Inhaltsübersicht
I. Tourismusbetriebe
als Dienstleistungserbringer im Tourismus
II. Besonderheiten
des Managements von Tourismusbetrieben
III. Anforderungen
an das Management von Tourismusbetrieben
I. Tourismusbetriebe als
Dienstleistungserbringer im Tourismus
Tourismusbetriebe weisen konstitutive Merkmale von
Unternehmen aus dem Bereich der persönlichen Dienstleistungen auf. Zusätzlich
sind folgende Besonderheiten wichtig:
-
die erhöhte Intangibilität und Intransparenz ihrer
Leistung,
-
ihre Einbindung in und Abhängigkeit von einem
integrierten touristischen Leistungssystem,
-
die kulturelle Bedeutungsdimension der persönlichen
Dienstleistung,
-
die Ortsgebundenheit ihrer Dienstleistung,
-
ihr Infrastrukturanteil sowie das aufgrund ihrer
externen Effekte oft beträchtliche öffentliche Interesse mit politischen
Einflüssen.
Vor allem die letzten drei Besonderheiten variieren in ihrer
Intensität stark nach dem Typ der Leistung respektive des Betriebes. So lassen
sie sich in Destinations-, respektive Verkehrs- sowie Domizilleistungen
unterscheiden. Leistungen lassen sich auch differenzieren nach ihrer
Tangibilität in persönliche, eher physische Dienstleistungen oder reine
Beratungs- und Koordinationsleistungen.
Aufgrund ihrer Besonderheiten stellen Tourismusunternehmen
besondere Anforderungen an ihre Führung. Wichtige Stichworte sind dabei:
-
betriebs-, respektive unternehmensübergreifende
Koordination und Planung der Leistung,
-
Politmanagement respektive Corporate Affairs,
-
Marketing nach innen und außen.
Tourismus kann definiert werden als „ die Gesamtheit der
Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus dem Reisen und dem Aufenthalt von
Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher und
dauernder Wohnort noch Arbeitsort ist “ (Kaspar,
Claude 1996, S. 16). Die meisten heute gültigen Definitionen nehmen,
wie diese, eine nachfrageorientierte Sichtweise ein. Tourismusnachfrage wird
als Nachfrage verstanden, welche von Personen außerhalb ihres normalen Arbeits-
und Wohnumfeldes ausgelöst wird (Bieger,
Thomas 2004, S. 95). Entsprechend gibt es auch nicht die Tourismusbranche. Vielmehr gibt es
verschiedene Branchen, Unternehmen und Betriebe, die in unterschiedlichem
Ausmaß von Umsätzen von Touristen abhängig sind. Klassischerweise werden
Tourismusbetriebe entsprechend dem Grad ihrer Abhängigkeit vom Tourismus in
drei Gruppen eingeteilt (Bieger,
Thomas 2004, S. 33 ff.; Smith,
Stephen L. J. 1988, S. 183) (s. Abb. 1).
Abb. 1: Angebotsseitige Struktur des Tourismus (Quelle: Smith,
Stephen 1988, S. 183)
Beispiele für Unternehmen, die sehr stark vom Tourismus
abhängig sind und somit dem ersten Bereich zugeordnet werden können, sind:
-
Hotels mit einem sehr kleinen Anteil von Umsätzen aus
der Gastronomie mit lokalen Kunden,
-
Themenparks, Freizeitbäder oder
-
Skigebiete mit einem sehr kleinen Anteil von Umsätzen
durch Einheimische.
Typische Unternehmen, die dem zweiten Bereich zugeordnet
werden können, sind:
-
Gastronomiebetriebe in Tourismusdestinationen,
-
Detailhandel in Tourismusdestinationen oder
-
auch Verkehrsunternehmen, die doch schon einen
beträchtlichen Teil ihres Umsatzes mit Einheimischen erzielen.
Zum dritten Bereich gehören Unternehmen wie zum Beispiel:
-
Autobahnraststätten,
-
Museen, etc.
die zu einem überwiegenden Teil Umsätze mit Personen
erzielen, die in der Region ihren Arbeits- oder Wohnort haben, aber immer noch
wichtige Leistungsträger innerhalb des touristischen Systems sind.
