Inhaltsübersicht
I. Aufgaben
II. Outside-in-Approach
III. Relevante
Umwelt
IV. Instrumente
der externen Unternehmensanalyse
V. Anwendungsbereiche
der externen Unternehmensanalyse
I. Aufgaben
Wählt man eine prozessorientierte Perspektive zur
Beschreibung und Analyse der strategischen Planung, so lassen sich die Phasen
der strategischen Zielbildung, der externen Unternehmensanalyse
(Umweltanalyse), der internen Unternehmensanalyse, der Strategiewahl und der
Strategieimplementierung unterscheiden. Externe und interne Unternehmensanalyse
werden auch zur strategischen Analyse zusammengefasst. Das Ergebnis der
strategischen Analyse ist ein Stärken-Schwächen-Profil, auch als SWOT-Analyse
bezeichnet. Die Stärken (strengths) und Schwächen (weaknesses) des Unternehmens
werden mit den Chancen (opportunities) und Risiken (threats) aus der Umwelt
konfrontiert. Die dabei identifizierte strategische Lücke ist durch
Strategiewahl zu beseitigen, um die strategischen Ziele zu verwirklichen.
Drei Aufgaben sind im Rahmen der externen Unternehmensanalyse
zu lösen:
-
Sensibilisierung für die Umweltproblematik
(vgl. II.),
-
Identifikation der relevanten Umweltsegmente (vgl.
III.),
-
Aufspüren von Chancen und Risiken aus der Umwelt (als
Ergebnis der externen Unternehmensanalyse).
II. Outside-in-Approach
Die hervorragende Bedeutung der Unternehmensumwelt für
unternehmerische Entscheidungen kommt im sog. Outside-in-Approach zum Ausdruck.
Seine Grundidee besteht darin, dass nicht – so wie in traditioneller Sicht –
der Blick von der Unternehmung auf ihre Umgebung gerichtet wird
(Inside-out-Approach), sondern von dort auf die Unternehmung. Die entscheidende
Frage lautet: Wie sieht die Umwelt die eigene Unternehmung? Die Folgen dieses
Positionswechsels werden deutlich, wenn man die Entwicklungslinie vom
produktionstheoretischen Ansatz über den Umwelt-Strategie-Struktur-Ansatz zum
Stakeholder-Ansatz nachzeichnet. Es sei in diesem Zusammenhang darauf
hingewiesen, dass in jüngster Zeit durch den sog. ressourcenorientierten Ansatz
eine Akzentverlagerung stattfindet. Im Sinne eines Inside-out-Approach wird die
Frage gestellt: „ In welchen Potenzialen liegen unsere Stärken? “ Es geht hier
also um die Frage nach den Kernkompetenzen.
1. Produktionstheoretischer
Ansatz
Der produktionstheoretische Ansatz wurde im Wesentlichen von
Gutenberg geprägt. Gutenberg seinerseits orientierte sich stark an der
mikroökonomischen Theorie. Aus diesem Grunde wird diese Perspektive auch als
Ansatz der Mikroökonomik bezeichnet. Gutenberg leitet sein Lehrbuch zur
Betriebswirtschaftslehre, dessen erster, im Jahre 1951 erschienener Band, den
Titel „ Die Produktion “ trägt, mit dem Satz ein: „ Der Sinn aller betrieblichen
Betätigung besteht darin, Güter materieller Art zu produzieren oder Güter
immaterieller Art bereitzustellen. “ (Gutenberg,
E.R. 1951) Die Unternehmung richtet damit ihren Blick zunächst
nach innen, nämlich auf die Produktion, und dann von innen nach außen ( „ product
out “ statt „ market in “ ).
Die Umwelt wird natürlich nicht völlig ignoriert, die
unternehmerischen Probleme jedoch bestimmen den Leitfaden für die externe
Unternehmensanalyse. Dies gilt im Prinzip auch für die auf den
produktionsorientierten Standpunkt folgende marktorientierte Betrachtungsweise.
Hier findet zwar eine stärkere Hinwendung zur Unternehmensumwelt statt, aber
immer noch in dem Sinne, dass der Blick von innen nach außen gerichtet wird.
