Inhaltsübersicht
I. Entstehung,
Zielsetzung, Voraussetzungen
II. Grundsätzlicher
Aufbau
III. Anwendungen
im Controlling und zur Entscheidungsunterstützung
IV. Weiterentwicklungen
und Ausblick
I. Entstehung, Zielsetzung,
Voraussetzungen
1. Historischer
Rückblick
Systeme der Plankostenrechnung sind in der Ausprägung als
starre Budget-, Etat- oder Haushaltsrechnung seit langem bekannt. Um einen
Haupteinflussfaktor auf die Kostenentwicklung, nämlich den der schwankenden Beschäftigung,
transparent zu machen, wurde die flexible Plankostenrechnung entwickelt, die im
deutschen Sprachraum seit etwa 1930 in Industrieunternehmen zunehmend an
Bedeutung gewann. Während auf diese Weise eine der drei klassischen
Hauptaufgaben der Kostenrechnung (vgl. Plaut, H.G.
1961, S. 468), jene der Kostenkontrolle, zufriedenstellend gelöst werden
konnte, blieben die Aufgaben der Erfolgskontrolle und der Unterstützung bei
kurzfristigen unternehmerischen Entscheidungen damit noch offen, da in der
Kostenträgerrechnung weiterhin mit Vollkosten gearbeitet wurde. H.-G. Plaut
(vgl. Plaut, H.-G.
1953) blieb es vorbehalten, aus seiner Praxis als beratender Betriebswirt
heraus diese Lücke mit der Entwicklung der von ihm so benannten
„ Grenzplankostenrechnung “ zu schließen. Er lehnte jegliche Zurechnung fixer –
also periodenbezogener – Kosten auf die Produkte ab, da nur damit „ alle Fehler
und Trugschlüsse, die durch das Hinzurechnen der fixen Kosten zu den einzelnen
Kostenträgern laufend entstehen müssen, vermieden werden “ (Plaut, H.-G.
1953, S. 259). Er baute auf den Erkenntnissen der
GrenzkostenlehreSchmalenbach, E.s und der Blockkostenrechnung von Rummel (vgl.Rummel, K.
1934) auf und folgte damit – unwissentlich – der Entwicklung des
Verfahrens des „ Direct Costing “ (vgl. Harris, J.N.
1936) in den USA. Trotz vieler Einwände aus der Praxis aber auch von
Traditionalisten aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft, setzte sich die
Grenzplankostenrechnung, nicht zuletzt aufgrund der theoretischen Untermauerung
von W. Kilger (vgl. Kilger, W.
1961) im deutschen Sprachraum durch und gilt hier als das am weitesten
verbreitete Konzept (vgl. Seicht, G.
1991, S. 51).
2. Zielsetzung
Das wesentliche Anliegen dieses Konzepts war die
praxisgerechte Umsetzung der Erkenntnis, dass kurzfristige Entscheidungen
allein auf der Basis von Grenzkosten – darunter verstand Plaut die
beschäftigungsabhängigen oder auch proportionalen Kosten – getroffen werden
können.
3. Klassische
Voraussetzungen nach H.-G. Plaut
Gegenüber den damals vorherrschenden Merkmalen einer
Vollkostenrechnung bestand H.-G. Plaut auf der gewissenhaften Ausarbeitung
folgender Grundelemente eines entscheidungsrelevanten Kostenrechnungssystems:
-
Aufbau einer detaillierten Kostenstellengliederung
-
Wahl von geeigneten Bezugsgrößen
-
Einführung eines innerbetrieblichen Festpreissystems
-
Festlegung der Planbeschäftigung nach dem
Engpassprinzip
-
Durchführung einer analytischen Kostenplanung
und Kostenauflösung in fixe und proportionale Bestandteile
-
Deckungsrechnung für indirekte Sekundärleistungen
unter Vermeidung von Umlagen
-
Aufbau aussagefähiger Soll-/Istkostenvergleiche der
Kostenstellen
-
Aufbau von Plankalkulationen für alle Serienprodukte
-
Parallele Verrechnung der Abweichungen über alle
Stufen der Kostenrechnung
-
Verzicht auf eine Zurechnung der fixen Kosten auf
einzelne Produkte oder Aufträge
-
Vertriebssteuerung nur mit Deckungsbeiträgen, als der
Differenz zwischen Nettoerlös und Grenzkosten.
