Inhaltsübersicht
I. Aufgaben
der Kosten- und Erlösrechnung
II. Kostenrechnungsmethoden
III. Formen
der Kosten- und Erlösrechnung
IV. Anwendungsarten
der Kosten- und Erlösrechnung
V. Entwicklungstendenzen
der Kosten- und Erlösrechnung
I. Aufgaben der Kosten-
und Erlösrechnung
Die Kosten- und Erlösrechnung ist ein Hauptbestandteil des
internen Rechnungswesens. Ihre Rechnungszwecke liegen in der Unterstützung der
betrieblichen Führungspolitik mit Zahlen. Hierfür haben sich eigene Systeme
entwickelt, deren Zahlen ggf. auch mehr oder weniger stark von denen des
externen Rechnungswesens abweichen können. Insbesondere die Kosten- und
Erlösrechnung verwendet typischerweise auch besondere Begriffe. Die negativen
Wertströme heißen Kosten, die positiven Erlöse. Zu diesen Grundbegriffen gibt
es zahlreiche Definitionen, die sich weitgehend erschöpfend in eine allgemein
güterverbrauchsorientierte (oft auch wertmäßige genannt) und eine
zahlungsorientierte Fassung gruppieren lassen. Nach der einen sind Kosten der
bewertete sachzielbezogene Güterverbrauch (so Schweitzer,
Marcell/Küpper, Hans-Ulrich 2003, S. 13), nach der zweiten die mit
einer Entscheidung ausgelösten Auszahlungen (so Riebel, Paul
1994, S. 81). Als Erlöse gelten die entsprechende Güterentstehung bzw. die
entscheidungsbezogenen Einzahlungen, in der Regel jeweils als marktlich
realisiert bzw. realisierbar aufgefasst. Obwohl auf den ersten Blick recht
unterschiedlich, führen beide Begriffsfassungen zu identischen Rechenbeträgen
und übereinstimmenden Endergebnissen, wenn rechenzweckentsprechend
interpretiert wird (vgl. Troßmann,
Ernst 1993).
II. Kostenrechnungsmethoden
Kosten- und Erlösrechnungen folgen in aller Regel der
gleichen äußerlichen Struktur, die im Kern durch den kostenrechnerischen Teil
bestimmt ist. In der Kostenartenrechnung werden die Kosten erfasst und in
vorher gebildete Kostenarten eingruppiert. Die Kostenstellenrechnung ordnet die
Kosten Abteilungen oder anderen betrieblichen Einheiten zu. Sie ist eine erste
Verteilungsrechnung. Mit der Kostenträgerrechnung schließlich werden die Kosten
den einzelnen Produktarten zugerechnet, und zwar stückbezogen in Form der
Kostenträgerstückrechnung (=
Kalkulation) oder periodenbezogen in Form der Kostenträgerzeitrechnung. Aus der Gegenüberstellung von Erlösen und Kosten
ergeben sich dann Produkterfolge bzw. -deckungsbeiträge
sowie das gesamte Betriebsergebnis.
Nun erscheint zwar die äußere Struktur der Kosten- und
Erlösrechnung in der Regel einheitlich, inhaltlich kann die Vorgehensweise
indessen sehr unterschiedlich sein. Sie bestimmt sich danach, wie die Kosten
verteilt und zugerechnet werden. Im einfachsten Grenzfall werden sämtliche Kosten
addiert und ihre Summe als abhängig von einer einzigen Bezugsgröße angesehen,
die dann Beschäftigung genannt wird. Damit gewinnt man letztlich allerdings
weder prinzipiell, noch in konkreten Anwendungsfällen eine brauchbare
Informationsbasis für die betriebliche Führung. Zur nötigen Differenzierung
dienen zwei grundlegende methodische Prinzipien:
-
Bildung von Kostenkategorien als Positionen, die man
kostenrechnerisch in sich gleich und untereinander verschieden behandelt,
-
Einführen von Bezugsgrößen, von denen die Kostenhöhe
einer Kostenkategorie abhängt.
