Inhaltsübersicht
I. Terminologische
und konzeptionelle Grundlagen
II. Ziele
der Personaleinsatzplanung
III. Modellansätze
zur Personaleinsatzplanung
IV. Kritische
Würdigung
I. Terminologische und
konzeptionelle Grundlagen
1. Terminologische Grundlagen
Unter Personaleinsatzplanung verstehen wir in Anlehnung an
Schweitzer (Schweitzer, 1987,
S. 11) und Kossbiel (Kossbiel, 1988,
S. 1053) die bewusste, frühzeitige, informationsverarbeitende und geordnete
Vorbereitung künftiger Zuordnungen von Arbeitskräften zu Allokationsobjekten.
Aus dieser Begriffsbeschreibung geht zum einen hervor, dass wir nur dann von
Personaleinsatzplanung sprechen, wenn sich der Planer dessen bewusst ist, dass
er Einsatzentscheidungen vorbereitet. Rein zufällige, nicht auf Willensakten
des Planers basierende Personalzuordnungen werden somit ausgegrenzt. Die
Definition stellt zum anderen auf die Charakteristika der Frühzeitigkeit und
der prozeduralen Ordnung der korrespondierenden Zuordnungen ab, d.h.
improvisatorisch (spontan) getroffene Allokationsentscheidungen, bei denen auf
eine sorgfältige Analyse des Entscheidungsfeldes (Stichwort:
Informationsverarbeitung) verzichtet wird, fallen nicht unter den Begriff der
Personaleinsatzplanung. Darüber hinaus stellt die obige Definition darauf ab,
dass es sich bei der Personaleinsatzplanung um, einen Prozess handelt, bei dem
Zuordnungsentscheidungen vorbereitet und nicht notwendigerweise umgesetzt werden,
Planrevisionen zu späteren Zeitpunkten mithin zulässig sind. Des weiteren
führen wir aus, dass Arbeitskräfte Allokationsobjekten zugeordnet werden: Mit
Arbeitskräften sind entweder konkret identifizierbare Individuen (sog.
Individual- oder Namensebene) oder (z.B. nach Qualifikationen differenzierte)
Kategorien von Arbeitskräften (sog. Kategorialebene) gemeint.
Allokationsobjekte können sich nach Maßgabe der zu planenden Einsatzdimensionen
(s. I.2.) neben Einsatzzeiträumen und Einsatzorten auf einzelne Tätigkeiten
oder auf Tätigkeitskategorien und somit auf sämtliche betrieblichen
Leistungs-, Schulungs- und Ausleihprozesse beziehen (Kossbiel, 1992,
Sp. 1654 f.).
2. Konzeptionelle Grundlagen
Mit der Personaleinsatzplanung sind neben einer Konnexions-
(Verbindung von Personalbedarf und -ausstattung) vor allem eine Allokations-
(Zuordnung von Arbeitskräften zu Allokationsobjekten) und eine
Kompensationsfunktion (Ausgleich von Personalbedarfsschwankungen) verbunden.
Neben diesen drei Funktionen lassen sich vier Dimensionen der
Personaleinsatzplanung unterscheiden: Hinsichtlich der quantitativen Dimension
ist über geeignete Planungen der Einsatz der benötigten Anzahl an
Arbeitskräften zu gewährleisten. Die qualitative Dimension betreffend ist der
Personalbedarf mit der Personalausstattung abzustimmen, wobei Bedarfe und
Ausstattungen nach verschiedenen Kategorien differenziert sein können. In
Betracht kommen dabei neben Anforderungsarten (Bedarfsseite) und
Qualifikationsarten (Ausstattungsseite) weitere Differenzierungskriterien, wie
z.B. Seniorität, Geschlecht o.Ä. Bezüglich der lokalen Dimension geht es um die
Zuordnung von Arbeitskräften zu Orten betrieblicher Leistungserstellung wie
z.B. Niederlassungen, hierarchischen Rängen oder Sektoren. Hinsichtlich der
temporalen Dimension sind den Arbeitskräften Dienstpläne für limitierte
Zeiträume zuzuordnen.