II. Grundsätzlicher Aufbau
1. Kostenartenrechnung
In der Kostenartenrechnung werden zunächst die Daten aus den
vorgelagerten Arbeitsgebieten gefiltert und darüber entschieden, ob sie
überhaupt als Kostenart übernommen bzw. noch abgegrenzt werden müssen. Ferner
ist zu prüfen, ob sie nach Festwerten und Preisabweichungen zu unterteilen sind
sowie ob es sich um kostenträgerbezogene Einzelkosten oder Gemeinkosten der
Kostenstellenrechnung handelt.
2. Kostenstellen-,
Projekt- und Innenauftragsabrechnung
Für alle Kostenstellen werden Planleistungsmengen als
Planbeschäftigung für alle Bezugsgrößen festgelegt sowie eine analytische
Kostenplanung für alle Kostenstellen, Projekte und Innenaufträge durchgeführt.
Dabei werden die geplanten Kosten in einen proportionalen und einen
periodenabhängigen fixen Anteil aufgelöst sowie die Plankostensätze je
Bezugsgröße ermittelt.
In der monatlichen Abrechnung werden die
Istbezugsgrößenmengen erfasst und darauf aufbauend die Sollkosten errechnet,
denen die Istkosten in Form eines Soll-Istkostenvergleichs gegenübergestellt
werden.
3. Kostenträgerstück-
und Kostenträgerzeitrechnung
In der Serienfertigung wird zunächst eine prozesskonforme
Plankalkulation für alle Teile, Baugruppen und Produkte auf der Basis der
technischen Mengengerüste durch Bewertung mit den Plankostensätzen der
Kostenstellenrechnung bzw. den Festpreisen der Materialwirtschaft aufgebaut. In
der Einzelfertigung dagegen werden auftragsbezogene Vorkalkulationen auf der
Basis technischer Mengengerüste mit denselben Bewertungsansätzen erstellt.
Der periodenbezogene retrograde Herstellkosten Soll-/Istvergleich
für bestimmte Betriebsbereiche im Fall der Serien- oder Massenfertigung oder
der auftragsbezogene Nachkalkulations Soll-/Istvergleich im Falle der Einzel-
oder Wiederholfertigung dient dem Produktionscontrolling,
während die Bestandrechnung sowohl für die Ware in Arbeit als auch für die
mengenmäßig erfassten Halb- und Fertigfabrikate die einzelnen Kostenelemente
ausweist.
4. Ergebnisrechnung
Für alle Produkte in der Serienfertigung werden zunächst
detaillierte Absatz- und Umsatzpläne aufgebaut sowie in einer Quotentabelle die
Erlösschmälerungen und Sondereinzelkosten des Vertriebes geplant. Die umsatzabhängigen
Produktkosten werden aus der Plankalkulation übernommen, während die Fixkosten
der entsprechenden Kostenstellen den Bezugsobjekten nach einem mehrstufigen,
mehrdimensionalen Verfahren zugeordnet werden. Danach werden die Ergebnisse in
einer Plandeckungsbeitragsrechnung sichtbar werden, die mit dem
Plan-Betriebsergebnis des externen Rechnungswesens abstimmbar sind. Für alle
Einzelaufträge werden auf Basis der Vorkalkulationen des Auftragsstandes und
einer Extrapolation der Daten in die Zukunft ähnliche Ergebnisse erzielt.
In der monatlichen Abrechnung werden die Istdaten für Absatz
und Umsatz nach Durchführung der Erlösrechnung den umsatzabhängigen Kosten
gegenübergestellt, die Soll-Deckungsbeiträge aus den Istabsatzmengen abgeleitet
und dann die Ist-Deckungsbeiträge ermittelt und im Deckungsbeitrags
Soll/Istvergleich gegenübergestellt.
III. Anwendungen im
Controlling und zur Entscheidungsunterstützung
Nach wie vor stellen die Systeme des Rechnungswesens die
wichtigsten Informationsquellen für das operative Controlling dar (vgl. Vikas, K.
