Inhaltsübersicht
I. Begriff
II. Die
Nennergröße der Rentabilitätskennziffern i. eng. S.
III. Die
Zählergröße der Rentabilitätskennziffern i. eng. S.
IV. Gebräuchliche
Rentabilitätskennziffern
V. Kennzahlensysteme
VI. Aussagekraft
und Aussagegrenzen von Rentabilitätskennziffern
I. Begriff
In der betriebswirtschaftlichen Literatur wird der Ausdruck
„ Rentabilität “ als Sammelbezeichnung für bestimmte Beziehungsgrößen verwendet,
mit deren Hilfe Grade der Erfolgserzielung quantifiziert werden (Krümmel,
H.-J. 1964, S. 797). Rentabilitätskennziffern i.w.S. setzen
eine finanzielle Erfolgs- bzw. Rückflussgröße in Beziehung zu einer Größe, die
erklärenden Charakter für das Zustandekommen des Erfolgs oder Rückflusses hat.
I. eng. S. versteht man unter Rentabilität den Quotienten einer Größe, die den
Periodenüberschuss repräsentiert, und einer Größe, die das zu seiner
Erwirtschaftung eingesetzte bzw. durch die Betriebstätigkeit gebundene Kapital
repräsentiert. Rentabilitäten i. eng. S. messen also die Effektivität des
Kapitaleinsatzes in einer Teilperiode; sie setzen sich deshalb i.d.R. aus Größen
der Erfolgs- bzw. Reinvermögensebene zusammen. Soll die Rendite des
Kapitaleinsatzes in der Totalperiode ermittelt werden, dann sind Zahlungsgrößen
zugrunde zu legen, und das Rentabilitätskalkül geht über in die Berechnung des
internen Zinsfußes(vgl. hierzu Franke,
G./Hax, H. 1999, S. 172 ff.).
Rentabilitätskennziffern sind zu unterscheiden von Produktivitätskennziffern,
welche einen mengenmäßig erfassten Output dem mengenmäßig erfassten Verbrauch
eines Inputfaktors zuordnen und von Wirtschaftlichkeitskennziffern, welche ganz
allgemein monetär bewertete Aufwandsgrößen in Beziehung setzen mit monetär
bewerteten Ertragsgrößen (vgl. Lehmann, M.R.
1958, S. 538 ff.; Löffelholz,
J. 1976, Sp. 4461 ff.).
Rentabilitätskennziffern i. eng. S. dienen vor allem zur
retrospektiven Kontrolle des Einsatzes knapper Kapitalmittel: Bezogen auf einen
vorgegebenen Vergangenheitszeitraum kann die Vorteilhaftigkeit einer
Investition durch einen Vergleich erzielter Rentabilitäten in alternativen
Verwendungsmöglichkeiten verifiziert werden. Rentabilitätskennziffern i. eng.
S. beziehen sich i.d.R. auf ein ganzes Unternehmen, zumindest aber auf ein
Unternehmenssegment oder auf ein abgrenzbares Projekt, das als finanziell
unabhängige Einheit gedacht werden kann (stand-alone-Fiktion).
II. Die Nennergröße der
Rentabilitätskennziffern i. eng. S.
Bezugsgröße der Rentabilitätskennziffern i. eng. S. ist das
eingesetzte Kapital. Der Umfang des eingesetzten Kapitals dürfte allerdings nur
dann eindeutig bestimmbar sein, wenn es repräsentiert ist durch einen einzigen
Auszahlungsbetrag, der zu einem bestimmten Zeitpunkt für die Beschaffung von im
Produktionsprozess gebundenen Faktoren angefallen ist bzw. zu einem bestimmten
Zeitpunkt für die Beschaffung von Rechtspositionen am Zahlungsüberschuss der
jeweiligen Produktionseinheit aufgewandt wurde. In der Wirklichkeit finden in
einem Unternehmen allerdings laufend Investitions- und Desinvestitionsprozesse
statt; der Umfang des eingesetzten Kapitals ist damit durch Bewertungskonzepte
zu rekonstruieren, denen je nach Erkenntnisziel unterschiedliche
Alternativfiktionen bzw. Erkenntniszwecke zugrunde liegen können.
