Inhaltsübersicht
I. Begriffserläuterung
und Abgrenzung
II. Stellung
in der Produktion
III. Planung
von Montageabläufen und -systemen
IV. Steuerung
und Betrieb der Montage
I. Begriffserläuterung
und Abgrenzung
1. Grundbegriffe
Montage ist nach
VDI-Richtlinie 2860 eine Teilfunktion des Fertigens. Aufgabe der Montage ist es, aus Teilen, die zu unterschiedlichen
Zeitpunkten an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen
Fertigungsverfahren hergestellt wurden, ein Produkt höherer Komplexität mit
vorgegebener Funktion in einer bestimmten Zeit zusammenzubauen. Dabei kann auch
formloser Stoff zur Anwendung kommen oder durch Füllen eine geometrisch
bestimmte Form annehmen. Ein Montageprozess bildet sich aus der Kombination von
Füge- (Primärmontagefunktion),
Handhabungs-, Justier- und Kontrollfunktionen (Sekundärmontagefunktionen). Fügen als Kernfunktion der Montage ist ein Fertigungsverfahren nach DIN 8593.
Mit dem Austausch der Funktion Fügen durch Trennen
(Fertigungsverfahren nach DIN 8580) erfolgt eine Beschreibung der bei der
Aufarbeitung von Produkten notwendigen Demontage,
wobei die Trennung der Bauteile aus dem Produktverbund an den in der Fertigung
und Montage geschaffenen Verbindungsstellen durchgeführt werden sollte.
Wiederholmontagen werden erforderlich, um z.B.
transportfähige Baugruppen für Außenmontagen zu erhalten. Die Remontage entspricht der zeitweiligen
Entnahme von Bauteilen oder Baugruppen aus dem Produktzusammenhang.
2. Montagesystem
Ein Montagesystem bildet sich aus der Zusammenstellung von
materiellen, dispositiven und operativen Komponenten (Spur,
G./Stöferle, Th. 1986). Dies entspricht im
produktionswirtschaftlichen Sinn der Kombination von Produktionsfaktoren
zu einer Wert schöpfenden Einheit. Aufgabe des Systems ist der
objektorientierte Auftrag, ein Produkt oder eine Baugruppe aus zugeordneten
Bauteilen zu montieren (Abb. 1).
Abb. 1: Systemtechnische Darstellung eines Montagesystems
Dem Menschen kommt dabei als Träger von dispositiven wie auch
wesentlichen operativen Funktionen höchste Bedeutung zu. Betriebsmittel werden
für Fügeprozess-, Kontroll-, Handhabungs- und Transportfunktionen innerhalb der
Montage bzw. zwischen Montageschritten in Form von Fördereinrichtungen und -systemen eingesetzt.
3. Unterscheidung von Montagesystemen
Für die Unterscheidung und Einordnung von Montagesystemen
werden folgende Kriterien genutzt:
(a)
Montagephasen, insb. Vor-, Haupt- und Nachmontagen:
Innerhalb der Vormontage werden
zumeist Baugruppen und Komponenten gefertigt, die in Haupt- bzw. Endmontagen zum Produkt gefügt werden.
Nachmontagen werden zur Vervollständigung von Produkten im Fehlteilfall
erforderlich und können insb. bei Installationen Tätigkeiten der Justage und
Einstellung beinhalten.
(b)
Organisationsform
bezüglich kinematischer Alternativen:
Hierbei werden Montageobjekte und Arbeitsplätze nach ihrer kinematischen
Anordnung innerhalb des Montagesystems bewertet (Abb. 2). Die Anordnung erfolgt bisher objektbezogen. So werden in
der Massenfertigung Reihen- und Fließkonzepte eingesetzt, während
Baustellenmontagen bei kleinsten Losgrößen und Außenmontagen üblich sind.
Gruppenkonzepte ermöglichen eine erhöhte Flexibilität des Systems bezüglich
Losgrößen und Personaleinsatz.
Abb. 2: Kinematische
Alternativen von Organisationsformen der Montage nach Eversheim (Eversheim,
W. 1987)
(c)
Systemflexibilität:
Durch sinkende Losgrößen
aufgrund wachsender Variantenvielfalt werden erhöhte Anforderungen an die Flexibilität eines Montagesystems
gestellt. Flexibilität in der Montage bzw. in Montagesystemen kann definiert
werden als die Anpassungsfähigkeit eines Systems an Änderungen bei den zu
produzierenden Produkten (Geometrie, Werkstoffe, Verbindungen,
Bauteileanzahl), den Produktionsanforderungen (Montageumfang, Stückzahl,
Termine, Zeiten, Kosten) sowie den Produktionsbedingungen (Betriebsmittel, Personal,
Qualifikation, Randbedingungen). Flexible Montagesysteme bestehen
beispielsweise aus produktneutralen, manuellen Arbeitsplätzen mit
automatisierten, wechselbaren und ggf. produktspezifischen Montagemodulen.
