Inhaltsübersicht
I. Begriff
und Besonderheiten der Immobilie als Wirtschaftsgut
II. Volkswirtschaftliche
Bedeutung der Immobilienwirtschaft
III. Erkenntnisstand
immobilienwirtschaftlicher Forschung
IV. Immobilienökonomie
als wissenschaftliche Disziplin
V. Kritische
Würdigung
I. Begriff und
Besonderheiten der Immobilie als Wirtschaftsgut
Im Zentrum der Immobilienwirtschaft steht die Immobilie, der
Betrachtungsgegenstand dieser Forschungsdisziplin. Der Begriff „ Immobilie “ ist
jedoch nicht einheitlich definiert – weder im allgemeinen Sprachgebrauch noch
in den diversen Wirtschaftsdisziplinen, die sich mittelbar oder unmittelbar mit
der Immobilie befassen. Zwar ist „ real estate [ ? ] space and money over time “
im Sinne einer wirtschaftlichen Betrachtung der Immobilie knapp und treffend
formuliert, jedoch wird diese Reduktion der Immobilie auf eine
„ Cashflow-Maschine “ den beteiligten Wissenschaften kaum gerecht (Phyrr,
Stephen A. et al. 1989). Daher soll im Kontext eines
interdisziplinären Verständnisses der Immobilienökonomie Folgendes unter dem
Begriff „ Immobilie “ verstanden werden: Immobilien sind Wirtschaftsgüter, die
aus bebauten Grundstücken mit dazugehörigen Gebäuden und Außenanlagen bestehen.
Sie werden von Menschen im Rahmen physisch-technischer, rechtlicher,
wirtschaftlicher und zeitlicher Grenzen für Produktions-, Handels-,
Dienstleistungs- und Konsumzwecke genutzt (Bone-Winkel,
Stephan/Schulte, Karl-Werner/Focke, Christian
2005).
Aus der vorangegangenen Begriffsabgrenzung ergibt sich, dass
sich Immobilien wesentlich von anderen Wirtschaftsgütern unterscheiden (Bone-Winkel,
Stephan 1994). Dabei sind die Hauptcharakteristika des
Wirtschaftsgutes Immobilie Immobilität, Heterogenität, die Dauer des
Entwicklungsprozesses, die Höhe des Investitionsvolumens und der
Transaktionskosten, die Länge des Lebenszyklus und eine begrenzte
Substituierbarkeit.
Die besonderen Eigenschaften des Wirtschaftsgutes Immobilie
führen zu spezifischen Charakteristika des Immobilienmarktes – oder besser der
Märkte für Immobilien, die sich sachlich und räumlich unterscheiden. Jedoch
lassen sich für alle Teilmärkte einige gemeinsame Eigenschaften ausmachen:
geringe Markttransparenz, Abhängigkeit von volkswirtschaftlichen Entwicklungen,
geringe Anpassungselastizität an Marktveränderungen und Zyklizität.
II. Volkswirtschaftliche
Bedeutung der Immobilienwirtschaft
Um die volkswirtschaftliche Bedeutung der
Immobilienwirtschaft zu ermitteln, ist es sinnvoll, dem
investitionstheoretischen Verständnis des ökonomischen Immobilienbegriffs zu
folgen, bei dem sich der Wert einer Immobilie daran bemisst, mit welchem Preis
der Markt den von ihr gestifteten Nutzen honoriert. Allerdings ist eine
eindeutige Bestimmung der Bedeutung aufgrund der Vielschichtigkeit der
Immobilienwirtschaft und der Verflechtung mit anderen Branchen oftmals
schwierig. Auch die Nutzenstiftung des Raumes und seine marktliche Honorierung
als Definitionsgrundlage lassen spezielle Fragestellungen offen.