Elementarer Anknüpfungspunkt zur Messung des „ in einem
Unternehmen gebundenen Kapitals “ ist der Bestand an bilanziertem Eigen- oder
Gesamtkapital. Auf dieser Grundlage ermittelte Rentabilitätskennziffern messen
die Vorteilhaftigkeit des Einsatzes jener Kapitalsumme, die seitens der Eigen-
(und Fremdkapital-)geber unmittelbar durch Zahlung eingebracht wurde oder
mittelbar zur Verfügung gestellt wurde, indem auf Gewinnausschüttungen bzw. die
Auszahlung aufgelaufener Zinsen verzichtet wurde.
Die zwischenbetriebliche Vergleichbarkeit von auf dieser
Grundlage ermittelten Rentabilitätskennziffern leidet allerdings unter der
unternehmensindividuellen Ausnutzung bilanzpolitischer Wahlrechte und
Spielräume. Sie kann gesteigert werden, wenn eine Bereinigung um erkennbare
Aktivierungen und Passivierungen aufgrund von Ansatzwahlrechten stattfindet und
eine typisierte anteilige Zuordnung einzelner Passiva (z.B. Sonderposten mit
Rücklageanteil, Bau- und Investitionszuschüsse) zu Eigen- oder Fremdkapital
vorgenommen wird ( „ bilanzanalytisches Eigenkapital “ nach Küting,
K./Weber, C.-P. 1999, S. 73 ff.).
Eine weitere Abgrenzung des „ im Betrieb gebundenen Kapitals “
berücksichtigt nur jene Eigen- und Fremdkapitalpositionen, auf die das
Unternehmen, veranlasst entweder durch explizite oder durch implizite
vertragliche und satzungsmäßige Übereinkunft, Kapitalkosten zu entrichten hat.
Dies führt etwa zum Ausschluss bestimmter Rückstellungsarten und
Verbindlichkeiten, insbes. gegenüber Lieferanten, aus der Zählergröße (vgl.
etwa Bernstein,
L.A./Wild, J.J. 1998, S. 534 ff.).
Als Maßgröße des „ im Unternehmen gebundenen Eigenkapitals “
aus Kapitalgebersicht kommt ferner die Bewertung des Unternehmens am
Kapitalmarkt selber, d.h. seine Börsenkapitalisierung in Betracht.
Rentabilitäten, die auf dieser Grundlage gemessen werden, haben einen
(begrenzten) Entscheidungswert für Anlagedispositionen am Aktienmarkt. Zur
Kontrolle effizienten Wirtschaftens dürften sie jedoch kaum geeignet sein, weil
die Börsenkapitalisierung eines Unternehmens als solche schon das Urteil des
Kapitalmarktes über die Effizienz des Kapitaleinsatzes im jeweiligen Unternehmen
reflektiert.
Die Messung der Effizienz des Ressourceneinsatzes muss aber
nicht zwingend aus dem unmittelbaren Blickwinkel der Kapitalgeber erfolgen.
Alternativ ist es möglich und sinnvoll, das „ im Unternehmen gebundene Kapital “
anhand des Wertes der tatsächlich eingesetzten Produktionsfaktoren zu messen.
So stellt die Maßgröße des betriebsnotwendigen Vermögens auf die Aktivseite der
Bilanz ab, wobei nicht-betriebsnotwendige Aktiva (z.B.: überschüssige
Liquiditätsreserven, Wertpapiere, Beteiligungen und sonstiges Finanzvermögen,
Anlagen im Bau, sonstiges nicht genutztes Betriebsvermögen) eliminiert werden.
Um Unternehmen, die eine unterschiedliche Altersstruktur des
Anlagevermögens aufweisen, bezüglich ihrer Rentabilität vergleichbar zu machen,
wird weiterhin die sog. „ Bruttoinvestitionsbasis “ als Kapitalmesszahl
eingesetzt. Bei der Bruttoinvestitionsbasis werden historische,
inflationsbereinigte Anschaffungskosten angesetzt; es erfolgt mithin eine
Bereinigung um planmäßige Abschreibungen der Vergangenheit (vgl. etwa Bernstein,
L.A./Wild, J.J. 1998, S. 535). Eine auf diesem Konzept
gründende Steuerungskennzahl ist der Cashflow return on investment. (vgl.
hierzu grundlegend Lewis, T.G.
et al. 1995).
