen USP schafft, was man mit Procter & Gamble auch aktiv-positiv
formulieren kann: »Only one consumer benefit«: »Pampers gegen Nässe«, »Ariel
60°«, »Oil of Olaz gegen sieben Zeichen der Hautalterung«.
Diese eine Dimension hat dann eine doppelte Funktion. Sie
schafft das Bild des Produktes im Kopf des Kunden (K1), das Image, und gleichzeitig gegenüber der Konkurrenz (K2) die
Kompetenz, hier verstanden im Kundensinne des Nutzens, nicht im Sinne der
Kernkompetenz. In der Verkürzung auf eine Dimension gelingen zwei Aspekte,
Beschreibung und Unterscheidung.
Mehrere Produkte
würden die Komplexität erhöhen und Probleme bereiten. Marketingorientierte
Firmen (wie Procter & Gamble, Ferrero oder Philip Morris) lassen auch dann, wenn sie viele Produkte anbieten,
diese als monolithische Marken
gesondert stehen, weil jedes Produkt ein Spezialist für das Problem ist, das
der Kunde hat, und in den Augen des Kunden das Problem besser löst als das
Produkt eines Anbieters, der sich mit vielem und mit nichts richtig
beschäftigt, was zu einer besonderen Konsequenz führt, indem die Spezialisten
gegenüber den Sortimentern siegen, die Nobelgastronomen und McDonalds gegenüber
der klassischen deutschen Gastronomie.
Geht man von diesen Grundüberlegungen aus, so kann man eine
zweite Übersicht der Aspekte von Produkten aus der Sicht des Käufers bilden, in
dessen Kopf die Einflüsse von Konkurrenz, Kanälen und »Knuten« sich spiegeln
(vgl. Tab. 2).
Tab. 2: Aspekte von Produkten aus Nachfragesicht
Betrachtet man die einzelnen Felder der Matrix, so wird
behauptet, die Images seien
mehrdimensional. Aus der Sicht der Hersteller sind sie es sicher; auch aus der
Sicht der Käufer können sie es sein. Führt man jedoch den Konkurrenzbezug ein,
dann verliert ein mehrdimensionales Image
seine Prägnanz, wenn es sich nicht einfach von dem Konkurrenzfeld abhebt,
sodass man für die Kompetenz auf jeden Fall der Komplexitätsreduktion bedarf.
Es gilt auch, dass ein Image umso prägnanter ist, je mehr Kompetenz es ausstrahlt.
Wenn Firmen sich in den Augen der Kunden so spezialisieren,
dass sie wie Marlboro eine eigene
Welt schaffen (»Marlboro-Country«), so wächst ihnen durch das monolithische
Image Spezialistenkompetenz zu. Allen diesen Produkten wird nach einer
Befragung von Nielsen (Milde, H.
1987) dann auch Qualität zugeordnet, und es kommt nicht von ungefähr, dass
diese Spezialisten die Marktführer sind. Firmenimages für gesamte Programme
können nie so kompetent sein; ja es gilt sogar: je inhomogener die Produkte, um
so verwaschener die Generalistenkompetenz. Nicht dass sie dann kein Image und
keine Kompetenz hätten, aber meist ist die Kompetenz enger als die Range der
Produkte, die den Namen tragen. Ändern sich Moden, Stile, Zeitgeist,
Lifestyles, so muss man sich mit dem Zeitgeist anpassen, aber den Kern des
Images belassen. Dieser Umstand erläutert, warum Marlboro wächst und Camel
schrumpft. Camel hat den Zeitgeist des „ Lonely Hero “ zum Kern der Marke
gemacht. Kommt ein neuer Zeitgeist, des „ Wieder Leisten “ , kann sich Marlboro
diesem anpassen, weil es nur auf den Kern des „ Hero “ gesetzt hat, während Camel
mit dem Verlust der „ Lonelyness “ den Kern verliert.
Viele Firmen wollen ihre Werbebudgets effizienter einsetzen
und glauben, dies erreichen zu können, wenn sie eine Ausdehnung des Images
einer zentralen Marke auf andere Produkte vornehmen. So interessant eine solche
Überlegung ist, sie lässt sich nur von der Kompetenzseite her betrachten. Ein
Image kann nur auf das ausgedehnt werden, wofür man kompetent ist in den Köpfen
der Kunden, wie weit die sog. Irradiation, die Abstrahlung von dem Kern auf
alle anderen reicht (Wiswede, G.
1971, S. 146 ff.; und das hängt davon ab, wie eng oder weit das Image ist.
