Inhaltsübersicht
I. Grundlagen
II. Anwendungen
III. Controlling
im E-Commerce
IV. Controlling
in der Internet-Ökonomie
I. Grundlagen
1. Internet
– Intranet – Extranet
Die zunehmende Verbreitung internet-basierter Anwendungen in
immer weitere Unternehmens- und Lebensbereiche verstellt bisweilen den Blick
darauf, dass der Begriff „ Internet “ zunächst allein eine Netzinfrastruktur zur
(Tele-) Kommunikation
bezeichnet. Im Internet können mit Hilfe des Standards TCP/IP (Transmission
Control Protocol/Internet Protocol) heterogene und dezentral gesteuerte
Telekommunikations-Netzwerke verbunden werden. Der TCP/IP-Standard beruht auf
dem Prinzip der Paketvermittlung – im Gegensatz zur Leitungsvermittlung besteht
nur eine virtuell, nicht aber physikalisch durchgängige Verbindung zwischen den
Kommunikationspartnern – und gewährleistet eine Integration bis zur
Transportschicht des OSI-Referenzmodells.
Das Internet bildet ein Medium der Massenkommunikation in
einem weltweit öffentlichen und anonymen
Nutzerkreis. Wird die Internet-Technik genutzt, um einen geschlossenen Nutzerkreis zu verbinden, spricht man von einem
Intranet. So kann beispielsweise ein unternehmensinternes Netzwerk als Intranet
realisiert werden. Wird ein Intranet um bestimmte identifizierte externe
Nutzer, z.B. Lieferanten oder Kunden, erweitert, so spricht man von einem
Extranet. Neben der Abgrenzung über den Adressatenkreis lassen sich die
Begriffe Inter-, Intra- und Extranet z.B. auch über rechtliche, aufgabenbezogene
oder technische Gesichtspunkte voneinander abgrenzen (vgl. King, D.
2000, S. 522 ff.; Filsecker,
T./Kerschbaumer, B. 2004, S. 34 ff.).
2. Internet-Dienste
Im Internet steht eine Reihe von anwendungsnahen Diensten zur
Verfügung. Hierzu zählen u.a. das World Wide Web (WWW oder W3), Electronic
Mail, File Transfer oder Usenet News, von denen das WWW vermutlich die größte
Bedeutung für neuartige Geschäftsmodelle besitzt.
Das WWW basiert auf dem Client-Server-Konzept
und ermöglicht es einem Web-Client, auf Hypertext-Dokumente zuzugreifen, die
auf Web-Servern verteilt sind. Der Zugriff erfolgt beim Web-Client mit einem
sog. Browser. Bekannte Browser sind
z.B. Netscape Navigator oder Microsoft Internet Explorer.
Als Verbindungsprotokoll dient im WWW das HyperText Transfer
Protocol (HTTP). Für die Formatierung der HyperText-Dokumente steht die
Beschreibungssprache HyperText Markup Language (HTML) zur Verfügung. Mit HTML
werden zum einen Struktureigenschaften der Dokumente – beispielsweise Absätze
oder Einrückungen, nicht hingegen genaue Schriftarten und -größen – und zum
anderen die Verweise (links,
Internet-Links) auf andere Dokumente im WWW beschrieben. Mit Hilfe von sog. Frames können WWW-Seiten in mehrere
Bereiche unterteilt werden, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen und dem Nutzer
die Navigation zu erleichtern. Mit dem neuen Sprachstandard eXtended Markup
Language (XML) kann die Semantik je nach Benutzeranforderungen erweitert werden
(vgl. den Überblick bei Tolksdorf, R.
1999).
In HTML-Dokumente können kleine systemunabhängige
Programmstücke eingebunden werden, z.B. für Animationen oder
Plausibilitätsprüfungen in Formularen. Von Sun Microsystems wurde für derartige
Programmstücke (sog. Applets) die
Programmiersprache Java entwickelt. Um ein Applet auszuführen, wird der Java-Programmcode
vom Server übertragen und beim Web-Client abgearbeitet (vgl. z.B. Turau, V.
1999). Voraussetzung hierfür ist ein Java-fähiger Browser. Während der
Laufzeit des Programms werden ständige Sicherheitsprüfungen durchgeführt (vgl. Posegga, J.
1998).
