Inhaltsübersicht
I. Zur Struktur
des Handels
II. Theoriefelder
I. Zur Struktur des
Handels
Handelsbetriebe können von anderen Betrieben, insbesondere
Industrie-, Logistik- und Handwerksbetrieben, sehr unterschiedlich abgegrenzt
werden (Müller-Hagedorn,
Lothar 1998). Da jedes Messen eindeutige Definitionen voraussetzt,
wird zunächst auf solche Abgrenzungsmöglichkeiten eingegangen. Anschließend
wird auf die Vielfalt der Handelsbetriebe verwiesen.
1. Die Abgrenzung von anderen Wirtschaftsbereichen
Weit verbreitet ist die Sichtweise der sog.
Katalogkommission: „ Handel im funktionellen Sinne liegt vor, wenn
Marktteilnehmer Güter, die sie in der Regel nicht selbst be- oder verarbeiten
(Handelsware), von anderen Marktteilnehmern beschaffen und an Dritte absetzen.
In der Praxis wird der Begriff im Allgemeinen auf den Austausch von Sachgütern,
noch häufiger auf den Austausch von beweglichen Sachgütern eingeschränkt. “ (Ausschuss für
Definitionen, 2006). Wesentliches Kennzeichen einer darauf
aufbauenden Definition von Handelsbetrieben ist der Umstand, dass sie die
abzusetzenden (beweglichen) (Sach-)Güter nicht wesentlich be- oder verarbeiten.
Aber es können weitere Kriterien verwendet werden, so der „ Erwerb von Eigentum
an der Ware “ , das „ Tragen des Erfolgsrisikos “ oder die „ Autonomie in Bezug auf
die Wahl der Lieferanten “ . Je nach Verwendung dieser Kriterien ergeben sich
unterschiedlich weite Abgrenzungen.
Die Amtliche Statistik ordnet ein Unternehmen oder einen
Betrieb dann dem Handel zu, wenn die wirtschaftliche Haupttätigkeit im Erwerb
(im allgemeinen Kauf) beweglicher Waren und ihrem Weiterverkauf und/oder in der
Vermittlung zwischen Verkäufern und Käufern von Waren besteht (Statistisches
Bundesamt, 2000). Aus der Handelstätigkeit hat eine größere
Wertschöpfung zu resultieren als aus einer zweiten oder aus mehreren sonstigen
Tätigkeiten.
2. Erscheinungsformen der Handelsbetriebe
Handelsbetriebe treten in vielerlei Gestalt auf. Typologien
bedienen sich der Einteilung in Wirtschaftsbereiche (Großhandel, Einzelhandel
und Handelsvermittlung), Betriebstypen bzw. Betriebsformen sowie Distributions-
und Handelssysteme. Mit dem Begriff Betriebsform(-typ) (auch Format) versucht
man, die Vielfalt der konkreten Erscheinungsformen in eine überschaubare Anzahl
von Typen zu übertragen. Dabei greift man vor allem auf markante Kennzeichen
der Absatzpolitik, z.B. die Preis- oder Sortimentspolitik, zurück. Seltener
wird die Wahrnehmung einzelner Merkmale der Anbieter durch die Konsumenten verwendet,
um Betriebsformen zu definieren. Mit den Begriffen Handels- und
Distributionssystem wird erfasst, inwieweit ein Handelsbetrieb sich auf
hierarchische oder marktliche Weise mit anderen Handelsbetrieben und/oder
weiteren Betrieben außerhalb des Handels abstimmt.
a) Der Großhandel und seine Betriebsformen
Nach der Katalogkommission (Ausschuss für
Definitionen, 2006, S. 38) umfasst Großhandel (im institutionellen
Sinn) „ jene Institutionen, deren wirtschaftliche Tätigkeit ausschließlich oder
überwiegend dem Großhandel im funktionellen Sinne zuzurechnen ist “ . Großhandel
entspricht der wirtschaftlichen Tätigkeit des Umsatzes (Beschaffung und Absatz)
von Handelswaren und sonstigen Leistungen an Wiederverkäufer,
Weiterverarbeiter, gewerbliche Verwender, Großverbraucher. Ahlert (Ahlert,
Dieter 1987) sieht auch die institutionellen Haushalte (z.B.