Wenn Coca Cola das
Feeling der jeweils Jungen ist, kann man zu der braunen Cola auch Cola Light
hinzufügen, aus der monolithischen Brand eine Megabrand machen mit Cola Cherry,
Cola Orange usw.
Eine noch umfassendere Irradiation gelingt, wenn man als
Nivea einen Baum hat mit vielen Ästen und einer Wurzel, Ästen für Frauen,
Männer, Kinder, für Drinnen und Draußen, für Tag und Nacht, für Haut und Haar,
und einer gemeinsamen Wurzel der Pflege. Dann deckt der Markenbaum soviel
Varianten, wie das Jahr Tage hat.
Eine andere Art der Zusammenfassung ist die Markenfamilie.
Überträgt Persil den Glanz auf Henkel: „ Persil aus dem Hause Henkel “ , dann kann
Henkel den Glanz auf andere Töchter übertragen: „ Britt, Qualität von Henkel “ .
Eine Markenarchitektur besteht aus einem Gebäude mit verschiedenen
Trakten, Etagen, Zimmern. Wenn Grohe alle mit dem Key Visual der dreifachen
blauen Welle verbindet, kann es drei Trakte bilden, Grohe Tech, Grohe Art,
Grohe Dal für technisch und designinteressierte Käufer und für den Handel und
dann in den Etagen und Zimmern Produktgruppen und Produkte unterbringen.
Noch umfassender ist ein Unternehmensdach, unter dem Siemens
eine Vielfalt von Branchen, Werken und Produkten versammelt.
Alle Zusammenfassungen setzen Irradiation voraus, dass der
Kern auf den Rest abstrahlt.
2. Alternativen der Produktpolitik
a) Genereller Überblick
Die Komplexität der Produktpolitik wird sofort deutlich, wenn
man sich klar macht, dass das Aufgezeigte nur den Raum bildet, aus dem sich die
Alternativen der Produktpolitik formen lassen.
Zunächst einmal gibt es unter jedem einzelnen Aspekt (s.o.)
aus beiden Sichtweisen jeweils vielfältige Alternativen. Zum Zweiten lassen
sich die jeweiligen Alternativen der verschiedenen Aspekte in unterschiedlicher
Weise miteinander kombinieren. Zum Dritten kann man alternative Zeitpunkte
wählen, in denen man die entsprechenden Kombinationen auf den Markt bringt oder
die am Markt befindlichen ändert, sei es strategisch oder taktisch.
b) Strategische Alternativen
Sowohl unter dem Aspekt des einzelnen Produktes als auch dem
des ganzen Sortiments geht es um drei strategische Fragen.
(1) Produktkern
Es ist sowohl eine strategische Frage, was der grundlegende
Nutzen eines Produktes sein soll, als auch eine strategische Überlegung, was
das Gemeinsame all der Produkte sein soll, die im Sortiment enthalten sind.
(2) Differenzierungsgrad
Sowohl die Anzahl der Varianten eines Produktes als auch die
Gestaltung des Sortimentes durch Wahl der Breite und Tiefe desselben stellen
strategische Alternativen dar.
(3) Wechselfolgen
Produktaufwertungen, Relaunches und Innovationen erfolgen bei
einzelnen Produkten nach bestimmten Entwicklungszeiten,
wie etwa für die Automobilindustrie näher untersucht. Ähnliche Alternativen
ergeben sich bei strukturellen Änderungen der Sortimente, wenn man die Frage
stellt, in welcher Geschwindigkeit diese erfolgen sollen.
c) Taktische Alternativen
Taktische Alternativen betreffen mehr die Anpassungen der
Produktpolitik an Veränderungen bei den Kunden, im Konkurrenzumfeld und in den
Kanälen sowie bei häufig auftretenden und z.T. einschneidenden gesetzlichen
Änderungen.
II. Produktpolitische
Entscheidungssituationen
1. Marktdynamiken als Bezugspunkt
Bezüglich dreier Marktdynamiken ergeben sich verschiedene
typische Entscheidungssituationen der Produktpolitik.
a) Kundendynamiken
Jedes neue Produkt breitet sich am Markt in der Zielgruppe,
für dies es positioniert ist, gemäß einem Diffusionsprozess aus. Sein Absatz
folgt sowohl bei Verbrauchs- als auch bei Gebrauchsgütern einem Produktlebenszyklus.