II. Ziele der Personaleinsatzplanung
Die bei der Planung des Personaleinsatzes verfolgten Ziele
lassen sich hinsichtlich ihres Inhalts (a), hinsichtlich des angestrebten
Zielausmaßes (b) und hinsichtlich des verwendeten Messniveaus (c)
differenzieren.
Ad (a): Mit der Planung des Personaleinsatzes werden (wie in
allen anderen betrieblichen Funktionsbereichen auch) Substanz- und Formalziele
verfolgt. Während Substanzziele den Inhaltsaspekt eines Sachproblems betreffen,
beschreiben Formalziele über substanzielle Tauglichkeitsaspekte hinausgehende
Auswahlkriterien. Die Substanzziele der Personaleinsatzplanung liegen in der
Erfüllung der o.g. Funktionen der Konnexion, Allokation und Kompensation. Zur
Auswahl von Personaleinsatzplänen werden jedoch Formalziele benötigt, die aus
der Perspektive des Betriebes darin liegen, ökonomischen Erfolg zu erzielen.
Aus Sicht des Personals hingegen soll die Zufriedenheit der Arbeitskräfte
erreicht werden. Die Operationalisierung solcher Formalziele ist aber nicht nur
aufgrund der einschlägigen Datenerfassungs-, Amalgamations- und
Prognoseprobleme, sondern vor allem auch wegen der korrespondierenden
Zurechnungsproblematik häufig ein schwieriges Unterfangen. Sofern es nicht
gelingt, den jeweiligen Personaleinsatzentscheidungen auf Seiten des Betriebes
konkrete Erlös-, Deckungsbeitrags-, Rentabilitäts- oder Kostenkoeffizienten
(u.Ä.) bzw. auf Seiten der Mitarbeiter konkrete Zufriedenheitskoeffizienten
zuzuordnen, ist man auf die Verwendung geeigneter Ersatzkriterien angewiesen.
Als Ersatzgrößen für die Zufriedenheit der Arbeitskräfte werden dann vielfach
Neigungsgradkoeffizienten und als Indikatoren für den wirtschaftlichen Erfolg
werden oft Eignungskoeffizienten in Ansatz gebracht, wobei letztgenannte auf
summarischen oder analytischen Vergleichen von Anforderungs- und
Fähigkeitsprofilen beruhen (Kossbiel, 1992,
Sp. 1656 ff.).
Ad (b): Im Rahmen der Personaleinsatzplanung können mit
Extremierungs-, Satisfizierungs-, Fixierungs- und Approximierungszielen
grundsätzlich vier Zielarten verfolgt werden. Während Extremierungsziele auf
die Optimierung der jeweiligen Zielkriterien abstellen, werden bei der
Verfolgung von Satisfizierungszielen zufriedenstellende Lösungen gesucht. Über
Fixierungs- bzw. Approximierungsziele hingegen strebt man eine exakte bzw.
näherungsweise Erreichung der Zielkriterien an. Die Maximierung der Eignungs-
oder Neigungsgradsumme, die Minimierung der Personaleinsatzkosten, die
Einhaltung von Untergrenzen für die Eignung alloziierter Arbeitskräfte, die
exakte Einhaltung von Personalkostenbudgets und die ungefähre Deckung des
Personalbedarfs in Toleranzbereichen stellen typische praxisrelevante Beispiele
für diese Zielarten dar.
