Inhaltsübersicht
I. Der
Begriff des Bereichscontrolling
II. Allgemeine
Konzeption und Aufgaben des Bereichscontrolling
III. Funktionsspezifische
Anwendungsfelder, Methoden und Instrumente des Bereichscontrolling
I. Der Begriff des
Bereichscontrolling
Das Bereichscontrolling folgt aus einer konsequenten
Weiterentwicklung des Controlling-Begriffs.
Allgemein lässt sich das Controlling als den Teilbereich
eines Unternehmens, einer öffentlichen Verwaltung oder einer
Non-Profit-Organisation darstellen, der bestimmte Aufgaben wahrnimmt, um auf
diese Weise die Entscheidungsträger bei ihrer zweckorientierten Steuerungs- und
Lenkungsaufgabe und den damit verbundenen Entscheidungen zu unterstützen. Es
lässt sich also als Beschaffung, Aufbereitung und Analyse von Daten zur
Vorbereitung zielsetzungsgerechter Entscheidungen bezeichnen, wobei die
Zielorientierung eine Koordination einzelner Systemelemente bedingt (Berens,
Wolfgang/Bertelsmann, René 2002, S. 281). Die Entscheidungsfindung
und -durchsetzung bleibt demgegenüber völlig dem Management überlassen. Dem
Controlling wird lediglich die Aufgabe zugewiesen, dessen Rationalität
sicherzustellen (Weber, Jürgen
2004, S. 45 ff.).
Das Bereichscontrolling verfolgt hierbei den Ansatz, die
damit geforderte Rationalität kontextspezifisch zu erhöhen. Es betrachtet
Controlling demnach nicht als homogenes, sondern heterogenes Phänomen in
unterschiedlichsten Unternehmensbereichen mit einem differenzierten Satz an
Instrumenten und Methoden (Schäffer,
Utz/Weber, Jürgen 2005, S. XXIII). In Folge dessen ist es sinnvoll,
die Controlling-Aktivitäten nach strategischen oder taktischen Planungs- und
Kontrollforderungen sämtlicher Führungs- und Aufgabenbereiche der Unternehmung
auszurichten. Dies führt zum einen zu einer besseren Koordination der
Entscheidungen innerhalb der Hierarchiestufen und Führungsbereiche. Zum anderen
resultiert daraus die Möglichkeit, für diese Führungs- und Funktionsbereiche
spezifische Controlling-(Sub)-Systeme (z.B. Beschaffungs-, Einkaufs-,
Produktions-, Logistik-, Bestands-, Materialwirtschafts- oder
Investitionscontrolling, etc.) zu entwickeln und einzusetzen, die wiederum an
den Schnittstellen zu anderen Führungsbereichen besonderes koordiniert werden
müssen (Kapoun, Josef
1992).
II. Allgemeine
Konzeption und Aufgaben des Bereichscontrolling
1. Bereichsdefinitionen als Grundlage des
Bereichscontrolling
Das Fundament für die Implementierung des Bereichscontrolling
liegt in der spezifischen Organisationsstruktur des Unternehmens.
Größere Unternehmen werden mit dem Problem einer
vergleichsweise hohen Komplexität der Unternehmensaktivitäten und einem daraus
resultierenden steigenden Koordinationsbedarf konfrontiert. Demnach stellt sich
die Herausforderung, eine einheitliche Strategie für das Gesamtunternehmen zu
formulieren. Eine Untergliederung des Unternehmens in kleinere Untereinheiten
stellt eine Möglichkeit dar, diesem Problem effektiv und effizient zu begegnen
und dient dazu, konsistente Strategien zu entwickeln (Baum,
Heinz-Georg/Coenenberg, Adolf/Günther, Thomas 2004, S. 35).
Neben der im Weiteren verfolgten funktionalen Differenzierung
kann die Abgrenzung solcher Untereinheiten unter Zuhilfenahme verschiedenster
Dimensionen erfolgen. Jede Einheit besitzt in der Regel ein Führungssystem.
Weisen die in ihm auftretenden Controllingprobleme einen eigenständigen
Charakter auf, sollten diese im Rahmen eines eigenständigen Bereichscontrolling
gesondert betrachtet werden. Dieser Ansatz erlaubt es etwa, die spezifischen
Aufgaben eines Werks-, Beteiligungs- sowie Konzern-Controlling abzuleiten (Küpper,
Hans-Ulrich 2005, S. 431 ff.).