Es verändert im Rahmen dieses Lebenszyklus seinen Charakter von einem Luxus- zu
einem Massengut oder von einer Spezialität zu einer Commodity in den Augen der
Kunden. Allerdings unterscheiden sich die Lebenszyklen in der P- und B-Welt,
deutlich gemacht durch die US-amerikanische Unterscheidung zwischen „ launch “
und „ relaunch “ . Produkte unterliegen dem Lebenszyklus durch technischen
Fortschritt: Elektrische Schaltungen werden durch elektronische ersetzt. Bei
Marken unterliegt nur das Marketing-Mix
dem Lebenszyklus, weshalb Marken, wenn sie relauncht werden, nie sterben. Nivea
und Persil tun das im Durchschnitt ihrer mehr als hundert Jahre dauernden
Geschichte alle 10 Jahre, Coca Cola macht es permanent.
b) Kostendynamiken
Mit dem Diffusionsprozess entwickeln sich die kumulierten
Mengen, die das Argument im Rahmen der Erfahrungskurve
darstellen. Demnach sinken die Stückkosten eines Produktes unter bestimmten
Spezialannahmen bei Verdoppelung der kumulierten Mengen um 20 – 30%, was eine
Preispolitik des »Riding the experience curve« oder Varianten davon erlaubt (Kloock,
J./Sabel, H./Schuhmann, W. 1987; Kloock,
J./Sabel, H. 1993).
c) Konkurrenzdynamiken
Je nach der Einstiegspreispolitik des Pioniers entwickelt
sich Wettbewerb entlang des Produktlebenszyklus und der Erfahrungskurve: bei
»Riding the experience curve« schwacher, bei Preisschirmpolitik starker und
schneller Wettbewerb, der eine Abfolge der Marktformen impliziert.
2. Entscheidungssituationen entlang des
Produktlebenszyklus
Letztlich geht es in diesem Zusammenhang um drei große
Komplexe: Forschung und Gestaltung, Einführung und Wiedereinführung,
Elimination und Weiterpflege.
a) Forschungs- und Gestaltungsentscheidungen
In jeder Entscheidungssituation gibt es typische
Alternativen, typische Konsequenzen, eine spezifische Informationslage über
diese wie über die typischerweise geltenden Bedingungen und damit
zusammenhängend unterschiedliche Ziele und Risikopräferenzen.
(1) Forschungs- und
Entwicklungsentscheidungen
Wenn so viele neue Produkte Flops werden, wie in den
verschiedensten Untersuchungen berichtet (Brockhoff, K.
1988), so muss es viele Fehlermöglichkeiten in der Forschung und Entwicklung
geben. Ein grundlegender Fehler kann darin gesehen werden, dass die Idee, von
der man ausging, im Ergebnis keinen Kundennutzen
stiftete. Das mag an den Quellen der Ideen, an deren Auswahl und Gestaltung, am
Einsatz für dieselben wie im Zeitpunkt von Einsatz und Ergebnis oder an
graduellen Insuffizienzen in den einzelnen Stufen gelegen haben.
(a) Produktideen als Ausgangspunkt
Neue Produkte und neue Programme starten mit Ideen. Ideen für
Produkte und Programme lassen sich sowohl sammeln als auch generieren, und das
noch für unterschiedliche Neuartigkeitsgrade (Booz, Allen
& Hamilton, 1982).
Zur Sammlung kommen
alle internen und externen Quellen infrage, und sie erweisen sich – auch
historisch – als unterschiedlich ergiebig. Die Generierung fällt in das Feld der Kreativität und lässt sich mit
eher analytischen Methoden, wie Morphologie, ebenso betreiben wie mit
synthetischen Methoden des Assoziierens in Brainstorming, -writing usw. und
Synektik. Das Resultat des Sammelns ist ein Ideenpool.
(b) Ideenauswahl und Definition des
Produktkonzepts
Ideen für neue Produkte sind meist vage und deshalb im
Einzelnen zu füllen durch Ausgestaltung der Details, was man die Festlegung des
Produktkonzepts nennt.
In der Ausbildung deutscher Ingenieure ist das Produktkonzept
der Inhalt des sog. »Lastenheftes«, und dementsprechend sieht dann auch manches
Ergebnis aus.
Es müsste eigentlich »Freudenheft«
heißen, weil nur dann die Entwicklung zu den Nutzen stiftenden Teilaspekten
führen würde, die den Gesamtnutzen des Kunden bewirken. Es darf allerdings auch
kein »Freudenheft« allein im Sinne
der Ingenieure werden, weil sie dann alles entwickeln würden, was sich bei
jetzigen oder zu erwartendem Stand des Wissens entwickeln lässt, unabhängig von
der Wahrnehmung und Bewertung durch den Kunden und auch unabhängig von den
Kosten. Im Ergebnis wurde dann alles »neu« und z.B. die damals neue S-Klasse
fast doppelt so teuer wie das Vorgängermodell, vielleicht schon deshalb, weil
das Produktkonzept nur lautete: »Eine neue S-Klasse« und dann alle kräftig
entwickelten, ohne kundenorientierte Abstimmung der Beteiligten untereinander.
