Inhaltsübersicht
I. Einleitung
und Problemhintergrund
II. Form
und Systematik von Mitarbeitergesprächen
III. Durchführung,
Techniken und Rahmenbedingungen
IV. Resümierende
Betrachtung
I. Einleitung und
Problemhintergrund
Im betrieblichen Alltag sind persönliche Gespräche die
wesentlichste Form der Kommunikation (Schwarz, 1999,
S. 13 f.). Kommunikation in Form von Gesprächen ist jener Flaschenhals im
Beziehungsgeflecht von Organisationen (vgl. Neuberger, 2001,
S. 6), die den wettbewerbsentscheidenden „ inneren Zusammenhalt “ einer komplexen
Unternehmung ausmacht. Neben der sachlichen Ebene ist auch der psychologische
Aspekt der Information von Bedeutung. Im Tagesgeschäft finden Gespräche
zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern spontan aus aktuellen Anlässen statt und
werden meist wenig bzw. überhaupt nicht vorbereitet. Anders verhält es sich mit
dem systematischen, standardisierten und institutionalisierten
Mitarbeitergespräch als Instrument der Personalführung (vgl. Kratz, 2001,
S. 6 ff.) Das Mitarbeitergespräch wird als zumindest teilweise
institutionalisiertes Gespräch verstanden, das durch folgende Eigenschaften
charakterisiert werden kann (vgl. Mentzel, 2001,
S. 8 f.):
-
Die verschiedenen Formen und Typen werden durch
besondere Anlässe bzw. Themen veranlasst;
-
es gibt regelmäßige und anlassbezogene
Mitarbeitergespräche (z.B. Einstellung);
-
Mitarbeitergespräche sind im Regelfall
Vier-Augen-Gespräche (Ausnahmen nur im Streitfall);
-
Mitarbeitergespräche haben stets eine konkrete
Zielsetzung.
Das Mitarbeitergespräch ist eine Rückschau auf die
Aufgabenerfüllung bzw. dient zur Problemanalyse und Vorschau über die
Zielvereinbarung bzw. erforderliche Unterstützungsmaßnahmen. Das
Mitarbeitergespräch bildet eine Auszeit für Grundsätzliches und Außergewöhnliches
(Nagel,
/Oswald, /Wimmer, 2001, S. 13 f.).
II. Form und Systematik
von Mitarbeitergesprächen
Mitarbeitergespräche können nach verschiedenen Anlässen und
Motiven unterschieden werden.
1. Anlässe und Formen von
Mitarbeitergesprächen
In der Literatur werden zahlreiche Gesprächsanlässe und
-typen genannt (s. Tab. 1; vgl. Demmer, 1999,
S. 29 ff.; Westermann, 1992,
S. 711 ff.)
Tab. 1: Gesprächsanlässe für Mitarbeitergespräche (in
Anlehnung an Demmer 1999 und Westermann 1992)
Im Folgenden sind Gesprächstypen angesprochen, die häufig als
Führungsinstrumente anzutreffen sind.
a) Beurteilungsgespräch
Das Beurteilungsgespräch modernen Zuschnitts schafft eine
Plattform für einen Dialog der gegenseitigen Wahrnehmung und Rückmeldung. Der
traditionelle Vorgang der eher einseitigen Benotung wurde durch ein gut
ausgefeiltes Führungsinstrumentarium ersetzt und das Beurteilungsgespräch ist
je nach Unternehmenskultur in andere Führungsagenden eingebettet (Kießling-Sonntag,
2000, S 211 ff.). Mögliche Kriterien, die bei der Beurteilung
herangezogen werden können:
-
Die Leistungsbeurteilung bezieht sich in erster Linie
auf erbrachte Leistungen bzw. erreichte Ziele im Arbeitsprozess, wobei man
sich hier primär auf klar messbare Ergebnisse konzentriert.
-
Bei der Potenzialbeurteilung
wird primär die Eignung der Mitarbeiter für künftige Agenden erfasst. Neben
der Beurteilung der individuellen Möglichkeiten werden ergänzend noch häufig
spezielle Verfahren wie z.B. Tests oder Assessment
Center eingesetzt.
-
Häufig werden auch Merkmale in Kombination mit
Aufgaben zur Beurteilung herangezogen. Den Führungskräften wird es jedoch
meist überlassen, anhand welcher Kriterien sie die Beurteilung vornehmen.
Anknüpfungspunkte sind beispielsweise Arbeitsmenge bzw. -qualität,
Fachwissen, Führungs- bzw. Arbeitsverhalten, Belastbarkeit und Engagement.
