Inhaltsübersicht
I. Begriffspräzisierung
II. Entwicklung
von Wettbewerbsstrategien
III. Dimensionen
von Wettbewerbsstrategien
I. Begriffspräzisierung
Zur Präzisierung der Bedeutung des Konstruktes
„ Wettbewerbsstrategien “ ist eine Erläuterung der beiden Begriffsteile
hilfreich. Wettbewerb ist ein Prozess, bei dem zwei oder mehr Personen oder
soziale Systeme so handeln, dass verbesserte Erreichungsgrade von für die Einkommenserzielung
relevanten Sachverhalten durch mindestens eine Partei zu Verschlechterungen im
Hinblick auf diese Sachverhalte für andere Parteien beitragen. Strategien sind
Handlungskonzepte zum Einsatz von Ressourcen zur Erreichung von
betriebswirtschaftlichen Zielen, wobei auf diese Konzepte möglichst viele der
folgenden Attribute zutreffen sollen: zukunftsbezogen, längerfristig,
realitätsvereinfachend, für die Unternehmensentwicklung bedeutsam,
ganzheitlich, richtungsgebend sowie unternehmensaußen- und -innenweltsensibel (Mintzberg,
Henry 1978, S. 935; Quinn, James
B. 1980, S. 7 – 10; Hambrick,
Donald C./Fredrickson, James W. 2001, S. 49 – 54; Müller-Stewens,
Günter/Lechner, Christoph 2001, S. 17 – 21; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 13 f.). Führt man die Begriffsteile
zusammen, dann lassen sich Wettbewerbsstrategien umreißen als gedankliche
Konzepte, die beschreiben, wie ein Unternehmen prinzipiell über längere
Zeiträume solche Vorteile für seine Absatzleistungen gegenüber relevanten
Wettbewerbern erreichen will, die bewirken, dass sich Nachfrager für eigene
Angebote entscheiden (Barney, Jay
B. 2002, S. 6 – 10). Wettbewerbsstrategien setzen die Existenz von
mehreren Anbietern, Leistungssubstitutionsmöglichkeiten und Nachfrageknappheit
voraus.
Nach ihrem organisatorischen Bezug sind Wettbewerbsstrategien
auf der Geschäftsbereichs-/-feldebene einzuordnen: Sie beziehen sich auf
bestimmte Produkt-Markt-Arenen eines Unternehmens. Man bezeichnet sie deshalb
auch als Geschäftsstrategien.
II. Entwicklung von
Wettbewerbsstrategien
1. Normative Sicht der
Wettbewerbsstrategie-Formulierung
Präskriptive Arbeiten zur Wettbewerbsstrategie-Formulierung
enthalten Empfehlungen, wie Konzepte zur Erreichung von Vorteilen im Wettbewerb
synoptisch entworfen werden sollten (Quinn, James
B. 1980, S. 168 f.; Mintzberg,
Henry 1990, S. 173 – 175; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 26 – 30). Danach beginnt die
Wettbewerbsstrategie-Formulierung mit der Abgrenzung der Aktivitätenfelder der
Geschäftseinheiten, für die aufgrund unterschiedlicher Marktkonstellationen
eigenständige Wettbewerbsstrategien als erforderlich angesehen werden. Als
Kriterien zur Geschäftsfeldabgrenzung kommen Absatzleistungen, Kunden,
Kundenbedürfnisse, Wettbewerber, Technologien, geographische Räume und
Kostenstrukturen in Betracht (Müller-Stewens,
Günter/Lechner, Christoph 2001, S. 116 – 121; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 333 – 336).
Der zweite Schritt zur Wettbewerbsstrategie-Formulierung, die
strategische Analyse, umfasst die
Teile der Unternehmensumweltanalyse
zur wettbewerbs- und nachfrageseitigen Bestimmung von externen Chancen und
Risiken sowie der Unternehmensanalyse
zur ressourcenseitigen Identifikation von internen Stärken und Schwächen. Der
seit den 1980er-Jahren am meisten beachtete Bezugsrahmen für
unternehmensexterne Wettbewerbsstrategie-Analysen ist das von Porter (Porter,
Michael E. 1980, S. 3 – 29) entwickelte Konzept der fünf
Wettbewerbskräfte von Branchen. Danach hängt die Attraktivität einer Branche ab
von der Bedrohung der in einer Branche aktiven Unternehmen (1) durch neue
Anbieter sowie (2) durch Ersatzprodukte, von der Verhandlungsmacht (3) der
Kunden sowie (4) der Lieferanten und (5) von dem Grad der Rivalität unter den
in einer Branche etablierten Unternehmen. Der seit den 1990er-Jahren dominierende
Ansatz für ein konzeptionelles Verständnis von geschäftsfeldinternen Stärken
und Schwächen ist die ressourcenbasierte Sichtweise von Unternehmen (s.u.