Ein ganz anderes Produktkonzept lag beispielsweise vor, wenn
man den Kundennutzen »Hauch einer Lotusblüte« nennt und ihn in das
Produktkonzept dahingehend übersetzt, dass das Innenraumgeräusch des Fahrzeugs
decibelminimal sein soll bei US-amerikanischer Durchschnittsgeschwindigkeit,
wonach dann ein kleines Produktteam an die Abstimmung von Motor, Getriebe und
Fahrwerk geht. Dann wird nicht nur dieses Ziel erreicht, sondern das Auto auch
zu einem »target price« der Hälfte
eines Mercedes erzeugt; es kann den Siegeszug auf dem US-amerikanischen Markt
auch noch zum richtigen Zeitpunkt antreten, wenn die amerikanische
Steuergesetzgebung die Abschreibung auf Business Cars radikal reduziert.
(c) Definition von Entwicklungszeiten und
Produktfolgen
Man muss nicht nur wählen, welches Produktkonzept für welchen
Kundennutzen zu entwickeln ist, sondern auch, wann dieser Nutzen erfüllt werden
soll. Da der Zeitvorsprung der jeweils einzig uneinholbare Vorsprung ist, gilt
es, die Produktfolgen zu verkürzen. Das kann gelingen durch konzentrierten
Einsatz von Ressourcen und hängt eng mit dem dynamischen Produktkonzept zusammen. Je weniger man neu entwickelt,
umso schneller ist man. Und es ist umso weniger neu zu entwickeln, je
bedeutsamer der Fortschritt des einzelnen Neuen ist. Der erste Gedanke führt zu
einer Dynamisierung Kosten senkender Ideen des Baukastensystems, indem durch
geeignete Rechnerprogramme Teile auf höhere Größen einfach umgerechnet und
insofern auch Entwicklungskosten gespart werden.
Kunden merken dies umso weniger, je spektakulärer der Nutzen
des herausgehobenen Neuen ist. Im oben gebrachten Beispiel gilt nun, dass der
satte Türzuschlag eines Mercedes schon immer ein Qualitätskriterium war. Warum
dann nicht das »Sound-Problem« auf den ganzen Wagen übertragen, um ein
Produktkonzept gegen die Konkurrenz zu setzen?
(2) Gestaltungsentscheidungen
Soweit spezifische Gestaltungen im Kern des Produktes ihren Ausdruck finden, ist das
Gestaltungsproblem mit dem Produktkonzept und dessen Realisierung auch gelöst.
Soweit technische Details in den Hintergrund treten und für den Käufer nicht
wahrnehmbar sind oder Programmzusammenhänge nicht im einzelnen Produkt liegen
oder Vorstellungen nur im Kopf der Käufer existieren, aber beeinflussbar sind,
treten neben die eigentlichen Forschungs- und Entwicklungsprobleme Gestaltungsprobleme.
(a) Designentscheidungen
Produkte haben auch ästhetische Aspekte. Auch ein noch so
prächtig und auf hohem Niveau technisch funktionierendes Produkt kann keinen
Nutzen stiften, wenn das Design
»outdated« ist. Insofern gibt es zunächst das reaktive Problem, dem Zeitgeist
der jeweiligen Designwellen zu folgen. Proaktiv kann man hier auch Pionier
sein, und einige Firmen haben darauf ihre Strategie ganz oder zum Teil basiert:
Wega und Sony Ersteres von Letzterem gekauft und dann doch nicht als
kompetent gesehen, weil »modernes Design aus Italien kommt« und Sonyprodukte
deshalb dort in einem Studio ihr Design erhalten.
(b) Programmdesign
Entsprechen, wie bei Sony,
Produkte einem solchen Anspruch, so passen sie auch alle zusammen und schaffen
damit eine Programmintegration. Diese
kann man über verschiedene Produktgenerationen ausdehnen, wenn z.B. das
Mercedes-Design seinen Schritt zwischen Bewahren und Verändern hält, was neue
Autos neu erscheinen lässt, aber die älteren deshalb nicht entwertet.