Des Weiteren lassen sich spezifische Controllingaufgaben und -instrumente einzelner
Branchen und Institutionen ableiten, die als erweiternde Dimensionen
berücksichtigt werden können.
Neben der auch von Küpper vorgenommenen klassischen Funktionseinteilung berücksichtigt
Reichmann zusätzlich die Dimensionen Informationen
und Zeit (Reichmann,
Thomas 2001, S. 4 ff.). Zu den Kategorien
von Informationen zählen hier Kosten- und Erlösgrößen, Erträge und
Aufwendungen und Zahlungsgrößen, aber auch nicht-monetäre Informationen wie
Mengen- und Zeitgrößen. Die zeitliche
Komponente unterscheidet eine kurzfristige und eine langfristige Ebene. Die
jeweiligen Controllingaufgaben haben somit auf Basis des dreidimensionalen
Bezugsrahmens einen funktionalen und einen monetär-orientierten Charakter. Je
nach Wahl von Zeitdimension, Funktionsorientierung oder Informationskategorie
bestehen unterschiedliche Differenzierungsmöglichkeiten.
Im Folgenden werden funktionskontextspezifische
Controllingaufgaben und -instrumente, die sich in der Praxis durchgesetzt
haben, dargestellt. Die oft sehr komplexe Struktur des Bereichscontrolling
großer Unternehmen kann zwar durchaus auch geographischen bzw. hierarchischen Strukturen
folgen, jedoch ist eine funktionale Betrachtung von Controllingaufgaben
trotzdem zielführend, weil sie bezüglich der Anforderungen an das Controlling
dominiert und daher für alle anderen Bereichsdimensionen von zentraler
Bedeutung ist.
2. Aufgaben des Bereichscontrolling
Der Kern der Aufgaben eines bereichsorientierten Controlling
liegt neben funktionsspezifischen Problemlösungen in der Behandlung der durch
die Entwicklung unterschiedlicher Führungsteilsysteme auftretenden
Interdependenzen und Koordinationsprobleme. Begründet wird dieses Aufgabenfeld
durch die spezifische Organisation, Planung und Kontrolle und die potenzielle
Existenz von bereichsspezifischen Anreizsystemen innerhalb jeder dieser
Funktionsbereiche. Dem benötigten Aggregationsniveau entsprechend kann das
Bereichscontrolling zur Unterstützung des Bereichs- oder übergeordneten
Managements bereichsspezifische Informationen verdichten und standardisieren
und so Schnittstellen zwischen Bereichen überbrücken.
Auch bereichsorientierte Controllingaufgaben sind
gekennzeichnet durch eine Differenzierung in Funktion und Organisation
des Controlling. Die detaillierte Sichtweise auf die besonderen Merkmale von
Controllingaufgaben in speziellen, hier funktionalen, Bereichen dient unter
anderem dazu, Problembewusstsein zu fördern und auf bekanntermaßen
erfolgskritische Aspekte des Controlling hinzuweisen. Die Übertragung
spezifischer Controlling-Aufgaben auf dezentrale, funktionsspezifische
Controllingstellen muss demnach nicht zwangsläufig zweckmäßig sein. Erst eine
Globaluntersuchung hinsichtlich der Rahmenbedingungen sowie der
Gesamtorganisation einer Unternehmung gibt Aufschluss darüber, ob die
organisatorische Implementierung eines bereichseigenen Controlling den
Zielerreichungsgrad erhöht (Küpper,
Hans-Ulrich 2005, S. 432).
Zu beachten sind drei Richtungen
der Koordination, welche die Aufgaben eines spezifischen
Bereichscontrolling bestimmen: Grundlegende Controlling-Aufgaben finden
grundsätzlich in jedem Teilbereich
Anwendung. Ihre jeweilige Bedeutung für den Bereich variiert jedoch je nach
spezifischen Merkmalen und der Größe des jeweiligen Führungsteilsystems. Neben
der Abstimmung innerhalb der Führungsteilsysteme zählt zu den
Koordinationsaufgaben auch die Integration
der Führungsteilsysteme in die Führung der Gesamt-Organisation, woraus
Beziehungen zum Unternehmenscontrolling resultieren: Die jeweiligen
Führungsteilsysteme sind mit den entsprechenden Systemen des gesamten
Unternehmens zu verknüpfen. Eine weitere Aufgabe des Bereichscontrolling
betrifft die Koordination zwischen den
Führungsteilsystemen verschiedener Bereiche. Das Bereichscontrolling
erfüllt hier eine typische Schnittstellenfunktion (Küpper,
Hans-Ulrich 2005, S. 434).
