Inhaltsübersicht
I. Begriff
und Arten
II. Mitbestimmung
und Delegation als verwandte Konzepte
III. Partizipationsgrade
und Partizipationsmuster
IV. Gründe
für partizipatives Management
V. Voraussetzungen
für Partizipation
VI. Wirkungen
der Partizipation
VII. Ergebnisse
der empirischen Forschung
VIII. Kritische
Würdigung
I. Begriff und Arten
Aus organisatorischer Sicht ist Partizipation gleichbedeutend
mit der Teilnahme bzw. mit der Teilhabe an Entscheidungen. Während im ersten
Falle kommunikative und interpersonale Aspekte der Beziehungsgestaltung
angesprochen werden, steht im anderen Falle die interpositionale Machtstellung
mit entsprechenden Rechten und Pflichten im Vordergrund. Indem Partizipation
insofern mit dem Entscheidungssystem einer Organisation verbunden wird (und den
damit verknüpften Zielorientierungen und Interessen) (Wilpert,
Bernhard 1998, S. 42), entsteht hinsichtlich Umfang und Inhalt des
Begriffes ein mehrdimensionales Kontinuum, innerhalb dessen insbesondere der
Partizipationsgrad und die Partizipationsebene sowie die personale Reichweite
und der Formalisierungsgrad als differenzierende Kriterien herangezogen werden
können.
Insofern ist grundsätzlich zwischen formaler und informaler
Partizipation zu unterscheiden. Dabei stehen formale Partizipationsmuster im
Zentrum der nachfolgenden Ausführungen. Partizipation kann sich je nach
personaler Reichweite bzw. organisationaler Aggregationsstufe auf individuelle,
gruppenbezogene oder ganzheitlich-institutionale Aspekte beziehen. Es können
operative und taktische Entscheidungen ebenso betroffen sein wie strategische.
Der Partizipationsgrad kann von eher passiven Informationsrechten bis hin zu
proaktiven, umfassenden Entscheidungsbefugnissen reichen. Insgesamt ergeben
sich somit unterschiedliche Partizipationsarten, und dies sowohl in einem
gesetzlich-normativen als auch in einem organisationalen Kontext (Strauss,
George 1998).
II. Mitbestimmung und
Delegation als verwandte Konzepte
1. Partizipation und Mitbestimmung
Nachstehend beschriebene Partizipationsmuster und Partizipationsgrade
stehen in einem engen Kontext zu den Arbeitsbeziehungen (Labor Relations) eines
Landes, bzw. der hiermit verbundenen supranationalen Vereinigungen (z.B.
Europäische Union). Hinzu kommen die Werte und Prinzipien der jeweiligen
Organisations- und Landeskultur, durch welche Partizipation faktisch ermöglicht
oder begrenzt wird. Insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland gibt es
mehrere Betriebsverfassungs- (bzw. Personalvertretungs-) und
Mitbestimmungsgesetze, durch die die Rechte und Pflichten von Betriebsräten,
bzw. Personalräten sowie die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmervertretern in
den Aufsichtsräten von Kapitalgesellschaften geregelt sind. Insofern sind die
damit verbundenen Informations-, Beratungs- und Entscheidungsrechte gesetzlich
geregelte Partizipationsgrade. Dabei versteht man unter einem
Mitbestimmungsrecht i.e.S. die vollumfassende Mitwirkungsform, die de facto
einem Vetorecht gleich kommt. Die Teilnahme an Entscheidungen erfolgt
grundsätzlich durch gewählte Arbeitnehmervertreter und somit – bis auf wenige
Ausnahmen, etwa bei personalen Mitwirkungsrechten in der Betriebsverfassung –
auf einer indirekten Basis. Insofern wird auch zwischen indirekter,
repräsentativer und direkter Mitbestimmung unterschieden (z.B. Mitbestimmung am
Arbeitsplatz), wobei letztere auf freiwilligen Vereinbarungen beruht. Aber auch
Regelungen zur Betriebs- und Unternehmensverfassung können freiwillig getroffen
werden, wenn sie, insbesondere im europäischen und darüber hinausgehenden,
internationalen Zusammenhang, bestehenden Regelungen nicht widersprechen,
sondern diese vielmehr ergänzen. Insofern ist zwischen der Partizipation „ de
jure “ und „ de facto “ zu unterscheiden, bzw. der „ betrieblichen Übung “ , die das
Muster ihrer konkreten Anwendung im Zeitablauf beschreibt (Pusic, Eugen
1998).