1996, S. 36 ff.). Wenn auch ein Trend in Richtung eines
kennzahlengestützten, prozessorientierten Controlling immer deutlicher wird
(vgl. Vikas, K./Klein,
A. 1999, S. 83 ff.) und die Unternehmenssteuerung mit nicht
monetären Erfolgsfaktoren nach dem System der Balanced
Scorecard (vgl.Kaplan,
R.S./Norton, D. 1992) in der Praxis inzwischen hohe Akzeptanz
genießt, bietet das System der Grenzplankostenrechnung hohe
Informationssicherheit.
1. Anwendungen
des periodischen Berichtswesens
a) Gemeinkostencontrolling
Der monatliche kostenstellenbezogene Soll-/Istkostenvergleich
mit Ausweis der Mengen- (Verbrauchs-), Preis- und Beschäftigungsabweichungen
stellt für die Steuerung des Gemeinkostenblocks verlässliche Informationen zur
Verfügung.
b) Projektkostencontrolling
In der Werks-/Innenauftrags- oder Projektabrechnung werden
einerseits objektbezogene Kosten geplant und durch Gegenüberstellung der
Istkosten und des bereits eingegangenen Obligos kontrolliert, andererseits über
Abgrenzungsaufträge aperiodisch anfallende Kosten mit Planquoten verrechnet,
die dann wieder zur Kontrolle der kumulativen Istwerte verwendet werden.
Mengen- und Preisabweichungen werden ausgewiesen.
c) Produktkostencontrolling
Aus der Plankalkulation werden für alle Serienprodukte unter
Berücksichtigung der generell oder auftragsspezifisch definierten Änderungen im
Mengengerüst der Arbeitspläne und Stücklisten die Sollkosten je Auftrag oder je
Periode ermittelt, denen dann wieder die Istwerte gegenübergestellt werden.
Materialmengen-, Materialpreis-, Leistungs- und Verfahrensabweichungen sind
wichtige Steuerungsinformationen für eine effiziente Produktion.
d) Vertriebscontrolling
Im monatlichen Deckungsbeitrags-Soll/Istvergleich werden die
erzielten IstDeckungsbeiträge der einzelnen Auswertungshierarchien – getrennte
Produkt-, Kunden- und Vertriebsweghierarchien sind hier üblich – den Soll- bzw.
PlanDeckungsbeiträgen gegenübergestellt und mittels der dabei ausgewiesenen
Verkaufspreis-, Verkaufsmengen- und Mix- oder Strukturabweichungen die
Zielerreichung kontrolliert und gesteuert.
2. Anwendungen
des fallbezogenen Controlling
Neben diesen periodischen Auswertungen zur Absicherung der
geplanten Ergebnisse waren Informationen aus der Grenzplankostenrechnung
traditionell (vgl. Plaut, H.-G.
1961, S. 460 ff.) für die Untermauerung kurzfristiger unternehmerischer
Entscheidungen (auf Basis vorhandener Kapazitäten) gefordert. Die in der Praxis
häufigsten Anwendungsfälle sind Fragen der
a) Verfahrenswahl
In vielen Unternehmen sind laufend Entscheidungen zum
jeweiligen Fertigungsverfahren zu treffen. Nur eine aussagefähige Zurechnung
der tatsächlich entscheidungsrelevanten Kosten führt hier zu richtigen
Entscheidungen. Jegliche Form der Zuschlagskalkulation und willkürlicher
Kostenschlüsselung ist daher zu vermeiden. Eine konsequent ausgeprägte
prozesskonforme Grenzplankostenrechnung bietet hier alle erforderlichen
Informationen.
b) Make
or Buy-Entscheidungen
Ebenso muss im Tagesgeschäft häufig entschieden werden, ob
Rohmaterialien eines unterschiedlichen Bearbeitungsgrades zugekauft oder eine
teilweise Bearbeitung im Unternehmen oder durch Dritte durchgeführt wird. Dabei
ist die Kenntnis entscheidungsrelevanter Grenzkosten unabdingbar, solange man
sich im Rahmen vorhandener Kapazitäten bewegt.
c) Preispolitik
Die erzielbaren Verkaufspreise werden vom Markt bestimmt.