Indem Tourismusbetriebe Leistungen für Touristen erbringen,
sind sie Dienstleistungsunternehmen. Dienstleistungsunternehmen können als
Unternehmen definiert werden, die Leistungen an einem Menschen oder einem
Objekt ohne Transformation von Sachgütern erbringen (Bieger,
Thomas 2002, S. 7). Dienstleistungsunternehmen erbringen nicht nur
intangible Leistungen. Ihre Leistungen haben meist einen mehr oder weniger
ausgeprägten Anteil tangibler Elemente (s. Abb. 2). Dies trifft auch für
Tourismusbetriebe zu. So ist der Anteil an tangiblen Leistungen bei einem
Restaurant in Form von physischen Verpflegungsprodukten oder Mahlzeiten größer
als bei einer Transportleistung. Bei einer Transportleistung ist er nochmals
viel größer im Vergleich zu reinen Beratungsleistungen eines Reisebüros.
Zur Darstellung und Strukturierung des Tourismus werden
häufig Systemdarstellungen eingesetzt (Kaspar,
Claude 1996, S. 12 ff.; Steinbach,
Josef 2003, S. 4 ff.) (s. Abb. 3). Es gibt dabei unterschiedliche
Strukturierungsansätze solcher Systemmodelle. In den meisten wird jedoch
zwischen den Elementen:
-
Destination,
-
touristische Reisemittlung respektive Koordination,
-
sowie einem Subsystem oder Element Nachfrage
respektive Domizil,
-
einem System Verkehr und
-
einem Umfeldsystem
unterschieden.
Abb. 3: Das System Tourismus (statisch) (Quelle: Bieger,
Thomas 2004, S. 84)
Entsprechend ergeben sich verschiedene Funktionen, die
Tourismusunternehmen innerhalb eines Tourismussystems einnehmen können. Sie
können entweder am Domizil, beispielsweise in Form eines Reisebüros oder Tour
Operators oder in der Destination lokalisiert sein, zum Beispiel in Form eines
Hotels oder einer Bergbahn, oder sie können den Transport zwischen Domizil und
Ort sicherstellen. So lassen sich die Tourismusunternehmen nach ihrem Anteil
tangibler Leistungen und nach ihrem Standort typisieren.
Abb. 2: Typologie Tourismusbetrieb (Quelle: Eigene
Darstellung)
Zusammenfassend können Betriebsstätten oder Unternehmen, die
innerhalb des touristischen Systems in einem größeren oder kleineren Umfang
Leistungen für Touristen erbringen, als Tourismusbetriebe definiert werden.
II. Besonderheiten des
Managements von Tourismusbetrieben
Da Tourismusbetriebe dem Dienstleistungsbereich zugeordnet
werden können, gelten für sie auch die gleichen Besonderheiten von
Dienstleistungsbetrieben im Allgemeinen (Bieger,
Thomas 2002, S. 5 ff.; Meffert,
Heribert/Bruhn, Manfred 2000, S. 3 ff.):
-
Intangibilität: Dienstleistungen sind nicht besitzbar
oder lagerbar. Daraus ergibt sich ein erhöhtes Risiko für den
Leistungsersteller. Nicht verkaufte Leistungen können nicht gelagert werden
und später verkauft werden. Es ergibt sich aber auch ein erhöhtes Risiko für
den Kunden. Bei Unzufriedenheit kann die Leistung nicht zurückgegeben oder
weiterverkauft werden.
-
Bedeutung des
externen Faktors: Die Dienstleistungen werden vom Kunden erlebt. Der
Dienstleistungsersteller kann nur durch Bereitstellung entsprechender
Leistungspotenziale gute Voraussetzungen schaffen (zum Beispiel durch
geeignete Mitarbeiter, gute Auswahl und Gestaltung der Infrastrukturen und
Produktionsmittel, etc.). Der Kunde kann nur über Such- und
Erfahrungsqualitäten die Leistung vorevaluieren. Die tatsächlich erfahrene
Leistungsqualität hängt jedoch stark von externen Faktoren wie der Mitwirkung
des Kunden respektive dem Zusammenwirken von Kunden und Dienstleistern, dem
Verhalten von Mitkunden oder der weiteren Umgebung ab.
Insbesondere für persönliche Dienstleistungen, weniger für
reine Informationsleistungen, gelten zusätzlich folgende Prinzipien:
-
Das Uno
Actu-Prinzip, der Zusammenfall von
Konsum und Produktion. Produktion und Konsum fallen physisch oder mindestens
zeitlich zusammen. Daraus ergibt sich die bereits oben erwähnte fehlende
Lagerbarkeit. Es ergeben sich aber auch Probleme des Managements von
Auslastungsschwankungen und die bekannten Phänomene wie Wartezeiten
beispielsweise an einem Schalter oder ungenutzte Leerkapazitäten, zum
Beispiel leere Sitze in einem Flugzeug.