Für die Beurteilung von Führungskräften werden häufig
Kataloge von Schlüsselfähigkeiten bzw. -kriterien erstellt, die auf Basis des
aktuellen Standes der Organisation entwickelt wurden. Generell ist es
umstritten, inwieweit eine gegenseitige Beurteilung von Mitarbeitern und
Führungskräften in einer Gesprächssequenz sinnvoll ist.
b) Delegationsgespräch
Im Zusammenhang mit der Übertragung von kompletten Aufgaben
bzw. Tätigkeitsgebieten an die Mitarbeiter und der damit verbundenen
notwendigen Entwicklung eines persönlichen Verantwortungsgefühls bedarf es
eines konstruktiven Dialogs zwischen Führungskraft und Mitarbeitern (Kießling-Sonntag,
2000, S. 141 ff.). Grundsätzlich soll die Arbeit an die
Spezialisten delegiert werden, wobei Delegation auch einen wesentlichen Beitrag
zur Mitarbeiterentwicklung leisten kann. Darüber hinaus hat die vollständige
Übertragung von Aufgaben oder ganzer Tätigkeitsgebiete eine stark motivatorische
Wirkung, da die Identifikation mit dem Unternehmen und insbesondere der Arbeit
dadurch enorm gesteigert werden kann. Für die Führungskraft ist es wichtig, in
dieser Phase auch eine Aufgabe tatsächlich loszulassen und den Mitarbeitern mit
Geduld zu begegnen. Aus der Sicht der Mitarbeiter ist die Bereitschaft zu
klären, eine etwaige Mehrbelastung durch die neuen Anforderungen übernehmen zu
wollen und unter welchen Rahmenbedingungen die neuen Aufgaben zu bewältigen
sind. Der Einbau von mehrmaligen Rückmeldungen ist sinnvoll.
c) Das Fachgespräch zur Problemlösung
Bedingt durch die steigende Komplexität und
Eigenverantwortung sind institutionalisierte Mitarbeitergespräche zur
sachbezogenen Standortbestimmung und zur Unterstützung in der Bewältigung von
fachlichen Problemen sinnvoll. Wesentlicher Bestandteil dieser Gespräche ist
ein qualifiziertes Feedback, um etwaige Unsicherheiten zu bereinigen. Weiter
kann sich dabei die Führungskraft über den aktuellen Stand der laufenden
Projekte bzw. Aufgaben informieren und die Genesis von bestimmten
Problemfeldern besser verstehen lernen. Aus dem Fachgespräch heraus lassen sich
sehr gut positive und motivierende Worte der Anerkennung und Bestätigung
formulieren. Im Fall von negativen Abweichungen können etwaige Korrekturen leichter
initiiert und auch Lernanlässe daraus abgeleitet werden. Der Führungskraft
kommt neben der beratenden Rolle auch eine gewisse Lenkungs- und
Supervisionsfunktion zu, um freie Sicht auf die tatsächlichen Probleme zu
ermöglichen (Olfert,
/Steinbuch, 2001.
d) Das Förder- und Beratungsgespräch
Primärer Inhalt dieser Gespräche ist die berufliche Fort- und
Weiterentwicklung der Mitarbeiter, wobei sowohl die Potenziale als auch die
Barrieren zu besprechen sind. Die Potenziale und Defizite der einzelnen
Mitarbeiter sind dabei der zentrale Anknüpfungspunkt dieser Gespräche, wobei es
den Führungskräften gelingen sollte, eine möglichst positive
Gesprächsatmosphäre zu schaffen. In diesen Förder- und Beratungsgesprächen sind
die Entwicklungslinien des Unternehmens und der jeweiligen Mitarbeiter
abzugleichen (Scholz, 1994,
S. 252 ff.). Basierend auf einem Feedback durch den Vorgesetzten soll der
Mitarbeiter geeignete Impulse und Informationen für realistische
Entwicklungsschritte erhalten (Kratz, 2001,
S. 34 ff.). Unter Berücksichtigung der Entwicklungswünsche des Mitarbeiters
sollen die künftigen Fördermaßnahmen festgelegt werden. Grundlage für die
institutionalisierten Förder- und Beratungsgespräche sollten die Ergebnisse der
Personalbeurteilung sein, wobei diese auch anlassbezogen, z.B. aufgrund
herausragender Leistungen, geführt werden können.