Abschnitt III.1).
Als dritter Entwicklungsschritt für Wettbewerbsstrategien
gilt die Bewertung wettbewerbsstrategischer Optionen, die sich durch Rückgriff
auf die oben zur Geschäftsfeldabgrenzung aufgezählten Kriterien strukturieren
lassen. Eine anspruchsgruppenbezogene Bewertung von
Wettbewerbsstrategie-Optionen kann erfolgen mittels (1) finanziell-quantitativer
Verfahren wie dem Vergleich von diskontierten freien Plan-Cash-Flow-/Kapital-
oder Realoptionswerten, mittels (2) semi-quantitativer Nutzwertanalysen und
mittels (3) qualitativer Plausibilitätsbilanzen (Quinn, James
B. 1980, S. 165 – 168; Müller-Stewens,
Günter/Lechner, Christoph 2001, S. 248 – 255; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 472 – 528; Barney, Jay
R. 2002, S. 26 – 66 u. 309 – 331).
Nicht mehr dem Wettbewerbsstrategie-Formulierungsprozess
zuzurechnen ist die Wettbewerbsstrategie-Implementierung, die u.a. eine
strategiegerechte Gestaltung organisatorischer Regeln sowie
Informationstechnik- und Personalarbeitssystemen im eigenen
Unternehmen(sbereich), eine Strategiekonkretisierung/-realisierung durch
motivierte und qualifizierte Mitarbeiter sowie eine
Wettbewerbsstrategie-Kontrolle sicherstellen soll (Steinmann,
Horst/Schreyögg, Georg 2005, S. 269 – 286; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 531 – 554).
2. Empirisch-deskriptive Sicht des Prozesses
der Wettbewerbsstrategie-Entstehung
Deskriptive Arbeiten zur Wettbewerbsstrategie-Formierung
untersuchen mittels sozialwissenschaftlicher Datenerhebungen aufgrund welcher
Aktivitäten Wettbewerbsstrategien in Unternehmen zustande kommen. Solche
Untersuchungen sind notwendig, weil Befunde der Strategieprozessforschung
belegen, dass in der Praxis Wettbewerbsstrategien eben nicht top-down und rational-synoptisch entwickelt werden (Mintzberg,
Henry 1978, S. 945 – 948; Quinn, James
B 1980, S. 16 – 59). Entsprechend kann man Wettbewerbsstrategien als
„ pattern in a stream of decisions “ (Mintzberg,
Henry 1978, S. 935) interpretieren, das aus inkrementellen und
informellen Lernprozessen verschiedenster Unternehmensmitarbeiter resultiert,
die eine flexible Anpassung an aktuelle Situationsveränderungen ermöglichen. Um
die Diskrepanz zwischen normativen Wettbewerbsstrategie-Formulierungskonzepten
und empirisch beobachteten Wettbewerbsstrategie-Formierungsprozessen zu
berücksichtigen, wird nach Mintzberg (Mintzberg,
Henry 1978, S. 945) zwischen offiziell vom Management beabsichtigten
und tatsächlich realisierten Wettbewerbsstrategien unterschieden, die
voneinander abweichen, da Teile der „ intended strategy “ nicht umgesetzt werden
und während des Versuchs, die offizielle Strategie zu verfolgen, sich adaptiv
„ emergente “ Wettbewerbsstrategie-Komponenten ergeben.
III. Dimensionen von Wettbewerbsstrategien
Grundlegende inhaltliche Wettbewerbsstrategie-Dimensionen
sind (1) die angestrebten Vorteile des eigenen Leistungsangebots gegenüber der
Konkurrenz, (2) die erwünschte Marktabdeckung und (3) die Aggressivität der
eigenen strategischen Handlungen gegenüber Wettbewerbern (Steinmann,
Horst/Schreyögg, Georg 2005, S. 221; Müller-Stewens,
Günter/Lechner, Christoph 2001, S. 198).