Daher ist schon in der frühen Phase der Produktentwicklung dieser wichtige
Bestimmungsfaktor für das zu erwartende Ergebnis im Rahmen eines Target
Costing (vgl. Seidenschwarz,
W. 1993) entsprechend zu berücksichtigen. Für das laufende
Geschäft mit bestehenden Produkten und Vertriebswegen sind jedoch
entscheidungsrelevante Informationen erforderlich, wie die jeweilige
Preisuntergrenze, der erzielbare Deckungsbeitrag oder – bei betrieblichen
Engpasssituationen – der erzielbare Deckungsbeitrag pro Engpasseinheit. Alle
diese Informationen können mit hinreichender Zuverlässigkeit nur von einer
entsprechend ausgestalteten Grenzplankosten- und Deckungsbeitragsrechnung
geboten werden.
d) Artikel-
und Sortimentspolitik
Zur Ermittlung des optimalen Absatzprogramms ist die Kenntnis
der Grenzkosten der einzelnen Produkte unerlässlich. Liegen keine
Kapazitätsengpässe vor, sind alle Produkte mit positivem Deckungsbeitrag in das
Programm aufzunehmen. Bei einem oder mehreren von einander unabhängigen
Kapazitätsengpässen müssen die knappen Kapazitäten jenen Produkten mit dem
höchsten Deckungsbeitrag je Engpasseinheit zugewiesen werden. Bei mehreren von
einander abhängigen Engpässen können Verfahren des Linearen Programmierens zur
Optimierung (vgl. Kilger, W.
1973) eingesetzt werden.
IV. Weiterentwicklungen und
Ausblick
1. Ausbaustufen
Am ursprünglichen Konzept der Grenzplankostenrechnung wurden
in den nunmehr fünf Jahrzehnten seit ihrer Vorstellung, bedingt durch veränderte
Rahmen- und Umweltbedingungen, schrittweise Ergänzungen und Erweiterungen
vollzogen.
a) Grenzplankostenrechnung
als Parallelrechnung
Zunächst auf die rein dispositiven Aufgaben der
Bereitstellung entscheidungsrelevanter Daten in Form von Grenzkosten
fokussiert, verlangten weitere Rechnungszwecke, wie die Bewertung von
Fabrikatebeständen oder die Abrechnung öffentlicher Aufträge, auch
Vollkosteninformationen. Sobald die zum Einsatz gelangenden DV-Systeme (vgl. Plaut,
H.-G./Müller, H./Medicke, W. 1973, S. 269) es erlaubten, wurde
die reine Grenzplankostenrechnung konsequent zu einer Parallelrechnung mit
Ausweis proportionalisiert zugerechneter Fixkosten ausgebaut.
b) Dynamische
Grenzplankostenrechnung
Eine Erweiterung des Konzeptes durch Kilger (vgl. Kilger, W.
1976, S. 10 ff.) berücksichtigt die Kritik am einheitlichen
Fristigkeitsgrad der traditionellen Grenzplankostenrechnung, der auf die meist
einjährige Planungsperiode begrenzt war. Die von ihm als „ dynamische
Grenzplankostenrechnung “ bezeichnete Lösung sieht mehrere unterjährige
Fristigkeitsgrade in Bezug auf die Kostenanpassung vor. Allerdings konnte weder
die Wissenschaft, die von einer unexakten „ Näherungslösung “ (vgl. Bungenstock,
C. 1994, S. 166) spricht, noch die Praxis, die den damit
verbundenen Planungsaufwand ablehnt, davon überzeugt werden.
c) Dienstleistungskalkulation
Die Anforderungen des immer mehr an Bedeutung gewinnenden
tertiären Sektors wurden bei der Entwicklung der Grenzplankostenrechnung
zunächst nicht bedacht. So lag es nahe, die im industriellen Umfeld bewährten
Methoden für die bisher vernachlässigten Belange des Dienstleistungsbereiches
zu modifizieren (vgl. Vikas, K.
