Inhaltsübersicht
I. Einleitung
II. Net
Economy und E-Business
III. Plattformen
im E-Business
I. Einleitung
Electronic Business (E-Business) bezeichnet die wirtschaftlichen
Möglichkeiten im Zusammenhang mit den globalen digitalen Netzen (Net Economy),
womit die Nutzung von digitalen Informationstechnologien zur Unterstützung von
Geschäftsprozessen in der Vorbereitungs-, Verhandlungs- und Durchführungsphase
gemeint ist. Dabei werden die notwendigen Bausteine Information, Kommunikation
und Transaktion zwischen den beteiligten ökonomischen Partnern über digitale
Netzwerke transferiert bzw. abgewickelt. Als Basis für diese elektronischen
Geschäftsprozesse haben sich drei zentrale Plattformen im E-Business gebildet,
die den Austausch aller drei Bausteine zum Inhalt haben (s. Abb. 1).
-
Das Electronic Procurement (E-Procurement) ermöglicht
den elektronischen Einkauf von Produkten bzw. Dienstleistungen durch ein
Unternehmen über digitale Netzwerke. Damit erfolgt eine Integration von
innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung
bzw. Abwicklung von operativen und strategischen Aufgaben im
Beschaffungsbereich.
-
Ein Electronic Shop (E-Shop) ermöglicht den
elektronischen Verkauf von Produkten bzw. Dienstleistungen durch ein
Unternehmen über digitale Netzwerke. Damit erfolgt eine Integration von
innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung
bzw. Abwicklung von operativen und strategischen Aufgaben im Absatzbereich
(auch als E-Commerce bezeichnet).
-
Ein Electronic Marketplace (E-Marketplace) ermöglicht
den elektronischen Handel mit Produkten bzw. Dienstleistungen über digitale
Netzwerke. Damit erfolgt eine Integration von innovativen Informations- und
Kommunikationstechnologien zur Unterstützung bzw. Abwicklung einer
Zusammenführung von Angebot und Nachfrage durch den Marktplatz-Betreiber.
Neben diesen drei zentralen Plattformen haben sich ebenfalls
die Electronic Community (E-Community) und die Electronic Company (E-Company;
Virtuelle Unternehmungen) als wesentliche Phänomene in der Net Economy
herausgebildet.
II. Net Economy und
E-Business
Der wirtschaftlich genutzte Bereich von elektronischen
Datennetzen wird als Net Economy (Netzwerkökonomie) bezeichnet, welche über
verschiedene elektronische Plattformen die Abwicklung von Informations-,
Kommunikations- und Transaktionsprozessen erlaubt. Ausgangspunkt ist die
allgemeine Entwicklung zur Informationsgesellschaft. Spätestens seit Beginn der
1990er-Jahre induziert eine innovative Informationstechnik, insbesondere über
die Möglichkeiten einer Digitalisierung von Informationen und Vernetzung von
Computern, einen Strukturwandel im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich
(s. Abb. 1). Waren noch vor wenigen Jahren Computer und Netzwerke nur einigen
Spezialisten vorbehalten, sind sie heute bereits allgegenwärtig.
Im Ergebnis stehen innovative Informationstechnologien wie
Internet, Mobilfunk und Interaktives Fernsehen. Die Informationsgesellschaft
ist geprägt durch den intensiven Umgang mit Informationstechnologien und dem
damit einhergehenden Wandel von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft.
Analog lässt sich gesamtwirtschaftlich eine Verschiebung von den traditionellen
Wirtschaftssektoren Landwirtschaft, Produktion und (reale) Dienstleistung hin
zum Sektor Information feststellen. Eine der zentralen Charakteristiken der
postindustriellen Computer-Gesellschaft ist die systematische Nutzung von
Informationstechnologien (IT) sowie die Aneignung und Anwendung von
Informationen, wodurch Arbeit und Kapital als ausschließliche Wert-,
Produktions- und Profitquelle komplementiert werden (s. Abb. 1).