Typische Browser gestatten allerdings nicht nur die Nutzung
des WWW, sondern auch anderer Internet-Dienste wie Electronic Mail,
Dateitransfer oder USENET-News (vgl. ausführlich z.B. Filsecker,
T./Kerschbaumer, B. 2004, S. 36 ff.; Wolff, M.-R.
1997, S. 11 ff.). Auch für diese Dienste stehen jeweils Protokolle zur
Verfügung. Für das Versenden und Empfangen von elektronischen Nachrichten dient
das Simple Mail Transfer Protocol (SMTP). Mit dem USENET-News-Dienst können auf
der Basis des Network News Transfer Protocol (NNTP) Diskussionsbeiträge in
Diskussionsforen gelesen, gesendet und verwaltet werden (sog. bulletin boards).
Für den Dateitransfer zwischen Rechnern steht der Standard FTP (File Transfer
Protocol) zur Verfügung.
II. Anwendungen
1. Datengewinnung
im Internet
Ein wesentliches Merkmal des Internet ist die Dezentralität
und damit zwangsläufig einhergehend das Fehlen eines zentralen Verzeichnisses
über die verfügbaren Daten. Der Nutzer kann verschiedene Strategien verfolgen,
um in dem immensen Datenvolumen des WWW die Dokumente zu finden, die seinem
jeweiligen Informationsbedarf entsprechen:
-
Der Nutzer kann mit Hilfe seines Browsers den
Verweisen der aufgerufenen Dokumente folgend durch das WWW navigieren, was
sich als umständlich und wenig effizient erweisen kann.
-
Mit reinen Suchmaschinen (vgl. Masermann,
U./Vossen, G. 1998; Jeusfeld,
M.A./Jarke, M. 1997) gibt der Nutzer über ein HTML-Formular
Suchkriterien an und erhält als Ergebnis eine Adressliste der WWW-Dokumente,
die diesen Suchkriterien entsprechen.
-
Sog. Portale (vgl. Hess,
T./Herwig, V. 1999) bieten einerseits eine
Navigationsunterstützung an, die katalogorientiert (die weiterführenden Links
sind in hierarchischen Themenstrukturen geordnet) oder schlagwortbasiert
(Eingabe von Suchkriterien) sein kann. Andererseits werden Zusatzleistungen
bereitgestellt; am häufigsten ist dies ein Angebot aktueller Nachrichten.
Manche Portale können individualisiert werden, d.h. den
Informationsinteressen des Nutzers angepasst werden.
-
Ein ( „ intelligenter “ ) Software-Agent ist ein Programm,
das im Auftrag des Nutzers im WWW selbstständig nach solchen Informationen
sucht, die für den Nutzer entsprechend seinen Spezifikationen von Interesse
sein könnten (vgl. Blanning,
R.W./Bui, T.X. 2000, S. 60 f.).
2. Internet-basierte
Datenbankanwendungen
Als eine Ursache für den großen Erfolg des WWW gilt die
einfache Bedienbarkeit, die sich auch darin äußert, dass zahlreiche
unterschiedliche Dienste und Anwendungen mit einer einheitlichen und leicht
erlernbaren Benutzeroberfläche ausgestattet sind. Viele Anwendungen nutzen
dabei eine Anbindung an Datenbanken,
wie z.B. die folgenden (vgl. Loeser, H.
1998, S. 197 f.):
-
Online-Tracking: Nach Eingabe einer Paket-, Bestell-
oder Auftragsnummer kann sich der Nutzer darüber informieren, an welchem Ort
(z.B. Paketverfolgung) bzw. in welchem Zustand sich sein Auftrag gerade
befindet (vgl. z.B. Ghosh, S.
1998, S. 130 f.).
-
Bestell-Katalog: Aus einem Produktkatalog können
Artikel selektiert und in einen elektronischen Warenkorb übernommen werden.
Nach Eingabe von Kundendaten (z.B. Namen, Zahlungsmodalitäten) werden alle
Daten in das Bestellsystem übernommen und dort weiterverarbeitet.
-
Online-Banking: Bankkunden können über das Internet
Bankgeschäfte wie etwa Kontostandsabfragen, Überweisungsaufträge oder
Wertpapiergeschäfte abwickeln. Hierfür wird auf die Datenbestände des
Banksystems lesend und/oder schreibend zugegriffen.
-
„ webfähige “ Geschäftsanwendungen: Vor allem innerhalb
eines Intranets können datenbank-basierte Geschäftsanwendungen z.B. zur Kundenauftragsbearbeitung
mithilfe eines Web-Browsers abgewickelt werden.