III. Funktionsspezifische
Anwendungsfelder, Methoden und Instrumente des Bereichscontrolling
Im Folgenden werden funktionsspezifische Anwendungsfelder,
Methoden und Instrumente des Bereichscontrolling betrachtet. Die
Differenzierung in vier zentrale funktionsspezifische Anwendungsfelder, Marketing-Controlling,
Logistik-/Supply-Chain-Controlling,
Personalcontrolling und Finanz-/Investitionscontrolling stellt die
wichtigsten und am weitesten verbreiteten Bereichsansätze für das Controlling
dar (für weitergehende Aufgliederungen siehe auch Schäffer,
Utz/Weber, Jürgen 2005; Reichmann,
Thomas 2001; Küpper,
Hans-Ulrich 2005).
1. Marketing-Controlling
Als Querschnittsfunktion stellt das Marketing die Markt- und
Kundenorientierung eines Unternehmens in den Vordergrund. Aus funktionaler Sicht
bezeichnet es diejenigen Prozesse, die eine Nähe zu den Schnittstellen des
Unternehmens mit dem Absatzmarkt aufweisen.
Aufgrund der Konzentration auf externe Bezugsobjekte muss für
das Marketing ein weitgehend eigenständiges, problembezogenes Instrumentarium
angewendet werden, das drei zentrale Besonderheiten integrieren sollte: Die
explizite Berücksichtigung der Kunden- und Konkurrenzsituation, die eindeutige
Integration der Sachziel- und Potenzialorientierung sowie das Sicherstellen der
Durchgängigkeit eines marktorientierten Führungssystems (Schäffer,
Utz/Weber, Jürgen 2005, S. 130).
Zur zielsetzungsgerechten Vorbereitung von Marketing
Entscheidungen muss das Marketing-Controlling eine umfassende
Informationserfassung, -aufbereitung und -darstellung gewährleisten. Besonderer
Fokus liegt dabei auf
-
der Ausrichtung der Informationsgewinnung und
-bereitstellung auf den Bedarf von Marketing-Planung und -Kontrolle,
-
der Koordination der Marketing-Planung,
-
der Abstimmung der Marketing-Planung und -Kontrolle
sowie
-
der Koordination zwischen Planung, Kontrolle und
Personalführung innerhalb des Marketings (Küpper,
Hans-Ulrich 2005, S. 435).
Zahlreiche Instrumente können zur Erfüllung der Aufgaben des
Marketing-Controlling eingesetzt werden. Von hoher Bedeutung sind dabei vor
allem Kundenzufriedenheitsanalysen,
die auf Basis verschiedener Ansätze wie der Equity-Theorie, der
Attributionstheorie sowie des Confirmation/Disconfirmation-Paradigmas (Homburg,
Christian/Rudolph, Bettina 1995, S. 33 ff.) durchgeführt werden.
Grundsätzlich wird zwischen objektiven (z.B. durch Kennzahlensysteme) und subjektiven (z.B. durch Kundenbefragungen, Frequenz-Relevanz-Analyse, Analyse von
Standardereignissen, Kontaktpunktanalyse) Verfahren zur Messung der
Kundenzufriedenheit differenziert.
Markenanalysen (Schäffer,
Utz/Weber, Jürgen 2005, S. 140 ff.) stellen einen weiteren
Instrumente-Schwerpunkt dar. Es ist dabei zwischen Ansätzen zur Messung des Markenwissens (z.B. Recalltests,
Recognitiontests) und ein- sowie mehrdimensionalen Ansätzen zur Messung von Markenstärke und -wert (global- und
kriterienorientierte Modelle sowie Brand Audit, Marken-Balanced Scorecard und
Tracking-Studien) zu unterscheiden. Ferner bilden in der Praxis individuell
entwickelte Kennzahlensysteme für
Marketing und Verkauf eine tragende Säule des Marketing-Controlling.
Zur Aufbereitung von Umsatz- und Kostengrößen finden im
Rahmen des Marketing-Controlling eher klassische aber Entscheidungstransparenz
steigernde Instrumente wie die Kostenvergleichsrechnung,
die Deckungsbeitragsrechnung, die Deckungsbeitragsflussrechnung oder die Erlösabweichungsanalyse Anwendung (Reichmann,
Thomas 2001, S. 445).