Ein besonderes Problem bei der Messung des „ im Unternehmen
gebundenen Kapitals “ ist die Erfassung von investiven Vorgängen, die nicht zu
Aktivierungen in der Bilanz führen, also etwa Forschungs- und
Entwicklungsaufwendungen, Werbeaufwendungen, etc. Ein in die Tiefe gehendes
Konzept, das derartige Investitionsausgaben in der Maßgröße für das gebundene
Kapital berücksichtigt, liegt in Form der Abgrenzung des gebundenen Kapitals im
Rahmen der Economic-Value-Added-Konzeption vor, die ihrerseits nicht unmittelbar
die Messung der Kapitalrentabilität, sondern vielmehr die (damit eng verwandte)
Messung eines über die Kapitalkosten hinaus erwirtschafteten Residualgewinns
zum Gegenstand hat (vgl. grundlegend Stewart,
G.B.III 1991).
Je nach den Eigentümlichkeiten des Wertschöpfungsprozesses
eines Unternehmens bzw. einer Branche kann das „ im Unternehmen gebundene
Kapital “ jedoch auch ohne jede Anknüpfung an tatsächlich geflossene Geldbeträge
zur Beschaffung von Vermögensgegenständen gemessen werden: Bei Unternehmen des
Finanzsektors hat etwa eine Messgröße Verbreitung gefunden, die das „ im Betrieb
gebundene Kapital “ als denjenigen Bestand an Eigenmitteln erfasst, der
mindestens vorzuhalten ist, um in Anbetracht der eingegangenen
Portefeuillerisiken eine vorab bestimmte Höchstwahrscheinlichkeit (z.B.: 0,1 %)
der Überschuldung, bezogen auf einen bestimmten Zeithorizont, nicht zu
überschreiten. Die maximal in Kauf zu nehmende Überschuldungswahrscheinlichkeit
ist entweder Gegenstand der langfristigen Strategieplanung oder durch
aufsichtsrechtliche Restriktionen unmittelbar vorgegeben; die (statistische)
Verteilungsfunktion der erwarteten Verluste aus dem gehaltenen Portefeuille
wird durch Simulationsverfahren gewonnen, die unmittelbar oder mittelbar auf
Marktdaten der Vergangenheit zurückgreifen (vgl. zum Konzept des risk adjusted
return on capital (RAROC); m.w.N. Ballwieser,
W./Kuhner, C. 2000).
III. Die Zählergröße der
Rentabilitätskennziffern i. eng. S.
Die Zählergröße der Rentabilitätskennziffern i. eng. S. ist
die Erfolgs- bzw. Rückflussgröße, die auf das eingesetzte Kapital i.S.d.
jeweiligen Abgrenzung der Nennergröße in der abgelaufenen Periode
erwirtschaftet wurde. Zähler- und Nennergrößen müssen mit Bezug auf relevante
Merkmale einheitliche Dimensionen aufweisen: Repräsentiert etwa die Nennergröße
den gesamten Einsatz an Eigen- und Fremdkapital, so kommt in der Zählergröße
der gesamte, den Eigen- und Fremdkapitalgebern zustehende Ertragsanteil zum
Ansatz, et vice versa für eine
Eigenkapitalgröße im Nenner. Sind beispielsweise in der Nennergröße die in den
vergangenen Jahren planmäßig erfolgten Abschreibungen auf das Anlagevermögen
hinzugerechnet, so ist im Zähler ebenfalls eine Erfolgsgröße vor Abschreibungen (also eine dem
Cashflow ähnliche Größe) auszuweisen.
Um bilanzpolitische Gestaltungsmöglichkeiten sowie
Zufallseinflüsse auszuschließen, aber auch, um die Rentabilitätskennziffern
einzelner, unter unterschiedlichen Umfeldbedingungen wirtschaftender Unternehmen
vergleichbar zu machen, finden u.a. folgende Bereinigungen der jeweiligen
Zählergröße statt:
-
Bereinigung um außerordentliche Erfolgsbestandteile:
Als außerordentliche Erfolgsbestandteile kommen nicht nur jene i.S.d.
GuV-Schemas in § 275 II, III HGB in Betracht, darüber hinaus sind alle
Erfolgsbestandteile zu eliminieren, die ersichtlich ungewöhnlicher,
einmaliger bzw. periodenfremder Natur sind (vgl. Baetge, J.
2000, S. 384).
-
Bereinigung um Bewertungseffekte ohne nachhaltigen
Einfluss auf den Gesamterfolg: Zu eliminieren sind beispielsweise aktivierte
Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen des Geschäftsjahrs,
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, rein steuerliche
Abschreibungen, Auflösungen und Zuführungen zum Sonderposten mit
Rücklageanteil (vgl. Baetge, J.