2. Partizipation und Delegation
Werden durch Partizipation Inhalt und Ausmaß der Teilnahme
oder Teilhabe an Entscheidungen beschrieben, werden durch Delegation
(Zentralisation und Dezentralisation) Entscheidungsbefugnisse
weitergegeben. Damit einhergehend fokussiert Partizipation stärker auf
horizontale (laterale) Beziehungszusammenhänge sowohl in formal segmentierten
Organisationseinheiten als auch in Projekten (traversierende
Organisationseinheiten), während durch Delegation eher die vertikalen
Beziehungszusammenhänge angesprochen werden. So ist es ein wesentlicher
Bestandteil des Management by delegation, wie es schon im Harzburger
Führungsmodell zum Ausdruck kommt, dass Entscheidungsbefugnisse auf Mitarbeiter
übertragen werden, wobei es sich hier vornehmlich um die Delegation von
Handlungsverantwortung handelt. In diesem Verantwortungsbereich kann der
einzelne Mitarbeiter selbstständig entscheiden. Die Delegation von
Führungsverantwortung stößt dagegen auf enge Grenzen. Stellenbeschreibungen,
Funktionsdiagramme und Anforderungsprofile verkörpern einschlägige Instrumente,
durch die zentrale und dezentrale Kompetenz- und Verantwortungsbereiche
festgelegt werden können (Schanz,
Günther 1992).
Ein gemeinsames Merkmal von Partizipation und Delegation
besteht darin, dass Einfluss auf Entscheidungsprozesse ausgeübt wird.
Allerdings lässt sich Delegation stärker formalisieren. Dennoch bilden sie zwei
unterschiedliche, horizontale vs. vertikale Ausprägungen der modernen,
kooperativen Führung, die sich letztlich wechselseitig bedingen: so setzt
partizipatives Management selbstständig denkende Mitarbeiter voraus und
umgekehrt kann man nur dann selbstständig entscheiden, wenn man vorher in
hinreichendem Maße die Gelegenheit hatte, an Entscheidungen mitzuwirken.
Allerdings kann Delegation durchaus mit einseitiger Einflussnahme bzw.
Machtausübung verbunden sein.
III. Partizipationsgrade
und Partizipationsmuster
Durch den Partizipationsgrad wird einerseits das Ausmaß der
Beteiligung an Entscheidungs- und Problemlösungsprozessen definiert. Insofern
kann man ein Partizipationskontinuum beschreiben, das bei keinerlei
Mitsprachemöglichkeiten beginnt und sodann über Informationsrechte,
Vorschlagsrechte, Mitbestimmungs- und Vetorechte bis zur völligen Autonomie
reicht. Entsprechende Abstufungen werden in der Literatur relativ häufig
beschrieben (z.B. Tannenbaum, Robert/Schmidt,
Warren H. 1973;).
Andererseits sind unterschiedliche Entscheidungstypen (z.B.
probabilistische vs. deterministische Entscheidungen), unterschiedliche
Abschnitte des jeweiligen Entscheidungs- und Problemlösungsprozesses (z.B.
Willensbildungs-, Willensdurchsetzungs- und Willenssicherungsphase) sowie eine
unterschiedliche Einordnung in das operative und in das strategische Management
zu berücksichtigen, um angemessen die Bedeutung des ausgeübten partizipativen
Einflusses ermessen zu können.
Hinzu kommt das Ausmaß an Partizipation in individueller oder
in arbeitsplatzbezogener (z.B. job enrichment und job enlargement), darüber
hinaus in gruppen- oder in abteilungsbezogener (z.B. teilautonome
Arbeitsgruppen, Qualitätszirkel, TQM) sowie in organisational-institutionaler
(Betriebsräte, Sprecherausschüsse, mitbestimmter Aufsichtsrat) (Conger, Jay
Alden 2001), aber auch zunehmend in organisationsüberschreitender
Hinsicht (z.B. europäische und weltweite Betriebsräte). Nimmt man diese
Merkmale zusammen, entstehen mehrdimensionale Partizipationsmuster, mit deren
Hilfe der Partizipationsgrad seine situationsspezifische Einordnung erhält (Heller, Frank
et al. 1998).