Behörden, Krankenhäuser, Schulen, Verbände) sowie die freiberuflichen Kunden
(z.B. Rechtsanwälte, Steuerberater und Architekten) als typische Kunden des
Großhandels.
Die Katalogkommission (Ausschuss für
Definitionen, 2006) definiert die folgenden Formen von
Großhandelsbetrieben: Aufkaufhandel, Globalhandel, Sortimentsgroßhandel,
Cash-and-Carry-Betrieb, Großhandelszentrum, Handelsvertreterzentrum,
Spezialgroßhandel, Rack Jobber, Trade Markt, Produktionsverbindungshandel,
Werkshandelsunternehmung. Die Unterschiede liegen vor allem in der
Sortimentspolitik, in der Belieferungspolitik und im Marktgebiet.
Elektronische Marktplätze im B2B-Handel stellen einerseits
eine Konkurrenz für Großhandelsbetriebe dar, andererseits treten diese dort
selbst als Anbieter und Nachfrager auf.
b) Der Einzelhandel und seine Betriebsformen
Nach der Katalogkommission (Ausschuss für
Definitionen, 2006, S. 46) „ umfasst Einzelhandel im institutionellen
Sinn jene Institutionen, deren wirtschaftliche Tätigkeit ausschließlich oder
überwiegend dem Einzelhandel im funktionellen Sinn zuzurechnen ist “ . Damit ist
die wirtschaftliche Tätigkeit des Umsatzes (Beschaffung und Absatz) von
Handelswaren und sonstigen Leistungen an Letztverbraucher gemeint.
Mit dem Begriff Betriebsform versucht man auch hier die
Vielfalt der konkreten Erscheinungsformen im Einzelhandel zu typologisieren. So
spricht man z.B. von Automatenverkauf, Convenience-Store (Nachbarschaftsladen),
Discounter, Fabrikladen (Factory-Outlet), Fachgeschäft, Fachmarkt, Kaufhaus,
Off-Price-Store, Online-Shop, Selbstbedienungswarenhaus, Spezialgeschäft,
Supermarkt, Teleshopping – Teleselling, TV-Shopping, Verbrauchermarkt,
Versandhandel (Versandgeschäft), Warenhaus. Die Bezeichnungen werden in erster
Linie in der Wirtschaftspraxis geboren. Zur Definition werden vor allem das
Medium (TV, Internet, stationäres Geschäft, Verkaufswagen), die Größe der
Verkaufsfläche, die Standortlage, das Bedienungssystem, das Preisniveau und die
Struktur des Sortiments herangezogen. Bemühungen in der Theorie waren darauf
gerichtet, die Vielfalt der Erscheinungsformen von Handelsbetrieben zu
typologisieren; weiterhin fällt es aber schwer, zu eindeutigen Definitionen zu
gelangen, worum sich die sog. Katalogkommission bemüht (Ausschuss für
Definitionen, 2006).
Die Vielfalt und die Dynamik der Betriebsformen im
Einzelhandel sind Gegenstand zahlreicher erklärender Theorien (vgl. hierzu den
Überblick über die inzwischen zahlreichen Ansätze bei Glöckner-Holme,
Irene 1988). Auch die Ansätze zur Erklärung des Wandels von
Betriebsformen im Einzelhandel haben sich inzwischen sehr differenziert.
c) Typen der Handelsvermittlung
Zur Handelsvermittlung werden jene Handelsbetriebe gezählt,
die zwar den Absatz von Waren bewirken, dabei jedoch kein Eigentum an der Ware
erwerben. Es werden Handelsvertreter, Handelsmakler und Kommissionäre
unterschieden.
d) Handels- und Distributionssysteme
Die Distribution von Gütern erfolgt in vielen Fällen in
Netzwerken, denen neben den Herstellern und den Verwendern bzw. Verbrauchern
dieser Güter auch Groß- und Einzelhandelsunternehmungen angehören. Darüber
hinaus können aber auch Logistikdienstleister, Banken, Werbeagenturen und
andere zum Distributionssystem gezählt werden. Während das Distributionssystem
den gesamten Bereich zwischen der Hersteller- und der Endverbraucherstufe
umfasst, konzentriert sich der Begriff Handelssystem auf die Handelsstufe und
dabei insbesondere auf den Aspekt der Koordination zwischen Handelsbetrieben
einer oder mehrerer Handelsstufen (Groß- oder/und Einzelhandel). Konkrete
Erscheinungsformen von Handelssystemen sind insbesondere: die
Filialunternehmung, die Verbundgruppe, die Freiwillige Kette und
Franchisesysteme.