2. Logistik-/Supply-Chain-Controlling
Mit zunehmender Spezialisierung wird die Effizienz von vor-
und nachgelagerten Instanzen eines Wertschöpfungsprozesses wichtiger. Die
Supply Chain eines Unternehmens umfasst neben den Schnittstellen eines
Unternehmens mit anderen Organisationen auch die Wertschöpfungsstufen und die
Logistik innerhalb eines Unternehmens. Supply-Chain/Logistik-Management nimmt
dabei eine Querschnittsfunktion im Leistungssystem
und Controlling im Führungssystem
wahr.
Das Logistik-Controlling beschäftigt sich mit Handlungen, mit
denen die unmittelbar produktbezogenen Prozesse der Logistik gesteuert werden
sollen (Küpper,
Hans-Ulrich 2005, S. 453). Als spezifische Aufgabe des
Logistik-Controlling lässt sich daraus zum einen eine Wirtschaftlichkeitskontrolle
ableiten, mit der laufend kostenarten-, kostenstellen- und kostenträgerbezogen
überprüft wird, ob bei der Existenz von Planansätzen die geplanten
Logistik-Kosten mit den Ist-Kosten übereinstimmen und ob die
Logistik-Leistungen kostenminimal erbracht werden (Reichmann,
Thomas 2001, S. 417 ff.). Mit einer höheren Entwicklungsstufe der
Logistik, d.h. je mehr Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
koordiniert werden müssen, gewinnen weitere Aufgabenschwerpunkte an Bedeutung.
Die höchste Entwicklungsstufe der Logistik integriert die logistische
Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen einer Wertschöpfungskette. Hieraus
resultiert die Notwendigkeit des Supply-Chain-Controlling: Im ersten Schritt
müssen die beteiligten Unternehmen ihre unternehmensinternen Aufgaben erfüllen,
um anschließend der Herausforderung eines gemeinsamen Controlling-Systems
gerecht zu werden. Der gegenseitige Informationsaustausch, die Abstimmung und
die Koordination über alle Unternehmen hinweg stellt dabei die wesentliche
Aufgabe des Supply-Chain-Controlling dar (Schäffer,
Utz/Weber, Jürgen 2005, S. 194 ff.).
Budgets, Zielvorgaben
und Kennzahlensysteme sind zentrale
Instrumente für die Koordination in der Logistik. Weitere Instrumenten wie Lenkungspreise, Operations-Research-Methoden
oder Simulationen werden in der
Praxis seltener angewandt (Küpper,
Hans-Ulrich 2005, S. 458). Schäffer und Weber erkennen eine hohe
Bedeutung in der Supply-Chain-bezogenen
Kosten- und Erlösrechnung sowie im Vertrauenscontrolling
(Schäffer,
Utz/Weber, Jürgen 2005, S. 204). Reichmann schreibt dem Instrument
der Materialbedarfsplanung eine
zentrale Bedeutung zu (Reichmann,
Thomas 2001, S. 419 ff.).
Das Einkaufs- und
Beschaffungscontrolling als spezielle Form des Supply-Chain-Controlling
hat primär die Aufgabe, dem Beschaffungs- und Top-Management zielführende
Ergebnisgrößen bereitzustellen, die sich sowohl auf das Unternehmen selbst,
aber auch auf den Beschaffungsmarkt beziehen (Schäffer,
Utz/Weber, Jürgen 2005, S. 4). Relevante Instrumente sind in diesem
Zusammenhang primär die Markt- und Lieferantenanalyse
und die Berechnung der Preisobergrenze.
Schäffer/Weber konzentrieren sich dagegen auf neuere produkt-
und marktorientierte Instrumente (Schäffer,
Utz/Weber, Jürgen 2005, S. 7 ff.). Dazu zählen sie die Beschaffungsobjekt/-markt-Matrix (Carter,
Craigh 2003), das Component-Chart
(Kaufmann,
Lutz 1995), die Markt-Macht-Matrix
(Kaufmann,
Lutz 2002a), das Supply-Chain-Portfolio
(Kaufmann,
Lutz 2002b), die Purchasing-Balanced
Scorecard (Wagner,
Stephan/Kaufmann, Lutz 2004) sowie die Cross-Balanced Scorecard (Kaufmann,
Lutz 2004).