IV. Gründe für
partizipatives Management
Partizipatives Management lässt sich sowohl sachlich als auch
ethisch-normativ begründen. Im Kern wird es zunehmend praktiziert, weil die
Umfeldbedingungen einer Organisation immer komplexer und immer dynamischer
geworden sind. Traditionelle, auf Max Weber zurückgehende Bürokratiemodelle
werden deshalb sowohl im öffentlichen wie im privaten Sektor zunehmend durch –
zumindest teilweise – vernetzte und/oder virtuelle, prozess- und
wertschöpfungskettenorientierte bzw. auch kunden- oder bürgerorientierte
Organisationsmodelle ergänzt bzw. überlagert oder ersetzt. Damit wird die
traditionelle Zentralisation von Entscheidungsaufgaben durch partizipative und
delegative Organisations- und Führungsmodelle zurückgedrängt (vgl. Schreyögg,
Georg 2003).
Dieser aufgabenbezogene Zusammenhang wird von technologischen
Veränderungen, insbesondere hinsichtlich der modernen Informations- und
Kommunikationstechnologien stark unterstützt, weil dezentrale und simultane
Zugriffe zu relevanten Datenbänken ermöglicht werden.
Allerdings ist fraglich, ob der politisch-gesetzliche Kontext
diese Entwicklungen tatsächlich unterstützt, auch wenn der Ruf nach
Deregulation und Verwaltungsvereinfachung immer stärker wird. Immerhin spricht
die allgemeine gesellschaftlich-demokratische Entwicklung dafür, dass
autoritäre Führungsformen zugunsten des kooperativen Führungsstils immer mehr
in den Hintergrund treten. Insofern sprechen doch verschiedene, vielfältige
Gründe für mehr Partizipation (Neuhaus, Ralf
2002).
V. Voraussetzungen für
Partizipation
Grundsätzlich ist zwischen aufgabenbezogenen und personalen
Vorausssetzungen zu unterscheiden. Im ersteren Fall sind insbesondere die
bereits erwähnten (generellen) kontextualen und darüber hinaus die
(spezifischen) situativen Einflussfaktoren gemeint, die für partizipative
Organisations- und Führungsstrukturen sprechen: Dabei handelt es sich
einerseits insbesondere um strategische Entscheidungen, d.h. Entscheidungen von
langfristiger Bedeutung, mit hoher Ungewissheit und subjektiven Risiken und
andererseits um kreative Problemstellungen bei vagen Zielstellungen und mit
tendenziell unbekannten Lösungsalgorithmen. Diesen Merkmalen stehen
idealtypisch kurzfristige (operative) Entscheidungen gegenüber mit hoher
Sicherheit oder repetitive Problemstellungen mit programmierbaren Lösungen.
Hier sind partizipativen Organisations- und Führungsstrukturen enge Grenzen
gesetzt.
Hinsichtlich der personalen Voraussetzungen ist grundsätzlich
zwischen der Partizipationsfähigkeit (Partizipationskompetenz) und der
Partizipationsbereitschaft zu unterscheiden. Im ersteren Falle handelt es sich
insbesondere um die Fähigkeit, mit Unsicherheiten umzugehen
(Ambiguitätstoleranz) und dabei bei sich selbst Vertrauen anderen gegenüber zu
entwickeln. Hinzu kommt die Fähigkeit, vertrauensbildende Maßnahmen
organisieren zu können und dabei Vertrauen bei andern aufzubauen. Dies
erfordert sicherlich ein Menschenbild, das Offenheit und Vertrauensvorschuss
voraussetzt (social man, complex man) (Möllering,
Guido 2002).
