Inhaltsübersicht
I. Vorbemerkung
II. Historische
Entwicklung
III. Vorgehensweise
und Ergebnisse
IV. Weiterführende
Analysen
V. Verbindung
zu anderen Instrumenten
VI. Schlussbemerkungen
I. Vorbemerkung
Kennzahlen
und Kennzahlensysteme spielen bei der Ausgestaltung des
Informationssystems zur Planung, Steuerung und Kontrolle von
Unternehmensteilbereichen wie ganzen Unternehmen eine dominierende Rolle (vgl. Reichmann, T.
1993). Im Vordergrund der Untersuchungen stehen dabei der Return on
Investment und der Cashflow. Die Betrachtungen beruhen allerdings auf Daten des
externen wie internen Rechnungswesens, sind somit stärker auf die operative
Planung ausgerichtet, weisen einen schwachen Marktbezug auf und ergeben sich
vielfach aus der Aufspaltung einer Spitzenkennzahl. Das PIMS-Programm stellt
demgegenüber eine breit angelegte empirische Untersuchung dar, die, ausgehend
von einer umfangreichen Datenbank und einer daraus abgeleiteten Vielzahl von
Kennzahlen, überwiegend mithilfe von Querschnittsanalysen versucht,
Zusammenhänge zwischen Unternehmensstrategie und Unternehmenserfolg zu finden,
die Streuung der Erfolgsgrößen zwischen strategischen Geschäftseinheiten zu erklären
und derart Verallgemeinerungen zu den Einflüssen strategischer Steuerungen
einerseits und den Einflüssen spezifischer Marktgegebenheiten andererseits
abzuleiten, dass strategische Entscheidungen in ihrer Wirkung auf den
Unternehmenserfolg stärker abgesichert werden können (= Profit Impact of Market
Strategies).
II. Historische Entwicklung
Mit der Absicht der besseren Erklärung und Prognose des
Erfolges in einzelnen homogenen Unternehmensteilbereichen initiierte die
General Electric Co. Anfang der 60er-Jahre ein Projekt zur empirisch
quantitativen Analyse dieser Beziehungen (vgl. Schoeffler,
S./Buzzell, R.D./Heany, D.F. 1974). Die erhaltenen Ergebnisse
waren derart überzeugend, dass das Programm, um die Datenbasis zu verbreitern,
1972 auch für andere Unternehmen geöffnet wurde und sich im gleichen Jahr am
Management Science Institute an der Harvard Business School ansiedelte. Die
Zahl der Mitgliedsfirmen nahm in den folgenden Jahren stark zu, was 1975 – zur
organisatorischen Bewältigung der wachsenden Aufgaben – zur Gründung des
Strategic Planning Institute (SPI) führte, eine Nonprofit-Organisation, deren
Träger diejenigen Mitgliedsfirmen sind, die die Forschungsschwerpunkte
bestimmen. Neben den Forschungstätigkeiten übt das SPI zusätzlich auch
beratende Tätigkeiten aus. Seit einigen Jahren ist das SPI mit
Tochtergesellschaften auch außerhalb der USA vertreten, ebenso wie zahlreiche
nicht US-amerikanische Unternehmen in die Datenbank aufgenommen wurden, auch
wenn US-amerikanische Firmen immer noch den mit Abstand stärksten Anteil
stellen. Insgesamt umfasst die Datenbank heute mehr als 450 Unternehmen mit
über 3.000 strategischen Geschäftseinheiten.
III. Vorgehensweise und
Ergebnisse
1. Die
Zielsetzung
Die Absicht des PIMS-Projektes besteht in der Untersuchung
der Verbindung von Unternehmensstrategie und Unternehmenserfolg und in der
verallgemeinernden Rückführung dieses Zusammenhanges auf steuerbare Variablen,
basierend auf der Auswertung der Daten zahlreicher Unternehmen aus den
unterschiedlichsten Industriezweigen und Wettbewerbssituationen. Mit den
erhaltenen Ergebnissen sind zwar „ keine Formeln für die Lösung spezieller
Managementprobleme “ gegeben, es lassen sich aber Grundlagen „ für die
situationsbezogene Analyse bilden “ (Buzzell,
R.D./Gale, B.T. 1989, S. 3), die letztendlich die
Entscheidungen absichern helfen soll.
Als Ausdruck des Unternehmenserfolges werden der Return on
Investment (ROI), der Return on Sales (ROS) und der Cashflow als abhängige
Variable gewählt, wobei das Hauptaugenmerk auf dem Return on Investment
(Nettobetriebsgewinn vor Steuern und Zinsen im Verhältnis zu
Nettoanlagevermögen inclusive Working Capital) liegt, unterstellend, dass
diejenigen Faktoren, die einen positiven Einfluss auf den ROI ausüben, auch
langfristig den Unternehmenswert erhöhen.