e) Konfliktlösungsgespräch
In arbeitsteiligen Unternehmungen sind
Meinungsverschiedenheiten und Konflikte unvermeidbar und bedürfen einer Klärung
durch die Führungskräfte. Erfolgt keine Mediation, so kommt es zur Eskalation
bzw. Verhärtung der Fronten. Daraus resultieren massive Probleme in den
Arbeitsprozessen, da durch diese oft jahrelang dauernden „ kalten “ Konflikte die
Teamfähigkeit stark leidet (Glasl, 1997,
S. 25 ff.).
Grundsätzlich kann der Vorgesetzte als neutraler Mediator
oder eben auch als Beteiligter gesehen werden, wobei es primär darum geht, die
tiefer liegenden Konfliktursachen kennen zu lernen und eine weitere
Gesprächsbasis zu schaffen (Altmann,
/Fiebiger, /Müller, 1999, S. 29 ff.). Nur durch ausreichendes
Verständnis für die Position der jeweils anderen Partei ist auch ein Erarbeiten
neuer Handlungsalternativen möglich. Die Führungskraft sollte in diesen
Gesprächen stets bemüht sein, die dahinter liegenden Interessen der Parteien zu
erforschen, um durch aktives Zuhören die oft stark emotionalisierten
Sichtweisen neutral zu reflektieren. Oftmals ist es notwendig, dass die Führungskräfte
einen ersten positiven Schritt setzen und die Gemeinsamkeiten klar
herausarbeiten. In weiterer Folge können dann konstruktive Zukunftsperspektiven
diskutiert werden, wobei auf konkrete Spielregeln für die weitere Konfliktvermeidung
nicht verzichtet werden sollte.
f) Zielvereinbarungsgespräch
In einem modernen Führungssystem sind Ziele wesentliche
Elemente, da sie in diesem operativen Controlling- und Führungsinstrumentarium
ein zentraler Schlüssel für ein koordiniertes Vorgehen in einer
plandeterminierten Unternehmung sind. Wesentlich ist bei diesen Gesprächen,
dass das moderne „ management by objectives “ nicht mehr autoritär, sondern durch
Zielvereinbarungsgespräche eine partnerschaftliche Dimension erhält (Scholz, 1994,
S. 479 f.). Die Zielvereinbarungen sind meist auch die Grundlage für die
Beurteilungsgespräche, zumal das Erreichen exakt definierter Ziele besser
objektiviert werden kann. Durch die kooperative Vereinbarung der Ziele steigt
die Identifikation seitens der Mitarbeiter, die über eine wesentlich bessere
Selbstkontrolle durch die konkreten Ziele verfügen und eine nachhaltige
Motivation bei der Zielerreichung erhalten. Neben den aufgabenbezogenen
(Leistungs-)Zielen sind noch Verhaltensziele und persönliche Entwicklungsziele
von wesentlicher Bedeutung (Berthel, 1997,
S. 141 ff.).
In der obigen Darstellung wurden die wesentlichen Anlässe,
Formen und Inhalte von Mitarbeitergesprächen kurz erläutert, wobei diese
Gesprächstypen regelmäßig oder anlassbezogen durchgeführt werden. Besondere
Bedeutung kommt den institutionalisierten und regelmäßig durchgeführten
Mitarbeiterjahresgesprächen zu.
2. Mitarbeiterjahresgespräche als zentrales
Element der Personalführung
Das Mitarbeiterjahresgespräch ist eine praktikable und
komprimierte Form, bei dem insbesondere Beurteilungs-, Förder-,
Zielvereinbarungs- und Fachgespräche in einem regelmäßig stattfindenden
Gespräch zusammengefasst werden. Diese Koppelung der sonst regelmäßig
abgehaltenen Teilgespräche geschieht nicht aus Rationalisierungsüberlegungen,
sondern wegen des Vorteils, dass dadurch die wesentlichen übergreifenden
Agenden der Personalführung in einem Gespräch zusammenhängend besprochen werden
können. Durch eine roulierende bzw. intervallmäßige Abwicklung der Gespräche
kann die Beurteilung auf Basis der Zielvereinbarungen der Vorperiode erfolgen
und sollten etwaige Defizite zu Tage treten, können diese im Fördergespräch
festgemacht werden. In der Literatur (Nagel,
/Oswald, /Wimmer, 2001, S. 18 ff.) werden fünf
Hauptthemenbereiche im jährlichen Mitarbeitergespräch genannt (s. Tab. 2).
Tab. 2: Themenbereiche eines Mitarbeiterjahresgesprächs
Diese komprimierte Form der Mitarbeitergespräche als
zentrales Instrument der partizipativen Führungsarbeit erfordert einen
erheblichen Zeitaufwand, der sich nur amortisiert, wenn der Austausch
konsequent in beide Richtungen erfolgt und das „ mbo “ im Rahmen des Zielsystems
einen produktiven Freiraum für Führungskräfte und Mitarbeiter generiert. Um das
Gespräch effizient zu gestalten, werden meist standardisierte Formen der
Gesprächsführung und Hilfsmittel (wie z.B. Checklisten und Protokollformulare
etc.) verwendet (Kießling-Sonntag,
2000, S. 249 ff.).