(d)
Automatisierungsgrad:
Die Automatisierung von Montagesystemen wirkt i.A. der Forderung nach
Flexibilität entgegen, da mit der Flexibilität der sensorische Anspruch an
ein automatisches Montagesystem wesentlich steigt. Derartige Systeme werden
daher bisher vornehmlich in der Großserien- und Massenfertigung eingesetzt.
Hybride Systeme genannte Kombinationen aus automatisierten und manuellen
Systemkomponenten werden mit dem Ziel niedriger Stückkosten bei hoher
Flexibilität optimiert.
(e)
Funktionale und
fachliche Arbeitsteilung (Abb. 3):
Aufgrund wachsender Flexibilitätsansprüche und steigender
Qualitätsanforderungen in der Montage werden dispositive und kontrollierende
Funktionen in die Montagedurchführung integriert. Dies ermöglicht den
Verzicht auf kostenintensive Nachkontrolle, Demontage und Nacharbeit. Eine
Realisierung derartiger, ggf. autonom arbeitender Montagesysteme erfolgt im
Rahmen von Gruppenarbeit.
Abb. 3: Gliederung nach
funktionaler und fachlicher Integration nach Seitz (Seitz, D.
1992)
(f)
Ort der Montage aus Sicht des Durchführenden:
Eine Unterscheidung erfolgt zwischen Innenmontage
(auch Werkmontage) und Außenmontage (auch Installation), wobei auch die Auslandsmontage als eine Form der
Außenmontage bezeichnet wird. Besondere Merkmale der Außenmontage als
Abgrenzung gegenüber Innenmontagen sind mobil einzusetzende Arbeitskräfte,
wechselnde Montagebedingungen, das Fehlen installierter Montageeinrichtungen
und eine variable Infrastruktur.
II. Stellung in der
Produktion
1. Anordnung im Produktionsprozess
Die Montage ist im Produktionsablauf zwischen der
Einzelteilfertigung bzw. dem Lager und dem Versand bzw. der Qualitätssicherung
angeordnet. Im Produktionsprozess zeigt sich die Montage als Sammelbecken
organisatorischer, terminlicher und qualitativer Fehler. In ihr konzentrieren
sich Schwachstellen aus dem
Wareneingang, von Lagerstrategien, aus Konstruktionen,
der Einzelteilfertigung, der Komponentenprüfung, der Logistik
sowie aus der Ablaufplanung und -steuerung (Abb.
4).
Abb. 4: Stellung der Montage im Produktionsprozess
2. Ökonomische Relevanz
Neben der Teilefertigung ist die Montage der wichtigste
Abschnitt der industriellen Produktion. Der Zusammenbau von Bauteilen zum
Produkt beansprucht im Durchschnitt 40% bis 60% der Gesamtfertigungszeit und
verursacht je nach Produkt bis zu 40% der Herstellkosten (Tab. 1). Da die Montage überwiegend manuell ausgeführt wird, ist
sie die lohnintensivste Form der Fertigung. Die Montage bindet ca. 25% der in
der Fertigung Beschäftigten und zeichnet sich durch eine hohe Wertschöpfung
aus.
Tab. 1: Kennwerte der Montage für Produkte aus dem Bereich
Maschinenbau nach Eversheim (Eversheim, W.
1992) und VDMA (VDMA, 1993)
Der Automatisierungsgrad ist aufgrund mangelnder Flexibilität
gegenüber der Einzelteilfertigung niedrig, sodass nur im Bereich der
Großserien- und Massenfertigung (elektrotechnische Produkte, Automobilbau) hohe
Automatisierungsgrade erreicht werden. Das in Betriebsmitteln gebundene Kapital
ist somit geringer als in der Teilefertigung. Die Montage hat jedoch hohen
Einfluss auf die Umlaufkapitalbindung, da das in die Montage eingehende und
dort lagernde Material i.A. hochwertig ist und durch die Montagevorgänge selbst
einen hohen Wertzuwachs erfährt. Eine zeitliche Einordnung von Montagevorgängen
im Produktionsprozess sollte daher zum Ziel haben, Zwischenlager zu minimieren
und hohe Wertschöpfungsanteile erst spät einzubringen.