Die betriebswirtschaftliche Produktions- und Kostentheorie
geht eher den Weg des zweiten methodischen Prinzips: Hier wird die Analyse in
viele Bezugsgrößen verfeinert, die teilweise in mehrvariabligen Funktionen
nichtlinear zusammenwirken. Für die Entwicklung der Kostenrechnung dagegen
steht stärker eine einfache Praktikabilität im Vordergrund. Daher findet sich
hier häufiger das Unterscheiden von Kostenkategorien, die zudem als parallel
nebeneinander oder sukzessiv nacheinander berechenbar angesehen werden. Die
Regel ist eine einzige Bezugsgröße und ein linearer Zusammenhang. Typisch ist
die Unterscheidung von Einzel- und Gemeinkosten der Produkte wie u.a. bei der
Zuschlagskalkulation. Im einfachsten Fall hat man hier zwei Kategorien von
Einzelkosten: die Materialeinzelkosten und die Fertigungslöhne als
Fertigungseinzelkosten. Zu beiden gibt es jeweils eine Bezugsgröße, die einen
eindeutigen, oft proportionalen Zusammenhang zur jeweiligen Kostenhöhe begründet:
die Materialmenge bzw. die objektbezogene Fertigungszeit. Da beide Größen
direkt durch die Produktmenge bestimmbar sind, liegt direkte Zurechenbarkeit
der Kosten vor, das Definitionsmerkmal von Einzelkosten. Daneben gibt es
mindestens drei weitere Kostenkategorien: die Gemeinkosten des Materials, die
der Fertigung sowie die für Verwaltung und Vertrieb. Als Bezugsgröße wählt man
etwa die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzellöhne bzw. die kalkulierten
Herstellkosten. Auf diese Art kann man auch im Vielproduktbetrieb auf
einheitliche Art kalkulieren; kostenrechnerisch relevant ist dann die
Unterschiedlichkeit der Produkte im Materialverbrauch und der objektbezogenen
Fertigungszeit.
Das Muster der Zuschlagskalkulation lässt sich beliebig
differenzieren. Allerdings ändert dies den Rechenansatz qualitativ nicht
prinzipiell. Von grundlegender Bedeutung ist dagegen, ob unter den
Produktgemeinkosten auch Kostenkategorien gebildet werden, bei denen keine
proportionale Abhängigkeit von einer Bezugsgröße vorausgesetzt wird, sondern
deren Vorhandensein von einer Ja/Nein-Entscheidung abhängt. Solche Kosten sind fix hinsichtlich der kontinuierlich
variierbaren Bezugsgrößen, also zum Beispiel produktionsmengenfix und
einsatzzeitenfix. Das Bilden von Kategorien fixer (Gemein-)Kosten, die sog.
Kostenspaltung, erlaubt es, die Kostenzurechnung in der Kalkulation auf die
jeweils verbleibenden Kostenkategorien zu beschränken. Andernfalls würden
mengenfixe Kosten proportionalisiert und das Kalkulationsergebnis eine Disponibilität
vortäuschen, die tatsächlich nicht vorliegt. Dies trifft bei der
Vollkostenrechnung zu. Sie ist dadurch charakterisiert, dass sämtliche
betrieblichen Kosten in irgendeiner Art auf die einzelnen Produkteinheiten
zugerechnet (notfalls eben „ zugeschlüsselt “ ) werden. Gelingt es dagegen, alle mengenfixen Kosten zu separieren
und von einer Einbeziehung in die Kalkulation auszuschließen, handelt es sich
um eine Teilkostenrechnung. Sie basiert entweder auf Einzelkosten oder auf
variablen Kosten. Die Kalkulation enthält dann entweder nur die
Produkteinzelkosten – jene sind definitionsgemäß zwangsläufig mengenvariabel –
oder, sofern diese Kategorien in der Kostenrechnung vorgesehen sind, auch die
mengenvariablen Gemeinkosten, etwa Kosten für Energie oder andere
Betriebsstoffe. Als Konsequenz der Teilkostenkalkulation ergibt sich durch
Gegenüberstellung mit den Erlösen nicht unmittelbar ein Gewinn, sondern ein
Deckungsbeitrag, der erst zur Abdeckung der nicht zurechenbaren Kosten
heranzuziehen ist.