2. Umwelt-Strategie-Struktur-Ansatz
Der Umwelt-Strategie-Struktur-Ansatz stellt einen Spezialfall
des sog. situativen Ansatzes dar. Er ist in Anlehnung an Chandler, A.D./s
Strategie-Struktur-Hypothese im Wesentlichen von Ansoff entwickelt worden. Der
Ansatz geht von der Hypothese aus, dass die Strategiewahl zunächst von der
Umwelt bestimmt wird. Oder anders ausgedrückt: Die Strategiewahl ist auf die
Bedingungen der Unternehmensumwelt abzustimmen, wenn ein Unternehmen
erfolgreich sein will. Dieser Fit zwischen Umwelt und Strategie ist ein wesentliches
Charakteristikum der strategischen Planung. Die Abstimmung mit der Struktur und
anderen Subsystemen, wie etwa der Unternehmenskultur, erweitert die
strategische Planung zum Strategischen Management. „ From Strategic Planning to
Strategic Management “ wählten Ansoff, J.H./, Declerck, R.P./ und Hayes, R.L.
als Titel eines 1976 erschienenen Buches. Im Jahre 1979 veröffentlichte Ansoff
schließlich das Werk „ Strategic Management “ und wandte darin den
Umwelt-Strategie-Struktur-Ansatz konsequent auf Probleme des Strategischen
Managements an.
Der dem Umwelt-Strategie-Struktur-Ansatz übergeordnete
situative Ansatz zielt darauf ab, Unterschiede zwischen den
Organisationsstrukturen von Unternehmen durch Unterschiede in der sie
umgebenden Situation zu erklären. Aus solchen Befunden wird dann gefolgert,
dass bestimmte Strukturen zu bestimmten Situationen passen und dass dieser Fit
die Effizienz der Unternehmung sicherstellt. Ein wesentliches situatives
Element stellt die Unternehmensumwelt dar. Kieser/Kubicek (Kieser,
A./Kubicek, H. 1992, S. 209) unterscheiden folgende
Dimensionen der externen Situation: Konkurrenzverhältnisse, Kundenstruktur,
technologische Dynamik, gesellschaftlich-kulturelle Bedingungen.
3. Stakeholder-Ansatz
Sehr weit und ebenso einflussreich wird die
Unternehmensumwelt im sog. Stakeholder-Ansatz interpretiert. Freeman (Freeman, E.R.
1984, S. 46) definiert Stakeholder als „ any group or individual, who can
affect or is affected by the achievement of the organizations objectives. “ Das
„ Betroffensein “ von der Unternehmenstätigkeit reicht aus, um eine Beziehung
herzustellen zwischen Umsystem und Unternehmung. Damit werden Personen oder
Gruppen in die Umweltanalyse einbezogen (z.B. Umweltschutz- und
Verbraucherverbände, Bürgerinitiativen, Kirchen, Vereine), die bei einer
Beschränkung auf die Aufgabenumwelt aus der Betrachtung herausfallen würden.
Ihre Relevanz für die Unternehmung ist aber, eben durch ihr Betroffensein,
trotzdem wahrscheinlich.
Dies wird besonders deutlich beim Konzept der Schwachen
Signale, das die Absicht verfolgt, Umweltveränderungen aus bisher unbekannten
Richtungen frühzeitig wahrzunehmen.
Im Folgenden wird zur systematischen Identifikation der
relevanten Umweltsegmente vom Umwelt-Strategie-Struktur-Ansatz ausgegangen.
III. Relevante Umwelt
1. Begriff
Die Frage nach der relevanten Umwelt zielt auf die Folgefrage
nach der Abgrenzung von Unternehmen und Umwelt. Ein abschließendes Urteil ist
nicht möglich, da die Grenzziehung zwischen Unternehmen und Umwelt nicht
objektiv gegeben, sondern Ausfluss einer spezifischen theoretischen und
praktischen Sichtweise ist. So wird im strukturtechnischen Ansatz der
Organisationstheorie davon ausgegangen, dass das Verhältnis von Unternehmen und
Umwelt geklärt ist, also nicht zum Gegenstand der Organisation gemacht wird. Im
Transaktionskostenansatz dagegen wird die Grenzziehung zwischen Unternehmen und
Umwelt thematisiert. In der Wirtschaftspraxis ist eine zunehmende Verwischung
von Unternehmensgrenzen festzustellen. Picot, Reichwald und Wiegand (Picot,
A./Reichwald, R./Wiegand, R. 1998) sprechen von der
„ grenzenlosen Unternehmung “ . Begriffe wie „ Outsourcing “ , „ Reduktion der
Fertigungstiefe “ und „ Wertkettenmanagement “ kennzeichnen den Trend.