In einer breiten Abgrenzung umfasst die Immobilienwirtschaft
neben den Immobilienbeständen auch die bauausführende Wirtschaft,
einschließlich der Planungsleistungen, sowie die Bodenbewirtschaftung und die
Finanzierungsinstitutionen. Zur Immobilienwirtschaft gehören nicht nur Bauten
bzw. Bauwerke, also von Wohngebäuden, privaten und staatlichen
Nichtwohngebäuden sowie von Tiefbauten, sondern auch die Grundstücke auf denen
diese errichtet sind, sowie Bauland (Ifo, 2005).
Immobilien spielen für private Anleger, institutionelle
Investoren, Unternehmen, Kirchen sowie die öffentliche Hand eine herausragende
Rolle. So hielten deutsche institutionelle Investoren in 2004 ca. 302 Mrd. Euro
in Immobilien, während das private Haus- und Grundvermögen rund 3.800 Mrd. Euro
betrug.
Während die Baubranche vor allem in Ostdeutschland nach der
Wiedervereinigung einen deutlichen Aufschwung erlebte, ist die Bautätigkeit
seit 1995 konstant rückläufig. Die deutsche Baubranche ist eine besonders
konjunkturabhängige Branche. So wurden 2004 mehr als 10% des Bruttoinlandsproduktes
für Bauinvestitionen verwendet (Statistisches
Bundesamt, 2005). Dies belegt zum einen die bedeutsame Rolle der
Baubranche im wirtschaftlichen Gefüge Deutschlands als auch den Einfluss auf
die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes.
Die große volkswirtschaftliche Bedeutung der
Immobilienwirtschaft spiegelt sich auch in der Zahl der direkt Beschäftigten
wieder. So waren im Jahr 2004 2,25 Mio. Menschen direkt in der
Immobilienbranche tätig. Insgesamt sind deutlich über drei Mio. Arbeitsplätze
und damit knapp 10% aller Arbeitsplätze direkt oder indirekt durch die
Immobilienwirtschaft gesichert (Ifo, 2005).
Der Rückgang der Bauinvestitionen hat sich in 2004 mit -2,4%
verlangsamt, wobei die Investitionen in Wohnbauten im Vergleich zu
Investitionen in gewerbliche und öffentliche Hochbauten weniger stark
zurückgingen (Statistisches
Bundesamt, 2005). Ein weiterer Indikator für die
immobilienwirtschaftliche Aktivität sind die jährlichen Transaktionen auf dem
deutschen Grundstücksmarkt. 2004 wurden Immobilien im Wert von 114 Mrd. Euro
übertragen, was einem weiteren Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 4,5%
entspricht (GEWOS, 2005).
Trotz der anhaltenden Schwäche der Bauindustrie liegt die
Bautätigkeit in Deutschland im internationalen Vergleich auf einem
durchschnittlichen Niveau. Bezüglich grenzüberschreitender
Immobilieninvestitionen investieren deutsche Investoren zunehmend im Ausland,
während internationale – vor allem angloamerikanische Finanzinvestoren –
verstärkt in Deutschland investieren.
III. Erkenntnisstand
immobilienwirtschaftlicher Forschung
Immobilienbezogene Themen haben seit etwa Anfang der
1990er-Jahre einen enormen Anstieg an Aufmerksamkeit erfahren. Die fundamentale
wirtschaftliche Bedeutung der Branchen „ rund um die Immobilie “ verleitet
berechtigterweise zu Fragen nach dem Stand der wissenschaftlichen Beschäftigung
mit den Besonderheiten eines Lehr- und Forschungsgebietes, welches die
Problemstellungen der Immobilienwirtschaft und angrenzender Sektoren zum Inhalt
hat.
Wissenschaftstheoretisch wird ein Wirklichkeitsbereich wie
die Auseinandersetzung mit der Immobilie zu einer Wissenschaft, wenn es
gelingt, ihn abzugrenzen und mit Hilfe von Definitionen und Begriffen
systematisch zu ordnen, um ihn anschließend planmäßig mit wissenschaftlichen
Methoden zu untersuchen (Hennings,
Gerd 2000).