(c) Produkt- und Programmimage
Auch das, was Kunden als Image im Kopfe haben, lässt sich
durch Design beeinflussen, aber nicht
nur dadurch. Der Kunde nimmt alle 4 Ps (Product, Price, Place, Promotion)
gleichzeitig wahr oder lässt sie in seine Vorstellungen einfließen. Sollen sie
ein einheitliches Image bilden, so müssen sie alle vollständig aufeinander abgestimmt sein; zuvorderst natürlich die
Werbung
(Promotion), die ja das Produktkonzept auch ins Emotionale transportiert, aber
ebenso Place und Price. Nur wenn alle die drei Cs erfüllen, wird ein
integriertes Image aus Nachfragersicht existieren: C1 = Consistency, C2 = Continuity, C3 = Credibility.
Im Kern geht es um die Transformation einer Produktidee über
ein Produktkonzept und ein Produktdesign in ein Produktimage bzw. um den
entsprechenden Prozess beim Programm.
b) Einführungs- und
Wiedereinführungsentscheidungen
(1) Einführungsentscheidungen
Sind alle Aspekte eines Produktes entwickelt, so folgen im
Entscheidungsprozess die Fragen nach der Einführung als Fragen nach dem Wohin
und dem Womit, nach der Informationsgrundlage und nach dem Wann.
(a) Segmentierung und Positionierung:
Targetmarket und
Marketing-Mix
Letztlich definiert der Nutzen des Produktes weitgehend die
Zielgruppe(n). Unter zwei Aspekten allerdings sind Präzisierungen nötig. Zum
einen ist meist die regionale
Dimension bei der ersten Beschreibung eines Käufers, den man sich als Leitbild
für die Strategieentwicklung vorstellte, noch offen. Insoweit geht es um die
nähere regionale Definition des Marktes
als eines lokalen, nationalen, kontinentalen, interkontinentalen, globalen
Marktes.
Zum Zweiten hängt die Frage, welche Zielgruppen man erreicht,
auch von den übrigen Instrumenten des Marketing-Mix
ab, das man bei der Einführung oder später einsetzt. Nicht nur der Preis
erschließt je nach seiner Höhe das Marktpotenzial langsam oder schnell, auch
die Kommunikation hat auf Diffusionsprozesse entscheidenden Einfluss, und wenn
die Distribution die Verfügbarkeit nicht sicherstellt, kann der Nutzen nicht
erlebt werden. Insoweit ist eine Einführungsentscheidung auch immer eine
Entscheidung über das Marketing-Mix.
(b) Tests
Je neuer das Konzept, je unbekannter das Image, desto weniger
kennt man die Antworten der Kunden auf das Einführungsmix und die Reaktionen
der Konkurrenten auf Aktionen des Unternehmens bzw. Antworten der Kunden. In
einer Situation so weitgehender Unsicherheit kann es bei der Höhe des
eingesetzten Kapitals nicht ausbleiben, dass man das Risiko der
Fehlentscheidungen durch vielfältige Informationsaktivitäten zu reduzieren
versucht.
So werden Labortests
für jedes Detail des Produktes und für jede Ausprägung der anderen Instrumente
(isoliert oder in unterschiedlichen Kombinationen) eingesetzt.
Der prinzipiell die Biotik störende Experimentcharakter
solcher Labortests hat zu Testmärkten
geführt, die durch moderne Technologiekombinationen des Intercuttings, wie in BehaviorScan, Telerim oder Infoscan,
alternative Einführungsmixe im Konkurrenzumfeld biotisch zu testen erlauben.
(c) Timing als Festlegung des
Einführungszeitpunktes
In vielen Branchen haben sich insb. durch Messen oder Salons
Ritualisierungen von Einführungszeitpunkten ergeben. Die größte Innovation
präsentiert man z.B. in der Automobilindustrie auf der Automobilausstellung des
Heimatlandes. Soweit man in ein solches Ritual eingebunden ist oder sich
einbinden lässt, hat man keine Wahl.
Unter einem
Gesichtspunkt sollte man allerdings wählen, nämlich unter dem der
Konkurrenzüberlegenheit, und dabei immer früher sein. Wenn man dann auch noch
den Kundenwunsch zum richtigen Zeitpunkt trifft, dann ist das optimales Timing.
(2) Wiedereinführungsentscheidungen
(a) Der Relaunch als Markenproblem
Marken können im Gegensatz zu technischen Produkten immer
weiterleben, indem am Marketing-Mix
vieles bis alles, mit Ausnahme der Marke, geändert wird.