Sowohl für Verbundgruppen (Mandewirth,
Sven O. 1997) als auch für Franchiseorganisationen (Posselt,
Thorsten 2001; Preißner,
Markus 2005) wird auf die Theorien der Institutionenökonomik
zurückgegriffen, insbesondere die Transaktionskostentheorie, aber auch die
Prinzipal-Agenten-Theorie.
Während Handelssysteme sich auf die Koordination von
Unternehmungen des Handels beziehen, kommt es in Distributionssystemen auch zu
einer auf Dauer angelegten Zusammenarbeit zwischen Unternehmen der Industrie
und des Handels. Auch hier sind unterschiedlich intensive Formen der Abstimmung
denkbar, so Vertragliche Vertriebssysteme, Franchisesysteme sowie sog.
partnerschaftliche Flächenkonzepte zwischen Industrie und Handel, wie
Shop-in-Shop-Konzepte, Concessions, reine Vermietungssysteme und lockere Formen
der Zusammenarbeit im Rahmen von Efficient Consumer Response (ECR) oder
Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR).
II. Theoriefelder
Die handelsbetriebliche Literatur ist reich an Darstellungen
der einzelnen Betriebsformen, ihrer Struktur, ihrer Geschichte und ihrer
Marktbedeutung (z.B. Nieschlag,
Robert/Kuhn, Gustav 1980; Tietz, Bruno
1983). Im Folgenden wird auf Ansätze verwiesen, die über die Beschreibung
hinaus erklärende Absichten haben oder als Grundlage der Entscheidungsfindung
dienen sollen. Hier können zum einen Ansätze unterschieden werden, die sich mit
der Einschaltung des Handels in die Distributionskanäle beschäftigen, zum
anderen wird erörtert, wie die Geschäftspolitik in ihren einzelnen Bereichen
unter den speziellen Bedingungen von Handelsbetrieben ausgestaltet werden
sollte.
1. Zur Einschaltung des Handels
Im Hinblick auf die Existenzberechtigung des Handels wurden
verschiedene Theorien entwickelt. Die Diskussion belebte sich mit dem Aufkommen
des elektronischen Handels. Es können folgende Ansätze unterschieden werden:
-
Der Handel als Träger von
Distributions-(Handels-)funktionen: Eine Zusammenstellung und Beurteilung
bekannter Ansätze (von Oberparleiter, Karl/, Redlich, Fritz/, Lisowsky,
Arthur/, Seyffert, Rudolf/, Buddeberg, Hans findet sich bei Marré (Marré,
Heribert 1960). Diese Kataloge charakterisieren die
Handelstätigkeit, sie können aber die Produktivität und damit die
Existenzberechtigung des Handels nicht erklären (Weber,
Hans-Herrmann 1966).
-
Mikroökonomische Ansätze: Nach der Theorie mehrstufiger
Märkte werden Absatzpreise, Absatzmengen und Gewinnhöhen vorwiegend
marginalanalytisch für den Fall ermittelt, dass die Preisbildung jeweils
durch Handel und Industrie vorgenommen wird. Das Ergebnis wird mit der
Situation verglichen, in der der Hersteller direkt vertreibt oder eine
vertikale Preisbindung vornimmt. Fortlaufend werden neue Modellvarianten
entwickelt (für unterschiedliche Markformen, Reaktionshypothesen,
Entscheidungsparameter (Toporowski,
Waldemar 2002; Betancourt,
Roger R. 2004).