1. Wettbewerbsvorteile des Leistungsangebots
Als Ansatzpunkte zur Erreichung einer Alleinstellung der
Leistungen eines Unternehmens gegenüber anderen Anbietern im sachlich und
räumlich gleichen Markt werden in Anlehnung an Porter (Porter,
Michael E. 1980, S. 35) das Verkaufspreisniveau von Leistungen
einerseits und das durch alle sonstigen Leistungseigenschaften außer dem Preis
bestimmte Nutzenniveau von Absatzgütern für deren Käufer andererseits
unterschieden (Porter,
Michael E. 1985, S. 131 f.; Campbell-Hunt,
Colin 2000, S. 127 f.; Müller-Stewens,
Günter/Lechner, Christoph 2001, S. 198 – 200; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 389). Dementsprechend kann ein
Anbieter eine vorteilhafte Wettbewerbsposition primär dadurch anstreben, dass
er Leistungen zu einem Preis verkauft, der merklich unter den Entgelten für
funktional äquivalente Angebote anderer Unternehmen liegt, also eine
Preis-Mengen oder Preisführerstrategie verfolgt. Voraussetzung dafür, dass ein
Unternehmensbereich bei einer Wettbewerbsstrategie der Preisführerschaft
überdurchschnittlich profitabel arbeiten kann, ist, dass er ein
unterdurchschnittliches Kostenniveau erreicht, also eine Niedrigkosten- oder
Kostenführerstrategie realisiert. Ein niedriges Kostenniveau kann durch
Ausschöpfung von Größen-, Verbund-, Erfahrungskurven-, Prozesstechnologie- und
Standortvorteilen angestrebt werden (Porter,
Michael E. 1985, S. 100 – 107; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 385 – 388; Barney, Jay
B. 2002, S. 234 – 246).
Zweitens kann ein Anbieter sich in erster Linie darum
bemühen, eine Leistung zu erbringen, deren nicht-preisbezogene Eigenschaften
Kunden einen im Vergleich zur Konkurrenz besonderen Nutzen vermitteln, also
eine (Leistungs-)Differenzierungsstrategie (synonym Präferenz- oder
Qualitätsstrategie) verfolgen. Die Vielfalt von Möglichkeiten zur
Differenzierung von Absatzleistungen lässt sich in wenige Hauptansatzpunkte
gliedern (Porter,
Michael E. 1985, S. 123 – 127; Kotler,
Philip 2003, S. 318 – 327). Hier kann zwischen Differenzierung durch
die Merkmale der Absatzgüter an sich (= Ergebnisvorteile)
und durch den Leistungserstellungsvorgang (= Prozessvorteile) unterschieden werden. Als Ergebnismerkmale mit
Differenzierungspotenzial gelten die Funktionalität bzw. der Gebrauchsnutzen,
die Haltbarkeit, die Ästhetik bzw. das Design, die Komplementarität, die
Integration und das (Marken-)Image von Absatzleistungen. Differenzierende
Prozessaspekte sind die Lieferzuverlässigkeit und -geschwindigkeit, die
Beschaffungseffizienz, die Beratungskompetenz und Freundlichkeit beim Verkauf,
die kundenspezifische Leistungsmodifikation sowie die
Nachkaufbetreuungsqualität.
Intensiv analysiert wird, inwieweit und auf welche Weise in
einer Wettbewerbsstrategie sowohl Kosten- als auch Differenzierungsvorteile
anzustreben sind. Ausgangspunkt der Diskussion ist die von Porter (Porter,
Michael E. 1980, S. 41 – 43; Porter,
Michael E. 1985, S. 16 – 20) vertretene Position, dass
Geschäftseinheiten lediglich dann überdurchschnittlich erfolgreich sein können,
wenn sie sich entweder nur auf eine
Kostenführer- oder nur auf eine
Differenzierungsstrategie beschränken. Gegen diese Ansicht sprechen
konzeptionelle Überlegungen und empirische Befunde, die auf die Existenz
hybrider Wettbewerbsstrategien hindeuten (Dess, Gregory
G. et al. 1995, S. 376 – 378; Fleck, Andrée
1995, S. 30 – 36; Campbell-Hunt,
Colin 2000, S. 135 f.; Jenner,
Thomas 2000, S. 8 – 11), deren Spezifikum in der „ Kombination von Kosten-
und Differenzierungsvorteil “ (Fleck, Andrée
1995, S. 3) liegt. Mit Fleck (Fleck, Andrée
1995, S. 59 – 155) lassen sich unterscheiden: (1) Sequentielle Hybridstrategien,
bei denen (a) zeitlich nacheinander zuerst eine Vorteilsart und später die
verbleibende andere Vorteilsart die wettbewerbsstrategische Ausrichtung prägt
(= „ Outpacing Strategy “ ; Gilbert,
Xavier/Strebel, Paul 1987, S. 28), oder (b) an verschiedenen Orten
zeitgleich jeweils unterschiedliche Vorteilsarten anvisiert werden. (2)
Simultane Hybridstrategien, bei denen zur gleichen Zeit und am gleichen Ort
niedrige Kosten und
Differenzierungsvorteile sich wechselseitig verstärken sollen.