Ad (c): Die Möglichkeiten einer rationalen Gestaltung von
Personaleinsatzplänen hängen maßgeblich davon ab, inwieweit die erforderliche
Datenbasis bzgl. Zielen und Restriktionen erfasst, präzisiert bzw.
konkretisiert werden kann. Es geht also darum, auf welchem Niveau die
jeweiligen Daten und Datenrelationen gemessen werden. Im Kontext der
Personaleinsatzplanung ist letztlich darauf zu achten, dass alternative
Personalzuordnungen hinsichtlich ihrer Zielbeiträge in eine Rangfolge zu
bringen sind, sodass nominalskalierte (d.h. die Rangfolge vernachlässigende
Daten) nicht in Betracht kommen und lediglich Daten höherer Skalenniveaus in
Ansatz zu bringen sind. Da jedoch arithmetische Operationen bei
ordinalskalierten Merkmalen unzulässig sind, sollten die Zielkoeffizienten
möglichst auf Kardinalskalenniveau angesiedelt sein, um hinreichende Präzision
des Planungsergebnisses zu gewährleisten. Sofern eine direkte Messung der
Effizienz potenzieller Personaleinsatzentscheidungen durch verhältnisskalierte
Kriterien (wie z.B. Deckungsbeiträge oder Kosten) unmöglich erscheint, ist es
folglich ratsam, auf intervallskalierte Eignungs- oder Neigungsgrade
zurückzugreifen.
III. Modellansätze zur
Personaleinsatzplanung
1. Grundmodell der Personaleinsatzplanung
In den letzten fünf Jahrzehnten wurde eine kaum überschaubare
Fülle an Modellansätzen zur Personaleinsatzplanung entwickelt, deren Vielfalt
wir hier in keiner Weise referierend gerecht werden können. Wir wollen deshalb
zunächst ein relativ einfaches, aus der Klasse der ganzzahligen
Programmierungsansätze stammendes Grundmodell der Personaleinsatzplanung
formulieren, das eine Skizzierung der mannigfaltigen Variationen zum Thema
ermöglicht und für das folgende Symbole benötigt werden:
Mit diesen Symbolen lässt sich der gesuchte Ansatz wie folgt
formulieren:
Zielfunktion:
Restriktionen:
Abstimmung von Personalbedarf und Personaleinsatz:
Abstimmung von Personaleinsatz und Personalausstattung:
Variablenbedingungen:
Die Zielfunktion des Modells (Z.1) ist entweder zu maximieren
oder zu minimieren und strebt je nach verwendetem Zielkriterium die (jeweils
einsatzabhängigen) minimalen Personalkosten, Deckungsbeiträge, Eignungs- oder
Neigungsgradsummen o.Ä. an. Über Restriktion (R.1) wird gewährleistet, dass die
nach Tätigkeiten, Tagen und Tagesabschnitten differenzierten Personalbedarfe
durch den Einsatz hinreichend geeigneter Arbeitskräfte gedeckt werden, während
Restriktion (R.2) garantiert, dass nicht mehr Arbeitskräfte zum Einsatz in Leistungsprozessen
vorgesehen werden als in der (nach Tagen und Qualifikationsarten
differenzierten) Personalausstattung zur Verfügung stehen. Die verwendeten
Personaleinsatzvariablen steuern jeweils die Zuordnung der Arbeitskräftearten
zu Einsatztagen, Schichten und Tätigkeitskategorien. Daneben wird über die
Variablenbedingung (R.3) deren Nichtnegativität und Ganzzahligkeit gefordert.
Dieser Modellansatz ist vielfältigen Variationsmöglichkeiten
zugänglich, von denen wir einige im Folgenden ansprechen wollen:
-
Durch Verwendung zusätzlicher Variablen für die
Schulung und die Ausleihe von Personal sowie durch die Integration
entsprechender Restriktionen lassen sich die beiden anderen o.g. Alternativen
des Personaleinsatzes leicht in Ansatz bringen (Kossbiel, 1988,
S. 1095).
-
Verzichtet man auf die Schichtindices s und ersetzt man die Indices für die
Tätigkeiten q durch Stellenindices,
geht das Modell in einen Ansatz der Stellenzuweisung über (Spengler, 1993,
S. 95 ff.).
-
Bringt man die Personalbedarfe und/oder die
Personalausstattungen nicht als vorgegebene (Daten), sondern
als entscheidungsabhängige (Variablen) Größen in den Ansatz ein, wird
das vorliegende Modell der konjunkten Personaleinsatzplanung in ein Modell
disjunkter Personaleinsatzplanung transformiert (Kossbiel, 1992,
Sp. 1661 ff.).