2. Die
Datenbank
Zentralen Ausgangspunkt der Datenbank bildet die strategische
Geschäftseinheit, die für PIMS definiert ist als eine Division oder
Produktlinie, die mit verwandten Produkten oder Dienstleistungen für genau
definierte Kunden auf einem geographisch genau abgegrenzten Markt mit einer
genau definierten Gruppe von Konkurrenten im Wettbewerb steht (bedienter
Markt), mit dem Grundgedanken, die kleinste Teileinheit eines Unternehmens zu
bestimmen, für die die Entwicklung einer eigenständigen Strategie gerade noch
als sinnvoll erscheint. Für jede derart festgelegte Geschäftseinheit werden
mehr als 100 einzelne Datensätze in fünf Gruppen unterteilt erfasst (vgl. Abell,
D.F./Hammond, J.S. 1979, S. 291 ff.; Buzzell,
R.D./Gale, B.T. 1989, S. 217 ff.):
-
Beschreibung der
Geschäftseinheit: Produkte/Dienstleistungen, Alter der Produktkategorien,
Stand im Produktlebenszyklus, innovative Tätigkeiten, Art und Zahl der
Endkunden, relativer Grad der vertikalen Integration etc.
-
Operative
Ergebnisse und Bilanzinformationen: Verkäufe und Umsätze, Wert der
bezogenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Wertschöpfung, Werbeausgaben,
Abschreibungen, Kapazitätsauslastung etc.
-
Marktumfeld und
Wettbewerb: Größe des Marktes, Zahl der Wettbewerber, Marktanteile der
drei stärksten Wettbewerber, Marktanteilsrang, Preisindizes bei Verkaufs- und
Bezugspreisen, relative Preise und Kosten, relative Produktqualität, Anteil
neuer Produkte an allen Produkten etc.
-
Branchendaten:
Im- und Export, Umsatzenwicklung etc.
-
Prognosen:
Marktwachstum, Entwicklung von Preisen und Löhnen, maximal möglicher
Marktanteil etc.
Bei der Erhebung einer Vielzahl von Datensätzen wird auf die
Erfahrung der Manager zurückgegriffen, die ihre Geschäftseinheit im Vergleich
zu konkurrierenden Geschäftseinheiten einschätzen sollen (vgl. Buzzell,
R.D./Gale, B.T. 1989, S. 36), so insbesondere hinsichtlich der
relativen Produktqualität und dem Grad der vertikalen Integration.
3. Die
Methode
Da sich PIMS in seinen Untersuchungen auf die
Erfolgswirksamkeit strategischer Maßnahmen konzentriert, die erhobenen
Jahresdaten jedoch Schwankungen unterliegen, die für die Bewertung einer
Strategie ohne Relevanz sind, werden sowohl für die abhängigen wie unabhängigen
Variablen Durchschnittswerte über einen Vierjahres-Zeitraum gebildet. Zur
Testung der Hypothesen über den Einfluss der unabhängigen Variablen findet die
multiple lineare Regressionsanalyse Anwendung. Neben einer Vielzahl von
Einzelergebnissen lassen sich in einer Gesamtbetrachtung zwei globale
Ergebnisse festhalten: ein erstes einfaches Modell unter Einbeziehung von 19
beschreibenden Variablen erklärt etwa 40 % der Streuung von ROI und ROS
zwischen den strategischen Geschäftseinheiten (Buzzell,
R.D./Gale, B.T. 1989, S. 44/235; „ Auftragsgröße “ wurde als
eine Variable gezählt), eine Erweiterung auf 28 Variablen unter Einbeziehung
von Wechselwirkungen erhöht den Erklärungsgehalt auf 70 – 80 % (Buzzell, R.D./Gale,
B.T. 1989, S. 44; Hildebrandt,
L. 1993, S. 28; Küpper, H.-U.
1997, S. 334).
4. Ausgewählte
Ergebnisse
Greift man neben diesen globalen einzelne
Untersuchungsergebnisse heraus, so sind drei besonders hervorzuheben.
Die Marktposition weist den stärksten positiven Zusammenhang
mit der Rentabilität auf, sowohl absolut, ausgedrückt im Marktanteilsrang, als
auch relativ im Verhältnis zu den drei stärksten Konkurrenten (vgl. Abb. 1).