Aus einschlägigen empirischen Studien zu „ generischen “
Wettbewerbsstrategien, lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen (Fleck, Andreé
1995, S. 32; Gerpott,
Torsten J./Breuer, Robert 1998; Campbell-Hunt,
Colin 2000, S. 141 – 149; Jenner,
Thomas 2000; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 524):
-
Die Wettbewerbsstrategie der Differenzierung wird von
Geschäftsbereichen von Unternehmen aus Industrienationen häufiger verfolgt
als die Kostenführerstrategie.
-
Etwa 20 – 50% aller Unternehmensgeschäftsbereiche
bemühen sich darum, über Hybridstrategien Vorteile gegenüber der Konkurrenz
zu erlangen.
-
Zwischen Geschäftsbereichen, die entweder eine
Preis-Mengen- oder eine Präferenz- oder eine Hybridstrategie verfolgen, sind
signifikante betriebswirtschaftliche Erfolgsunterschiede
situationsübergreifend nicht
nachweisbar.
Unabhängig von der Art der angestrebten Nachfragestimulierung
sind mehrere Voraussetzungen zu erfüllen, damit von einem Geschäftsfeld betonte
Absatzleistungsmerkmale zur Begründung strategischer Wettbewerbsvorteile
geeignet sein können (Porter,
Michael E. 1980, S. 29 f.; Porter,
Michael E. 1985, S. 130 – 150; Barney, Jay
B. 2002, S. 159 – 174). So müssen von Unternehmen hervorgehobene
Leistungsvorteile
-
von Nachfragern erkannt und für glaubwürdig gehalten
werden;
-
in so hohem Maß positiven Einfluss auf das
Kaufverhalten haben, dass sie zu Einzahlungen führen, die die zur Erlangung
überlegener Absatzleistungsmerkmale verursachten Auszahlungen übersteigen;
-
von keinem oder sehr wenigen anderen Wettbewerbern
nicht bereits oder in naher Zukunft auch ähnlich angeboten werden.
Hier stellt sich die Frage, worin letztlich die Quelle dafür liegt, dass Unternehmen
mehr oder minder gut in der Lage sind, Leistungen zu erstellen, die den o.a.
drei Anforderungen entsprechen. Bei der Beantwortung dieser Frage wird zwischen
einem „ Market-Based View “ und einem „ Resource-Based View “ unterschieden (Cockburn,
Iain M./Henderson, Rebecca M./Stern, Scott 2000, S. 1126 f.; Müller-Stewens,
Günter/Lechner, Christoph 2001, S. 102 – 105, 155 – 157 u. 276 – 283; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 260; Barney, Jay
R. 2002, S. 75 – 78 u. 150 – 185). Dem auf industrieökonomischen
Interpretationsmustern basierenden „ Market-Based View “ zufolge kann eine
Geschäftseinheit dadurch Vorteile erzielen, dass sie in einer strukturell
attraktiven Industrie zunächst angebotsseitig nicht befriedigte, möglichst
rasch wachsende Nachfragebereiche identifiziert und sie durch Absatzangebote
abdeckt.