3. Personalcontrolling
Als Funktion betrachtet umfasst der Personalbereich eines
Unternehmens alle im Kontext mit an der Leistungserstellung beteiligten
Personen anfallenden Aufgaben. In zeitlicher Dimension bezieht dies den
gesamten Lebenszyklus von Mitarbeitern und die an verschiedenen Zeitpunkten
erwachsenden Probleme mit ein.
Das Ziel des Personalcontrolling besteht in einer stärkeren
Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Ziele im Personalbereich (Berthel,
Jürgen/Becker, Fred 2003, S. 494).
Unter Personalcontrolling versteht man eine Konzeption zur Anwendung der
Controllingfunktionen Planung, Kontrolle, Informationsversorgung und Steuerung
unter Berücksichtigung der expliziten Spezifika im Personalbereich (Scholz,
Christian 2000, S. 644 f.). Gerade im Personalwesen lässt sich der
Erfolg nicht ausschließlich in monetären Größen darstellen. Demnach ist es
Aufgabe des Personalcontrolling, Größen, deren Erfolgsmaßstäbe primär
qualitativ sind (z.B. Führungskultur, Mitarbeiterzufriedenheit, etc.), einer
ökonomischen Steuerung zugänglich zu machen (Wunderer,
Rolf/Sailer, Martin 1987, S. 505 f.). Der Einsatzbereich erstreckt sich dabei über die wesentlichen
Funktionen des Personalmanagements, also von der Personalbeschaffung bis zur
Personalfreisetzung (Jung, Hans
2003, S. 5 f.).
Zu den klassischen Instrumenten, die im Personalcontrolling
eingesetzt werden, zählen die Personalkostenrechnung,
die Investitions- und
Humanvermögensrechnung und Personalkennzahlen
(Küpper,
Hans-Ulrich 2005, S. 470). Immer häufiger werden auch speziell für
den Personalbereich auf individuellen Kennzahlensystemen basierende Balanced Scorecards konzipiert und
implementiert (Kaplan,
Robert/Norton, David 1997, S. 7 ff.). Weitere sinnvolle Instrumente des Personalcontrolling sind u.a. Assessment Center, Personal-Portfolios,
Mitarbeiterbefragungen, Personalinformationssysteme oder Personal-Benchmarking.
4. Finanz- und Investitionscontrolling
Finanzcontrolling verfolgt das Ziel, den maximal möglichen
Rationalitätsgrad zu erreichen, indem es gewährleistet, dass die verfügbaren
(Finanz-)mittel und die anzustrebenden Unternehmensziele rational, das heißt
effektiv und effizient, verbunden werden (Schäffer,
Utz/Weber, Jürgen 2005, S. 281). Die Hauptaufgabe des
Finanzcontrolling liegt in der Liquiditätssicherung unter Beachtung des
Rentabilitätszieles (Reichmann,
Thomas 2001, S. 253). Dies erfolgt in den drei Phasen
Finanz-Planungs-Phase, Realisationsphase sowie Finanz-Kontroll-Phase, aus denen
sich vier Einzelaufgaben ableiten lassen: Strukturelle Liquiditätssicherung,
laufende Liquiditätssicherung, Management der Liquiditätsreserve und
Finanzierung des Unternehmens (Reichmann,
Thomas 2001, S. 254).
Das Investitionscontrolling hingegen hat die längerfristige
Anlage finanzieller Mittel unter Berücksichtigung längerfristiger Erfolgsziele
zur Aufgabe (Küpper,
Hans-Ulrich 2005, S. 476).
Es beschäftigt sich mit den Phasen der Planung, Durchführung und Kontrolle von
Investitionen und muss einen dem Unternehmensziel entsprechenden Planungs- und
Realisierungsprozess sicherstellen, indem es betroffene Bereiche mit
entscheidungsbezogenen Informationen versorgt, Teilbereiche koordiniert und den
Planungsablauf kontrolliert (Reichmann,
Thomas 2001, S. 290 f.).
Außerdem werden im Rahmen des Investitionscontrolling Soll-Ist-Vergleiche von
realisierten Investitionsvorgaben objektbezogen erfasst.