-
Das Prinzip des
„ moment of truth “ (Normann,
Richard 1996, S. 16 f.). In der direkten Begegnung zwischen
Dienstleister und Kunden kommt die gesamte Dienstleistungskompetenz des
Unternehmens zum Ausdruck. In dieser Situation kann das Unternehmen
respektive das Management nicht mehr auf den Verlauf der Dienstleistung
Einfluss nehmen.
Aufgrund der Eigenschaften des Tourismus ergeben sich für
Tourismusbetriebe folgende zusätzliche Besonderheiten:
-
Verstärkte
Bedeutung der Intangibilität. Touristische Dienstleistungen werden meist
über große räumliche Distanzen und oft sogar in anderen Kulturen bezogen.
Aufgrund der erwähnten Besonderheiten wie Unmöglichkeit eines Eigentums an
Dienstleistungen oder auch des Einflusses des externen Faktors ergeben sich
für den Kunden zusätzliche Risiken. Oft können nicht einmal die
Leistungspotenziale von touristischen Dienstleistern über große Distanzen
oder in anderen Kulturen überprüft und abgeschätzt werden. Das Risiko ist
auch größer, weil der Kunde bei Leistungsproblemen dem Tourismusdienstleister
ganz anders ausgeliefert ist. Er kann aufgrund fehlender Information oder
Erfahrung oft nicht so einfach auf Konkurrenten ausweichen.
-
Verstärkte
Bedeutung der persönlichen Interaktion. Im Tourismus hat der
Dienstleister auch noch die Funktion eines Vermittlers oder Botschafters der
lokalen Kultur. Oft ist er einer der wenigen Personen, mit denen ein Tourist
direkt vor Ort in Kontakt tritt. Bei vielen Dienstleistungen ist er auch
„ Erlebnis-Ermöglicher “ . Es ergeben sich damit zusätzliche
Leistungsdimensionen, die im Rahmen einer persönlichen Interaktion im moment
of truth in Tourismusbetrieben erfüllt werden müssen (Bieger,
Thomas 1997, S. 181 ff.).
-
Örtliche
Gebundenheit. Tourismusunternehmen innerhalb von Destinationen sind
örtlich gebunden. Sie können ihre Produktionsstätten nicht verlagern und sind
von den lokalen Ressourcen abhängig. Dieser Umstand erhöht ihr Risiko und
natürlich das Risiko ihrer Kapitalgeber. Es führt auch dazu, dass in
verschiedenen Ländern, in denen bereits unternehmensindividuelle Credit Ratings
eingeführt worden sind, Tourismusunternehmen im Schnitt kritischer beurteilt
werden.
-
Abhängigkeit von touristischen Leistungssystemen. Das touristische Produkt umfasst in
den meisten Fällen, außer beispielsweise bei Klubreisen mit
Reiseveranstaltern, die auch eigene Transportunternehmen besitzen, immer
Leistungen von verschiedenen Tourismusbetrieben und -unternehmen. Eine
touristische Leistung entsteht in einem eigentlichen virtuellen
Dienstleistungsunternehmen. Ein virtuelles Unternehmen kann definiert werden
als (Bieger,
Thomas 2002, S. 32; Schräder,
Andreas 1996, S. 30 ff.; Venkatraman,
N. Venkat/Henderson, John 1998, S. 75 ff.; Hopland,
Jan 1995, S. 176):
Netzwerk rechtlich selbstständiger,
aber wirtschaftlich abhängiger Unternehmen, welche ein gemeinsames
Leistungserstellungssystem auf der Basis gemeinsamer Ressourcen wie
Kernkompetenzen betreiben.
Dabei werden dem Endkunden integrierte Problem- oder Erlebnismöglichkeiten
angeboten. Ein virtuelles Dienstleistungsunternehmen in diesem Sinne ist eine
touristische Destination mit den gemeinsamen Ressourcen Marken, Standort und
dem Endprodukt Ferienerlebnis. Sie zeichnen sich über virtuelle Unternehmen
im Bereich der physischen Produktion dadurch aus, dass ihre Leistungsketten
kundeninduziert sind (Bieger,
Thomas/Tomczak, Torsten 2003, S. 372 ff.; Bruhn,
Manfred/Stauss, Bernd 2003, S. 12, f) (s. Abb. 4). Der Kunde
wählt, in welches Hotel er geht und in welchem Skigebiet er Ski fährt. Er
definiert damit seine individuelle Dienstleistungskette. Tourismusunternehmen
müssen deshalb auf latenten Kooperationsebenen ihre Anschlussfähigkeit an die
Leistungen anderer Unternehmen sicherstellen. Geeignete Instrumente dafür
sind die von Tourismusorganisationen betriebenen Informations- und
Reservationssysteme.