Der Nettoeffekt dieser unabhängigen Variablen wird mit 3,5 Prozentpunkten
zusätzlichem ROI je 10 Prozentpunkten Marktanteil angegeben (Buzzell,
R.D./Gale, B.T. 1989, S. 8), die Ursachen der Wirkung in
Economies of Scale und Erfahrungskurveneffekten, Risikoaversion der Kunden und
Marktmacht gesehen. Gerade dieser Zusammenhang wird oft als Scheinkorrelation
bezeichnet und ein U-förmiger Verlauf postuliert (vgl. Porter, M.E.
1999, S. 81), was Nischenunternehmen und Marktführern einen
Rentabilitätsvorteil gegenüber Wettbewerbern mit mittlerem Marktanteil gibt,
sich aber in weiteren Untersuchungen nicht bestätigte (Schwalbach,
J. 1988; Hildebrandt,
L. 1993).
Abb. 1: Der Zusammenhang zwischen Marktanteil und ROI (Buzzell, R.
D./Gale, B. T. 1989, S. 9)
Weiterhin erweist sich die Qualität der von einer
Geschäftseinheit angebotenen Produkte oder Dienstleistungen als bedeutende
strategische Handlungsalternative (vgl. Abb. 2). Die Qualität wird dabei
verstanden als die vom Kunden subjektiv wahrgenommene, nicht die technologische
Überlegenheit und erhoben als relative Qualität, in der die Einschätzung der
Führungskräfte über den Vorsprung oder Nachteil der eigenen Produktlinie im
Vergleich zu den drei Hauptwettbewerbern zum Ausdruck kommt, gemessen im
Umsatzanteil der qualitativ überlegenen, gleichwertigen oder unterlegenen
Produkte und Dienstleistungen. Zurückgeführt wird dieses Ergebnis auf höhere
erzielbare Preise, ohne dass die höhere Qualität auch zu höheren Kosten führt.
Abb. 2: Der Zusammenhang zwischen relativer Qualität und ROI
(Buzzell, R.
D./Gale, B. T. 1989, S. 93)
In der Investmentintensität, gemessen im Verhältnis von
Bruttobuchwert der Betriebsanlagen zuzüglich Working Capital und sonstiger
Nettovermögenswerte zum Umsatz, zeigt sich der stärkste negative Einfluss auf
die Rentabilität (vgl. Abb. 3). Um den unterschiedlichen Stand zu
analysierender Geschäftseinheiten im Produktlebenszyklus und Schwankungen in
Geschäftszyklen auszugleichen, wird die Anlage-Investmentintensität um die
Kapazitätsauslastung korrigiert. Die Ursachen der Wirkung und ihrer Richtung
werden in einem aggressiven und darum häufig ruinösen Wettbewerbsverhalten, in
einer unüberwindbaren Austrittsbarriere aus unrentablen Geschäften und in der
geringeren Effizienz des Anlagengebrauchs gesehen. Im Working Capital spielt
insbesondere der Bestand an Zwischenprodukten eine besondere Rolle.
Abb. 3: Der Zusammenhang zwischen Investmentintensität und
ROI (Buzzell, R.
D./Gale, B. T. 1989, S. 117)
Einen weiteren Einflussfaktor mit hoher Bedeutung stellt die
vertikale Integration dar, die im Zusammenhang insbesondere mit der
Investitionsintensität zu betrachten ist. Der Index der vertikalen Integration
wird absolut gemessen im Verhältnis der Wertschöpfung (Umsatz abzüglich
Einkäufe, bereinigt um Rentabilitätseinflüsse außerhalb der vertikalen Integration)
zum Umsatz der Geschäftseinheit und relativ im Verhältnis zur Konkurrenz durch
Managementeinschätzungen. Im Ergebnis zeigt sich, dass ein geringer Grad
vertikaler Integration bei niedrigem relativen Marktanteil von Vorteil ist,
hingegen bei hohem relativen Marktanteil nicht von Nachteil sein muss (vgl.
Abb. 4). Lässt sich eine höhere Integration mit einer unterproportionalen
Zunahme der Investmentintensität verbinden, so kann sie von Vorteil sein (vgl.
Abb. 5).
Abb. 4: Vertikale Integration, Marktposititon und
Rentabilität (Buzzell, R.
D./Gale, B. T. 1989, S. 12)
Abb. 5: Vertikale Integration, Investmentintensität und
Rentabilität (Buzzell, R.
D./Gale, B. T. 1989, S. 143)
Die Verknüpfung von Marktposition und Qualität führt für eine
Geschäftseinheit, die in Kombination einen hohen Marktanteil und eine
überlegene Qualität aufweist, zu einem überproportional hohen Erfolg (vgl. Abb.