Eine Investitionscontrolling-Konzeption zur
Entscheidungsvorbereitung beinhaltet Planungs-, Bewilligungs- und
Investitionsrechnungsrichtlinien, die u.a. festlegen, dass Investitionen unter
zielführenden, strategischen und einheitlichen Grundsätzen durchgeführt werden
(Reichmann,
Thomas 2001, S. 290). Zu
den Instrumenten des Investitionscontrolling zählen neben klassischen
Instrumenten wie der Kapitalwertmethode,
interner Zinssatz, Baldwin-Verzinsung,
Break-Even-Analyse, Amortisationsanalyse, Wertanalyse, Nutzwertanalyse,
Kostenvergleichsrechnung, Erfolgsvergleichsrechnung,
Maschinenstundensatzrechnung und Rentabilitätsvergleiche
(Adam,
Dietrich 2000; Reichmann,
Thomas 2001, S. 294 ff.) auch Verrechnungspreissysteme
(Küpper,
Hans-Ulrich 2005, S. 479) und Vollständige
Finanzpläne (Grob,
Heinz-Lothar 2005, S. 93 ff.).
Literatur:
Adam, Dietrich :
Investitionscontrolling, 3. A., München 2000
Baum, Heinz-Georg/Coenenberg,
Adolf/Günther, Thomas : Strategisches Controlling, 3. A., Stuttgart 2004
Berens, Wolfgang/Bertelsmann, René :
Controlling, in: Handwörterbuch Unternehmensrechnung und Controlling, hrsg. v.
Küpper, Hans-Ulrich/Wagenhofer, Alfred, Stuttgart 2002, Sp. 280 – 288
Berthel, Jürgen/Becker, Fred :
Personalmanagement. Grundzüge und Konzeption betrieblicher Personalarbeit, 7.
A., Stuttgart 2003
Carter, Craigh : Reverse Auctions.
Grounded Theory from the Buyer and Supplier Perspective, in: Transportation
Research Part E, Jg. 40, 2003, S. 229 – 254
Grob, Heinz-Lothar : Einführung in
die Investitionsrechnung, 4. A., München 2005
Homburg, Christian/Rudolph, Bettina :
Theoretische Perspektiven zur Kundenzufriedenheit, in: Kundenzufriedenheit.
Methoden, Konzepte, Erfahrungen, hrsg. v. Homburg, Christian, Wiesbaden 1995, S.
29 – 49
Jung, Hans : Personalwirtschaft, 5.
A., München 2003
Kaplan, Robert/Norton, David :
Balanced Scorecard. Strategien erfolgreich umsetzen, Stuttgart 1997
Kapoun, Josef : Logistik
Controlling. Wichtiges Führungsmittel der Geschäfts- und Logistikführung, in:
Controlling und Logistik-Controlling, hrsg. v. Kapoun, Josef, Lausanne 1992, S.
1 – 2
Kaufmann, Lutz : Strategisches
Sourcing, in: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, Jg. 47, 1995,
S. 275 – 296
Kaufmann, Lutz : Purchasing and
Supply Chain Management. A Conceptual Framework, in: Handbuch Industrielles
Beschaffungsmanagement, hrsg. v. Hahn, Dietger/Kaufmann, Lutz, Wiesbaden 2002a,
S. 3 – 34
Kaufmann, Lutz : Supply Chain
Portfolio. Ein Instrument für das situationsgerechte Management einzelner Kettenglieder,
in: Logistik Management. Strategien – Konzepte – Praxisbeispiele, hrsg. v.
Baumgarten, Helmut/Wiendahl, Hans-Peter/Zentes, Joachim, Berlin 2002b
Kaufmann, Lutz : X-BSC. Measuring
the Performance of Truly Strategic Supplier Relationships, in: Practix CAPS
Research, Jg. 7, 2004, S. 1 – 5
Küpper, Hans-Ulrich : Controlling.
Konzeption, Aufgaben und Instrumente, 4. A., Stuttgart 2005
Reichmann, Thomas : Controlling mit
Kennzahlen und Managementberichten, 6. A., München 2001
Schäffer, Utz/Weber, Jürgen :
Bereichscontrolling. Funktionsspezifische Anwendungsfelder, Methoden und
Instrumente, Stuttgart 2005
Scholz, Christian :
Personalmanagement, 5. A., München 2000
Wagner, Stephan/Kaufmann, Lutz :
Overcoming the Main Barriers in Initiating and Using Purchasing BSCs, in:
European Journal of Purchasing & Supply Management, Jg. 10, H. 6/2004, S.
269 – 281
Weber, Jürgen : Einführung in das
Controlling, 10. A., Stuttgart 2004
Wunderer, Rolf/Sailer, Martin :
Instrumente und Verfahren des Personal-Controlling, in: Controller Magazin, Jg.
12, H. 6/1987, S. 287 – 292
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