2000, S. 385).
-
Bereinigung um Erfolgsbestandteile aus Finanz- und
Beteiligungsvermögen: Sie muss erfolgen, wenn sich die Rentabilitätsmessung
auf das betriebsnotwendige Vermögen bezieht (vgl. Baetge, J.
2000, S. 379).
-
Bereinigungen um Steuern und Steuereffekte der
Kapitalstruktur: Sie sind vorzunehmen, wenn eine Aussage getroffen werden
soll über die Effizienz des Wirtschaftens eines Unternehmens unabhängig von
dem (von ihm nicht beeinflussbaren) fiskalischen Umfeld. Zu beachten ist,
dass in den meisten Steuersystemen der Umfang der Ertragssteuern abhängig ist
von der Kapitalstruktur der Unternehmung. Als Zählergröße ist daher
anzusetzen: (a) entweder der Kapitalertrag eines hypothetisch nur mit
Fremdkapital finanzierten Unternehmens (earnings before interest and taxes =
EBIT) oder (b) der Kapitalertrag eines hypothetisch unverschuldeten
Unternehmens. In letzterem Falle wird der gesamte Kapitalertrag gemessen als
(bereinigte) Gewinngröße einschließlich der Zinszahlungen unter der Fiktion
der Ertragsbesteuerung der Zinszahlungen.
IV. Gebräuchliche
Rentabilitätskennziffern
Im Folgenden werden einige der national und international
geläufigsten Rentabilitätskennziffern wiedergegeben. Da es sich bei
Rentabilitätskennziffern um zeitraumbezogene
Maße handelt, sollten die eingehenden Bestandsgrößen (Vermögen, Kapital) mit
ihren Periodendurchschnitten eingehen.
GesamtkapitalrentabilitätReturn on Assets (ROA)Return on
Investment (ROI)EigenkapitalrentabilitätReturn on EquityReturn on Common Equity
(ROCE)Ergebnis je AktieUmsatzrentabilität IProfit MarginUmsatzrentabilität II
V. Kennzahlensysteme
Die Formel „ Eigenkapitalrentabilität “ bzw.
„ Gesamtkapitalrentabilität “ lässt sich wiederum aufspalten in einzelne, oft als
„ Werttreiber “ bezeichnete, multiplikativ oder additiv miteinander verknüpfte
Teilgrößen. Auf diese Weise ist es möglich, den Wert der Zielgröße aus
branchen- und unternehmensspezifischen Ausprägungen des Wertschöpfungsprozesses
sowie der Finanzierung zu analysieren und zu erklären. Die größte Bedeutung hat
hier das sog. Du-Pont-Schema erlangt, welches auf der ersten
Disaggregationsebene die Gesamtkapitalrentabilität eines Unternehmens aus der
multiplikativen Verknüpfung von Umsatzrentabilität und
Kapitalumschlagshäufigkeit erklärt. Die Kapitalumschlagshäufigkeit setzt den
Umsatz einer Periode mit dem Gesamtbestand an Vermögensgegenständen in
Beziehung, und gibt mithin über die Kapitalintensität des
Wertschöpfungsprozesses Auskunft.
Eine exemplarisch für viele andere herausgegriffene
Modifikation des Du-Pont-Schemas
erklärt die Eigenkapitalrentabilität ROCE wie folgt (vgl. Nissim,
D./Penman, S.H. 1999, S. 7):
VI. Aussagekraft und
Aussagegrenzen von Rentabilitätskennziffern
Der gemessene Wert einer Rentabilitätskennziffer beantwortet
die Frage, welcher Prozentsatz des eingesetzten Kapitals in der
Betrachtungsperiode als Überschussgröße, die den Kapitalgebern grundsätzlich
zur Befriedigung ihrer Ansprüche zur Verfügung steht, „ zurückgewonnen “ wurde.
Unterliegt die Zufuhr von Kapitalien keinen Beschränkungen, dann entspricht es
einzelwirtschaftlich rationalem Verhalten, einer wirtschaftenden Einheit so
lange Kapital zuzuführen, wie die gemessene Kapitalrentabilität größer ist als
die Kapitalkosten, gemessen als geforderte Rendite einer risikoäquivalenten
Alternativanlage, et vice versa.