-
Der Handel als
Kontaktkosten-Spezialist: Gümbel (Gümbel,
Rudolf 1985, S. 111) hat den Umstand, dass durch die Einschaltung
des Handels die Zahl der Kontakte zwischen Herstellern und Abnehmern
reduziert werden kann, den „ Baligh-Richartz-Effekt “ genannt (Baligh,
Helmy H./Richartz, Leon E. 1967). Das Modell ist in vielfältiger
Weise modifiziert worden, zum einen, um die Mehrstufigkeit des Handels zu
erläutern (Gümbel,
Rudolf 1985), zum anderen, um die Situation des Großhandels und
seine Handelsspanne näher zu beleuchten (Müller-Hagedorn,
Lothar/Spork, Sven 2000).
Abb. 1: Reduktion der
Kontakte durch Einschaltung einer (Groß-)Handelsunternehmung (H = Hersteller,
GH = Großhändler, A = Abnehmer)
-
Der Handel als Transaktionskosten-Spezialist:
Besondere Beachtung hat die Transaktionskostentheorie gefunden (Picot,
Arnold 1986; Posselt,
Thorsten/Gensler, Sonja 2000; Toporowski,
Waldemar 2002).
-
Logistik- und konsumentenverhaltenstheoretische
Ansätze: Handelsbetriebe kombinieren eine Sachleistung (Lieferung von Waren)
mit einer Dienstleistung. Dies führt dazu, dass in den meisten Fällen
logistische Prozesse abgewickelt werden müssen. Aufbauend auf dem sog.
Warehouse Location Problem haben Müller-Hagedorn und Spork einen Ansatz
entwickelt, bei dem sich die Zahl der Großhandelsunternehmen aus der Struktur
der Logistikkosten ergibt (Müller-Hagedorn,
Lothar/Spork, Sven 2002). Logistikkosten spielen aber auch im
Einzelhandel eine Rolle. Bei der Diskussion, in welchen Bereichen Electronic
Commerce den stationären Einzelhandel verdrängen kann, hat Dach die Güter in
Logistikklassen eingeteilt und digitalisierbare, unverderbliche, kompakte
leichte, verderbliche, sperrige und schwere und sehr sperrige oder schwere
Güter unterschieden (Dach,
Christian 2000). Die Einschaltung von Handelsbetrieben hängt aber
nicht nur davon ab, inwieweit sie die logistischen Aufgaben effizient
erbringen können, sondern auch, inwieweit sie den Erwartungen der Nachfrager
besser entsprechen können. Zum Vergleich zwischen Direktvertrieb und Handel
wird häufig auf multiattributive Einstellungsmodelle zurückgegriffen (so auch
Dach,
Christian 2002).
2. Betriebspolitische Probleme
Bei der Diskussion von unternehmenspolitischen Fragestellungen
von Handelsbetrieben wird häufig zwischen strategischen und operativen
Entscheidungen unterschieden.
a) Strategische Entscheidungen im
Handelsbetrieb
Die angestiegene Größe vieler Handelsbetriebe hat die
Auseinandersetzung mit strategischen Fragestellungen im Handel intensiviert. So
sind Beiträge zur strategischen Planung im Handelsbetrieb entstanden (Mattmüller,
Roland/Tunder, Ralph 2004). Die Besonderheiten der strategischen
Planung in Handelsbetrieben beziehen sich auf die Erfolgsfaktorenforschung (Schröder,
Hendrik 1994) und auf die Formulierung von Wettbewerbsstrategien (Gröppel,
Andrea 1991). Des Weiteren werden insbesondere die folgenden
Fragestellungen untersucht:
-
die Wahl der Betriebsform (vgl. z.B. Haas,
Alexander 2000). Im Mittelpunkt stehen oft erklärende Theorien zur
Einkaufsstättenwahl der Konsumenten (vgl. Woratschek,
Herbert 1992), z.B. Lebenszykluskonzepte (Müller-Hagedorn,
Lothar 1978), Prozessmodelle, präferenztheoretische
Erklärungsansätze (vgl. Kreller,
Peggy 2000) und Emotionen (vgl. u.a. Müller-Hagedorn,
Lothar/Viehöver, Carola 2004).
-
Entscheidungen im Rahmen der Internationalisierung
(vgl. Lingenfelder,
Michael 1996; Alexander,
Nicholas 1997). Eine besondere Bedeutung kommt dem
ressourcenbasierten Ansatz und der Neuen Institutionenökonomik zu. Neben der
Markteintrittsform werden Entscheidungen hinsichtlich der Wahl der
Zielländer, des Markteintrittszeitpunktes und der Frage, ob das
absatzpolitische Instrumentarium standardisiert oder differenziert eingesetzt
werden sollte, thematisiert.