2. Umweltsegmente
Gehen wir nun davon aus, dass das Problem der Grenzziehung
geklärt ist, lässt sich nach der Nähe zum Unternehmen eine Zweiteilung der
Unternehmensumwelt vornehmen (s. Abb. 1):
-
der Markt (= aufgabenspezifische Umwelt,
Wettbewerbsumwelt, task environment),
-
die weitere Unternehmensumwelt (= globale Umwelt,
macro environment).
Abb. 1: Die Umwelt des Unternehmens
3. Der
Markt
Die unmittelbare wirtschaftliche Umgebung eines Unternehmens
stellen seine Wettbewerber, seine Nachfrager und seine Lieferanten dar. Im
Rahmen der externen Unternehmensanalyse sind zwei Aufgaben zu lösen:
-
Abgrenzung des Marktes,
-
Ermittlung der Marktattraktivität.
Mit dem ersten Schritt werden Wettbewerber und Nachfrager
identifiziert, die für den Anbieter relevant sind. Es wird daher in diesem
Zusammenhang auch vom relevanten Markt gesprochen. Mit dem zweiten Schritt wird
festgestellt, welche Renditen ein Markt in der Zukunft zulässt und welche
Attraktivität er demzufolge ausstrahlt. Die Marktabgrenzung ist ein schwieriges
Unterfangen, da um die Befriedigung des Bedarfs eine Vielzahl von Anbietern mit
einer Vielzahl von Produkten konkurriert. Letztlich stehen alle Produkte und
damit alle Unternehmen in einer Konkurrenzbeziehung. Die Intensität dieser
Beziehung ist jedoch recht unterschiedlich. Diesen Sachverhalt bildet der sog.
Triffin\'sche Koeffizient (Kreuzpreiselastizität) ab. Ein weiteres Problem
besteht in der Marktdynamik. Märkte sind nicht etwas Gegebenes, sondern sie
entstehen und vergehen. Die Beachtung dieser Marktentwicklung ist für die
externe Unternehmensanalyse von besonderer Bedeutung, da die strategische
Planung auf sehr lange Sicht ausgerichtet ist und sich demzufolge an den
Märkten der Zukunft zu orientieren hat. Die Marktattraktivität setzt sich zur
Aufgabe, die Renditen eines Marktes zu prognostizieren. Porter hat dafür das
Instrument der Branchenstrukturanalyse entwickelt. Dabei unterscheidet er fünf
Wettbewerbskräfte, die aus der Unternehmensumwelt die Rendite einer Branche
bedrohen: Lieferanten, Abnehmer, neue Anbieter, Ersatzprodukte und Rivalität
der Wettbewerber einer Branche (vgl. Porter, M.E.
1999, S. 34). Zu den Einzelheiten der Marktanalyse vgl. den Beitrag Marktanalyse
und Konkurrenzanalyse.
4. Weitere
Unternehmensumwelt
In Anlehnung an verschiedene in der Literatur entwickelte Klassifikationsversuche
lassen sich für die Indikatorenanalyse im Wesentlichen folgende Umweltsegmente
unterscheiden: Gesamtwirtschaft, Bevölkerung, Technologie, Politik,
Gesellschaft.
Da die externe Unternehmensanalyse weit in die Zukunft
gerichtet ist, interessiert bei den genannten Umweltsektoren weniger der
gegenwärtige Stand als vielmehr die künftige Entwicklung. Dabei müssen zwei
Fragen behandelt werden:
-
Welche Indikatoren bilden die Entwicklung gut ab?
-
Wie kann die Veränderung der Indikatoren prognostiziert
werden?
Bei der Frage nach der Auswahl der Indikatoren ist zu
beachten, dass nicht nur leicht messbare hard facts (wie etwa das
Sozialprodukt), sondern vor allem auch soft facts (wie etwa die Veränderung des
ökologischen Bewusstseins) zu erfassen sind. In Abb. 2 sind zur Illustration
der Problematik einzelne Trends in der Entwicklung der fünf Umweltsegmente
sowie Indikatoren zu deren Messung aufgeführt. Die beispielhaft genannten
Indikatoren der weiteren Unternehmensumwelt sind nicht unabhängig voneinander
zu sehen, sondern sie beeinflussen sich teilweise gegenseitig. So dürfte
beispielsweise die Veränderung der Alterspyramide auf den Wertewandel in einer
Gesellschaft Einfluss nehmen oder eine politische Veränderung die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung fördern oder hemmen.
Abb. 2: Segmente und Indikatoren der weiteren
Unternehmensumwelt
Eine umfassende und gleichzeitig intensive und offensive
Berücksichtigung der Unternehmensumwelt geht vom sog. Stakeholder-Ansatz aus.