Abb. 1: Schalenmodell der Net Economy
Informationen werden zum eigenständigen Produktionsfaktor und
begründen somit die Informationsökonomie. Die Informationstechnologien haben
nun dazu geführt, dass Informationen einfacher zugänglich und verstärkt auf
wirtschaftliche Art und Weise genutzt werden können. Die Quelle für den Wettbewerbsvorteil
in der Zukunft wird aufgrund der dargestellten technologischen Entwicklung die
Wissens- und Informationsüberlegenheit gegenüber der Konkurrenz sein
(Informationsführerschaft). Unternehmen, die bessere Informationen zum Markt
und ihren (potenziellen) Kunden besitzen, setzen sich folglich im Wettbewerb
durch. Während Informationen bisher lediglich eine unterstützende Funktion für
physische Produktionsprozesse übernahmen, werden sie daher in Zukunft zu einem
eigenständigen Produktions- und Wettbewerbsfaktor. Die wachsende Bedeutung der
Informationstechnologie und der Ausbau von elektronischen Datennetzen führen so
zu einer neuen wirtschaftlichen Dimension, die auch als Netzwerkökonomie bzw. Net Economy bezeichnet werden kann.
Aufgrund der Bedeutung von Informationen als unterstützendem
und eigenständigem Wettbewerbsfaktor sowie der Zunahme an digitalen
Datennetzen, muss in Zukunft von einer Zweiteilung relevanter Handelsebenen für
die Möglichkeit des Wirtschaftens ausgegangen werden: Neben der realen Ebene
der physischen Produkte bzw. Dienstleistungen (Real Economy) wird eine
elektronische Ebene digitaler Daten- bzw. Kommunikationsnetze (Net Economy)
entstehen. Die zugehörigen wirtschaftlichen Möglichkeiten werden in diesem
Zusammenhang auch als E-Business bezeichnet. Erfolg im E-Business ist dabei zu
großen Teilen von einer gelungenen elektronischen Wertschöpfung abhängig.
Mit dem Entstehen der Net
Economy ergaben sich neue Möglichkeiten hinsichtlich der Wertschöpfung mit
und durch digitale Innovationen. Ein Unternehmen kann somit nicht nur durch
physische Aktivitäten Kundenwerte auf der realen Ebene erzeugen, sondern auch
über eine Wertschöpfung auf der elektronischen Ebene. Die Wertschöpfungskette
in der Real Economy gliedert dabei ein Unternehmen in strategisch relevante
Tätigkeiten und identifiziert physisch und technologisch unterscheidbare
Wertaktivitäten, für die der Kunde zu zahlen bereit ist. Die Wertaktivitäten
sind demnach die Bausteine, aus denen das Unternehmen für seine Abnehmer ein wertvolles
Produkt schafft. Die Rolle der Information ist in diesem Modell bisher nur als
unterstützendes Element, nicht aber als eine eigenständige Quelle des Abnehmer-
bzw. Unternehmenswertes angesehen worden.
1. Die elektronische Wertschöpfung
Ausgehend von der grundsätzlichen Möglichkeit Innovationen in
der Net Economy zu schaffen, muss vorab geklärt werden, welcher elektronische
Wert durch das elektronische Innovationsprodukt für den Kunden überhaupt
geschöpft wird (s. Abb. 2). Für eine elektronische Wertschöpfung können dies
z.B. folgende Aspekte sein:
-
Überblick: In diesem Fall schafft ein Online-Angebot
einen Überblick über eine Vielzahl von Informationen, die sonst nur sehr
mühselig zu beschaffen wären. Damit wird ein Strukturierungswert geschöpft.
-
Auswahl: In diesem Fall schafft ein Online-Angebot die
Möglichkeit, über Datenbank-Abfragen für die Nachfrager die gewünschten
Informationen/ Produkte/ Dienstleistungen gezielter und effizienter zu
identifizieren. Damit wird ein Selektionswert geschöpft.
-
Vermittlung: In diesem Fall schafft ein Online-Angebot
die Möglichkeit, Anfragen von Anbietern und Nachfragern effizienter und
effektiver zusammenzuführen. Damit wird ein Matchingwert geschöpft.
-
Abwicklung: In diesem Fall schafft ein Online-Angebot
die Möglichkeit, ein Geschäft effizienter und effektiver zu gestalten (z.B.
Kostenaspekt oder Bezahlmöglichkeit). Damit wird ein Transaktionswert
geschöpft.
-
Kooperation: In diesem Fall schafft ein Online-Angebot
die Möglichkeit, dass verschiedene Anbieter ihr Leistungsangebot effizienter
und effektiver miteinander verzahnen können. Damit wird ein Abstimmungswert
geschöpft.
-
Austausch: In diesem Fall schafft ein Online-Angebot
die Möglichkeit, dass verschiedene Nachfrager effizienter und effektiver
miteinander kommunizieren können. Damit wird ein Kommunikationswert
geschöpft.