-
Bei Verzicht auf die Variablen ,
gleichzeitiger Verwendung entscheidungsabhängiger Personalbedarfe oder
-ausstattungen und mit geeigneten Variationen der Zielfunktion wird aus dem
Modell einer expliziten ein Modell der impliziten Personaleinsatzplanung (Kossbiel, 1992,
Sp. 1660 f.).
-
Verknüpft man die Personaleinsatzvariablen über die
Teilperioden, dann geht das oben formulierte statische Modell in einen
dynamischen Ansatz über (Kossbiel, 1992,
Sp. 1663 ff.).
-
Durch Formulierung mehrerer Teilzielfunktionen (z.B.
zur Kostenminimierung und Neigungsgradmaximierung) erhalten wir ein
Vektoroptimierungsmodell, das mit den gängigen Verfahren (wie z.B. Ansätzen
des Goalprogramming, klassischen Nutzenmodellen oder fuzzy set-basierten
Verfahren) gelöst werden kann (Spengler, 1993,
S. 34 ff.).
2. Modellansätze zur Dienstplanung
Das Problem der Dienstplanung stellt ein zentrales Problem
der Personaleinsatzplanung dar und tritt in allen Betrieben auf, in denen die
individuelle Arbeitszeit der Beschäftigten von der Betriebszeit des
Unternehmens abweicht. Die Modellansätze zur Dienstplanung werden in der Literatur
vielfach wie folgt differenziert (Günther, 1989,
S. 211 f.; Salewski, 1998,
S. 129 ff.; Strauß, 2001,
S. 26 ff.; Weber, 1997,
S. 30 f.): Über Ansätze des sog. Days Off Scheduling, auf die wir unten
ausführlicher eingehen wollen, werden den Arbeitskräften je nach Festlegung des
Planungszeitraumes (z.B. wochen-, monats- oder quartalsweise) Arbeitstage und
arbeitsfreie Tage zugeordnet. Modelle des sog. Shift Scheduling sind häufig auf
einen singulären Tag bezogen und thematisieren die Allokation von konsekutiven
Schichtmustern zu Arbeitskräften, während über das sog. Tour Scheduling den
Mitarbeitern Dienste mit differierenden (sich z.T. überschneidenden) Beginn-
und Endzeitpunkten zugewiesen werden.
Zur Lösung von Days Off Scheduling-Problemen wird in der
Literatur eine Fülle (situations)spezifischer Algorithmen angeboten (Nanda,
/Browne, 1992, S. 85 ff.). Für Fälle, in denen die
Personalbedarfe und -ausstattungen homogen sind, in denen Personalbedarfsüber-
im Gegensatz zu -unterdeckungen zulässig sind, und in denen alle Arbeitskräfte
(nach lediglich einem Schichtgrundmuster) an mehreren Tagen arbeiten und dann
en bloc frei haben (z.B. 6 Tage Arbeit, 3 Tage frei), ist das sog. First Period
Principle (FPP) von Nanda/Browne (Nanda,
/Browne, 1992, S. 94 ff.) ein gut geeignetes (optimierendes)
Lösungsverfahren. Wir wollen diesen Algorithmus anhand eines einfach gehaltenen
Beispiels erläutern, in dem montags, dienstags, donnerstags und samstags je 9,
mittwochs 2, freitags keine und sonntags 4 Arbeitskräfte benötigt werden und
die Arbeitskräfte an je 5 aufeinanderfolgenden Tagen Dienst und an 2
zusammenhängenden Tagen frei haben. Der Algorithmus umfasst die folgenden
sieben Schritte:
-
Liste die täglichen Personalbedarfe auf!
-
Setze genügend Arbeitskräfte zur Deckung der täglichen
Personalbedarfe ein! Berücksichtige dabei bereits an Vortagen eingesetzte
Arbeitskräfte, für die am jeweiligen Tag noch ein Einsatz vorgesehen ist!
-
Fahre mit der Zuordnung
solange nach 2. fort, bis sich die Zuordnungsmuster wiederholen (s. Tab. 1)!