-
Ausmaß und Richtung der Diversifikation (vgl. Greune,
Malte 1997).
-
Ausmaß der Zusammenarbeit zwischen Handel und
Industrie, insbesondere mit Konzepten wie ECR, Category Management oder CPFR
(Seifert,
Dirk 2004; Thonemann,
Ulrich 2005).
-
Entscheidungen über den Aufbau zentraler Ressourcen,
insbesondere von Informations- und Logistiksystemen und über den Aufbau
organisatorischer Strukturen, insbesondere über Zentralisierung und
Dezentralisierung. Zum einen ist dabei an Warenwirtschaftssysteme (vgl. Becker,
Jörg/Schütte, Reinhard 2004) zu denken, zum anderen ist auf
Systeme zum Management von Kundenbeziehungen (Customer Relationship
Management, CRM) hinzuweisen.
Mit ECR und CPFR ist die Verknüpfung von Marketing und
Handelslogistik angesprochen (Seifert, Dirk
2004). Diesbezügliche Entscheidungen beziehen sich auf den Aufbau eines
Lagerhausnetzes, auf strukturelle Gegebenheiten eines Lagerhauses bzw.
Transitterminals und auf die laufenden Operationen, mit denen Prognosen,
Bestellungen, Bestände und Prozesse gesteuert werden (Toporowski,
Waldemar 1996; Hofbauer,
Günter/Bauer, Christian 2004).
b) Entscheidungen in einzelnen
Funktionsbereichen
Die meisten Untersuchungen zu Handelsbetrieben stellen
Ausarbeitungen zu einzelnen Funktionsbereichen dar, insbesondere dem
Handelsmarketing (vgl. Müller-Hagedorn,
Lothar 2005). Sie sind zumeist an den absatzpolitischen Instrumenten
(Marketing-Mix) orientiert. Das dem Handelsbetrieb zur Verfügung stehende
Instrumentarium weist wichtige Besonderheiten auf, wie der von Müller-Hagedorn,
Lothar stammende Katalog exemplarisch zeigt: Ware (Sortiment), Einsatz von
Verkaufspersonal, Standort, Werbung, Preise und Konditionen, Verkaufsraum.
Insbesondere der Standort erweist sich zumindest im Einzelhandel als ein
besonders wichtiges absatzpolitisches Instrument, dem kein analoges Instrument
bei der Industrie entspricht. Auch ist zu beachten, dass sich die
Sortimentspolitik des Handels deutlich von der Produktpolitik eines Herstellers
unterscheidet. Spezifisch sind insbesondere auch Untersuchungen zur
Ladengestaltung, z.B. zur Ladenatmosphäre und der Regalgestaltung (Zielke,
Stephan 2002; Germelmann,
Claas 2003).
Einen weiten Raum in der theoretischen Diskussion zu Fragen
des Handelsmarketings nehmen verhaltenswissenschaftliche Untersuchungen zum
Konsumentenverhalten ein. Zentrale Stichworte sind hybrides Kaufverhalten,
Marktsegmentierung, die Akzeptanz von Handelsmarken, Kundenanalyse und
Kundenbindung. Entscheidungsmodelle sind vergleichsweise selten.
Gegenüber dem Handelsmarketing stehen andere
Funktionsbereiche zurück. So sind Beiträge zu einem handelsbetrieblichen
Rechnungswesen relativ selten (Liebmann,
Hans-Peter/Zentes, Joachim 2001). Immerhin ist hier das Konzept der
direkten Produkt-Profitabilität entwickelt worden, und es sind zahlreiche
Hinweise zur Ausgestaltung des Betriebsvergleichs entwickelt worden, der
zwischenzeitlich auch in andere Branchen Eingang gefunden hat. Einige Beachtung
hat das Konzept der Balanced Scorecard gefunden.
Für die Mitarbeiter im Verkauf wurden für den Handel
spezielle Entlohnungssysteme entwickelt (Rafflenbeul-Schaub,
Christian 2003). Auf logistische Fragestellungen war bereits unter
a) hingewiesen worden.
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