Zwischen einer konsequenten Teilkostenrechnung und einer
kompletten Vollkostenrechnung gibt es eine Reihe von Zwischenformen. Eine
kostenrechnerisch klare Konzeption gelingt, wenn wiederum nach den beiden
Prinzipien der Kategorisierung und der Bezugsgrößenzuordnung feiner
differenziert wird. So kann man genauer eine ganze Hierarchie von Kategorien
unterschiedlicher Fixkosten bilden, woraus sich mehrstufig jeweils
entsprechende Deckungsbeiträge ergeben. Perfektioniert wird dieses Prinzip in
der Rechnung mit relativen Einzelkosten (Riebel, Paul
1994). Die durch zeitliche und sachliche Unterscheidungen gebildeten Hierarchien
von Bezugsobjekten entsprechen jeweils eigenen Bereitstellungsentscheidungen.
Auf der Seite der prinzipiell mengenabhängigen Gemeinkosten
setzt dagegen das System der Grenzplankostenrechnung Kilgers an (vgl. Kilger,
Wolfgang/Pampel, Jürgen/Vikas, Kurt 2002). Es differenziert sehr
stark in unterschiedliche Bezugsgrößen und bildet gleichzeitig jeweils eigene
dazugehörige Kategorien von Kosten, die dann (proportional) von ihrer
Bezugsgröße abhängen. Auf diese Weise wird eine höhere Feinheit und damit
größere Genauigkeit bei der Bestimmung der mengenvariablen Kosten erreicht,
ohne dass mehrvariablige und nichtlineare Kostenfunktionen nötig würden. Nur im
Ausnahmefall gibt es Kostenkategorien, die von zwei Bezugsgrößen abhängen
(heterogene Kostenverursachung). Das Hauptanwendungsfeld dieser Idee
lokalisiert Kilger in der industriellen Fertigung. Weniger betrachtet, obwohl
als prinzipiell ebenso bearbeitbar erkannt, werden Sekundärleistungsprozesse,
also solche, die nur indirekt zum Produktionsfortschritt beitragen, z.B.
Fertigungsvorbereitung oder Beschaffungsdisposition. Dies ist hingegen das
typische Anwendungsfeld der Prozesskostenrechnung, die in der Vorgehensweise
prinzipiell mit der Grenzplankostenrechnung übereinstimmt, jedoch eine andere
Terminologie verwendet. Wie im US-amerikanischen Activity Based Costing heißen
Bezugsgrößen hier Cost Driver, die Kosten pro Einheit Cost-Driver-Rate.
Durchweg gibt es in Prozesskostenrechnungen zwar mehr Bezugsgrößen als in
vergleichbaren anderen Systemen, aber keine mehrvariabligen Funktionen, daher
sind sie methodisch einfacher als die Grenzplankostenrechnung. Typische Cost
Driver der Prozesskostenrechnung und namensgebend sind die Häufigkeiten
einzelner Sekundärleistungsprozesse, so die Anzahl der Bestellvorgänge, der
Einlagerungen, des Rüstens, des Einholens von Angeboten usw. Als Cost Driver
treten aber auch traditionelle Bezugsgrößen wie Produktionsmengen und -zeiten
auf. Prozesskostenrechnungen zeichnen sich durch die Vielzahl und Spezialität
ihrer Bezugsgrößen aus, zu denen jeweils eine eigene Kostenkategorie mit
proportionaler Abhängigkeit gebildet wird (vgl. Troßmann,
Ernst 2002). Die so abgegrenzten Kategorien der Kosten, die variabel
hinsichtlich des betrachteten Cost Drivers sind, werden (Horváth,
Péter/Mayer, Reinhold 1989 folgend) oft als leistungsmengeninduziert
bezeichnet – diejenigen, die hinsichtlich aller dieser Cost Driver fix sind,
als leistungsmengenneutral. Prozesskostenrechnungen zerlegen damit vor allem
pauschale Kostenkategorien der Produktgemeinkosten genauer. So erlauben sie es
einerseits, die zumindest indirekt produktmengenvariablen Gemeinkosten besser
fundiert zuzurechnen, andererseits identifizieren sie für Teile der
produktmengenfixen Kosten, wie ihre Höhe von Entscheidungen über
Sekundärleistungen abhängt, etwa die mengenfixen Kosten von der Anzahl der zu
konstruierenden zusätzlichen Bauteile. Zur eigentlichen Behandlung von Kosten,
die hinsichtlich analysierter Mengenentscheidungen fix sind, leistet der Ansatz
der Prozesskostenrechnung indessen weder einen Beitrag, noch eine
Vorgehensmöglichkeit, will man nicht auf überwunden geglaubte
Fixkostenschlüsselungen zurückfallen. Schlüsselt man mengenfixe Kosten
nachträglich auf Produktionsmengen zu, die gar nicht zu den
abhängigkeitsbestimmenden Variablen gehören, wird der Vorteil ihrer genaueren
Bestimmung wieder zunichte gemacht.