3. Wirtschaftlichkeit von Montagesystemen
Zur Abschätzung der Wirtschaftlichkeit
muss das Gesamtsystem der Montage unter technischen, organisatorischen,
wirtschaftlichen und personalbezogenen Kriterien (Abb. 5) analysiert werden. Kriterien wie z.B. Investitionskosten
und Personalbedarf bei manuellen Montagen ermöglichen einfache Vergleiche
alternativer Systeme, die allerdings nur geringen Aussagewert haben.
Abb. 5: Beurteilungskriterien eines Montagesystems nach
Miese/Schinke (Miese,
M./Schinke, E. 1987)
Aussagekräftiger sind dagegen Bewertungen, bei denen neben
auftretenden Kosten auch Aspekte wie Flexibilität, erzeugbare Qualitäten durch
Integration von Qualitätsregelkreisen, Durchlauf- und Liegezeiten,
Projektierungsaufwand, Planungs- und Steuerungsaufwand, Instandhaltungsaufwand
und Verfügbarkeit nach Möglichkeit monetär bewertet werden.
Derartige Bewertungen gestalten sich als schwierig und gelten
z.B. als Haupthemmnis für den Einsatz flexibler Montagesysteme und damit für
die Ausschöpfung von Kostensenkungspotenzialen der Montage. Insbes.
umfangreiche Wechselwirkungen der zu analysierenden Parameter erschweren die
Bewertung. Beispielsweise steigen mit dem Automatisierungsgrad auch die
Investitionskosten, während die technische Verfügbarkeit und damit die nutzbare
Systemkapazität aufgrund zunehmender Komplexität sinkt (Abb. 6). Mit hoher, aber kostenintensiver Personalanwesenheit bei
automatisierten Systemen ist die Verfügbarkeit durch ein geeignetes
Instandhaltungsmanagement zu erhöhen. Während qualitätssichernde Maßnahmen bei
manuellen Systemen einfach und kostengünstig umzusetzen sind, erfordern
automatisierte Systeme die Installation aufwendiger Sensorik und
Regelungssysteme.
Abb. 6: Wirtschaftlichkeit von Montagesystemen
III. Planung von
Montageabläufen und -systemen
1. Aufgaben und Ziele
Aufgabe der Montageplanung als Teil der Produktionsplanung ist die Lösung des objektorientierten
Montageauftrags durch eine optimale Kombination der betrieblichen Ressourcen zu
einem Montagesystem. Dies geschieht durch Festlegung und Zuordnung von
Funktionen, Orten und Zeiten der Montagen (Abb.
7).
Abb. 7: Vorgehen in der Montageplanung
Initiiert durch die im Montageobjekt implizierte
Aufgabenstellung schafft die in einen Mikro- (Planung der Arbeitsabläufe am
Arbeitsplatz, Feinplanung) und einen Makrobereich (Arbeitsablauf im
Gesamtsystem, Grobplanung) gegliederte Montageplanung Arbeitspotenzial und
bereitet die Durchführung der Prozesse vor. Weiterhin muss das geplante System
technisch und wirtschaftlich bewertet werden.
Durch sie verkürzende Produktlebenszyklen und zunehmende
Typen- und Variantenzahlen und somit sinkende Losgrößen
werden Bestrebungen der Rationalisierung
insb. in der Montage erschwert. Ziel der Montageplanung muss daher die Senkung
der nicht Wert schöpfenden Sekundärmontageanteile sein (Lotter, B.
1992). Mögliche Ansätze sind die Parallelschaltung von Montageabschnitten, die
Integration von Qualitätssicherung, eine geeignete Arbeitsplatzstrukturierung
und die Einführung einer Montagevorbereitung.
2. Planungsaspekte
a) Objekt
Ausgehend vom Montageobjekt wird angestrebt, Montagen
bezüglich Planung und Durchführung sicher und kostengünstig zu gestalten.
Montagegerechte Produktgestaltung ermöglicht die Nutzung angepasster
Fügeverfahren und erfordert die integrierte Durchführung von Konstruktion
und Montageplanung. Werden in der Konstruktion auch nur durchschnittlich 12%
der Produktionskosten verursacht
(gegenüber 60% in der Montage), so verantwortet
sie doch 75% der Kosten (gegenüber 13% durch die Montage).
Neben konstruktiv durchzuführender später Variantenbildung
können mithilfe von objektorientierten ABC-Analysen Produktgruppen gebildet und Baugruppenmontagen eingeführt werden, um trotz kleiner Losgrößen den Seriencharakter
zu erhöhen.