Gibt es bei Marken keine Relaunches, dann sterben sie mit
ihrer jeweils alternden ursprünglichen Zielgruppe. Deshalb müssen sie sich an
die veränderten K-Situationen anpassen. Dabei kann es sein, dass man das
technische Produkt ändert, wie bei Persil im Übergang von phosphathaltigen zu
phosphatfreien Waschsubstanzen, oder nur die Verpackung ändert oder nur die
Werbung oder nur die Distribution oder jeweils mehreres zusammen. Mit jedem
solchen Relaunch gibt es ein neues Persil mit irgendeiner Jahreszahl, und die
Marke lebt.
(b) Produktdifferenzierungen als Weg zum
Programm
Sowohl aus Innen- wie aus Außensicht kann es sich anbieten,
Ausweitungen des Produktprogramms und der Zielgruppen dadurch zu erreichen,
dass man mehrere Varianten anbietet.
Hat man z.B. festgestellt, dass unterschiedliche Zielgruppen unterschiedliche
Packungsgrößen infolge der Haushaltsgröße wünschen, kann man ein entsprechend
differenziertes Produktspektrum anbieten.
(c) Auf- und Abwertungen als Folge des
Produktlebenszyklus
Lässt man die Dinge sich entwickeln, so wird im Allgemeinen
durch die Wettbewerbsprozesse aus einem Luxus- ein Massenartikel oder aus einer
Spezialität eine Commodity, gemäß der Schumpeterschen
Idee des dynamischen Wettbewerbs, wonach der Pionier die Innovation bringt, den
temporären Monopolgewinn kassiert, damit den Imitator anlockt, der das Produkt
verbilligt, indem er es in großen Mengen herstellt, wozu er es vorher
standardisiert.
Folgt man diesem Prozess aktiv, so kann man am Anfang bereits
als Pionier (Koock,
J./Sabel, H./Schumann, W. 1987) den Markt dominieren, oder wenn man
das versäumt hat, als Erster ein für Commodities adäquates Marketing-Mix
niedriger Preise bei ständiger Lieferbereitschaft anbieten.
Nur glückliche Umstände, etwa reicher werdende Kunden sowie
zufriedene und deshalb wenig aggressive Konkurrenten, erlauben ein so genanntes
Trading-up.
c) Ausschaltungs- und
Weiterpflegeentscheidungen
Aus verschiedensten Gründen sterben auch Produkte.
Unternehmen können ihrerseits aktiv über die Ausschaltung und die Weiterpflege
entscheiden.
(1) Ausschaltungsentscheidungen
(a) Entscheidungen in Bezug auf das Timing
Häufig sind die Zeitpunkte der Ankündigung einer Ausschaltung
und der tatsächlichen Elimination eng miteinander verbunden. Die Ankündigung
des Endes erfolgt bei Produktfolgen oft mit der Ankündigung des Neuen, was etwa
IBM als strategisches Instrument der
»Announcements« immer genutzt hat,
insb. in Richtung der Konkurrenz. Die Herausnahme aus dem Sortiment mag aber
auch durchaus später erfolgen, wenn etwa noch Aufträge vorliegen oder man auf
den Zeitpunkt durch das übrige Marketing-Mix
Einfluss nimmt.
(b) Entscheidungen in Bezug auf das
Ausschaltungsmix
Zwei Wege erlauben eine ökonomische Nutzung der an sich
ungünstigen Situation. Indem man die Produkte »abspeckt«, z.B. einen Jeans-Polo
macht und diesen zu günstigen Preisen verkauft, kann man das Leben des Modells
verlängern. Wenn man insgesamt aussteigen will, hat man die Chance des
Trading-up in der sog. »Last edition«, die in nummerierten Exemplaren zu hohen
Preisen beispielsweise den Abgang von Braun versüßt.
(c) Entscheidung über den Ausschaltungsort
Je nach Grad der regionalen Ausdehnung und der
unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Volkswirtschaften in dieser
Gesamtregion hat man zwei regionale
Alternativen. Man kann entweder überall gleichzeitig die Lieferung
einstellen oder ältere Produktionen in Entwicklungsländer verbringen, dort die
älteren Modelle produzieren und im Heimatland neu investieren. Man kann das
Know-how auch an andere Länder verkaufen. Das erste tat VW mit dem Käfer in Mexiko, das Zweite Toyota mit der Förderung von Hyundai in Korea.