6). Jedoch kann es auch gelingen, durch eine hohe Qualität der angebotenen
Produkte und Dienstleistungen einen geringen relativen Marktanteil zu
kompensieren bzw. unterlegene Qualität gegenüber der Konkurrenz durch einen
hohen Marktanteil auszugleichen. Die polare Position einer unterlegenen
Qualität verbunden mit einer schwachen Marktposition ist hingegen als Desaster
in Bezug auf den Erfolg zu werten.
Abb. 6: Relative Qualität, Marktposition und Rentabilität (Buzzell, R.
D./Gale, B. T. 1989, S. 94)
Die aufgezeigten und weitere Einzelergebnisse lassen die
Interpretation zu, dass Marketingsicht (relative Qualität) und Erfahrungskurve
(Marktposition, vertikale Integration) den Erfolg eines Unternehmens
sicherstellen, während Managementfehler in der Investmentintensität zu suchen
sind.
IV. Weiterführende Analysen
Neben den dargestellten allgemeinen Erkenntnissen bietet PIMS
auch die Möglichkeit zu geschäftseinheitenspezifischen Analysen:
-
PAR-Reports geben an, welcher ROI für eine
Geschäftseinheit in einer spezifischen Umwelt „ normal (= PAR) “ wäre, wobei zu
diesem Vergleich nicht wie üblich Geschäftseinheiten aus der gleichen
Branche, sondern branchenübergreifend solche in der gleichen Situation
herangezogen werden. Daraus lässt sich zum einen erkennen, inwieweit der
analysierte Bereich sich überhaupt in einem strategisch günstigen Umfeld
befindet (hoher PAR-ROI), andererseits, ob er innerhalb des Umfeldes eine
günstige (ROI der Geschäftseinheit über PAR) oder ungünstige (ROI der
Geschäftseinheit unter PAR) Position einnimmt. Letzteres deutet auf
Managementfehler hin, da ein offensichtlich hohes Potenzial nicht genutzt
werden kann. Mithilfe der aus den PIMS-Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse
sollen sich die Mängel abstellen lassen.
-
Strategy Sensitivity Reports gestatten es, die
Auswirkungen strategischer Maßnahmen auf den Erfolg einer Geschäftseinheit zu
testen. Ausgangspunkt bildet die Prognose der Entwicklung der
Geschäftseinheit unter Beibehaltung der derzeitigen Strategie im Vergleich zu
Änderungen durch Ergreifen neuer Handlungsalternativen unter Einbeziehung der
Prognose der Umweltentwicklungen und Wechselwirkungen zwischen den
unabhängigen Variablen.
-
Optimum Strategy Reports geben dem Anwender
Anhaltspunkte, welches Strategienbündel aus diesen evaluierten die Erreichung
des zugrunde gelegten Erfolgskriteriums bestmöglich fördert.
Insbesondere diese drei Analysen unterstützen die Entscheidungen
des Managements hinsichtlich der strategischen Planung.
V. Verbindung zu anderen
Instrumenten
Im Erkennen der Bedeutung sowohl der Wettbewerbsposition als
auch des Marktwachstums für das strategische Potenzial einer Geschäftseinheit
stimmen die Ergebnisse von PIMS mit den aus Portfoliomodellen gezogenen
Schlussfolgerungen überein und lassen daraus in einer Kombination der Faktoren
„ Wertsteigerung “ und „ Anfangsposition “ eine Einteilung der Geschäftseinheiten
in „ Wahre Sterne “ , „ Verblassende Sterne “ , „ Schläfer “ und „ Echte Hunde “ ableiten
(vgl. Buzzell,
R.D./Gale, B.T. 1989, S. 188). Im Unterschied zu
Portfolio-Ansätzen gehen in die Aufstellung der Matrix in Anlehnung an die
PAR-Analysen bis zu 37 erklärende Variablen ein. Als nachteilig wird angesehen,
dass PIMS durch den Bezug auf die drei führenden Wettbewerber keine näheren
Analysen individueller Wettbewerber zulässt, zwar Manager in die Lage versetzt,
quantitativ Wirkungen einer Strategienänderung auf den ROI zu analysieren,
dabei aber Einflüsse zukünftiger Marktänderungen auf die Strategie außer Acht
lässt (vgl. z.B. Lubatkin,
M./Pitts, M. 1985; Hanssmann,
F./Liebl, F./Brezina, W. 1993).