Die externe Unternehmensanalyse im Rahmen des Stakeholderansatzes läuft in
folgenden vier Schritten ab:
1.
Scanning: Identifikation von Anspruchsgruppen,
2.
Monitoring: Identifikation von relevanten Trends,
3.
Forecasting: Ermittlung von Richtung, Ausmaß und
Intensität von Umweltveränderungen,
4.
Assessment: Bewertung der Ergebnisse von Scanning,
Monitoring und Forecasting.
Die besondere Bedeutung des Stakeholder-Ansatzes ist in
seinem Früherkennungspotenzial zu sehen. Es findet automatisch eine
ungerichtete und umfassende Suche nach schwachen Signalen statt. Auch
potenzielle Anliegen von solchen Gruppen, die mit der Unternehmung nur in einer
indirekten Beziehung stehen, werden nach dem Kriterium des „ Betroffenseins “
untersucht.
IV. Instrumente der externen
Unternehmensanalyse
Zur Unterstützung der externen Unternehmensanalyse steht eine
Reihe von Instrumenten zur Verfügung. Sie sind den Bereichen des
Informationsmanagements und der strategischen Kontrolle zuzurechnen. Zu nennen
sind vor allem Prognosen, Projektionen und Verfahren der Risikoidentifikation
und -quantifizierung. Sie sollen im Überblick dargestellt werden, da sie in
anderen Beiträgen ausführlich beschrieben sind (Prognosemethoden,
qualitative; Prognosemethoden,
quantitative; Früherkennungsmodelle;
Analyse der
Unsicherheit).
Prognosen stellen Wahrscheinlichkeitsaussagen über zukünftige
Ereignisse dar. Sie basieren auf Beobachtungen der Vergangenheit, einer Theorie
zur Erklärung dieser Beobachtungen sowie der Annahme der Fortgeltung der
Erklärungszusammenhänge in der Zukunft (vgl. Prognosemethoden,
qualitative; Prognosemethoden,
quantitative).
Projektionsverfahren sind im Gegensatz zu den
Prognoseverfahren durch eine stärkere Loslösung von der Vergangenheit
gekennzeichnet. Es wird eine vorausschauende Betrachtung lediglich vor dem
Hintergrund der Vergangenheit und des Status quo vorgenommen. Insbesondere die
Zeitstabilitätshypothese wird fallengelassen. Varianten von Projektionsverfahren
sind die Szenarioanalyse und Früherkennungsmodelle.
Die Szenarioanalyse ist eine integrierte, systematische und
vorausschauende Betrachtung, bei der ausgehend von einer heutigen Situation,
unter Zugrundelegung und Beachtung des zeitlichen Bezugs plausible
Entwicklungen und Ereignisse, das Zustandekommen und der Rahmen zukünftiger
Situationen aufgezeigt werden sollen.
Früherkennungsmodelle
sind dem Ziel verpflichtet, möglichst frühzeitig Veränderungen in der
Unternehmensumwelt zu erkennen, zu diagnostizieren und organisatorisch zu
verarbeiten. Eine beachtenswerte Variante von Früherkennungsmodellen stellt das
Konzept der schwachen Signale nach Ansoff dar (vgl. Ansoff, H.J.
1981, S. 233).
Die Analyse der Unsicherheit (vgl. Analyse der
Unsicherheit) befasst sich vor allem mit Verfahren der
Risikoidentifikation und der Risikoquantifizierung. Als Instrumente der
Risikoquantifizierung stehen insbesondere die Sensitivitätsanalyse und die
simulative Risikoanalyse zur Verfügung (vgl. Hertz, D.B.
1964, S. 95 ff.).
V. Anwendungsbereiche der
externen Unternehmensanalyse
1. Strategische
Planung
Die externe Unternehmensanalyse stellt einen Teilprozess des
strategischen Planungsprozesses dar. Da die Ursprünge von Chancen und Risiken
in der Unternehmensumwelt lokalisiert sind, rückt die Strategische
Planung die Umweltanalyse in den Vordergrund der Betrachtung. Sie
bildet zusammen mit der internen Unternehmensanalyse die sog. strategische
Analyse. Aus einem Vergleich von Anforderungen aus der Unternehmensumwelt mit
den Fähigkeiten des Unternehmens, auf die Umwelt zu reagieren, resultieren die
Vorstellungen von einer Planung des langfristigen Erfolgspotenzials. Für die
externe Unternehmensanalyse bedeutet dies, dass die Veränderungen weit in der
Zukunft zu erfassen sind.