Abb. 4: Destination als
virtuelles Dienstleistungsunternehmen (Quelle: eigene Darstellung nach Bieger,
Thomas 2005)
-
Verstärkter
politischer Einfluss. Wie bereits die Darstellung des touristischen
Systems zeigt, steht der Tourismus in engster Austauschbeziehung mit allen
Umfeldbereichen der gesellschaftlichen, ökonomischen und natürlichen Umwelt.
Touristische Leistungen benötigen in vielen Fällen Land, beispielsweise für
Sportaktivitäten. Alleine schon durch die Mobilität des Touristen werden
externe Effekte wie Emissionen in Form von Lärm oder Abgasen erzeugt.
Touristische Leistungen bringen jedoch in die Tourismusdestinationen
wesentliche wirtschaftliche Effekte in Form von primären Umsätzen und
touristischer Wertschöpfung. Volkseinkommen und Arbeit generieren auf der
anderen Seite auch negative wirtschaftliche Effekte wie erhöhte Bodenpreise
und Wohnungspreise für Einheimische. Der Tourismus berührt auch die lokale
Kultur, die oft in Richtung einer Dienstleistungskultur gewandelt wird (s.
Abb. 5) (zur Gesamtübersicht der Wechselwirkungen zwischen dem Tourismus und
seinen Umwelten vgl. Bieger,
Thomas 2004, S. 245).
Da der Tourismus immer eine besondere wirtschaftliche
Bedeutung, vor allem in Randregionen, hat und praktisch immer, außer einzelne
Formen des Städtetourismus, markante Wirkungen im Bereich der
gesellschaftlichen und natürlichen Umwelt hat, besteht ein erhöhtes Interesse
von Seiten der Öffentlichkeit und des Staats. Für viele Tourismusbetriebe
braucht es entsprechend staatliche Konzessionen, beispielsweise für
Transportunternehmen, für den Betrieb von Freizeitanlagen, etc. Vielfach
versucht der Staat auch durch Einflussnahme auf die Tourismuswirtschaft seine
Ziele zu erreichen, beispielsweise indem der Tourismus als Instrument der
regionalen Wirtschaftspolitik eingesetzt wird. Entsprechende Förderprogramme
und Regulierungen sind das Resultat. Tourismusbetriebe sind gezwungen, sich mit
ihren Umfeldern, ihren Wirkungen in dieselben sowie den sich daraus ergebenden politischen
Wirkungen und Einflüssen auseinander zu setzen; zum Beispiel indem sie alleine
oder mit Hilfe von Branchenorganisationen oder Tourismusorganisationen der
Region und des Ortes Einfluss nehmen auf Regulierungen, Bewilligungserteilungen
oder Subventionen.
III. Anforderungen an
das Management von Tourismusbetrieben
Aufgrund dieser Besonderheiten haben sich innerhalb der
Tourismusbetriebe besondere Strukturen und Arbeitsweisen herausgebildet:
-
Zur Bewältigung der Intransparenz und zur Reduktion
des Risikos über große Distanzen und Kulturunterschiede haben sich besondere
Distributionsstrukturen ergeben. Der klassische Distributionskanal umfasst
eine Bündelung der Produkte auf der Destinationsebene, meist durch einen so
genannten Incoming Operator oder auch durch eine Tourismusorganisation. Dabei
wird auch eine Qualitätsevaluationsfunktion wahrgenommen. Diese gebündelten
Leistungen werden von Tour Operators weltweit eingekauft und von Reisebüros
in den Domizilgebieten der potenziellen Gäste verkauft. Im Rahmen der
Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien besteht auch
im Reisebereich eine Tendenz zur Disintermediation. Leistungsersteller,
beispielsweise ein Hotel, vermarkten ihre Leistungen direkt an den Endkunden.
Dabei kommt diesen Vermarktungsplattformen eine wichtige Aufgabe der
Vorselektion und der Vermittlung von Kundensicherheit zu.