III. Formen der Kosten-
und Erlösrechnung
Aus den kostenrechnerischen Grundmethoden ergeben sich die
Ausgestaltungsformen der Kosten- und Erlösrechnung. Einen Überblick über die
Möglichkeiten gibt Abb. 1. Durch die verbreitete SAP-Software ist für die
periodische Informationsbereiststellung am häufigsten die
Grenzplankostenrechnung realisiert, ergänzt um eine fakultative
Vollkostenrechnungs-Komponente. Analysen nach Art einer Prozesskostenrechnung
werden typischerweise außerhalb der Standardsoftware durchgeführt.
Abb. 1: Systeme der Kosten- und Erlösrechnung
Eine besondere Problematik entsteht für neue Produktarten im
Planungsstadium, wo eine Kalkulation zur frühzeitigen Entscheidung über
Auftrags- oder Produktionsaufnahme sowie über Konstruktionsdetails gebraucht
wird. Hier geht es nicht in erster Linie um eine besondere
Kostenrechnungsmethode, sondern um eine Anwendung bei unvollständigen bzw.
unsicheren Eingangsdaten. In Frage kommt prinzipiell der Umstieg auf ein
gröberes Rechenverfahren, etwa sog. Kurzkalkulationsverfahren oder die
Schätzung der fehlenden Daten, zum Beispiel mit Hilfe von Ähnlichkeits- oder
Interpolationskalkulationen (vgl. Friedl,
Birgit 1994). Adäquate Risikoabschätzungen geben Aufschluss darüber,
ob einer möglichen ungünstigen Kostenentwicklung ein genügend hoher
Deckungsbeitrag gegenübersteht, der eine Produktionsaufnahme rechtfertigt (vgl.
Troßmann,
Ernst/Baumeister, Alexander 2006). Andere besondere Ausgestaltungen
betreffen mehrperiodige Produktionsprozesse oder die Problematik nachlaufender
Kosten und Erlöse, die durch Lebenszyklusrechnungen (vgl. Troßmann,
Ernst 2004) erfasst wird.
IV. Anwendungsarten der
Kosten- und Erlösrechnung
Die Kosten- und Erlösrechnung wird für unterschiedliche
Führungsaufgaben eingesetzt, die sich zum Teil erst im Zeitablauf
herausgebildet haben (vgl. Schweitzer,
Marcell/Küpper, Hans-Ulrich 2003, S. 11 ff.). Teilweise wird in
diesem Zusammenhang von einem Paradigmenwechsel der Kostenrechnung gesprochen
(so z.B. Pfaff,
Dieter/Weißenberger, Barbara E. 2000, S. 120). Vollständig liegt ein
solcher aber wohl deshalb nicht vor, weil die ursprünglichen Anwendungen nicht
obsolet geworden, sondern nach wie vor zentrale Rechenzwecke sind. Sie liegen
in der Unterstützung einer optimalen
Gütersteuerung, etwa durch eine präzise Preisuntergrenzen-Berechnung. Hier
werden kalkulierte Selbstkosten auf Teilkostenbasis benötigt, die ggf. um
Mindest-Deckungsbeiträge ergänzt werden. Jene entstehen zum Beispiel aus der
Verdrängung anderer Produkte wegen Kapazitätsengpässen, aus der
Berücksichtigung zeitlicher Interdependenzen, etwa wenn in späteren Perioden
der Preisspielraum durch die heutige Preissetzung begrenzt wird, oder auch aus
der Berücksichtigung der Produktionsverhältnisse in der Kuppelproduktion.