(2) Weiterpflegeentscheidungen
Mit dem Ende des Lebens einer in spezifischer Weise
konzipierten Produktart endet nicht immer auch das Leben des Konzepts oder des
Images. Ob und wie man Weiterführungen realisieren kann, hängt von einer Reihe
von Faktoren ab und lässt eine Zusammenfassung der Maßnahmen unter drei Themen
zu:
(a) Markterweiterung durch strategische
Verbilligung
Als Phänomen des Verlagswesens bekannt sind
»Paperback«-Ausgaben ursprünglich viel teuerer »Hardcovers«. Wenn auch nicht so
deutlich wie dort, zeigen sich ähnliche Phänomene bei Medikamenten, Disketten
und vielen anderen Produkten. Wilson
und Norton haben gezeigt, dass es
unter den Annahmen des Diffusionsprozesses sinnvoll ist, solche
Markterweiterungen so früh wie möglich durchzuführen (Wilson, L.
O./Norton, J. A. 1989).
(b) Nachlieferungen als Kundenservice
Bei Produkten, bei denen Kunden auf ein Leben oder sogar
mehrere Generationen hin investieren, ist es eine Strategie, durch
Nachlieferungsmöglichkeiten auch für ausgelaufene Modelle sicherzustellen,
immer über ein volles Set, z.B. von Tafelgeschirr, zu verfügen.
Bei der Automobilindustrie ist die Versorgung aller
Modellreihen, die noch in Gebrauch sind, ein ähnliches Problem.
(c) Sicherung der Aufwärtskompatibilität
Bei Systemen, die vielfältige einzelne Elemente integrieren, stellt
es eine Gesamtstrategie dar, trotz aller Schwierigkeiten, die Sprünge in der
Technologie mit sich bringen, die einmal installierten und noch nutzbaren
Bauteile nicht dadurch zu entwerten, dass sie in das neue System nicht passen.
Eine solche Aufwärtskompatibilität setzt große Anstrengungen voraus, beinhaltet
aber auch einen besonderen Kompetenzvorteil,
wie ihn IBM auf diesem Wege über
viele Jahre hatte und Microsoft noch
hat.
III. Muster, Methoden,
Modelle und Management der Produktpolitik
Um in den einzelnen Entscheidungssituationen und über die
Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen, bedarf man sowohl der richtigen
Entscheidungshilfen als auch der richtigen Entscheider und Realisierer.
1. Muster, Methoden und Modelle als
Entscheidungshilfen der Produktpolitik
Bei der Komplexität der Entscheidungs-, Realisations- und
Kontrollprobleme der Produktpolitik kann es nicht verwundern, dass man sowohl
von einfachen Mustern wie auch von sophistizierten Methoden (wie integrierenden
Modellen) Entscheidungshilfen erwartet.
a) Muster
(1) Nicht »Me-too«, sondern »Fünf A\'s«
So einleuchtend dieses Muster auch erscheinen mag, immer
wieder wird dagegen verstoßen; sei es, dass man den typischen »Mehrheitsirrtum«
begeht, das anzubieten, was der Mehrheit gefällt (obwohl das auch schon den
anderen eingefallen ist), oder sei es, dass man gerade darin, dass andere es
auch schon so gemacht haben, das geringste Risiko sieht (und sich deshalb,
obwohl man eigentlich etwas anderes wollte, im Laufe der Entwicklung immer mehr
dem Konkurrenzprodukt nähert, das aber das Segment bereits besetzt hat).
Deshalb heißt die Empfehlung: Alles anders als alle anderen!
(2) Nicht »Alles neu«, sondern »Immer eines
neu«
Die Empfehlung der Konzentration auf eine relevante
Eigenschaft klingt einfach, ist jedoch nicht immer leicht realisierbar. Sie
erlaubt aber sowohl niedrige Kosten als auch permanente Innovation.
(3) Nicht »Sprünge«, sondern »Verläufe«
Schon in dem Wort der »bahnbrechenden Innovation« steckt die
Überbewertung der sprunghaften Änderung. Hat man erkannt, dass sich der Wunsch
nach größerer räumlicher Verfügbarkeit durch ständige Miniaturisierung
erreichen lässt, so kann man neue Produkte entlang dieser Perlenschnur
aufziehen, wie PC, Laptop, Palm, Notebook, Handy.
b) Methoden
Vielfältige Methoden aus der Verhaltensforschung, Statistik
und Betriebswirtschaftslehre lassen sich zur Erfassung, Analyse und Bewertung
produktpolitischer Entscheidungsprobleme heranziehen.