-
Aufgrund der Bedeutung der Mitarbeitenden haben
Ausbildungskonzept und Konzepte des Marketings nach innen eine große
Bedeutung. Entsprechend gibt es in verschiedenen Tourismusländern auch
staatlich geförderte tourismusorientierte Ausbildungs- und
Qualifikationslehrgänge mit eigenen Ausbildungsabschlüssen, beispielsweise
auch Studiengänge auf Fachhochschulebene.
-
Aufgrund der Bindung und lokalen Abhängigkeit von
verschiedenen Tourismusunternehmen, kombiniert mit der Abhängigkeit vom
touristischen Leistungsnetz innerhalb von Destinationen bilden sich
eigentliche Tourismusstrukturen heraus. Die destinationsbezogenen
Tourismusbetriebe werden häufig regional gebündelt und koordiniert im Rahmen
von Destinationsmanagementorganisationen. Dabei kann eine Destination aus
Kundensicht folgendermaßen definiert werden (nach Bieger,
Thomas 2005, S. 56):
Geographischer Raum (Ort, Region,
Weiler), den der jeweilige Gast (oder ein Gästesegment) als Reiseziel
auswählt. Sie enthält sämtliche für einen Aufenthalt notwendigen
Einrichtungen für Beherbergung, Verpflegung, Unterhaltung/Beschäftigung. Sie
ist damit die Wettbewerbseinheit im Incoming Tourismus, die als strategische
Geschäftseinheit geführt werden muss.
Operativ wird eine Destination durch eine Tourismusorganisation geführt.
Diese übernimmt zentrale Aufgaben im Sinne eines fokalen Unternehmens wie
Koordination der strategischen Planung, Sicherstellung öffentlicher Güter wie
auch das Gesamtmarketing oder nicht rentable Leistungen wie
Informationsleistungen und gewisse Lobby Funktionen im politischen und
öffentlichen Raum. Eine unternehmensübergreifende Planung wie eine regionale
Tourismus-Leitbildplanung sind wichtige Instrumente.
-
Bedeutung des politischen Einflusses. Als Reaktion auf
den bedeutenden politischen Einfluss, teilweise auch als Quelle desselben,
bildete sich im Tourismus eine Vielzahl von Branchenvereinigungen mit oft
recht starker Bedeutung heraus. Diese Verbände und Assoziationen betreiben
selbst wieder Tourismusbetriebe, beispielsweise in Form von Ausbildungsstätten,
Branchensekretariaten etc. Corporate Affairs und Öffentlichkeitsarbeit dieser
Branchenvereinigungen sind für deren Erfolg entscheidend.
Aufgrund seiner ausgeprägten Besonderheiten ist der Tourismus
und sind speziell die Tourismusbetriebe interessante und ergiebige
Studienobjekte für betriebswirtschaftliche Fragestellungen, zum Beispiel des
Kooperations- und Netzwerkmanagements, des Managements persönlicher
Dienstleistungen oder auch des Managements in einem öffentlichen Raum, beispielsweise
Public Private Partnerships.
Literatur:
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181 – 200
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Bieger, Thomas : Tourismuslehre – Ein
Grundriss, Bern et al. 2004
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Bieger, Thomas/Tomczak, Torsten :
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Jahrbuch 2003, Dienstleistungsnetzwerke, hrsg. v. Bruhn, Manfred/Stauss, Bernd,
Wiesbaden 2003, S. 361 – 378
Bruhn, Manfred/Stauss, Bernd :
Dienstleistungsnetzwerke – Eine Einführung in den Sammelband, in:
Dienstleistungsmanagement Jahrbuch 2003, Dienstleistungsnetzwerke, hrsg. v.
Bruhn, Manfred/Stauss, Bernd, Wiesbaden 2003, S. 5 – 30
Hopland, Jan : Virtual Organization
and Dynamic Business Structures, in: Mehrwert Information, hrsg. v. OFW, ,
Stuttgart 1995, S. 173 – 190
Kaspar, Claude : Tourismuslehre im
Grundriss, 5. A., Bern et al. 1996
Meffert, Heribert/Bruhn, Manfred :
Dienstleistungsmarketing. Grundlagen – Konzepte – Methoden, 3. A., Wiesbaden
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Normann, Richard : Service
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Schräder, Andreas : Management
virtueller Unternehmungen: organisatorische Konzeption und
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Smith, Stephen L. J. : Tourism
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Steinbach, Josef : Tourismus, München
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Venkatraman, N. Venkat/Henderson,
John : Real Strategies for Virtual Organizing, in: Sloan Management Review, H.
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