Tab. 1: Schritte 1 – 3 im
FPP [Hinweis: Das sich wiederholende Zuordnungsmuster besteht aus den in den
Zeilen 2 – 4 aufgeführten Allokationen.]
-
Bilde für jeden
Wochentag das arithmetische Mittel (AM)
über die sich wiederholenden Zuordnungsmuster (s. Tab. 2)!
Tab. 2: Schritt 4 im FPP
-
Bilde für jeden
Wochentag zunächst die kumulierte Summe der Durchschnittswerte (KS) und runde diese dann auf die
nächsthöhere ganze Zahl (INT) (s.
Tab. 3)!
Tab. 3: Schritt 5 im FPP
-
Subtrahiere den
kumulierten Wert des Vortages (INT_V)
vom kumulierten Wert des betrachteten Tages (INT), um die Anzahl der an diesem Tag mit dem Dienst beginnenden
Arbeitskräfte zu ermitteln (s. Tab. 4)!
Tab. 4: Schritt 6 im FPP
-
Notiere den Einsatzplan (s. Tab. 5)!
Tab. 5: Schritt 7 im FPP
Als Ergebnis erhalten wir somit einen (optimalen) Dienstplan,
bei dem die Personalbedarfe für Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstag exakt
gedeckt und am Mittwoch Überdeckungen in Höhe von 7, freitags in Höhe von 8 und
sonntags in Höhe von 3 Arbeitskräften eingeplant werden.
3. Modellansätze für Unsicherheits-
und Unschärfesituationen
Viele Modellansätze zur Personaleinsatzplanung basieren auf
der Annahme, dass der Entscheidungsträger die für das Modell benötigten Daten
und Relationen sowie die erforderliche Regelbasis präzise angeben kann. Solche
Ansätze sind für Unbestimmtheitssituationen, d.h. für Situationen, in denen der
Eintritt künftiger Ereignisse unbestimmt und damit unsicher oder die Ereignisse
selbst unbestimmt und damit unscharf sind, ungeeignet.
In Fällen der Unsicherheit, in denen die Datenbasis in Form
stochastischer Größen vorliegt (sog. Risikosituationen), lassen sich zur Lösung
des unter III.1. formulierten Grundmodells (einschl. Varianten) Ansätze der
stochastischen Programmierung, wie z.B. die Fat Solution-Methode, Modelle des
Chance Constrained-Programming, Zwei-Stufen-Kompensations- oder
Erwartungswertmodelle heranziehen (Jarr, 1976;
Spengler, 1999,
S. 84 ff.).
In der Wirtschaftspraxis ist man häufig nicht in der Lage,
die erforderlichen Personalbedarfe, Kostenkoeffizienten, Produktivitätskennziffern,
Eignungsgrade u.v.m. exakt (sondern lediglich größenordnungsmäßig) anzugeben.
Auch werden vielfach unscharfe Regeln für die Komposition von
Personaleinsatzplänen verwendet, z.B. wenn möglichst
zusammenhängende freie Tage gewährt (Muche, 1995),
Personalbedarfe möglichst gut gedeckt
oder Einsatzpläne möglichst gerecht
gestaltet werden sollen. Für solche Unschärfesituationen werden in jüngster
Zeit modellgestützte Lösungsprozeduren entwickelt, die auf unscharfen
Regelungsmechanismen und somit auf Verfahren des sog. Fuzzy Control basieren.
Diese neueren Ansätze sind nicht nur in der Lage, unscharfe Daten und Relationen
mathematisch exakt zu verarbeiten, sondern sie stellen auch einen
vielversprechenden Weg dar, das vielfach bei Ansätzen der mathematischen
Programmierung gravierend auftretende Lösbarkeitsproblem wesentlich
abzuschwächen (Jaanineh,
/Maijohann, 1996, Kahlert,
/Frank, 1993, Kieper,
/Spengler, 2002, S. 78 ff.; Schroll,
/Spengler, 2002).