(1) Erfassungsmethoden
Um neue Ideen zu gewinnen, kann man eine Mehrzahl von
Kreativitätstechniken heranziehen, mögen diese nun dem Produkt als Ganzem oder
nur seiner Verpackung gelten. Will man die Wirkungen des totalen Produktes oder
nur eines bzw. mehrerer seiner Features bei dem Kunden erheben, so lässt sich
eine Reihe von Befragungsmethoden und
Beobachtungsmethoden einsetzen, um
jeden Aspekt der Produkte aus jeder Sicht der Kunden zu beschreiben.
(2) Analysemethoden
Häufig ist das erhobene Material als solches nicht
aussagefähig genug; es muss vielmehr analysiert werden. Auf der einen Seite
sind es alle die mit Segmentierung und Positionierung
zusammenhängenden Methoden, die das Aufspannen von Produkt- und Personenräumen
und die Beobachtung von Relationen zwischen diesen erlauben. Hierzu zählen alle
Verfahren der ein- und mehrdimensionalen Skalierung sowie Kombinationen aus Faktorenanalyse,
Clusteranalyse
und Varianzanalyse
bzw. Diskriminanzanalyse.
Ist man an den Zusammenhängen zwischen bestimmten Features
und dem Kundenverhalten oder untereinander interessiert, eignen sich die
Verfahren der Korrelations- und Regressionsanalyse inklusive der damit
verbundenen Tests.
(3) Bewertungstechniken
Bei der Entscheidung über eine Aufnahme von Produktideen in
das F&E-Programm eignen sich z.B. sog. Scoring-Modelle, bei der
Einführungsentscheidung Investitionsmodelle und Risikoanalysen.
c) Modelle
Aufgrund der Fülle der Modelle ist hier nur ein skizzenhafter
Überblick möglich.
(1) Prognosemodelle
Jedes Verlaufsmodell der Diffusion
oder der Lebenszyklen lässt sich als Prognoseverfahren für Produkt- und
Programmentwicklungen verwenden.
(2) Entscheidungsmodelle
Viele Marketing-Modelle sind produkt- oder programmbezogen,
ebenso wie Modelle zur Planung des Marketing-Mix.
(3) Kontrollmodelle
Vielfältige Portfolio-Analysen erlauben die intermittierend
wiederkehrende Kontrolle der Produktprogramme und regelnde Eingriffe.
2. Management der Produktpolitik
Im Rahmen des gesamten Marketing-Managements
spielt insb. das Produktmanagement
eine zentrale Rolle, obwohl moderneren Firmen Konzepte des Segment- oder Markenmanagers
und die Ausrichtung auf strategische Geschäftseinheiten als stärkere
Außenorientierung dienen.
Literatur:
Berndt, R. : Marketing, Bd. 2:
Marketing-Politik, 2. A., Berlin et al. 1992
Booz, Allen & Hamilton, : New
Products for the 1980\'s, New York 1982
Brockhoff, K. : Produktpolitik, 3. A.,
Stuttgart et al. 1993
Charnes, A./Cooper, W. W./Devoe, J. K.
: DEMON Mark II, in: Man. Sc., 1968, S. A513 – A524
Kloock, J./Sabel, H. : Economies und
Savings als grundlegende Konzepte der Erfahrung, in: ZfB, 1993, S. 209 – 233
Kloock, J./Sabel, H./Schuhmann, W. :
Die Erfahrungskurve in der Unternehmenspolitik, in: ZfB, Ergänzungsheft Nr. 1,
Wiesbaden, 1987, S. 3 – 51
Koppelmann, U. : Produktmarketing, 4.
A., Berlin et al. 1993
Krüger, W./Homp, C. :
Kernkompetenzmanagement, Wiesbaden et al. 1997
Mazanec, J./Wiegele, J. O. : Zum
praktischen Einsatz von Positionierungsmodellen in der Produktpolitik, in:
Entscheidungshilfen im Marketing, hrsg. v. Köhler, R./Zimmermann, H.-J,
Stuttgart 1977, S. 46 – 60
Milde, H. : Den Absatz aktiv steuern,
in: Lebensmittel-Zeitung, 20.11.1987, S. 78 – 82
Sabel, H. : Qualitäten, Preise,
Mengen. Befunde auf dem Markt der Bundesrepublik Deutschland, in: ZfB, 1990, S.
745 – 771
Simon, H. : Goodwill und
Marketingstrategie, Wiesbaden 1985
Urban, G. L. : SPRINTER, in:
Industrial Management Review, No. 3/1967, S. 43 – 54
Wilson, L. O./Norton, J. A. : Optimal
Entry Timing for a Product Line Extension, in: MS, 1989, S. 1 – 17
Wiswede, G. : Motivation und
Verbraucherverhalten, 2. A., München et al. 1973
|