In Ergänzung zu Shareholder-Value-Ansätzen und der Verbindung
der einzelnen Karten zu einer Gesamtsicht im Sinne der Balanced Scorecard geben
die Resultate von PIMS wertvolle Hinweise, die Rückschlüsse auf die
Wirkungszusammenhänge der zu messenden und zu managenden strategischen
Variablen zulassen. Die Möglichkeiten des Vergleiches mit Geschäftseinheiten
der gleichen Branche wie branchenübergreifend mit solchen in vergleichbaren
Situationen decken Potenziale auf, die PIMS als eine der Grundlagen einer
integrierenden Planung, Steuerung und Kontrolle in Unternehmen bietet (vgl. Sabel,
H./Weiser, C. 2000, S. 422).
VI. Schlussbemerkungen
In einer Gesamtschau auf das PIMS-Konzept sind neben den
dargestellten positiv zu wertenden Ergebnissen und Möglichkeiten, die zu einer
schnellen und immer noch wachsenden Ausbreitung geführt haben, auch kritische
Punkte anzuführen. Anzusetzen ist hierbei gerade an der Kundensicht, die durch
die Betonung der Bedeutung von Qualität als Erfolgsfaktor als notwendig
herausgestellt wurde. An dieser Kundensicht mangelt es dem Konzept dann doch
wieder, da die wahrgenommene Qualität zwar betrachtet wird, dies jedoch durch
die Manager der Geschäftseinheiten und nicht durch die Kunden. Dieser
Kritikpunkt läßt sich auf andere Variablen, deren Erhebung in gleicher Weise
erfolgt, erweitern (vgl. Sabel,
H./Weiser, C. 2000, S. 333/345). Die Vielzahl der vorliegenden
Daten über die Vielzahl der Jahre für die sie vorliegen sollte neben den nahezu
ausschließlich durchgeführten Querschnittsanalysen das Augenmerk auch auf
Längsschnittanalysen richten (vgl. z.B. Hildebrandt,
L./Annacker, D. 1996). Die Regionenkonzentration mit dem
deutlichen und aus der Entwicklungsgeschichte verständlichen Schwerpunkt USA
wird mit weiter zunehmender Mitgliederzahl geringer werden und internationale
Vergleiche von strategischen Geschäftseinheiten stärker in den Vordergrund
treten lassen, um auch interkulturelle Unterschiede einzubeziehen (vgl. z.B. Diller,
H./Lücking, J. 1993). Jedoch auch angesichts der aufgezeigten
und weiterer Kritikpunkte bietet PIMS ein wertvolles Instrument zur
Unterstützung strategischer Entscheidungen.
Literatur:
Abell, Derek F./Hammond,
John S. : Strategic Market Planning: Problems and Analytical Approaches,
Englewood Cliffs 1979
Buzzell, Robert D./Gale,
Bradley T. : Das PIMS-Programm: Strategien und Unternehmenserfolg, Wiesbaden
1989
Diller, Hermann/Lücking,
Joachim : Die Resonanz der Erfolgsfaktorenforschung beim Management von
Großunternehmen, in: ZfB, Jg. 63, 1993, S. 1229 – 1249
Hanssmann,
Friedrich/Liebl, Franz/Brezina, Wolfgang : ROI Forecasting for Alternative
Strategies: A New Approach Based on PIMS, in: Zeitschrift für Planung, Jg. 4,
1993, S. 215 – 232
Hildebrandt, Lutz :
Wettbewerbssituation und Unternehmenserfolg, in: Neuere Unternehmenstheorie,
hrsg. v. Schüler, Wolfgang/Albach, Horst, Wiesbaden 1993, S. 27 – 42
Hildebrandt,
Lutz/Annacker, Dirk : Panelanalysen zur Kontrolle „ unbeobachtbarer “
Einflußgrößen in der Erfolgsfaktorenforschung, in: ZfB, Jg. 66, 1996, S.
1409 – 1426
Küpper, Hans-Ulrich :
Controlling, Stuttgart, 2. A., 1997
Lubatkin, Michael/Pitts,
Michael : The PIMS and the Policy Perspective, in: The Journal of Business
Strategy, Jg. 5, Summer/1985, S. 88 – 92
Porter, Michael E. :
Wettbewerbsstrategie, Frankfurt/Main et al., 10. A., 1999
Reichmann, Thomas :
Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, München, 3. A., 1993
Sabel, Hermann/Weiser,
Christoph : Dynamik im Marketing: Umfeld-Strategie-Struktur-Kultur, Wiesbaden,
3. A., 2000
Schoeffler,
Sidney/Buzzell, Robert D./Heany, Donald F. : Impact of Strategic Planning on
Profit Performance, in: Harvard Business Review, Jg. 52, H. 2/1974, S. 137 – 145
Schwalbach, Joachim :
Marktanteil und Unternehmensgewinn, in: ZfB, Jg. 58, 1988, S. 535 – 549
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