Für institutionenorientierte
Führungsaufgaben liefert die Kosten- und Erlösrechnung insbesondere Vorgabe-
und Kontrollgrößen, so etwa stellenbezogene Kostenbudgets und
Soll-Deckungsbeiträge sowie entsprechende Abweichungsanalysen. Für
Produktentwicklungen liefert das Target Costing stückbezogene Höchstkosten aus
Marktanalysen und vorgegebenen Mindest-Deckungsbeiträgen. In solchen Fällen
geht es weniger um die nachweisbare „ Richtigkeit “ der Zahlen, sondern um
Aspekte der Realisierbarkeit und Motivationswirkung (vgl. Ewert,
Ralf/Wagenhofer, Alfred 2005, S. 311 ff.).
Für die individuelle
Detailsteuerung einzelner betrieblicher Stellen ist zusätzlich die
Bestimmung von Steuerungsparametern, z.B. innerbetrieblicher Lenkpreise
erforderlich. Wo die Programmpolitik an die einzelnen betrieblichen
Produktionsbereiche zur selbstständigen Entscheidung delegiert ist, sollen
Lenkpreise u.a. dazu dienen, trotz dezentraler Entscheidung ein
gesamtbetriebliches Optimum zu ermöglichen (vgl. Laux,
Helmut/Liermann, Felix 2005, S. 385 ff.). Sie betreffen u.a. den
innerbetrieblichen Zwischenprodukt- und Kapazitätsaustausch. Einer rein
sachlich-güterflussoptimierenden Festlegung können zwei Aspekte entgegenstehen:
zum einen eine personenabhängig unterschiedlich ausgeprägte Sensibilität
gegenüber Größenordnungen entscheidungsrelevanter Zahlen, zum anderen die
Principal-Agent-Problematik aus dem hierarchischen Zusammenhang und die daraus
resultierende asymmetrische Informationslage (vgl. Demski, Joel
S. 1994; Pfaff, Dieter
1993; Wagenhofer,
Alfred 1997). Beides kann zur Folge haben, dass fundiert berechnete
Lenkpreisparameter weniger zielentsprechend wirken als Größen, die deutlicher
die zu bewirkenden Tendenzen aufzeigen (vgl. Kaplan,
Robert S./Atkinson, Anthony A. 1998). So lässt sich u.a. auch eine
für diese Anwendungsfälle da und dort vorkommende Fixkostenproportionalisierung
erklären; ihr Vorzug kann keineswegs in einer entscheidungslogischen
Korrektheit liegen, sondern lediglich darin, auf nachprüfbare und vermittelbare
Weise an passender Stelle hohe Kalkulationswerte zu erzeugen.
Kostenrechnungsmethoden, die ihre Ergebnisse anhand der gewünschten Wirkung
bestimmen, werden teilweise auch als „ strategisch “ bezeichnet.
V. Entwicklungstendenzen
der Kosten- und Erlösrechnung
Weiterentwicklungen der Kosten- und Erlösrechnung betreffen
zum einen betriebliche Teilbereiche als neue kostenrechnerische
Betrachtungsobjekte, so etwa die betriebliche Ausbildung oder die Logistik. Zum
zweiten wird die Berechnung einzelner Kostenpositionen für die
Entscheidungsvorbereitung verfeinert, insbesondere durch Einbeziehung
längerfristiger Folge- und Sekundärwirkungen. Ein wichtiger Ausgangspunkt dafür
ist der investitionstheoretische Ansatz der Kostenrechnung aus den
1990er-Jahren (vgl. Küpper,
Hans-Ulrich 1993). In diesen Bereich fällt auch die Berücksichtigung
von mehrperiodigen Nachlaufeffekten, von Risikoeinflüssen sowie von
Wechselwirkungen unter den eigenen Produktarten durch Schattenwirkungen eines
Positivimages oder Kannibalisierung (vgl. zum Überblick z.B. Kajüter,
Peter 2000, S. 161 ff.). Schließlich ist eine wachsende Anwendung
der Investitionsrechnung als Ergänzung der Kosten- und Erlösrechnung zu
beobachten (vgl. Troßmann,
Ernst 1998). Sie ist die logische Folge einer exakteren
Identifizierung der späteren Fixkostenbelastungen als vorherige Ausstattungs-
und Bereitstellungsentscheidungen.