1988). Bei der Kostenauflösung werden nicht mehr die Gesichtspunkte der
kurzfristigen Beeinflussbarkeit, sondern jene der funktionalen Abhängigkeit von
Leistungsbezugsgrößen herangezogen. Für alle repetitiven Tätigkeiten werden Leistungsstandards
festgelegt, die nicht nur der Sollkostenrechnung dienen, sondern eine Bewertung
der Teilprozesse und Prozesse und damit eine Stückkostenrechnung ermöglichen,
deren Ergebnisse Eingang in eine Deckungsbeitragsrechnung finden.
2. Alternativen
Folgende zeitgleich entstandene Konzepte haben die Diskussion
belebt und werden häufig in aktuelle Lösungsansätze integriert:
a) Einzelkosten-
und Deckungsbeitragsrechnung
Dieses zweite Verfahren einer Teilkostenrechnung, das im
deutschsprachigen Raum entwickelt wurde (vgl. Riebel, P.
1959), weist grundsätzlich Parallelen zum Direct Costing und zur Grenzplankostenrechnung
auf. Der ursprünglich auf das jeweilige Produkt oder die jeweilige Leistung
begrenzte Begriff des Kostenträgers wird hier auf alle denkbaren Bezugsobjekte
erweitert, womit letztlich alle Kosten zu „ relativen “ Einzelkosten gemacht werden
und in einer „ Grundrechnung “ für Auswertungen zur Verfügung stehen. Eingang in
die Praxis fand das Konzept erst mit entsprechenden Lösungsansätzen der
Standardsoftware (vgl. Sinzig, W.
1990, S. 283 ff.) für den Bereich der Ergebnisrechnung in Form
vielfältigster Auswertungshierarchien.
b) Stufenweise
Fixkostendeckungsrechnung
Schon frühzeitig wurde die von Plaut (vgl. Plaut, H.-G.
1953, S. 413) ursprünglich empfohlene pauschale Behandlung der Fixkosten
als in Summe durch den Gesamtdeckungsbeitrag abzudeckender Kostenblock als
unzureichend betrachtet. Zunächst in eigenständigen Ansätzen (vgl. Agthe, K.
1959, S. 404 und Mellerowicz,
K. 1966, S.155) formuliert, ist das Konzept einer
differenzierten Behandlung von Fixkosten heute in die stufenweise,
mehrdimensionale Deckungsbeitragsrechnung integriert.
c)
Prozesskostenrechnung
Von einer Entwicklung in den USA ausgehend (vgl. Johnson,
T.H./Kaplan, R.S. 1987)
wurde auch im deutschsprachigen Raum (vgl. Horváth,
P./Mayer, R. 1989) die Diskussion über die
verursachungsgerechte Planung und Steuerung der Gemeinkosten, insbesondere von
Komplexitätskosten in den indirekten Bereichen von Industrieunternehmen und der
Ermittlung von Prozesskosten im Dienstleistungsbereich angeregt.
Industrieunternehmen mit Grenzplankostenrechnung wurden dadurch auf die
Unzulänglichkeit von geschlüsselten Umlagen und damit verfälschten Kostensätzen
der Fertigungsstellen sowie auf die mangelnde Aussagefähigkeit von
Kalkulationszuschlägen hingewiesen. Im Dienstleistungsbereich haben sich
prozessorientierte Verfahren inzwischen durchgesetzt.
3. Aktueller
Entwicklungsstand
Unter den heutigen Rahmenbedingungen für alle Unternehmen,
wie fortschreitende Globalisierung, forcierte Kundenorientierung, rasante
Entwicklung der Informationstechnologie sowie der geforderten Flexibilität und
Geschwindigkeit, müssen auch die Anforderungen an die Kostenrechnungssysteme
ständig hinterfragt werden.
Die Grenzplankostenrechnung bleibt für eine
zukunftsorientierte Unternehmensführung wertvoll. Integrierte
Planungsrechnungen mit Ausweis zutreffender Simulationen sind damit möglich. Am
Feinheitsgrad können Abstriche gemacht werden. Rein monetäre Steuerungsdaten
werden durch weitere Controlling-Kriterien wie Mengen-, Zeit- und
Qualitätskennzahlen ergänzt.