Durch systemüberschreitende Integration von
Einzelteilfertigungsvorgängen in die Montage sowie durch Prozessverkettung mit
vor- und nachgelagerten Produktionsschritten können Schnittstellenprobleme
(z.B. Material- und Informationsfluss) und der notwendige Steuerungsaufwand
verringert werden. Weiterhin sollten Maßnahmen zur Qualitätssicherung des Produkts schon während der Montageprozesse
durchgeführt werden.
b) Personelle, betriebsmittelbezogene und
räumliche Aspekte
Zunächst ist die Frage zu klären, ob die (Teil-)Montage
inner- oder außerbetrieblich durchgeführt wird. Im Rahmen von Just in
Time-Produktion werden verschiedene Konzepte der außerbetrieblichen
Verlagerung angewandt, deren Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung der
notwendigen Zulieferer-Abnehmer-Beziehungen,
des notwendigen logistischen Aufwands und der Gefahr einer Systeminstabilität
durch Fehlteile oder Minderqualitäten zu prüfen ist. Weiterhin ist bezüglich
des Auslandsmarktes relevanten Aspekten (logistische Kosten, Ein- und
Ausfuhrbestimmungen, Sicherheit des lohnpolitischen Systems, Anteil des local
content) eine Entscheidung zwischen Formen der Inlands- und Auslandsmontage zu
fällen.
Bei der kapazitätsabhängigen Wahl von Personal und
Betriebsmitteln im Unternehmen werden operative wie auch dispositive Funktionen
des Montageprozesses zugeordnet. Durch diese Systemgestaltung wird gleichzeitig der Grad der fachlichen und
funktionellen Arbeitsteilung und der Automatisierung bestimmt. Im Rahmen der
Ermittlung von Montagezeiten (z.B. mit Systemen vorbestimmter Zeiten oder mit
Maschinentaktzeiten) sind zur Minimierung von Durchlaufzeiten auch die Rüst- und Vorbereitungsprozesse der
Stationen zu beachten.
Weiterhin müssen die aus dem Objekt resultierenden Funktionen
der Montage räumlich zugeordnet werden. Innerbetrieblich ist mittels Fabrik-
und Layoutplanung die materialflussoptimierte kinematische Anordnung von
Arbeitsplätzen und Montageobjekten bezüglich Montagestationen,
Peripherieanordnung und Verkettung zu definieren.
c) Zeitliche und logistische Aspekte
Die Montageplanung muss insb. darauf abzielen, die Durchlaufzeiten des i.A. hochwertigen
Materials in der Montage zur Reduzierung der Umlaufkapitalbindung zu senken.
Dies wird durch dynamische Optimierung von Kapazitätsplanungen und der
Materialflussorganisation sowie Auflösung von Zwischenlagern durch Einsatz von Just in Time- und Kanban-Strategien
ermöglicht.
Durch wachsende Variantenvielfalt steigen die logistischen
Ansprüche an die Montageplanung, die Forderungen der gleichmäßigen Nutzung
betrieblicher Montageressourcen und der termingerechten Zusammenführung
zugehöriger Komponenten zur Variante erfüllen muss.
3. Planungshilfsmittel
Bei der Planung von Montagesystemen sollten Synergieeffekte
des Simultaneous Engineering durch Einrichtung von
systemgrenzenüberschreitenden Teams genutzt werden.
Die Gliederung der Montageaufgabe und des -ablaufs wird durch
die Erstellung von Vorranggraphen und
-matrizen erleichtert. Neben Planungskatalogen stehen umfangreiche
rechnergestützte Hilfsmittel zur Verfügung. Diese reichen von Projektmanagement-Systemen über CAD-Konstruktionshilfen bis hin zur
Echtzeit-Simulation von Verfahren, Prozessen und Anlagen (Milberg, J.
1992). Simulationen bieten sich innerhalb der Montage insb. für Fügeprozess-,
Zugänglichkeits- und Kollisionsbetrachtungen an. Sie ermöglichen die Abbildung
und Analyse von manuellen und mechanisierten Montagestrukturen wie auch die
Berechnung des Nutzens flexibler Montageautomatisierung.
IV. Steuerung und
Betrieb der Montage
Die Steuerung von Montageprozessen und -systemen beinhaltet
im Rahmen mittelfristiger Planungen die Festlegung des Arbeitsvorrats in
Abhängigkeit vom Kapazitätsangebot, die Bereitstellung von Material und
Informationen durch Erstellung von Aufträgen und Arbeitspapieren sowie die
Planung des Personaleinsatzes.