Literatur:
Demski, Joel S. : Managerial Use of
Accounting Information, Boston et al. 1994
Ewert, Ralf/Wagenhofer, Alfred :
Interne Unternehmensrechnung, 6. A., Berlin 2005
Friedl, Birgit : Kostenplanung und
-steuerung in der Entwicklung, in: Handbuch Produktionsmanagement, hrsg. v.
Corsten, Hans, Wiesbaden 1994, S. 497 – 515
Horváth, Péter/Mayer, Reinhold :
Prozeßkostenrechnung. Der neue Weg zu mehr Kostentransparenz und
wirkungsvolleren Unternehmensstrategien, in: Controlling, Jg. 1, 1989, S.
214 – 219
Kajüter, Peter : Proaktives
Kostenmanagement, Wiesbaden 2000
Kaplan, Robert S./Atkinson, Anthony
A. : Advanced Management Accounting, 3. A., Englewood Cliffs (NJ) 1998
Kilger, Wolfgang/Pampel,
Jürgen/Vikas, Kurt : Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung,
11. A., Wiesbaden 2002
Küpper, Hans-Ulrich : Kostenrechnung
auf investitionstheoretischer Basis, in: Zur Neuausrichtung der Kostenrechnung.
Entwicklungsperspektiven der 90er Jahre, hrsg. v. Weber, Jürgen, Stuttgart
1993, S. 79 – 136
Laux, Helmut/Liermann, Felix :
Grundlagen der Organisation, 6. A., Berlin et al. 2005
Pfaff, Dieter : Kostenrechnung,
Unsicherheit und Organisation, Heidelberg et al. 1993
Pfaff, Dieter/Weißenberger, Barbara
E. : Institutionenökonomische Fundierung, in: Kosten-Controlling, hrsg. v.
Fischer, Thomas M., Stuttgart 2000, S. 109 – 134
Riebel, Paul : Einzelkosten- und
Deckungsbeitragsrechnung, 7. A., Wiesbaden et al. 1994
Schweitzer, Marcell/Küpper,
Hans-Ulrich : Systeme der Kosten- und Erlösrechnung, 8. A., München et al. 2003
Troßmann, Ernst : Kostentheorie und
Kostenrechnung, in: Handwörterbuch der Betriebswirtschaft, hrsg. v. Wittmann,
Waldemar/Kern, Werner/Köhler, Richard et al., 5. A., Stuttgart 1993, Sp.
2385 – 2401
Troßmann, Ernst : Investition,
Stuttgart 1998
Troßmann, Ernst : Internes
Rechnungswesen, in: Betriebswirtschaftslehre, hrsg. v. Corsten, Hans/Reiß,
Michael, 3. A., München et al. 1999, S. 305 – 420
Troßmann, Ernst :
Prozeßkostenmanagement, in: Handwörterbuch der Unternehmensrechnung, hrsg. v.
Küpper, Hans-Ulrich/Wagenhofer, Alfred, 4. A., Stuttgart 2002, Sp. 1612 – 1620
Troßmann, Ernst :
Produktentscheidungen mit jahrgangsdifferenzierten Lebenszyklusrechnungen, in:
Entwicklungen im Produktionsmanagement, hrsg. v. Braßler, Axel/Corsten, Hans,
München 2004, S. 51 – 73
Troßmann, Ernst/Baumeister,
Alexander : Risikocontrolling bei Auftragsfertigung, Berlin 2006
Wagenhofer, Alfred : Kostenrechnung
und Verhaltenssteuerung, in: Kostenmanagement, hrsg. v. Freidank,
Carl-Christian et al., Berlin et al. 1997, S. 57 – 78
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