Dabei ist es durchaus möglich, dass durch die elektronische
Innovation auch eine multiple Wertschöpfung stattfindet und sowohl ein
Strukturierungswert als auch ein Auswahl- und Vermittlungswert erzeugt wird.
Nach der Identifikation der Wertschöpfung wechselt die Perspektive und es
stellt sich sodann die Frage: Wie wird der Wert erzeugt? Hierzu kann die elektronische Wertschöpfungskette
angeführt werden. Diese gliedert ein Unternehmen der Net Economy in strategisch
relevante Tätigkeiten, um dadurch Kostenverhalten sowie vorhandene und
potenzielle Differenzierungsquellen zu verstehen. Dabei stellt die
elektronische Wertschöpfungskette entsprechende Wertaktivitäten dar, die sich
bspw. auf die Sammlung, Systematisierung und Verteilung von Informationen
beziehen. Über diese spezifischen Wertaktivitäten innerhalb von digitalen
Datennetzen resultiert sodann ein elektronisches Informationsprodukt, für
dessen Wert der Kunde über die zugehörige Wertschöpfung möglicherweise zu
zahlen bereit ist. Die elektronische Wertschöpfungskette zeigt somit den
Gesamtwert, der sich aus einzelnen elektronischen Wertaktivitäten und der
Gewinnspanne zusammensetzt. Innerhalb der Wertschöpfungskette werden nun
insbesondere die Wertaktivitäten identifiziert, die für die Wertschöpfung eine
besondere Relevanz aufweisen. Diese identifizierten Wertaktivitäten sind dann
auch die Basis für den elektronischen Wertschöpfungsprozess innerhalb eines
Unternehmens, für den dann wiederum reale Arbeitsprozesse konzipiert werden
müssen.
Abb. 2: Das Konzept der elektronischen Wertschöpfung im
E-Business
2. Die elektronische Wertschöpfungskette
Die Wertschöpfungskette
in der Net Economy greift auf die neue Dimension von Informationen als
eigenständige Quelle von Wettbewerbsvorteilen zurück. Damit können unabhängig
von einer physischen Wertschöpfungskette auch elektronische Wertaktivitäten in
digitalen Datennetzen entstehen. Diese elektronischen Wertaktivitäten sind
jedoch nicht mit den in der Real Economy herausgestellten physischen
Wertaktivitäten vergleichbar, sondern liegen im besonderen Umgang mit
Informationen. Die entsprechenden Wertaktivitäten können bspw. in der Sammlung,
Systematisierung, Auswahl, Zusammenfügung und Verteilung von Informationen
liegen. Durch diese spezifischen Wertaktivitäten innerhalb von digitalen
Datennetzen manifestiert sich eine elektronische Wertschöpfungskette, deren
Ursprung und Auswirkung allein in der Net Economy zu finden ist. Im Resultat
ergibt sich auf Basis dieser neuen Wertschöpfungsebene ein elektronisches
Innovationsprodukt, für dessen Wert der Kunde zu zahlen bereit ist. Dieses
Produkt kann dann entsprechend auch die Basis einer Unternehmensgründung in der
Net Economy sein.
3. Der elektronische Wertschöpfungsprozess
Der elektronische Wertschöpfungsprozess beschreibt
insbesondere die Informationsaktivitäten bzw. die Abfolge von
Informationstätigkeiten, die zusammengenommen einen Mehrwert für den Kunden
schaffen. Dabei gibt es Kern- und Serviceprozesse. Die Kernprozesse haben eine
echte Wertschöpfungsfunktion, während die Serviceprozesse die Abläufe in der
Wertschöpfungskette unterstützen. Der elektronische Wertschöpfungsprozess
beginnt in der Regel mit dem Informationsinput.
Um den anvisierten Mehrwert anbieten zu können, müssen zunächst die benötigten
Informationen gesammelt werden. In einem zweiten Schritt werden die
Informationen intern so bearbeitet, dass sie in gewünschter Form als Informationsoutput wieder an den Kunden
mehrwertorientiert übertragen werden können. Dieser Vorgang kann als
elektronischer Wertschöpfungsprozess bezeichnet werden und beschreibt somit den
Kernprozess der meisten elektronischen Innovationen. Somit kann hinsichtlich
von Innovationen in der Net Economy ein idealtypischer elektronischer
Wertschöpfungsprozess unterstellt werden:
-
Der erste Schritt umfasst die Informationssammlung,
bei der es darum geht, relevante Daten als Informationsinput für die weitere
Wertschöpfung zu identifizieren.