Kurzfristig ist die Steuerung der Materials durch Transporte
und Zwischenlager, die Koordination des Personaleinsatzes sowie die Überwachung
des Montagefortschritts und der Qualitätsanforderungen durchzuführen. Wichtige
Aufgaben der Montagesteuerung liegen weiterhin im Instandhaltungsmanagement bezüglich der Vermeidung bzw. der
Behebung von technischen, organisatorischen und logistischen Störungen, deren
Gefahr des Auftretens in der Montage gegenüber der Einzelteilfertigung durch
die Anordnung im Produktionsprozess groß ist.
Ziele einer
optimierten Montagesteuerung liegen in hoher Termintreue bei niedrigen
Durchlaufzeiten und minimaler Umlaufkapitalbindung. Weiterhin wird versucht,
unter Bildung einer stabilen Reihenfolge
zugehörige Komponenten bei der Montage von Varianten so einzusteuern, dass die
Kapazitäten des Personals und der Betriebsmittel hoch und gleichmäßig
ausgelastet werden.
Durch den Aufbau der Steuerungsorganisation als Regelkreis (Abb. 8) wird ein dynamischer Vergleich der Planungsdaten mit dem
Montagefortschritt ermöglicht.
Abb. 8: Regelkreismodell der Montagesteuerung
Zur Steuerung der Montage werden Modelle der belastungsorientierten Auftragsfreigabe,
Kanban-Systeme
und Fortschrittszahlenkonzepte
eingesetzt. Eine wichtige Organisationsform der kurzfristigen Montagesteuerung
ist die konventionelle Meistersteuerung (bestehend aus einem
Meister-Vorarbeiter-Montagepersonal/Springer-System). Zunehmend werden Konzepte
selbststeuernder Montagegruppen eingesetzt, in denen Meister lediglich
beratende Funktionen einnehmen und Gruppenleiter als informatorisches
Bindeglied unter Verteilung dispositiver Funktionen eingesetzt werden.
Eine montageorientierte Auftragsabwicklung bezieht weitere
Produktionsbereiche in die Steuerung ein. Dabei steht die Montage am Beginn der
Auftragsabwicklung und damit der Informationskette, obwohl sie im Materialfluss
an letzter Stelle angeordnet ist, und zieht die Aufträge durch die gesamte
Abwicklungskette (Eversheim, W.
1987).
Unterstützung erfolgt durch rechnergestützte PPS-Systeme,
die auch die Integration von CAQ-Komponenten
zulassen sollten (Milberg, J.
1992). Erfolge durch den Einsatz von CIM-Komponenten
zur Bildung reaktionsschneller und damit flexibler Montagesteuerungen zeigen
sich in erhöhter Materialverfügbarkeit sowie wesentlicher Reduzierung der
Durchlaufzeit und der Bestände in der Montage.
Literatur:
Eversheim, W. : Strategien zur
Rationalisierung der Montage, Düsseldorf 1987
Eversheim, W. : Organisation in
der Produktionstechnik, Bd. 4, 2. A., Düsseldorf 1992
Lotter, B. : Wirtschaftliche
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Miese, M./Schinke, E. :
Wirtschaftlichkeitsvergleich und Bewertung alternativer Montagesysteme, in:
IndAnz, , S. 1995 – 1999
Milberg, J. : Von CAD/CAM zu CIM,
Berlin et al. 1992
Milberg, J./Dieterle, A. :
Integration der Demontage in die Produktgestaltung, in: wt, H. 3/1993, S. 42 – 44
Milberg, J./Lotter, B. :
Rechnerintegrierte Konstruktion und Planung, in: Rechnerintegrierte
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Düsseldorf 1992, S. V – XXI
Reinhart, G. : Wettbewerbsfähige
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Reinhart, G./Eich, B./Koch, M. R.
: Standort Deutschland, in: Jb. VDI/ADB 94/95, hrsg. v. VDI-ADB, , Düsseldorf
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Reinhart, G./Fichtmüller, N. :
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Schmidt, M. : Konzeption und
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iwb-Forschungsbericht Nr. 41, hrsg. v. Milberg, J., Berlin et al. 1992
Seitz, D. : Arbeit und
Organisation in der Serienmontage, Düsseldorf 1992
Spur, G./Stöferle, Th. : Handbuch
der Fertigungstechnik, Bd. 5, München et al. 1986
VDMA, : Statistisches Handbuch
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Warnecke, H.-J. : Einführung in
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Zachau, H. : Außenmontage im
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