Die „ Resource-Based View “ -Schule betont dagegen, dass die
Ausstattung von Unternehmen mit einzigartigen, effizient genutzten strategischen
Vermögensgütern, Ressourcen, Fähigkeiten und Kompetenzen, die für Wettbewerber
kaum kopierbar sind, als Quelle für Wettbewerbsvorteile in Frage kommt. Dabei
werden Ressourcen umschrieben als sämtliche, kaum unternehmensübergreifend
transferierbare, seltene, wettbewerbsrelevante und durch
unternehmensspezifische Bündelung veredelte Inputgüter, die ein Unternehmen
einsetzt. Aus der Kombination von Ressourcen können Unternehmen über längere
Zeiträume nicht an bestimmte Personen gebundene, implizite
Beherrschungsroutinen für komplexe Prozesse entwickeln, die in einem
Geschäftsbereich bzw. unternehmensweit zur Erfüllung wichtiger
Kundenanforderungen beitragen. Solche Routinen werden als Kompetenzen und
Fähigkeiten bzw. als Kernkompetenzen kategorisiert (Teece, David
J./Pisano, Gary/Shuen, Amy 1997, S. 516; Makadok,
Richard 2001, S. 388 f.; Welge, Martin
K./Al-Laham, Andreas 2003, S. 261 – 267; Barney, Jay
R. 2002, S. 155 – 157 u. 414 f.). Gemäß dem „ Resource-Based View “ kann
das Management strategische Vorteile durch die frühzeitige Akquisition in
Zukunft wettbewerbsrelevanter seltener Ressourcen zu niedrigen Kosten (=
„ Resource-Picking “ ) und durch die Schaffung von Voraussetzungen für eine
effiziente Entwicklung unternehmensspezifischer Kompetenzen (=
„ Capability-Building “ ) generieren (Cockburn,
Iain M./Henderson, Rebecca M./Stern, Scott 2000, S. 1128; Makadok,
Richard 2001, S. 387 – 391).
„ Market-Based View “ und „ Resource-Based View “ werden heute
überwiegend als sich ergänzende Ansätze interpretiert.
2. Angestrebte Marktabdeckung
Bei der Wettbewerbsstrategie-Dimension der Marktabdeckung
geht es um die Frage, „ wo “ ein Geschäftsfeld in abnehmerseitiger,
sachlich-angebotsbezogener und räumlicher Hinsicht im Wettbewerb agieren will.
Hierbei kann man mit Porter (Porter,
Michael E. 1980, S. 38 – 40; Porter,
Michael E. 1985, S. 12 – 16) zwischen den Alternativen einer breiten
Bearbeitung des gesamten Branchenfeldes einerseits und einer Fokussierung auf
enge Teilmärkte oder Nischen in einer Branche andererseits unterscheiden. Bei
einer branchenweiten Gesamt- oder Massenmarkt-Wettbewerbsstrategie kann ein
Geschäftsbereich nur eine hochgradig standardisierte Leistung für alle Kunden
oder eine überschaubare Menge von jeweils in größerer Stückzahl hergestellten
verwandten Leistungsarten, die sich an verschiedene Kundensegmente richten,
anbieten. Bei einer Teilmarkt-Wettbewerbsstrategie erfolgt eine Konzentration
„ on a particular buyer group, segment of the product line, or geographic
market “ (Porter,
Michael E. 1980, S. 38). Bei enger Marktabdeckung bestehen die
Optionen, für genau eine Kundengruppe mehrere Leistungen gebündelt anzubieten
oder genau eine Leistung an mehrere jeweils kleinzahlige Kundengruppen
abzusetzen. Bedingungen für eine tragfähige Wettbewerbsstrategie der
Fokussierung auf eine Marktnische oder eine Gesamtmarkt-Wettbewerbsstrategie,
bei der verschiedene Kundensegmente unterschiedlich adressiert werden, sind (Porter,
Michael E. 1985, S. 234; Müller-Stewens,
Günter/Lechner, Christoph 2001, S. 134):
-
die Existenz mehrerer abgrenzbarer Kundengruppen, die in sich homogene Bedürfnisse haben und
zwischen denen erhebliche
Bedürfnisunterschiede bestehen;
-
die Fähigkeit, mindestens eine Leistung so zu
gestalten, dass sie den Anforderungen einer Teilmenge aller Kunden besser
gerecht wird als nicht segmentbezogene Angebote;
-
die Generierung von Zusatzdeckungsbeiträgen durch die
differenzierte Abdeckung mehrerer Segmente oder die Spezialisierung auf eine
Nische.