-
Der zweite Schritt umfasst die
Informationsverarbeitung. Zielsetzung dabei ist die Umwandlung des
recherchierten Datenbestandes in ein Informationsprodukt für den Kunden.
-
Der dritte Schritt umfasst schließlich die
Informationsübertragung. Im Kern steht der Transfer des neu erlangten oder
bestätigten Wissens über die gesammelten, gespeicherten, verarbeiteten und
ausgewerteten Daten zum Kunden. Im Resultat findet sich dann ein Wert
schaffender Informationsoutput.
Wichtig bei dieser Betrachtung ist die Erkenntnis, dass ein
einmaliger Durchlauf durch diesen idealtypischen elektronischen
Wertschöpfungsprozess nicht ausreichend ist. Vielmehr ist ein permanenter
Durchlauf durch Informationsgewinnung, -verarbeitung, und -übertragung
notwendig. Dies gilt umso mehr, als die Daten, aus denen Informationen gewonnen
werden, der Änderung unterliegen.
III. Plattformen im
E-Business
1. E-Procurement
E-Procurement (d.h., elektronische Beschaffung) ermöglicht
den elektronischen Einkauf von Produkten bzw. Dienstleistungen durch ein Unternehmen
über digitale Netzwerke. Damit erfolgt eine Integration von innovativen
Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung bzw. Abwicklung
von operativen und strategischen Aufgaben im Beschaffungsbereich. Ein
entscheidender Aspekt bspw. im E-Procurement von Büro- und Computermaterialien
ist neben der Informations- und Kommunikationsebene auch die Frage der realen
Logistik. Ein Problem von Plattformen im E-Procurement ist es, die kritische
Masse an Handelsvolumen zu erreichen und hierfür ausreichend Teilnehmer zu
akquirieren.
2. E-Shop
E-Shops bieten eine Möglichkeit, die Anbahnung von
Transaktionen (aus den Teilbereichen Information, Vereinbarung, Abwicklung und
Service bestehend) zu initiieren und zu unterstützen bzw. gänzlich elektronisch
abzuwickeln. Dabei wird eine Plattform geschaffen, auf der Anbieter ihre Waren
oder Dienstleistungen präsentieren und der Interessent die Handhabe besitzt,
Produktinformationen einzuholen. Ähnlich wie bei bisherigen Einkaufshäusern
wird dem Kunden ein umfassendes Warenangebot unterbreitet, wodurch die
Suchkosten seitens der Nachfragerseite reduziert werden. Ist diese
Informationsphase abgeschlossen, kann bei der Produktspezifizierung bzw.
Preisvereinbarung (Vereinbarungsphase) der Kunde einen direkten und
interaktiven Einfluss nehmen. Kommt es zu einem Vertragsabschluss, bieten sich
im Rahmen der Abwicklungsphase vielfältige Unterstützungsfunktionen. So lassen
sich digitale Produkte direkt über das Internet zum Kunden transportieren bzw.
kann der Kunde über den Status seiner Warenlieferung auf dem Laufenden gehalten
werden (Track and Tracing). Je nach Art des Gutes lassen sich unterschiedliche
After-Sale-Services etablieren. Darunter können etwa Installations-, Update-
oder Beratungsleistungen verstanden werden.
E-Shops sind in großem Maße mit dem Teilbereich des
E-Business verbunden, der den elektronischen Absatz bezeichnet, der
insbesondere durch die digitale Abwicklung des Transaktionsprozesses zwischen
Anbieter und Nachfrager charakterisiert ist und üblicherweise als E-Commerce
etikettiert wird. Diese Transaktionen bestehen aus dem Austausch der
Leistungserbringung und Zahlungsverpflichtung; aber auch die Anbahnung,
Aushandlung und zusätzliche Serviceleistungen nach dem Erwerb können in der
digitalen Umgebung im Rahmen des E-Commerce vonstatten gehen.
3. E-Marketplace
E-Marketplaces (auch virtuelle Marktplätze) sind elektronisch
unterstützte Institutionen zum Austausch von Leistungen. Sie stellen den
institutionellen Rahmen für Transaktionsprozesse dar und stehen als
selbstständiges Vermittlungsangebot in Konkurrenz zu anderen Distributions- und
Kommunikationsmedien. Marktplätze können somit als Räume interpretiert werden,
in denen Anbieter und Nachfrager zusammengeführt und ihre Transaktionsanfragen
koordiniert werden (Koordinationsfunktion). Die Marktplatzbetreiber sind bei
der Durchführung von Transaktionen durch die Bereitstellung virtuellen
Handelsraums behilflich. Sie beeinflussen aber die hier stattfindenden Käufe
und Verkäufe nicht. Im Gegensatz zu realen Märkten, die auch selbstständig
entstehen können, werden E-Marketplaces immer über einen Betreiber zur
Verfügung gestellt.