Partizipationsbereitschaft sollte grundsätzlich mit den
soeben genannten Menschenbildern korrespondieren. Damit wäre eine intrinsisch
ausgerichtete Motivationsgrundlage gegeben, die – entsprechend den
Inhaltstheorien der Motivation –
in hohem Maße Bedürfnisse nach sozialer Gruppenorientierung und
Selbstverwirklichung voraussetzt. Hinzu käme – aus Sicht von Prozesstheorien
der Motivation – die individuelle Überzeugung oder Erfahrung, dass
Partizipation von den Fähigkeiten her nicht nur durchführbar ist, sondern
zugleich auch „ erfolgreich “ sein kann, sei es aus wirtschaftlichen Erwägungen
(Rentabilität, Produktivität) oder aus Gründen der Arbeitszufriedenheit, letztlich,
um sich in individueller und sozialer Hinsicht weiterzuentwickeln (Wilpert,
Bernhard 1998, S. 43).
Partizipation entsteht in der Regel nicht von selbst. Sie
setzt entsprechende kooperative Strukturen und offene Kulturen voraus. Insofern
besteht auch ein enger Zusammenhang zur Organisationsentwicklung (Change
Management) und zum Aufbau von Lernkulturen (Wagner,
Dieter/Seisreiner, Achim/Surrey, Heike 2001).
VI. Wirkungen der
Partizipation
Grundsätzlich ist zwischen Wirkungen auf individueller,
gruppenbezogener und organisationaler Ebene zu unterscheiden. So kann von einem
Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung insofern ausgegangen werden, als
dass die individuelle und die kollektive Selbstregulation von Arbeitstätigkeiten
Prozesse kognitiven und sozialen Lernens beeinflusst. Dies wird um so positiver
der Fall sein, wie die oben genannten Voraussetzungen gegeben sind.
Partizipation kann auch als Sozialtechnologie eingesetzt werden, um z.B. die
(positive) Gruppenkohäsion zu erhöhen, um z.B. dabei wiederum die Einbindung
und die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter zu intensivieren. Partizipation
kann zugleich aber auch zu erhöhter Effektivität und Effizienz kollektiver
Zielerreichung führen.
Gesamtgesellschaftlich kann Partizipation als pädagogisches
Mittel zur Demokratisierung der Gesellschaft im Sinne des Abbaus von
Fremdbestimmung dienen. Sicherlich ist es schwierig, Partizipation allgemein
als eine „ Erfolgsstory “ darzustellen. Es ist aber unbestritten, dass Wirkungsmechanismen
entstehen können, durch die die Identifikation mit der eigenen Organisation
gefördert, die Motivation
erhöht und die Akzeptanz von selbst mit gestalteten Innovationsprozessen
gesteigert werden kann (Neuhaus, Ralf
2002). Die damit verbundene positive Erfahrung, z.B. durch eine sinnvolle
Mitbestimmung am Arbeitsplatz, etwa durch job enlargement oder job enrichment,
oder durch effektiv organisierte teilautonome Arbeitsgruppen in der Fertigung,
kann wiederum bei aggregierter Betrachtung zu Effekten führen, die denen einer
Lernenden Organisation gleichkommen (Senge, Peter
M. 1990).
Es ist aber auch denkbar, dass Partizipationsprozesse
kontraproduktiv wirken. Dies ist um so eher gegeben, wie
Partizipationsfähigkeit und/oder -bereitschaft nicht hinreichend existieren und
Change Management-Prozesse überhastet durchgeführt werden, also nicht gründlich
genug vorbereitet worden sind.
VII. Ergebnisse der
empirischen Forschung
Offensichtlich gibt es kaum ein Forschungsergebnis in den
Sozialwissenschaften, „ das so häufig und so konstant nachgewiesen wurde, wie
der Zusammenhang zwischen Partizipation an Entscheidungsprozessen und der
Zufriedenheit der Mitarbeiter “ (Neuhaus, Ralf
2002, S. 169, aber auch Rosenstiel,
Lutz v. 1987, S. 4). Hinzu kommt die empirisch gestützte Vermutung,
dass durch rechtzeitige Partizipation der Betroffenen der Widerstand gegen
Änderungen abgefedert werden kann (Gebert,
Diether 1993, S. 484).