In der amerikanischen Forschung haben sich zwei grundlegende
Ansätze herausgebildet: der von Graaskamp vertretene „ Multidisciplinary
Approach “ sowie der von Dasso/Woodward (1981) geprägte „ Financial Management
Approach “ (Dasso,
Jerome/Woodward, Lynn 1981). Im Verständnis von Graaskamp sind
Immobilien von Menschen geschaffene Artefakte, die in einen psychologischen,
sozialen und politischen Kontext eingebunden sind (Graaskamp,
James A. 1991). Im Gegensatz dazu ist der Ansatz von Dasso/Woodward
durch das Bemühen gekennzeichnet, mittels einer Beschränkung auf
finanzwirtschaftliche, vornehmlich quantitative Aspekte eine klare Abgrenzung
gegenüber anderen Wissenschaftsdisziplinen zu erreichen.
Bis Anfang der 1990er-Jahre befassten sich in Deutschland nur
die Bauwirtschaftslehre und die Wohnungswirtschaftslehre mit
immobilienbezogenen Themen (vgl. Pfarr,
Karlheinz 1984; Schulte,
Karl-Werner/Wahlbröhl, Victoria 1996; Möller,
Dietrich-Alexander 2001). Jedoch behandeln diese Beiträge
vornehmlich die funktions- oder institutionenspezifischen Einzelfragen und
-probleme und lassen meist einen übergreifenden Bezugsrahmen zur Integration
der wissenschaftlichen Bemühungen vermissen (Schäfers,
Wolfgang 1997). Gründe für die wissenschaftliche Vernachlässigung
der Immobilienwirtschaft sind neben den Charakteristika der Immobilie und des
Immobilienmarktes eine mangelnde Differenzierungsbereitschaft in den
Wirtschaftswissenschaften. Nichtsdestotrotz darf eine diesbezügliche
Wissenschaftsdisziplin nicht in tradierten Denkweisen verharren, sondern muss
auf einer innovativ-ganzheitlichen Perspektive aufbauen.
IV. Immobilienökonomie
als wissenschaftliche Disziplin
Im Folgenden werden die konstituierenden Merkmale und das
Rahmengerüst der Immobilienökonomie anhand des Hauses der Immobilienökonomie in wissenschaftspragmatischer
Sichtweise benannt (vgl. Abb. 1). Im Mittelpunkt der Immobilienökonomie steht
die Erklärung und Gestaltung realer Entscheidungen von mit Immobilien befassten
Wirtschaftssubjekten mit dem Ziel, Entscheidungsprozesse zu unterstützen und
durch Lösungshilfen zu deren Verbesserung beizutragen (Kirsch,
Werner 1979). Die Immobilienökonomie befasst sich mit allen Arten
von Immobilien über ihren gesamten Lebenszyklus und betrachtet Unternehmen,
private Haushalte und die öffentliche Hand unter Wirtschaftlichkeits- und
Ertragsaspekten. In diesem Sinne ist die Immobilienökonomie keine
abgeschlossene, branchenbezogene Betriebswirtschaftslehre, sondern eine zu
anderen Forschungsbereichen geöffnete Disziplin.
Abb. 1: Haus der Immobilienökonomie (Schulte,
Karl-Werner 2005)
1. Interdisziplinäre Aspekte
Zwar bildet die Betriebswirtschaftslehre das Fundament der
Immobilienökonomie, jedoch verleiht erst die Einbeziehung anderer Disziplinen
die notwendige Stabilität und gibt einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung
Raum.
Hierbei bezieht sich die Anwendung der Betriebswirtschaft
sowohl auf die Allgemeine BWL als auch auf die speziellen
Betriebswirtschaftslehren, wie zum Beispiel die Bankbetriebslehre. Insofern
geht es um die Übertragung von Erkenntnissen der BWL auf mit Immobilien
befasste Wirtschaftssubjekte. Die Immobilienökonomie versteht sich ausdrücklich
nicht als „ Branchen-BWL “ ; sie liefert Erkenntnisse nicht nur für
Immobilienunternehmen, sondern auch für Private, den Staat, die Kirchen oder
„ Non-Property Companies “ .