Die externe Unternehmensanalyse ist auch wesentlicher
Bestandteil der Krisenforschung. Unter den Bezeichnungen „ Strategic Issue
Management “ , „ Strategic Surprise Management “ und „ Diskontinuitätenmanagement “
wurden Konzepte der raschen Identifikation von Gefahren und einer adäquaten
Reaktion auf Bedrohungen entwickelt.
2. Unternehmensrechnung
Dynamik und Komplexität der unternehmerischen Umwelt stellen
neue Anforderungen an die Unternehmensrechnung. Im Gegensatz zur traditionellen
Kosten- und Leistungsrechnung, die im Rahmen einer stabilen Umwelt im
Wesentlichen die Aufgabe hatte, Informationen für operative
Anpassungsentscheidungen zu liefern, kommt der strategischen
Unternehmensrechnung die Aufgabe zu, das unternehmerische Umfeld in die
Rechnung mit einzubeziehen (vgl. Ewert,
R./Wagenhofer, A. 2000, S. 272 ff.). Eine derartige
Umweltorientierung der Unternehmensrechnung findet in folgenden Teilsystemen
statt:
a) Die strategische Kosten- und Erlösanalyse auf
Wertkettenbasis (vgl. Wertanalyse;
Wertkette)
fokussiert u.a. die Verflechtung der eigenen Wertkette mit den Wertketten der Unternehmensumwelt
als Gegenstand der Betrachtungen. Ein klassisches Beispiel sind die
Hersteller-Zulieferer-Netzwerke der Automobilindustrie. Daraus können
Erkenntnisse für die Optimierung der Verteilung der Wertschöpfung auf die
Lieferanten, die Abnehmer und das eigene Unternehmen gewonnen werden.
b) Bei der Prozesskostenrechnung wird u.a. über die
Kostentreiber der Bezug zur Umwelt hergestellt. Als Kostentreiber sind u.a. zu
nennen die Produktkomplexität und die Anzahl der Produktvarianten mit ihren
Konsequenzen für das Bestellwesen und das Produktionsmanagement.
c) Den stärksten Bezug zur Unternehmensumwelt stellt das
Zielkostenmanagement her. Der am weitesten verbreiteten Vorgehensweise des
Market into Company-Konzepts folgend wird zur Ermittlung der Target Costs vom
am Markt erzielbaren Absatzpreis ausgegangen und auf dieser Basis die
Kostenobergrenze (Allowable Costs) bestimmt.
d) Bei der lebenszyklusorientierten Kosten- und Erlösrechnung
findet eine Marktorientierung über den Produktlebenszyklus statt.
Literatur:
Ansoff, H. Igor : Die
Bewältigung von Überraschungen und Diskontinuitäten durch die
Unternehmensführung. Strategische Reaktionen auf schwache Signale, in: Planung
und Kontrolle, hrsg. v. Steinmann, Horst, München 1981, S. 233 – 264
Bea, Franz Xaver/Haas,
Jürgen : Strategisches Management, Stuttgart, 4. A., 2005
Ewert, Ralf/Wagenhofer,
Alfred : Interne Unternehmensrechnung, Berlin, 4. A., 2000
Freeman, Edward R. :
Strategic Management. A Stakeholder Approach., Boston 1984
Gutenberg, Erich : Grundlagen
der Betriebswirtschaftslehre, Bd. 1, Berlin et al. 1951
Hahn, Dietger/Taylor,
Bernhard : Strategische Unternehmungsplanung. Strategische
Unternehmungsführung., Heidelberg, 8. A., 1999
Hertz, D.B. : Risk
Analysis in Capital Investment, in: Harvard Business Review, H. 1, 1964, Bd.
42, S. 95 – 106
Hinterhuber, Hans :
Strategische Unternehmungsführung. Bd. 1: Strategisches Denken., Berlin,
6. A., 1996
Kieser, Alfred/Kubicek,
Herbert : Organisation, Berlin, 3. A., 1992
Picot, Arnold/Reichwald,
Ralf/Wiegand, Rolf : Die grenzenlose Unternehmung, Wiesbaden, 3. A., 1998
Porter, Michael E. :
Wettbewerbsvorteile. Spitzenleistungen erreichen und behaupten., Frankfurt am
Main, 5. A., 1999
Steinmann,
Horst/Schreyögg, Georg : Management, Wiesbaden, 4. A., 1997
Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas : Strategisches Management, Wiesbaden, 4. A., 2003
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