Internet-basierte Datenbankanwendungen stellen
unterschiedliche Systemanforderungen (vgl. ausführlich Loeser, H.
1998, S. 198 ff.). Diese ergeben sich beispielsweise aus der Zugriffsart
(lesend oder schreibend), der Art der übertragenen Daten (nur Text oder
multimediale Daten) und in umfangreichem Maße aus den Anforderungen an die Datensicherheit,
die u.a. aus der Sensitivität der Daten (z.B. Kreditkartennummern,
unternehmensinterne Daten) und den Erfordernissen der Benutzerauthentisierung
und -identifikation resultieren.
WWW-Anwendungen können mit Hilfe von Java-Applets an
Datenbanksysteme angebunden werden. Einen anderen Weg stellt die Anbindung über
das sog. Common Gateway Interface (CGI) dar, ein Protokoll, mit dem Anwendungen
auf dem Web-Server aufgerufen und deren Ergebnisse an den Web-Client übertragen
werden können. Datenbestände einer Datenbank werden so als WWW-Dokumente abgebildet
und über den Browser gepflegt (vgl. ausführlich Loeser, H.
1998, S. 200 ff.; Benn,
W./Gringer, I. 1998, S. 3 ff.).
3. Internet-basiertes
Data Warehouse
Das Konzept des Data
Warehouse verfolgt das Ziel, Entscheidungsträgern einen
einheitlichen Zugriff auf alle Daten
des Unternehmens zu ermöglichen, unabhängig von der Form und dem System, in dem
diese primär gehalten werden. Zudem
sollen die Daten für die Entscheidungsträger vorselektiert und aufbereitet
werden. Angesichts der leichten Erlernbarkeit und der einheitlichen
Benutzeroberfläche ist es nahe liegend, auch Data Warehouses als internet- und
insbesondere WWW-basierte Systeme zu konzipieren. Hierfür sind in die
Architektur eines Data Warehouse-Systems zusätzliche „ Ebenen “ einzuziehen, in
denen u.a. die Abfrageergebnisse in HTML-Dokumente umgesetzt werden (vgl.
ausführlich Chen,
Y./Justis, B./Watson, E. 2000; Blanning,
R.W./Bui, T.X. 2000; vgl. auch Wall, F.
1999, S. 294 ff.). Neben Ad-hoc-Abfragen durch die Entscheidungsträger
kann so auch das (periodische) Berichtswesen
eines Unternehmens mit einem WWW-basierten Data Warehouse unterstützt werden.
III. Controlling im
E-Commerce
1. Dimensionen
eines „ E-Controlling “
Unter dem Begriff des Electronic Commerce oder „ E-Commerce “
kann i.w.S. die Möglichkeit verstanden werden, Produkte und Informationen über
das Internet – entgeltlich oder unentgeltlich – zu vertreiben bzw. zu erwerben;
i.e.S. bezeichnet E-Commerce nur den elektronischen Handel (vgl. Scheer,
A.-W./Bold, M./Hoffmann, M. 1998, S. 28 f.). Innerhalb der
geläufigen Differenzierung zwischen „ Business-to-Consumer “ (B2C) und
„ Business-to-Business “ (B2B) lassen sich zahlreiche weitere Geschäftsmodelle
unterscheiden (vgl. z.B. Scheer,
A.-W./Bold, M./Hoffmann, M. 1998, S. 29 ff.; Wirtz,
B./Kleineicken, A. 2000).
Diejenigen spezifischen Aspekte des Controlling, die mit
E-Commerce i.w.S. verbunden sind, können verkürzend unter dem Begriff
„ E-Controlling “ zusammengefasst werden. Dabei sind verschiedene Dimensionen zu
unterscheiden: Einmal kann das Internet in einem instrumentalen Sinn als Informationsbasis für das Controlling
dienen. Eine funktionale
Interpretation fasst die Nutzung des Internet durch ein Unternehmen als Objekt des Controlling auf (siehe Abb.
1).