III. Durchführung,
Techniken und Rahmenbedingungen
Das Mitarbeitergespräch ist eine äußerst anspruchsvolle
Kommunikationsform, da im Gegensatz zur Alltagskommunikation das
Vier-Augen-Prinzip und der unmittelbare Austausch im Gespräch mit jeweiligem
Rollentausch zwischen Sender und Empfänger wesentliche Merkmale sind.
1. Die Vorbereitung des Mitarbeitergesprächs
In der Literatur werden zur Vorbereitung als Hilfsmittel
meist Checklisten genannt (Schmitz,
/Billen, 2000, S. 27 ff.). Folgende Themenfelder werden dabei
angesprochen (Mentzel, 2001,
S. 18 ff.):
-
Persönliche Einstimmung auf die Gesprächssituation;
-
Rückblick auf Ergebnisse, Ziele, Aufgaben und
Erfahrungen der abgelaufenen Periode;
-
Stärken, Schwächen, Interessen und Entwicklungsbedarf;
-
Führungsarbeit, Führungssystem, Zusammenarbeit und
Kommunikation;
-
Blick auf Ergebnisse, Ziele, Aufgaben und Erfahrungen
der künftigen Periode;
-
Vereinbarung von Entwicklungs- und Fördermaßnahmen.
Darüber hinaus ist für die entsprechenden organisatorischen
Rahmenbedingungen (ausreichende Zeit, rechtzeitige Information der Beteiligten,
Räumlichkeiten, Unterlagen, Vermeidung von Störungen etc.) zu sorgen.
2. Gesprächsführung
Das Kommunikationsmodell in einer Führungsbeziehung ist von
Relevanz, da das Mitarbeitergespräch vor dem Hintergrund der Unternehmenskultur
zu sehen ist. Analog zum Kommunikationsmodell in Abb. 1 besteht Kommunikation
grundsätzlich aus dem Sender, dem Empfänger und der eigentlichen Aussage.
Kennzeichnend für das Mitarbeitergespräch ist der Umstand,
dass die Rolle des Senders und Empfängers häufig wechselt und somit folgende
Verständigungsschwierigkeiten auftreten können (Neuberger, 2001,
S. 10 ff.):
-
Der Sender benutzt einen Wortschatz, der vom Empfänger
nicht verstanden wird.
-
Der Sender operiert mit mehrdeutigen Begriffen und
nicht nachvollziehbaren Beispielen.
-
Der Sender geht von falschen Voraussetzungen aus und
verwendet nicht interpretierbare nonverbale Zeichen.
Die Initiative für das Gespräch geht vom Vorgesetzten aus,
die Gesprächsführung selbst kann allerdings zwischen den Partnern auch
wechseln. Mitarbeitergespräche lassen sich nicht entlang einer starren
Schablone führen, sondern bedürfen des bewussten Einsatzes von verschiedenen
Gesprächsstilen.
Abb. 1: Kommunikationsmodell im Mitarbeitergespräch (Mentzel, 2001,
S. 15)
Die wesentlichen Gesprächsstile für Mitarbeitergespräche sind
(Nagel,
/Oswald, /Wimmer, 2001, S. 22 ff.):
-
Die fragende
Gesprächsführung im Sinne einer Diagnose fördert ein gemeinsames Bild von
der Beziehung und der Arbeitssituation. Diese Vorgehensweise schafft eine
angenehme Gesprächssituation und vermeidet vorschnelles Werten bzw. Urteilen.
Auch wird ernstes Interesse an der Situation des Partners signalisiert.
-
Die wechselseitige
Rückmeldung (feedback-loop) ermöglicht einen systemischen Zugang zur
Problematik, indem die tatsächlichen Wirkungen der einzelnen Aktionen besser
ausgelotet werden. Beim Abgleich von Eigen- und Fremdbild erfolgt ein
Austausch von Sichtweisen und Wahrnehmungen.
-
Durch das Aushandeln und Treffen von Vereinbarungen über konkrete Ziele,
Prioritäten und Fördermaßnahmen werden neue Rahmenbedingungen für die
strategische Ausrichtung der gegenseitigen Beziehung geschaffen. Darin
sollten beide Seiten ihre Vorstellungen reflektiert sehen. Die Ziele werden
quasi im Gegenstromverfahren abgeglichen und durch wesentliche
Maßnahmenbeschreibungen ergänzt. Diese Form der Gesprächsführung ist für die
Führungskräfte besonders schwierig, da die Mitarbeiter einerseits
Orientierungshilfen benötigen, andererseits ein fairer Aushandlungsprozess
notwendig ist.