Die Volkswirtschaftslehre vermag für die Unternehmensführung
wichtige Erkenntnisse zu generieren, da Entscheidungen über Immobilien in
erheblichem Maße von gesamtwirtschaftlichen Größen wie der Inflationsrate und
Steuersätzen beeinflusst werden. Auch die Schnittstellen zwischen der
Immobilienökonomie und den Rechtswissenschaften sind umfangreich und
vielfältig. Vor allem die Rechtsgebiete Grundbuchrecht, Mietrecht, privates und
öffentliches Planungs- und Baurecht, Makler- und Steuerrecht wirken auf
betriebswirtschaftliche Entscheidungen ein und berühren sowohl die
funktionsspezifischen, phasenorientierten als auch die strategischen Aspekte (Schulte,
Karl-Werner 2001). Mit Hinblick auf die unterschiedlichen
Sichtweisen, z.B. zwischen dem „ Bird\'s Eye View “ des Stadtplaners und der
Einzel-Perspektive des Projektentwicklers, besteht auch zwischen Stadtplanung
und Immobilienökonomie interdisziplinärer Forschungsbedarf; als Stichwort seien
hier Public Private Partnerships oder Urban Entertainment Center genannt.
Weiter liegen viele Themen, wie ökologisches Bauen oder Nutzenoptimierung, an
der Schnittstelle zwischen Ingenieurwesen und Immobilienökonomie.
2. Immobilientypologische Aspekte
Die immobilientypischen Aspekte beinhalten die Analyse,
Strukturierung und Lösung von Problemen, die sich aus der Befassung mit
einzelnen Immobilienarten ergeben. In einer stark vereinfachten
Systematisierung soll in diesem Zusammenhang nach Gewerbe-, Wohn-, Industrie-
und Sonderimmobilien unterschieden werden.
3. Institutionelle Aspekte
Im Hinblick auf die institutionellen Aspekte existiert ein
breites Spektrum an Unternehmen in der Bau-, Immobilien- und Finanzwirtschaft,
deren Management sich nach Führung, Organisation und Rechnungswesen
unternehmenszweckbedingt mehr oder weniger stark unterscheidet. Die
Institutionen werden hier grob eingeteilt in Immobilienprojektentwickler,
Immobilieninvestoren, Bauunternehmen, Immobilienfinanzinstitutionen,
Immobiliennutzer und Immobiliendienstleister. Zu den Immobiliendienstleistern
gehören Planer, Projektsteuerer, Sachverständige, Makler, Berater, Facilities
Manager/Immobilienverwalter wie auch Immobilienbetreiber.
4. Management Aspekte
a) Phasenorientierte Aspekte
Die Immobilien-Projektentwicklung umfasst das
interdisziplinäre Management von planungs- und baubezogenen
Wertschöpfungsprozessen im Lebenszyklus der Immobilie. Dazu gehören die
Bausteine Akquisition, Nutzungskonzeption und Machbarkeitsanalyse,
Baurechtschaffung, Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung, Finanzierung, Marketing
und Vermietung, Projektmanagement sowie die Verwertung der Immobilie. Das
Bau-Projektmanagement hat die Funktion, die technischen, qualitativen,
rechtlichen und wirtschaftlichen Ziele bei der Realisierung eines
Immobilienprojektes zu erreichen.
Facilities Management umfasst die Wahrnehmung von Aufgaben im
Rahmen der Erbringung technischer, kaufmännischer und infrastruktureller
Dienstleistungen für Immobilienobjekte: Es geht jedoch über die isolierte
Betrachtung von Immobilien hinaus, indem auf die Integration von Menschen,
Immobilien, Anlagen und Einrichtungen abgestellt wird.
b) Funktionsspezifische Aspekte
Immobilienanalysen stellen Informationsinstrumente dar, die
direkt und indirekt das Erfolgspotenzial einer Immobilie bestimmen.