Ein E-Marketplace begründet sich gegenüber dem realen
Marktplatz allein aufgrund der Möglichkeiten der Computer- und Informationstechnik.
Waren reale Marktplätze noch von örtlichen und zeitlichen Restriktionen
gekennzeichnet, so ermöglichen E-Marketplaces einen uneingeschränkten Handel
ohne physische und temporale Einschränkungen. Anbieter und Nachfrager treffen
nicht mehr persönlich zwecks Abwicklung einer Transaktion aufeinander, sondern
finden sich über die Datenwege im Medium Internet bzw. dessen graphischer
Applikation World Wide Web (WWW) unter einer bestimmten Adresse zusammen. Über
diese werden nun Geschäftspartner gesucht (Information), wird das Handelsdesign
bestimmt (Kommunikation) und der Geschäftsabschluss formuliert (Transaktion).
Jeder Teilnehmer kann dabei von jedem beliebigen Punkt im Datennetz auf diesen
Marktplatz treten (z.B. per Mausklick am heimischen Computer), ohne sich real
zu einem bestimmten Ort zu begeben. Dieser Zutritt kann ferner zu jedem
Zeitpunkt erfolgen, da der E-Marketplace zu einer permanent vorhandenen und
geöffneten Einrichtung wird. Die Möglichkeiten der Computer- und
Informationstechnik erlauben dem Marktplatzbetreiber eine aktivere Stellung im
Koordinationsprozess zu übernehmen. Während Betreiber realer Marktplätze nur
einen anonymen Handelsraum für ein Treffen von Angebot und Nachfrage zur
Verfügung stellen konnten, kann der Betreiber eines E-Marketplace darüber hinaus eine Unterstützung für jede einzelne
Transaktion offerieren.
Gegeben diese Rahmenbedingungen führen E-Marketplaces zu
einer Markttransparenz (Preis- und Produktfindung) für den Nachfrager und zu
einem neuen Absatzweg bzw. zur Chance einer Marktausweitung für den Anbieter.
Für beide kommt es durch die elektronische Prozessabwicklung von Käufen und
Verkäufen insbesondere zur Senkung der Transaktionskosten. Dies sind die
Mehrwerte, die E-Marketplaces
gegenüber der singulären Suche nach Geschäftspartnern im WWW bieten können und
für die die Marktplatzbetreiber entweder über fixe Teilnahme- oder variable
Vermittlungsgebühr bezahlt werden.
Literatur:
Groucutt, Jonathan/Griseri, Paul :
Mastering e-Business, Basingstoke 2004
Hagel III, John/Armstrong, Arthur G. :
Net Gain. Profit im Netz. Märkte erobern mit virtuellen Communities, Wiesbaden
1998
Kollmann, Tobias : Virtuelle
Marktplätze. Grundlagen – Management – Fallstudie, München 2001
Kollmann, Tobias : E-Venture.
Grundlagen der Unternehmensgründung in der Net Economy, Wiesbaden 2004
Kollmann, Tobias : The Matching
Function for Electronic Marketplaces, in: International Journal of Electronic
Business, Bd. 3, H. 5/2005, S. 461 – 472
Porter, Michael E. : Competitive
Advantage. Creating and Sustaining Superior Performance, New York 1998
Porter, Michael E. : Strategy and the
Internet, in: Harvard Business Review, Jg. 2001, Bd. 79, H. 3/2001, S. 63 – 78
Weiber, Rolf : Handbuch Electronic
Business. Informationstechnologien – Electronic Commerce – Geschäftsprozesse,
2. A., Wiesbaden 2002
Weiber, Rolf/Kollmann, Tobias :
Competitive Advantage in Virtual Markets. Perspectives of
„ Information-Based-Marketing “ in Cyberspace, in: European Journal of Marketing,
Bd. 32, H. 7/8/1998, S. 603 – 615
Zerdick, Axel/Picot, Arnold/Schrape,
Klaus : Internet-Ökonomie, 3. A., Berlin 2001
|