Die Dokumentation
erfolgt in Form eines Protokolls, wobei lediglich die beteiligten Personen und
eventuell das Personalwesen eine Abschrift erhalten sollen. Von einem
routinisierten Weiterleiten dieser Dokumente an die nächsthöhere Führungsebene
wird mehrheitlich abgeraten (Neumann, 1991,
S. 174 ff.).
IV. Resümierende
Betrachtung
Zur Durchführung erfolgreicher Mitarbeitergespräche bedarf es
weniger der Zuhilfenahme von Checklisten als vielmehr der eingehenden und
nachhaltigen Schulung der Führungskräfte
und Mitarbeiter. Nur wenn Mitarbeitergespräche ausreichend in der
Unternehmensorganisation bzw. -kultur verankert sind, werden diese im Alltag
auch zielführend als Führungsinstrumente eingesetzt werden (Schmitz,
/Billen, 2000, S. 20 f.). Durch konsequente Kommunikation mit
den Mitarbeitern lassen sich aufkommende Probleme bereits im Vorfeld bereinigen
und wesentliche Elemente der Unternehmenspolitik bzw. Fachinformationen
kommunizieren. Grundsätzlich ist das Mitarbeitergespräch eines der zentralen
Elemente der Personalführung, das die Mitbestimmung im Betrieb fördert und auch
eine motivatorische Funktion hat (Weibler, 1997,
S. 185 ff.). Das Mitarbeitergespräch sollte nicht isoliert gesehen werden,
sondern ist neben der Budgetierung das durchgängigste Orientierungsinstrument
im Führungssystem der Unternehmungen (Kropp, 1997,
S. 648 ff.). In Verbindung mit den relativ stark zahlenlastigen Ansätzen des
Controlling könnte das Mitarbeitergespräch eine ergänzende qualitative Rolle
übernehmen. Vor dem Hintergrund neuer Ansätze in der Führungsarbeit wie z.B.
Coaching; Mentoring,
Mediation etc. erhält das Mitarbeitergespräch eine zusätzliche Bedeutung, da
diese Ansätze in die einzelnen Gesprächsformen oder aber auch das
Mitarbeiterjahresgespräch eingebracht werden können. Generell wird das
Potenzial des Mitarbeitergesprächs als integriertes Führungsinstrumentarium
nicht ausreichend erkannt bzw. genutzt.
Literatur:
Altmann, G./Fiebiger, H./Müller, R. :
Mediation, Weinheim 1999
Berthel, J. : Personalmanagement, 5.
A., Stuttgart 1997
Demmer, C. : Mitarbeitergespräche
erfolgreich führen, 2. A., Landsberg/Lech 1999
Glasl, F. : Konfliktmanagement, 5. A.,
Bern 1997
Kießling-Sonntag, J. : Handbuch Mitarbeitergespräche,
Berlin 2000
Kratz, H.-J. : 30 Minuten für ein
zielorientiertes Mitarbeitergespräch, Offenbach 2001
Kropp, W. : Systemische
Personalwirtschaft, München 1997
Mentzel, W. : Mitarbeitergespräche, 2.
A., Planegg 2001
Nagel, R./Oswald, M./Wimmer, R. : Das
Mitarbeitergespräch als Führungsinstrument, 2. A., Stuttgart 2001
Neuberger, O. : Das
Mitarbeitergespräch, 5. A., Leonberg 2001
Neumann, P. : Das
Mitarbeitergespräch, in: Führung von Mitarbeitern, hrsg. v. Rosenstiel, L.
von/Regnet, E./Domsch, M., Stuttgart 1991, S. 173 – 187
Olfert, K./Steinbuch, P. A. :
Personalwirtschaft, 9. A., Ludwigshafen 2001
Schmitz, L./Billen, B. :
Mitarbeitergespräche, Wien 2000
Scholz, C. : Personalmanagement, 4.
A., München 1994
Schwarz, G. : Konfliktmanagement, 4.
A., Wiesbaden 1999
Weibler, J. : Vertrauen und Führung,
in: Personal als Strategie, hrsg. v. Klimecki, R./Remer, A., Neuwied 1997, S.
185 – 214
Westermann, F. : Das
Mitarbeitergespräch, in: Handbuch der Personalleitung, hrsg. v. Wagner,
D./Zander, E./Hauke, C., München 1992, S. 707 – 730
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