Abb. 1: Dimensionen des „ E-Controlling “
In instrumentaler Hinsicht sind zumindest zwei Fälle denkbar:
Zum einen kann das Controlling das Internet nutzen, um Informationen
allgemeiner Natur (z.B. Preisindizes) auf einfache Weise über
Informationsdienste zu gewinnen (Pfeil (1) in Abb. 1). Zum anderen kann das
Controlling internet-basiert generierte Daten zu Lieferanten und (potenziellen)
Kunden für spezifische Informationen für das Beschaffungs- oder Marketingcontrolling
auswerten (Pfeile (2) und (4) in Abb. 1).
Funktional steht das „ E-Controlling “ einer Fülle von
möglichen Geschäftsmodellen und -prozessen gegenüber, die eingehender
darzustellen den Umfang dieses Beitrags sprengen würde. Anhand einer
Differenzierung nach dem Informationsanteil der angebotenen Leistung lassen
sich jedoch wesentliche Problemstellungen für das E-Controlling verdeutlichen.
Das Spektrum kann dabei von dem Vertrieb oder der Beschaffung physischer
Produkte über das Internet bis zur internet-basierten Verbreitung reiner
Informationsprodukte reichen (siehe Abb. 1) – mit einer kaum überschaubaren
Vielzahl von Zwischenstufen und Varianten:
-
Im einfachsten Fall stellt das Internet einen zusätzlichen Beschaffungs- oder
Absatzkanal dar, dessen sich ein Unternehmen bedient, um Einsatzgüter zu
beschaffen bzw. (physische) Produkte zu vertreiben, vor allem mit dem Ziel
traditionelle Funktionen effizienter abzuwickeln (vgl. Kusterer,
F. 2000). Als Aspekt des Marketingcontrolling
ist u.a. sicherzustellen, dass für die Entscheidung über den
internet-basierten Absatzkanal geeignete Informationen verfügbar sind (vgl.
z.B. Reichmann,
T. 1997, S. 391 ff.). Hierzu zählen Informationen über
Kosten für die Erschließung des Absatzkanals (Entwicklungskosten der
Internetseiten), über laufende Kosten zur internet-basierten Abwicklung von
Kundenaufträgen und über die eigenen Umsätze im Internet, ggf. aufgegliedert
nach Kunden- und Produktmerkmalen.
-
Eine bestehende Wertschöpfungskette kann um ein
internet-basiertes „ Informationsprodukt “ angereichert
werden, das für den Kunden einen Zusatznutzen schafft. Beispielsweise kann
ein Unternehmen seine Produkte in einem elektronischen Produktkatalog
anbieten, der personalisierbar ist, d.h. dem Kunden nur noch die für ihn
interessanten Produktgruppen anzeigt (weitere Beispiele finden sich bei Ghosh, S.
1998, S. 128 ff.; Seidenschwarz,
W./Knust, P. 2000, S. 426). Ein „ E-Controlling “ hätte z.B.
sicherzustellen, dass für die Entscheidung über das Angebot der
Zusatzleistung eine ausreichende Informationsbasis zur Verfügung steht.
-
Der Begriff „ Internet-Ökonomie “ bezeichnet die
Geschäftsmodelle, in denen vorwiegend Informationsprodukte die ökonomische
Leistung darstellen und über das Internet vertrieben werden (vgl. Zerdick,
A./Picot, A./Schrape, K. et al.2001, S. 24 ff.). Zu denken ist
z.B. an Content-Provider, die selbstständig Informationen bearbeiten und in
Online-Zeitschriften anbieten (vgl. Wirtz,
B.W./Kleineicken, A. 2000, S. 630 f.), an Online-Händler mit
rein informationsbasierten Produkten (z.B. Musik) oder an
Internet-Service-Provider, die den Zugang zum Internet bereitstellen. Einige
Aspekte des Controlling in der Internet-Ökonomie behandelt Abschnitt IV.
2. Zusammenhänge
zwischen den Dimensionen des „ E-Controlling “
Instrumentale und funktionale Dimension des E-Controlling
stehen in engem Zusammenhang zueinander. Um so stärker z.B. der Vertrieb eines
Unternehmens über das Internet erfolgt, desto mehr Informationen können damit
auch für das Marketingcontrolling
generiert werden (Pfeil (2) in Abb. 1): Aufgrund der Transaktionen, die über
das Internet abgewickelt werden, lassen sich Kundenprofile erstellen, aus denen
mit Hilfe des Data Mining wiederum entscheidungsrelevante Informationen
gewonnen werden können. Ruft ein – potenzieller – Kunde eine WWW-Seite auf, so
zieht dies Einträge im Logfile des Servers nach sich, aus denen Daten über
Seitenkontakte, Klickverhalten oder die technische Ausstattung des Nutzers
gewonnen werden können (vgl. Bensberg,
F./Weiß, T. 1999; Versen, K.