Standortanalysen untersuchen die Charakteristika des Mikro- und
Makrostandortes, während Marktanalysen sich mit der kurz bis mittelfristigen
Angebots- und Nachfragesituation in räumlichen und sachlichen Teilmärkten
auseinander setzen. Gebäudeanalysen konzentrieren sich auf die architektonische
und technische Gestaltung der baulichen Anlagen. Wettbewerbsanalysen
integrieren Standort-, Gebäude- und Marktanalyse, indem die relative
Marktposition einer Immobilie im Vergleich zu direkten Konkurrenzimmobilien
bestimmt wird.
In Deutschland wird bei der Immobilienbewertung der
„ Verkehrswert “ von Immobilien „ durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt,
auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den
rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen
Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstands der
Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse
zu erzielen wäre “ (§ 194 Baugesetzbuch).
Die Immobilieninvestition lässt sich als Planung und
Kontrolle der langfristigen Festlegung finanzieller Mittel in Immobilien
definieren. Hierbei sind direkte und indirekte Immobilienanlagen zu
unterscheiden.
Die Immobilienfinanzierung umfasst vor allem die Planung,
Beschaffung, Steuerung und Kontrolle von finanziellen Mitteln. Neben der
traditionellen Immobilienfinanzierung durch Eigenkapital sowie erst- und/oder
nachrangige Darlehen auf der Fremdkapitalseite, besteht ein Trend zu
innovativen, strukturierten Finanzierungsformen wie hybrides Kapital, Joint
Ventures oder Private Equity.
Das Immobilienmarketing ist die Gesamtheit aller
strategischen und zielgerichteten Maßnahmen, die zur Entwicklung, Preisfindung
und Verbreitung von Immobilien und/oder immobilienspezifischen Dienstleistungen
dienen, um Austauschprozesse zur Zufriedenheit individueller und
organisationaler Ziele herbeizuführen.
c) Strategiebezogene Aspekte
Das Portfolio-Management umfasst die systematische Planung,
Steuerung und Kontrolle eines Bestandes von Grundstücken und Gebäuden mit dem
Ziel, Erfolgspotenziale aufzubauen und gliedert sich in die folgenden Bereiche:
Unter Corporate Real Estate Management (CREM) wird das
aktive, ergebnisorientierte, strategische wie operative Management
betriebsnotwendiger und nicht betriebsnotwendiger Immobilien verstanden. Als
unternehmerische Führungskonzeption richtet es sich an „ Non-Property
Companies “ .
Der Fokus des Public Real Estate Managements liegt auf einer
Optimierung der Wirtschaftlichkeit des Immobilienbestandes. Hierbei müssen
besonders die Belange der öffentlichen Auftragserfüllung berücksichtigt werden,
die politische und verwaltungsorientierte Ziele flankieren.
Das Private Real Estate Management widmet sich dem
ganzheitlichen Management von sich in Privateigentum befindlichen Immobilien.
Es umfasst in seinem potenziellen Leistungsspektrum das Immobilienportfolio-,
Projekt- und Objektmanagement und dient der zielgerichteten
Gesamtvermögensoptimierung. In Ermangelung unterscheidbarer Abkürzungen wird
die Abkürzung PREM sowohl für Public als auch Private Real Estate Management
benutzt.
V. Kritische Würdigung
Die Immobilienwirtschaft hat eine herausragende Bedeutung für
die deutsche Volkswirtschaft. Immobilien stellen den Großteil des produzierten
Sachkapitals dar und haben eine große Relevanz insbesondere auch durch ihre
Zusatzfunktionen als Altersvorsorge und -versorgung, wie auch als „ gebaute
Umwelt “ . Vor dem Hintergrund der beschriebenen Vieldimensionalität von
Immobilien, des ansteigenden Professionalisierungs- und
Internationalisierungsgrades wird der Immobilienwirtschaft in Zukunft eine
verstärkte Bedeutung zukommen. Die Immobilienökonomie als wissenschaftliche Disziplin
verfolgt das Ziel, im deutschsprachigen Raum eine „ Property Profession “ zu
schaffen, bei der Interdisziplinarität, Fachkompetenz und Berufsethik eine enge
Verbindung eingehen. Aufgrund des langen Produktionsverlaufs, der hohen
Lebensdauer sowie der Bindung von großen Kapitalbeträgen ist die
Immobilienwirtschaft, insbesondere die Bauwirtschaft und die Nachfrage nach
Immobilien(nutzungen), durch die schwache Konjunkturentwicklung betroffen.