Rentabilitätskennziffern leiten sich unmittelbar oder
mittelbar aus Bilanzdaten her. Sie unterliegen deshalb der gleichen Kritik, die
gegen die Aussagekraft von Bilanzzahlen geltend gemacht wird, also insbesondere
dem Einwand der Vergangenheitsbezogenheit, dem Einwand der bilanzpolitischen
Manipulationsanfälligkeit auf der einen Seite sowie dem Einwand möglicher
Informationsverluste durch den notwendigerweise hohen Objektivierungsgrad von
Bilanzierungsnormen auf der anderen Seite. Den Einwänden versucht man z.T.
durch die geschilderten Bereinigungsschritte zu begegnen.
Unabhängig von der genauen Art und Weise ihrer Ermittlung
können gemessene Rentabilitäten lediglich über die Effizienz des
Kapitaleinsatzes in der Vergangenheit Auskunft geben. Deshalb dürfte vieles für
ihre Verwendung im Rahmen der Managementkontrolle bzw. der Steuerung des
Managements durch anreizkompatible Entlohnungssysteme sprechen; zur Fundierung
von Kapitalanlageentscheidungen dürften gemessene Rentabilitäten aufgrund ihres
Vergangenheitsbezuges allerdings von geringerer Bedeutung sein.
Dient die Prognose der künftigen Ertragslage der (anteiligen)
Bewertung des Unternehmens, so kann die Wertermittlung sowohl auf der Grundlage
geschätzter Ausschüttungen als auch auf der Grundlage geschätzter
Eigenkapitalrentabilitäten und Buchwerten der künftigen Perioden erfolgen.
Unter der Voraussetzung der Einhaltung des Kongruenzprinzips gilt:
Die Formulierung des Bewertungsmodells auf der Grundlage von
erwarteten Rentabilitäten ist möglicherweise dazu geeignet,
Bewertungsprämissen, die der Schätzung der Zahlungsreihe zugrunde liegen, für
den Analytiker transparent und damit einer Kritik zugänglich zu machen, etwa
auch durch weitergehende Disaggregation im Sinne des Du-Pont-Schemas. Die angenommenen Werte für einzelne Teilgrößen
können anhand typischer empirischer Verlaufsmuster (vgl. hierzu etwa Nissim,
D./Penman, S.H. 1999) kritisch beurteilt werden.
Literatur:
Baetge, Jörg :
Bilanzanalyse, Düsseldorf, 2. A., 2000
Ballwieser,
Wolfgang/Kuhner, Christoph : Risk Adjusted Return On Capital: Ein geeignetes
Instrument zur Steuerung, Kontrolle und Kapitalmarktkommunikation?, in: Banking
2000: Perspektiven und Projekte, Hermann Meyer zu Selhausen zum
60. Geburtstag, hrsg. v. Riekeberg, Markus/Stenke, Karin, Wiesbaden 2000,
S. 367 – 381
Bernstein, Leopold
A./Wild, John J. : Financial Statement Analysis Theory, Application and
Interpretation, Boston et al., 6. A., 1998
Franke, Günther/Hax,
Herbert : Finanzwirtschaft des Unternehmens und Kapitalmarkt, Berlin et al., 4.
A., 1999
Krümmel, Hans-Jacob :
Rentabilität, in: HDSW, hrsg. v. Beckerath, Erwin v. et al., Göttingen, 8. A.,
1964, S. 797 – 812
Küting, Karlheinz/Weber,
Claus-Peter : Die Bilanzanalyse – Lehrbuch zur Beurteilung von Einzel- und
Konzernabschlüssen, Stuttgart, 4. A., 1999
Lehmann, M.R. :
Wirtschaftlichkeit, Produktivität und Rentabilität (I), in: ZfB, Jg. 28, 1958,
S. 537 – 557
Lewis, Thomas G. :
Steigerung des Unternehmenswertes, Stuttgart, 2. A., 1995
Löffelholz, Josef :
Wirtschaftlichkeit und Rentabilität, in: HWB, hrsg. v. Grochla, Erwin/Wittmann,
Waldemar, Stuttgart, 4. A., 1976, Sp. 4461 – 4467
Nissim, Doron/Penman,
Stephen H. : Ratio Analysis and Equity Valuation, Working Paper, Columbia
University New York/University of California at Berkeley 1999
Stewart, G. Bennett III
: The Quest for Value, New York 1991
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