Es gibt aber auch Hinweise, dass nicht nur die
Arbeitszufriedenheit, sondern auch höhere Wirtschaftlichkeit, Produktivität und
Entscheidungsqualität sowie die Vermeidung von Reibungsverlusten und die
Verringerung von Konfliktpotenzial erreicht werden kann (Antoni, Claus
1999). Dies gilt auch für partizipative Zielvereinbarungen, die zu
anspruchsvolleren Zielsetzungen und damit zu höheren Leistungen führen können (Antoni, Claus
1999, S. 573). Der Zusammenhang ist jedoch nicht zwingend, sondern von diversen
kulturellen und situativen Faktoren abhängig (z.B. Graumann, Mathias/Niedermayer,
Marcus 2003, S. 72).
Partizipation kann z.B. dann auf Widerstand stoßen, wenn
negative Reaktionen der Führungskräfte auf unterschiedlichen Ebenen befürchtet
werden (Machtverlust). Der relativ hohe Zeitaufwand für kooperative
Entscheidungsprozesse kann zu Frustrationen führen, wenn keine deutlichen
Erfolge sichtbar sind. In Arbeitgruppen können „ Trittbrettfahrer-Effekte “ zu
Spannungen führen und die Gruppenkohäsion in negativer Hinsicht verstärken (Strauss,
George 1998, S. 200 ff.).
VIII. Kritische Würdigung
Viele Fragen über die Möglichkeiten und Grenzen von
Partizipation sind bislang trotz aller Fortschritte dennoch unbeantwortet
geblieben, weil wissenschaftliche Untersuchungen bei dieser Thematik häufig
durch ideologische und normative Überlegungen durchdrungen werden.
Allumfassende Partizipation kann es in der Regel auch nicht geben, weil z.B.
durch diverse Sachzwänge und hierarchische Differenzierungen bestimmte Grenzen
gesetzt werden. Insofern entstehen leicht Konflikte zwischen Organisation und
Demokratie, wie z.B. bei Konzepten zur Arbeitnehmerselbstverwaltung. Oder die
Untersuchungen über die Auswirkungen der Mitbestimmung in Deutschland auf die
Rentabilität und die Produktivität werden kontrovers diskutiert (Strauss,
George 1998, S. 194), auch wenn die positiven Ergebnisse durchaus
gewürdigt werden, etwa durch die Weltbank (Böhret,
Birgit 2003, S. 7). Positive Produktivitätseffekte durch
Betriebsräte werden relativ einheitlich ermittelt (z.B. Jirjahn, Uwe
2003, S.81.).
Je mehr Partizipation vom Umfang und Inhalt her mit einem
hohen Anspruch versehen ist, desto höher ist naturgemäß die Wahrscheinlichkeit,
dass ihre Effektivität in Frage gestellt wird (Heller, Frank
1998). Deshalb ist es zu begrüßen, wenn die jeweiligen Partizipationskonzepte
deutlich definiert und voneinander abgegrenzt worden sind wie z.B.
Selbstlernsysteme, Team Coaching, teilautonome Arbeitsgruppen, Qualitätszirkel
oder Lernstattkonzepte und das Teammanagement bei Unternehmensgründungen (Wagner,
Dieter 2005, S. 385 f.). Hinsichtlich dieser Konzepte zur „ direkten
Partizipation “ liegen überwiegend positive Einschätzungen vor, etwa im Hinblick
auf Qualität, Sicherheit, Absentismus, Gewinne, ROI, sofern sie durch geeignete
Personalinstrumente (z.B. Vergütungsmodelle, Arbeitssicherheitskonzepte,
Personalentwicklung) begleitet werden (Strauss,
George 1998, S. 195ff).
Ingesamt kann man folgendem Fazit zustimmen: „ Partizipation
works – if conditions are appropriate “ (Strauss,
George 1998). Dies gilt sowohl in praktischer als auch in
methodischer Hinsicht. Dabei sind neben einer genauen Gegenstandseingrenzung
von „ Partizipation “ „ Störeffekte “ zu vermeiden, die etwa bei der Aufstellung
von Ursache-Wirkungs-Beziehungen bezüglich parallel ablaufender
Organisationsreformen auftreten können und die klare Trennung von
wissenschaftlichen und politischen Aussagen, etwa, wenn Personen einbezogen
werden, die von den Veränderungen selbst betroffen sind. Insofern „ it can have
many forms of important pay-off “ . (Strauss,
George 1998, S. 216).
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