Leistungsfähige Systeme der Standardsoftware bieten die volle
Funktionalität der Grenzplankosten- und Deckungsbeitragsrechnung einschließlich
der Anforderungen eines integrierten Activity- Based Costing. Über ihre
weltweite Nutzung wird die Zukunft entscheiden (vgl. Vikas, K.
2006).
Literatur:
Agthe, Klaus :
Stufenweise Fixkostendeckung im System des Direct Costing, in: ZfB, Jg. 29,
1959, S. 404 – 418
Bungenstock, Christian :
Entscheidungsorientierte Kostenrechnungssysteme, Wiesbaden 1994
Harris, Jonathan N. :
What did we earn last month, in: N.A.C.A.-Bulletin, 1936, S. 501 ff
Horváth, Péter/Mayer,
Reinhold : Prozeßkostenrechnung. Der neue Weg zu mehr Kostentransparenz und
wirkungsvolleren Unternehmensstrategien, in: Controlling, Jg. 1, H. 4/1989, S.
214 – 219
Johnson, Thomas
H./Kaplan, Robert S. : Relevance Lost, The Rise and Fall of Management
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Kaplan, Robert
S./Norton, D. : The Balanced Scorecard, Measures that drive performance, in:
Harvard Business Review, 1992, S. 71 – 79
Kilger, Wolfgang :
Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung, Wiesbaden, 10. A.,
1993
Kilger, Wolfgang : Die
Entstehung und Weiterentwicklung der Grenzplankostenrechnng als
entscheidungsorientiertes System der Kostenrechnung, in: Neuere Entwicklungen
in der Kostenrechnung, hrsg. v. Jacob, Herbert, Wiesbaden 1976, S. 679 – 693
Kilger, Wolfgang :
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Kilger, Wolfgang : Flexible
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Mellerowicz, Konrad :
Neuzeitliche Kalkulationsverfahren, Freiburg 1966
Müller, Heinrich :
Prozeßkonforme Grenzplankostenrechnung, Wiesbaden, 2. A., 1995
Plaut, Hans-Georg :
Unternehmenssteuerung mit Hilfe der Voll- oder Grenzplankostenrechnung, in:
ZfB, Jg. 31, H. 8/1961, S. 460 – 482
Plaut, Hans-Georg : Die
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Plaut,
Hans-Georg/Müller, Heinrich/Medicke, Werner : Grenzplankostenrechnung und
Datenverarbeitung, München, 3. A., 1973
Riebel, Paul :
Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung, Wiesbaden, 7. A., 1994
Riebel, Paul : Das
Rechnen mit Einzelkosten und Deckungsbeiträgen, in: ZfhF, H. 11/1959, S.
213 – 238
Rummel, Kurt :
Einheitliche Kostenrechnung, Berlin 1934
Seicht, Gerhard : Die
Entwicklung der Grenzplankosten- und Deckungsbeitragsrechnung, in:
Grenzplankostenrechnung, Stand und aktuelle Probleme, hrsg. v. Scheer,
August-Wilhelm, Wiesbaden, 2. A., 1991, S. 31 – 51
Seidenschwarz, Werner :
Target Costing, München 1993
Sinzig, Werner :
Datenbankorientiertes Rechnungswesen, Berlin, Heidelberg, New York, 3. A., 1990
Vikas, Kurt : Relevance
Lost – Relevance Confirmed, Die Renaissance des German Management Accounting,
in: Jahrbuch des Rechnungswesens 2006, hrsg. v. Seicht, Gerhard, Wien 2006
Vikas, Kurt :
Strategischs Controlling und dessen Umsetzung in den Prozessabläufen, in:
Controlling und Rechnungswesen 2000, hrsg. v. Seicht, Gerhard, Wien 2000, S.
397 – 412
Vikas, Kurt : Neue
Konzepte für das Kostenmanagement, Wiesbaden, 3. A., 1996
Vikas, Kurt :
Grenzplankostenrechnung im Dienstleistungsbereich, Wiesbaden 1988
Vikas, Kurt/Klein,
Andreas : Überblick über das prozeßorientierte Controlling, in: KRP, H.
43/1999, S. 83 – 90
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