3. Konkurrenzgerichtetes Verhalten
Bei dieser Wettbewerbsstrategie-Dimension geht es um die
Auslöser, zeitliche Auftretensdichte, Komplexität und
Innovativität/Vorhersagbarkeit von wettbewerbsgerichteten Aktivitätenfolgen
einer Geschäftseinheit (Lengnick-Hall,
Cynthia A./Wolff, James A. 1999, S. 1112 – 1119; Ferrier, Walter J.
2001, S. 858 – 861). Hier kann man zwei idealtypische Dimensionsausprägungen
unterscheiden (Steinmann,
Horst/Schreyögg, Georg 2005, S. 223; Müller-Stewens,
Günter/Lechner, Christoph 2001, S. 205 – 207): (1) Ein offensives
Aktionsmuster, das als schnell, innovativ, verändernd, auf die Zerstörung der
bisherigen Vorteile der Konkurrenten und des eigenen Unternehmens durch bessere
Leistungen gerichtet, proaktiv und wettbewerbsstellend charakterisiert wird.
(2) Ein defensives Aktionsmuster, das als langsam, imitativ, bewahrend, auf die
Einhaltung etablierter Wettbewerbsregeln in einer Branche bedacht, reaktiv und
wettbewerbsvermeidend beschrieben wird.
Bei einer offensiven Wettbewerbsstrategie wird die
Konfrontation mit Konkurrenten in deren wichtigsten Aktionsbereichen bewusst
gesucht. Durch die innovative Gestaltung eigener Leistungserstellungsprozesse
und -ergebnisse, die zu einer besseren Erfüllung von Kundenanforderungen führt,
wird angestrebt, herrschende Wettbewerbsregeln zu verändern. Offensive
Wettbewerbsstrategien basieren auf der Prämisse, dass erreichte
Wettbewerbsvorteile stets rasch erodieren und deshalb zu versuchen ist, selbst
die Erosion durch überraschende Aktionen, die Wettbewerber gezielt stören, im
eigenen Interesse zu beeinflussen (D\'Aveni,
Richard A. 1994). Bei einer defensiven Wettbewerbsstrategie will man
Konkurrenten ausweichen, indem (a) Marktsegmente bearbeitet werden, die von
anderen Anbietern bislang nicht abgedeckt wurden, (b) eine einvernehmliche
Marktaufteilung zur Minderung der Konkurrenzintensität informal vorgenommen
wird oder (c) kontinuierlich der eigene Vorsprung bei einem
Wettbewerbsparameter aufrecht erhalten wird.
Literatur:
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Sustaining Competitive Advantage, 2. A., Upper Saddle River 2002
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learned about generic competitive strategy? A meta-analysis, in: SMJ, Jg. 21,
2000, S. 127 – 154
Cockburn, Iain M./Henderson, Rebecca
M./Stern, Scott : Untangling the origins of competitive advantage, in: SMJ, Jg.
21, 2000, S. 1123 – 1145
D\'Aveni, Richard A. :
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Dess, George G. : Conducting and
integrating strategy research at the international, corporate and business
levels: Issuses and directions, in: JMan, Jg. 21, 1995, S. 357 – 393
Ferrier, Walter J. : Navigating the
competitive landscape: The drivers and consequenes of competitive
agressiveness, in: AMJ, Jg. 44, 2001, S. 858 – 877
Fleck, Andrée : Hybride
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Gerpott, Torsten J./Breuer, Robert :
Wettbewerbsstrategien und -erfolg im deutschen Markt für Selbstmedikation, in:
Zeitschrift für Planung, Jg. 9, 1998, S. 391 – 416
Gilbert, Xavier/Strebel, Paul :
Strategies to outpace competition, in: Journal of Business Strategy, Jg. 8, H.
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Hambrick, Donald C./Fredrickson,
James W. : Are you sure you have a strategy?, in: AME, Jg. 15, H. 4/2001, S.
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Jenner, Thomas : Hybride
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Kotler, Philip : Marketing
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Lengnick-Hall, Cynthia A./Wolff,
James A. : Similarities and contradictions in the core logic of three strategy
research streams, in: SMJ, Jg. 20, 1999, S. 1109 – 1132
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Mintzberg, Henry : The design school:
Reconsidering the basic premises of strategic management, in: SMJ, Jg. 11,
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Mintzberg, Henry : Patterns in
strategy formation, in: Man.Sc., Jg. 24, 1978, S. 934 – 948
Müller-Stewens, Günter/Lechner,
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