Literatur:
Bone-Winkel, Stephan : Das
strategische Management von offenen Immobilienfonds unter besonderer
Berücksichtigung der Projektentwicklung von Gewerbeimmobilien, in: Schriften
zur Immobilienökonomie, Band 1, hrsg. v. Schulte, Karl-Werner, Köln 1994
Bone-Winkel, Stephan/Schulte,
Karl-Werner/Focke, Christian : Begriff und Besonderheiten der Immobilie als
Wirtschaftsgut, in: Immobilienökonomie, Band 1, Betriebswirtschaftliche
Grundlagen, hrsg. v. Schulte, Karl-Werner, 3. A., Oldenburg 2005, S. 3 – 26
Dasso, Jerome/Woodward, Lynn : Real
Estate Education. Past, Present, and Future – The search for a Discipline, in:
The Appraisal Journal, Bd. 49, H. 3/1981, S. 413 – 425
GEWOS, : GEWOS-Immobilienmarktanalyse
IMA. 2005
Graaskamp, James A. : The Failure of
the Universities to Teach the The Real Estate Process As an Interdisciplinary
Art Gorm, in: Graaskamp on Real Estate, hrsg. v. Jarchow, Stephen P.,
Washington 1991, S. 51 – 67
Hennings, Gerd : Immobilienökonomie.
Ein innovatives Lehr- und Forschungskonzept?, in: 10 Jahre ebs
Immobilienakademie – Festschrift, hrsg. v. Schulte, Karl-Werner, Frankfurt am
Main 2000, S. 48 – 57
Ifo, : Die volkswirtschaftliche
Bedeutung der Immobilienwirtschaft, Forschungsprojekt im Auftrag der
Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V., Wiesbaden 2005
Kirsch, Werner : Die verhaltenswissenschaftliche
Fundierung der Betriebswirtschaftlehre, in: Wissenschaftstheoretische
Grundfragen der Wirtschaftswissenschaften, hrsg. v. Raffée, Hans/Abel, Bodo,
München 1979, S. 105 – 120
Möller, Dietrich-Alexander :
Planungs- und Bauökonomie, Bd. 1: Grundlagen der wirtschaftlichen
Bauplanung, 4., völlig überarb. A., München 2001
Pfarr, Karlheinz : Grundlagen der
Bauwirtschaft, Essen 1984
Phyrr, Stephen A. : Real Estate
Investment. Strategy, Analysis, Decisions, 2. A., New York 1989
Schäfers, Wolfgang : Strategisches
Management von Unternehmensimmobilien. Bausteine einer theoretischen Konzeption
und Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, in: Schriften zur
Immobilienökonomie, Band 3, hrsg. v. Schulte, Karl-Werner, Köln 1997
Schulte, Karl-Werner : Immobilienökonomie,
Band 2, Rechtliche Grundlagen, 2. A., München, Oldenburg 2001
Schulte, Karl-Werner :
Immobilieökonomie als wissenschaftliche Disziplin, in: Immobilienökonomie, Band
I, Betriebswirtschaftliche Grundlagen, hrsg. v. Schulte, Karl-Werner, 3. A.,
München, Oldenburg 2005, S. 47 – 70
Schulte, Karl-Werner/Wahlbröhl,
Victoria : Bauwirtschaft in der Betriebswirtschaftslehre, in:
Baubetriebswirtschaftslehre in Theorie und Praxis, hrsg. v. Gesellschaft zur
Förderung des deutschen Baugewerbes, , Bonn 1996, S. 7 – 32
Statistisches Bundesamt, : Bauen und
Wohnen, Wiesbaden 2005
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