IV. Kritische Würdigung
Der vorliegende Beitrag ist Grundlagen und Modellansätzen der
Personaleinsatzplanung gewidmet. Dieser Planungsbereich umfasst viele
interessante und in der Wirtschaftspraxis Problemdruck erzeugende Facetten, von
denen einige hier aufgrund einer engen Seitenrestriktion nicht oder nur
andeutungsweise angesprochen werden. Wir wollen deshalb abschließend
konstatieren, dass Problemstellungen der Personaleinsatzplanung durchgängig in
mathematischen Programmierungsmodellen erfasst, diese jedoch häufig aufgrund
der obwaltenden Ganzzahligkeitsbedingungen sowie des hohen Modellumfangs nicht
(oder nicht in hinreichender Zeit) gelöst werden können (Grötschel,
/Lovász, /Schrijver, 1988). Die wissenschaftliche Forschung
ist daher aufgefordert, sich verstärkt mit der Entwicklung regelbasierter
Modelle und Lösungsprozeduren zu beschäftigen.
Literatur:
Grötschel, M./Lovász, L./Schrijver, A.
: Geometric Algorithms and Combinatorial Optimization, Berlin et al. 1988
Günther, H. O. : Produktionsplanung
bei flexibler Personalkapazität, Stuttgart 1989
Jaanineh, G./Maijohann, M. :
Fuzzy-Logik und Fuzzy-Control, Würzburg 1996
Jarr, K. : Stochastische
Personalplanungen, Diss., Hamburg 1976
Kahlert, J./Frank, H. : Fuzzy-Logik
und Fuzzy Control. Eine anwendungsorientierte Einführung, Braunschweig et al.
1993
Kieper, F./Spengler, T. : Das
3-Säulen-Personalmanagement und Fuzzy-Control, in: Der Controlling-Berater, H.
3/2002, S. 69 – 88
Kossbiel, H. : Personalbereitstellung
und Personalführung, in: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, hrsg. v. Jacob,
H., 5. A., Wiesbaden 1988, S. 1045 – 1253
Kossbiel, H. : Personaleinsatz und
Personaleinsatzplanung, in: Handwörterbuch des Personalwesens, hrsg. v.
Gaugler, E./Weber, W., 2. A., Stuttgart 1992, Sp. 1645 – 1666
Muche, G. : Dienstplanung. Planung und
Verwaltung des Personaleinsatzes im Gastgewerbe, Hamburg 1995
Nanda, R./Browne, J. : Introduction
to Employee Scheduling, New York 1992
Salewski, F. : Klassifikation von Dienstplanungsproblemen,
in: Modellgestützte Personalentscheidungen 2, hrsg. v. Kossbiel, H., München,
Mering 1998, S. 119 – 136
Schroll, A./Spengler, T. : Fuzzy
Control in der Personaleinsatzplanung, in: Modellgestützte
Personalentscheidungen 6, hrsg. v. Kossbiel, H./Spengler, T., München, Mering
2002, S. 121 – 140
Schweitzer, M. : Planung und
Kontrolle, in: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre Band 2, hrsg. v. Bea, F.
X./Dichtl, E./Schweitzer, M., 3. A., Stuttgart et al. 1987, S. 9 – 72
Spengler, T. : Grundlagen und Ansätze
der strategischen Personalplanung mit vagen Informationen, München et al. 1999
Spengler, T. : Lineare
Entscheidungsmodelle zur Organisations- und Personalplanung, Heidelberg et al.
1993
Strauß, C. : Quantitative
Personaleinsatzplanung im Airline Business, Frankfurt et al. 2001
Weber, J. :
Arbeitszeitflexibilisierung und ihre Berücksichtigung in optimierenden
Personalplanungsmodellen – die implizite Bestimmung der täglichen Arbeits- und
Pausenzeit unter expliziter Berücksichtigung der rechtlichen Regelungen des
Arbeitszeitgesetzes, in: Modellgestützte Personalentscheidungen 1, hrsg. v.
Kossbiel, H., München, Mering 1997, S. 29 – 56
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