1999). Kundenprofile stellen im
Rahmen der Internet-Ökonomie zudem eine eigenständig
vermarktungsfähige Leistung dar (Pfeil (3) in Abb. 1). Manche
Geschäftsmodelle der Internet-Ökonomie beruhen darauf, mithilfe eines
konsumentenorientierten kostenlosen
Informationsangebots derartige Profile zu gewinnen und dann zu vermarkten –
beispielsweise um beim Abnehmer für Controllingzwecke genutzt zu werden (Pfeil
(4) in Abb. 1).
IV. Controlling in der
Internet-Ökonomie
Die Internet-Ökonomie weist Kostenstrukturen und Erlösmodelle
auf, wie sie zum Teil auch in traditionellen Medienunternehmen anzutreffen
sind, die teils aber auch neuartig sind.
Die Erlösformen der Internet-Ökonomie können, wie in Abb. 2
gezeigt, systematisiert werden (vgl. Zerdick,
A./Picot, A./Schrape, K. et al.2001, S. 24 ff.): Direkte Erlöse
bezieht der Leistungsanbieter vom Leistungsempfänger, während indirekte Erlöse
von Dritten zufließen, die daran interessiert sind, dass der Konsument die
Medien- und Kommunikations-Leistung nutzt. Vor allem die indirekten
Erlösformen, die von anderen Unternehmen zufließen, haben eine hohe praktische
Relevanz. Mit dem Data Mining kann der Online-Anbieter durch sein
Leistungsangebot Daten über Konsumenten gewinnen und dritten Unternehmen verkaufen.
Bei der Erlösform „ Kommission “ vermittelt ein Online-Anbieter einem anderen
Unternehmer einen Auftrag, z.B. durch Platzierung von dessen Werbebanner auf
den eigenen Internet-Seiten, und erhält dafür einen Anteil an dem durch die
Vermittlung zustande gekommenen Erlös.
Abb. 2: Erlösformen in der Internet-Ökonomie nach Zerdick,
A./Picot, A./Schrape, K. et al. 2001, S. 26.
Mit der Erstellung eines Informationsangebots und dessen
Vermarktung sind – wie bei anderen Medienprodukten – hohe Fixkosten verbunden,
d.h. diese fallen weitgehend unabhängig von der Stückzahl der vertriebenen
„ Exemplare “ an. Dagegen sind die Kosten der Vervielfältigung und des Vertriebs
digitalisierter Medienprodukte über das Internet zu vernachlässigen, d.h.
variable Kosten entstehen z.B. für einen Content-Provider praktisch nicht (vgl.
auch Fröhling, O.
2000).
Angesichts der skizzierten Erlösmodelle und Kostenstrukturen
der Internet-Ökonomie erhebt sich die Frage, inwieweit „ klassische “ Instrumente
von Controlling und Unternehmensrechnung hier geeignete Steuerungsgrundlagen
liefern. So finden sich z.B. einige Vorschläge, das Target
Costing in der Internet-Ökonomie anzuwenden (vgl. Seidenschwarz,
W./Knust, P. 2000; Rieg, R.
2000, S. 406). Im Target Costing bilden Marktpreis und daraus abgeleitete
Kostenziele eine Grundlage für die Ermittlung der Zielkosten einzelner Produktkomponenten.
Ein solches Konzept stößt jedoch bei denjenigen Leistungen an Grenzen, für die
der Nutzer kein (nennenswertes) Entgelt zahlt (z.B. für viele Leistungen der
Content-Provider). Dies macht deutlich, dass für die Internet-Ökonomie
möglicherweise neuartige oder modifizierte Controllinginstrumente benötigt
werden, die auf vorhandenen IT- und Controllingkonzepten aufbauen und
zusätzlich aufgabenspezifische Elemente integrieren, z.B. für das E-Procurement
Ansätze des Beschaffungsmanagements (vgl. Niedereichholz,
J./Reske, J./Kronenwett, D. 2005, S. 390 f.).
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Gottfried : Suchmaschinen und Anfragen im World Wide Web, in:
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Werner/Knust, Patrick : Target Costing im E-Business, in: Controlling, Jg. 12,
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